Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.2. Regierungsbezirk Minden (1816-1947), Regierungsbezirk Detmold (seit 1947)
1.2.2. Justiz
1.2.2.2. Land- und Stadtgerichte (Kreisgerichte)
Land- und Stadtgericht Büren
M 9 Büren Land- und Stadtgericht Büren
Permalink des Findbuchs


Signatur : M 9 Büren

Name : Land- und Stadtgericht Büren

Beschreibung :
Auf Grund des Patents vom 8. September 1814 wurde auch in Büren bei der Neuorganisation des Gerichtswesens nach der Wiedererwerbung des Fürstentums Paderborn durch Preußen ein Land- und Stadtgericht eingerichtet, das den größten Teil des Kreises Büren umfaßte, nur eingeschränkt durch das Patrimonialgericht in Fürstenberg und die dem Land- und Stadtgericht Paderborn unterstellte Gerichtskommission in Salzkotten. Das Gericht in Büren war mit einem Direktor und 3 Richtern besetzt und gehörte somit nicht zu den größten Land- und Stadtgerichten im Sprengel des Oberlandesgerichts Paderborn.

1837 gehörten zum Gerichtsbezirk die Flecken Büren und Wünnenberg sowie 33 Dorfschaften. Gerichtstage wurden in Wünnenberg und Atteln abgehalten. Besetzt war das Gericht mit einem Direktor, zwei Richtern, fünf Subalternen und vier Unterbeamten sowie vier Hilfsarbeitern.

Im Gefolge der oktroyierten Verfassung vom 5. Dezember 1848 wurde durch Verordnung vom 3. Januar 1849 das Land- und Stadtgericht Büren aufgelöst. An seine Stelle trat die Kreisgerichtsdeputation Büren, die dem Kreisgericht in Paderborn unterstellt war. Durch Reskript des preußischen Justizministers vom 12. Juni 1851 wurde die bisherige kollegialische Deputation zu Büren zum 1. Oktober 1851 aufgelöst und durch zwei Gerichtskommissionen ersetzt (Amtsblatt der Regierung zu Minden, Stück 27, 4. Juli 1851). Der Zuständigkeitsbereich der Gerichtskommissionen in Büren erstreckte sich über folgende Gemeinden: Stadt Büren, Keddinghausen, Steinhausen, Eickhoff, Siddinghausen, Weine, Barkhausen, Weiberg, Harth sowie Brenken, Ahden, Hegensdorf, Wewelsburg, Haaren und die bisher zur Gerichtskommission Fürstenberg gehörenden Gemeinden Wünnenberg und Leiberg. Verbunden war mit dieser Neuorganisation eine weitere Stelleneinsparung. Die Gerichtskommissionen in Büren wurden im Rahmen der allgemeinen Reichsjustizreform von 1877 mit Wirkung vom 1. Oktober 1879 aufgelöst und in ein Amtsgericht umgewandelt.

Die Akten des Land- und Stadtgerichts Büren, der Gerichtsdeputation bzw. -kommission wurden erst sehr spät als archivwürdig angesehen, so daß Verluste eingetreten sind. Nur wenige Akten gelangten an das früher zuständige Staatsarchiv Münster. Dieser geringfügige Bestand wurde, nach dem er an das jetzt zuständige Staatsarchiv Detmold abgegeben worden war, mit der hierher im Jahre 1969 gelangten größeren Abgabe des Amtsgerichts Büren (Zugang 76/69) zu einem Bestand vereinigt.

Inzwischen beinhaltet dieser Bestand nur noch die Unterlagen des Land- und Stadtgerichts Büren bis 1849. Für die Unterlagen der Kreisgerichtsdeputation bzw. -kommission ist der Bestand M 9 Paderborn heranzuziehen. Da sich nicht nur Akten der Freiwilligen Gerichtsbarkeit sondern auch Urteilssammlungen und Zivilprozeßakten seit 1818 erhalten haben und auch die Generalakten einen ausreichenden Überblick bieten, kann die Überlieferung des preußischen Gerichts des 19. Jahrhunderts in Büren als eine der vollständigsten angesehen werden.

Es ist zu zitieren: M 9 Büren Nr. ....

Detmold, April 2007

Lüking (unter Verwendung von Teilen des Vorworts von Dr. Sagebiel aus dem Jahr 1971)



Literatur :
Heinrich Rempe, Paderborner Gerichtswesen und Juristen im 19. Jahrhundert, 1970

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