Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.5. Wirtschafts-, Kataster- und Bauverwaltung
1.1.2.5.2. Forst
Forstamt Langenholzhausen
L 97 A Langenholzhausen Forstamt Langenholzhausen
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 97 A Langenholzhausen

Name : Forstamt Langenholzhausen

Beschreibung :
1. Gebietsentwicklung der Oberförsterei Varenholz (Langenholzhausen) bzw. des Forstamtes Langenholzhausen

Die Aufteilung des Landes in Forstbezirke erfolgte ursprünglich in Anlehnung an die Bezirke der Ämter. Das traf daher auch für den Varenholzer Forst zu, der die Forstdistrikte im Amt Varenholz umfasste.

Zur Oberförsterei Varenholz gehörten nach 1855 folgende Schutzbezirke: Varenholz (Forsthaus Kirchberg), Hohenhausen (Forsthaus Dalbke), Kalldorf, Langenholzhausen, Talle.

Ab 01.10.1859 war das früher Rothsche Gut Wohnsitz des Oberförsters Langenholzhausen, und zwar mit dem Dienstantritt des Oberförsters Wagener, dessen Vorgänger Schmidt sich geweigert hatte, an den vorgeschriebenen Dienstort zu ziehen.

Durch Verfügung der Forstdirektion vom 13.11.1864 wurde das Königsholz vom Sternberger Forstrevier abgetrennt und Varenholz zugeteilt. Gleichzeitig wurde der Laßbrucher Waldschütz mit übernommen. 1884 erfolgte die Vereinigung des Schutzbezirks Laßbruch mit dem Schutzbezirk Heidelbeck. Der Schutzbezirk Kalldorf wurde dagegen 1893 aufgelöst. Das Kalldorfer Holz kam an den Schutzbezirk Varenholz, der Haiberg an Hohenhausen.

Von 1931-1934 waren kurzfristig die Schutzbezirke Heidelbeck und Hohenhausen vereinigt. Der Haiberg wurde 1931 vom Schutzbezirk Hohenhausen getrennt und Varenholz zugewiesen.

Dem Sitz des Oberförsters entsprechend wurde die Oberförsterei Varenholz 1919 (19.05.) in Oberförsterei Langenholzhausen umbenannt. Durch Erlass vom 18.11.1934 wurden die Oberförstereien zu Forstämtern.

Mit Wirkung vom 01.04.1947 wurde das Forstamt Langenholzhausen aufgelöst und mit allen Teilen unter Bildung eines Oberförstereibezirks dem Forstamt Brake zugelegt. Vorher führte Revierförster Huly für den in Kriegsgefangenschaft geratenen Forstmeister Echterling die Dienstgeschäfte.
In Auswirkung des Gesetzes über die Bildung des Landesverbandes Lippe vom 05.11.1948, das am 12.09.1949 durch die Militärregierung genehmigt wurde und damit in Kraft trat, wurden die lippischen Forstbezirke dem Landesverband Lippe unterstellt.

Schon durch Beschluss der Verbandsversammlung des Landesverbandes Lippe vom 02.12.1950 wurde das Forstamt Langenholzhausen mit Beginn des Wirtschafts- und Rechnungsjahres 1951 wieder neu eingerichtet. Die Försterei Bösingfeld wurde zum 01.10.1950 bereits zu Langenholzhausen gelegt. Das Forstamt Langenholzhausen wurde zum 01.05.1973 erneut aufgelöst und dem Forstamt Brake zugewiesen.


2. Zur Geschichte der Registratur des Forstamtes (der Oberförsterei)

Von 1855-1927 war der Feyesche einheitliche Registraturplan für alle lippischen Oberförstereien maßgebend. Er entsprach dem Aktenplan der Forstdirektion.

Wegen seiner umfassenden Anwendung ist die Klassifikation von 1855 auch für dieses Findbuch beibehalten worden. Die Signatur bestand aus Tit., Sect., Litt., Nr.. Sie ist für einen abgeschlossenen Aktenbestand zu umständlich und wurde daher hier fallengelassen. Die ersten beiden Bestandteile der Signatur sind den Überschriften in Klammern hinzugefügt worden. Sie haben für die jetzige Signatur keine Bedeutung, dienen lediglich der Ermittlung alter Registraturzusammenhänge. Die nach dem Feyeschen Aktenplan vorgesehene Aufteilung der Akten in Generalia und Spezialia ist in der Registratur des Forstamtes (der Oberförsterei) nicht streng und eindeutig durchgeführt worden.

Ab 1928 erfolgte eine Neuordnung der Registratur nach der Vorschrift der Dienstanweisung für die Beamten der preußischen Staatsoberförstereien vom 01.10.1927. Von nun an bestand die Signatur aus römischen und arabischen Zahlen. In den Untergruppen wurden Groß- oder Kleinbuchstaben hinzugesetzt. Teilweise sind allerdings die Akten nicht mit Signaturen versehen worden, obwohl der Aktenordnung dieser Plan von 1927 zugrunde gelegen hat. Soweit Signaturangaben aus dieser Registraturschicht vorhanden waren, kann das aus der Spalte "Alte Signatur" entnommen werden.
Ab 01.01.1953 wurde für die lippischen Forstämter der Einheitsaktenplan des Landesverbands Lippe eingeführt. Die lückenhafte Aktenüberlieferung ist auf Kriegsverluste zurückgeführt worden.


3. Räumliche, zeitliche und sachliche Begrenzung

Das Findbuch umfasst die vom Forstamt Langenholzhausen abgegebenen, bis 1949 (Bildung des Landesverbandes Lippe) abgeschlossenen Akten, soweit sie aufhebenswert sind. Auf die jüngeren Akten, die zum Bestand D 111 A Langenholzhausen zusammengefasst worden sind, ist hier verwiesen worden. Der Verwaltungsgeschichte entsprechend enthält der Bestand auch die Akten der Vorbehörde Oberförsterei Varenholz.
Die Aktenüberlieferung aus der Zeit der Vereinigung des Forstamts Langenholzhausen mit dem Forstamt Brake ab 01.04.1947 bis 1951 ist, soweit sie das Gebiet des Forstamts Langenholzhausen nach dem Gebietsstand von 1951 betrifft, diesem Bestand zugewiesen worden. Der Bestand enthält daher auch Akten des Bezirks der Försterei Bösingfeld von 1947-1951.


4. Bemerkungen zum Ordnungssystem und zur Verzeichnung

Die Klassifikation des Feyeschen Registraturplanes ist für den Bestand L 97 A Langenholzhausen beibehalten worden, weil von 1855-1927 sowohl alle lippischen Oberförstereien als auch die Forstdirektion nach dem Einheitsaktenplan bei geringfügigen Abweichungen gearbeitet haben. Die Akten von 1928-1949 sind in dieses Schema eingegliedert worden, weil die Bildung eines besonderen Bestandes wegen des geringen Umfanges unzweckmäßig war. Die Zuordnung der Akten der Registraturschicht bis 1928 entspricht daher der alten Signierung. Die Signaturen der Registraturschicht von 1928-1949 sind in der Spalte "Alte Signatur" ersichtlich, soweit sie auf den Akten vermerkt waren.

Der vorliegende Bestand ist von Frau Kuhlmann verzeichnet und von dem Unterzeichneten überarbeitet und in der angegebenen Weise klassifiziert worden. Nicht aufhebenswerte Akten sind zur Vernichtung ausgesondert worden.

Der vorliegende Bestand umfasst die Zugänge 135/1953, 27/1954 (soweit nicht Forstamt Brake), 80/1969. Die abgegebenen Karten sind als Zugang 65/1969 und 14/1977 in den Bestand D 73 übernommen worden.

Die Signatur lautet: L 97 A Langenholzhausen Nr.


Detmold, 14.03.1977
gez. Stöwer


Im Zuge der Digitalisierung der Findmittel wurde das maschinenschriftliche Findbuch aus dem Jahr 1980 in V.E.R.A. abgeschrieben. Hinweise auf Akten im Bestand D 111 A Langenholzhausen wurden nicht mit abgeschrieben (gez. Schwinger).

Detmold, im Juli 2009
gez. Marion Sandbothe