Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung
1.1.2.2.1. Zentrale Verwaltung
Lippische Regierungsprotokolle
L 12 - L 14 Regierungsprotokolle
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 12 - L 14

Name : Regierungsprotokolle

Beschreibung :
Das wichtigste Amt im Verwaltungsaufbau des Lippes war in der Frühen Neuzeit die Kanzlei, die "Regierung" des Landes und zugleich das erste Obergericht. Ursprünglich einmal, ab 1695 zweimal wöchentlich tagte die Regierungskonferenz als höchstes Organ der Landesverwaltung (Heidemann, S. 42). An den Sitzungen nahmen neben dem Kanzleidirektor und einem oder zwei Kanzleiräten der Landdrost und vielfach auch der Hofmeister und der Hofrichter teil; die Schreibarbeit erledigte ein Kanzleisekretär. War der Landesherr selbst anwesend, führte er den Vorsitz; sonst verlangte er ausführliche Berichterstattung. Über die Stimmabgaben und den Beschluss ("Schluss") wurde ein Protokoll aufgesetzt.

Ende des 17. Jh. wurde der nach altem Gewohnheitsrecht immer aus dem Landadel gewählte Landdrost, der in Abwesenheit des Landesherrn den Vorsitz führte, durch einen Geheimen Rats-Präsidenten ersetzt, eine bedeutende Schwächung des ständischen Einflusses.

Die Zuständigkeit dieses Ratskollegiums erstreckte sich auf alle Bereiche der Landespolitik. Es war die die oberste Behörde für die gesamte innere Verwaltung, beaufsichtigte das Finanzwesen und entschied über die Fragen der auswärtigen Politik (Heidemann).

Bei der vorliegenden Beständegruppe handelt es sich um zwei Protokollserien:
- L 12/13 Nr. 1 - 92 = Regierungsprotokolle 1536-1820 und Regierungsproduktenbücher in Militärsachen 1814-1822
- L 14 Nr. 1 - 22 = Regierungsprotokolle/Protokollauszüge 1747-1782

Die Protokollbände wandeln sich im Verlauf des 18. Jh. zu Geschäftstagebüchern; ab 1773 wird gedrucktes Formularpapier verwendet. Die Bestände wurden 1768-1798 durch den lippischen Archivrat Knoch zusammengestellt, ausführlich verzeichnet und mit Indices versehen. Später erfolgten Nachträge. Bis heute werden diese Repertorien im Archiv als Findmittel benutzt.


Im April 2009
gez. Arno Schwinger



Literatur :
Joachim Heidemann, Die Grafschaft Lippe zur Zeit des beginnenden Absolutismus (1652-1697). Verfassung - Verwaltung - Auswärtige Beziehungen, in: Lippische Mitteilungen 30 (1961), S. 15-76.