Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.2. Regierungsbezirk Minden (1816-1947), Regierungsbezirk Detmold (seit 1947)
1.2.2. Justiz
1.2.2.2. Land- und Stadtgerichte (Kreisgerichte)
M 9 Brakel Land- und Stadtgericht Brakel
Permalink des Findbuchs


Signatur : M 9 Brakel

Name : Land- und Stadtgericht Brakel

Beschreibung :
Nachdem in Preußen schon in der Reformzeit die Rechtspflege von der allgemeinen Staatsverwaltung getrennt sowie Oberlandesgerichte und Land- und Stadtgerichte eingerichtet worden waren, wurde diese Justizverfassung nach 1813 auf die wieder- oder neugewonnenen Gebiete in Westfalen übertragen. Nach der endgültigen Besitzergreifung Westfalens durch Preußen 1815 wurde die Gerichtsorganisation bis 1817 abgeschlossen. Grundlage bildete das Patent vom 9. September 1814 (Pr. Ges. S. S. 89). Dabei erhielt die Kreisstadt Brakel ein eigenes Land- und Stadtgericht, das dem Oberlandesgericht in Paderborn unterstellt war. Besetzt war das Gericht anfänglich nur mit einem Richter und einem Assessor. Gerichtstage fanden außerdem in Driburg statt.

1837 gehörten zum Gerichtsbezirk die Städte Brakel und Driburg, die Flecken Dringenberg und Gehrden sowie 34 Dorfschaften. Besetzt war das Gericht zu diesem Zeitpunkt mit einem Direktor, zwei Richtern, sechs Subalternen und drei Unterbeamten sowie 2 Hilfsarbeitern.

1849 wurde im Rahmen der Änderungen der Gerichtsverfassung in Brakel eine Kreisgerichtsdeputation und ab dem 1. Juli 1851 eine Kreisgerichtskommission eingerichtet, die dem Kreisgericht in Höxter unterstand. Auf Grund des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1877 erhielt Brakel 1879 ein eigenes Amtsgericht.

In diesem Bestand befindet sich nur die Überlieferung des Land- und Stadtgerichts Brakel bis 1849, für die Überlieferung der Kreisgerichtsdeputation bzw. -kommission ist der Bestand M 9 Höxter heranzuziehen.

Es ist zu zitieren: M 9 Brakel Nr. .....


Detmold, April 2007

Lüking (unter Verwendung von Teilen des Vorworts von Dr. Sagebiel aus dem Jahr 1971)