Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.2. Regierungsbezirk Minden (1816-1947), Regierungsbezirk Detmold (seit 1947)
1.2.1. Verwaltung
1.2.1.2. Bezirksregierung Detmold
Bezirksregierung Detmold
D 1 Bd. 23.2 Bezirksregierung Detmold, Dez. 52: Gewerbliche Wirtschaft
Permalink des Findbuchs


Signatur : D 1 Bd. 23.2

Name : Bezirksregierung Detmold, Dez. 52: Gewerbliche Wirtschaft

Beschreibung :

Das vorliegende Findbuch verzeichnet 40 Akten des Zugangs 74/1987 des Dezernats 52 (ab 1957, vorher WA II/1,2) "Gewerbliche Wirtschaft". Inhaltlich befassen sich die Akten mit der Entwicklung im Fremdenverkehr im Zeitraum 1948 bis 1976.

Im Vergleich der Geschäftsverteilungspläne des Regierungspräsidenten Detmold 1955 bis 1981 ergeben sich für das Dezernat 52 im Bereich der Wirtschaftsangelegenheiten starke Veränderungen, insbesondere was die regionale Wirtschaftsförderung anbelangt. Die Veränderungen in den Bereichen Preisüberwachung und Handwerk, Handel und Gewerbe sind geringfügiger und im Zusammenhang mit den hier verzeichneten Akten auch weniger von Interesse.

Generell lässt sich sagen, dass sich nach dem Zweiten Weltkrieg detaillierte Zuständigkeitsbereiche in Wirtschaftsangelegenheiten erst nach und nach entwickelten. Mit dem Aufstellen eines Regionalförderungsprogramms der Bundesregierung im November 1969 kristallisierte sich zunehmend der Aufgabenbereich der regionalen Wirtschaftsförderung heraus. Der Fremdenverkehr kam nach dem Zweiten Weltkrieg erst sehr schleppend wieder in Gang. In dieser Zeit ist das Dezernat WA II/2 u. a. nur ganz allgemein mit Wirtschaftsbeobachtung und Wirtschaftsförderung betraut. 1948 wurde der "Verkehrs- und Gebirgsverein Teutoburger Wald" und 1949 der Verkehrsverband für das Erholungsgebiet Ostwestfalen-Lippe gegründet, die sich beide für einen Aufschwung im Fremdenverkehr einsetzten.

Dieser erfolgte auch, zunächst durch die altbekannten Heilbäder (die bis 1950 noch durch die Besatzung der allierten Streitmächte bis zu 90 % ihrer Kapazität nicht nutzen konnten). Im Geschäftsverteilungsplan von 1962 erscheint dann auch (allerdings in einer Fußnote) die Zuständigkeit für ein Kreditprogramm im Fremdenverkehr, 1968 ist dem Staatsbad Oeynhausen ein besonderer Punkt gewidmet.

Weiterhin erste Anziehungspunkte für Urlauber waren nach dem Krieg die traditionellen Ausflugsziele wie zum Beispiel das Hermannsdenkmal, das 1950 sein 75jähriges Jubiläum hatte, die Porta-Westfalica, usw..

Zwischen April 1949 und März 1950 verzeichnete man in Ostwestfalen-Lippe bereits wieder 1,3 Millionen Übernachtungen.

In der Folgezeit wurden auch die Städte durch umfangreiche Sanierungen für die Besucher wieder attraktiver.

Eine gezielte regionale Wirtschaftsförderung gewann erst mit dem Regionalförderungsprogramm der Bundesregierung von 1969 an Bedeutung. Wie die hier verzeichneten Akten aufweisen, bemühte man sich nun um die Förderung und Erschließung strukturschwacher Gebiete u. a. für den Fremdenverkehr. Dabei gewann die Schaffung neuer Erholungsgebiete und das Programm "Ferien auf dem Lande" besondere Bedeutung.

Weiteres Material zu diesem Thema findet sich in den Akten von Dezernat 51 "Landschaft und Fischerei" und Dezernat 53 "Verkehr".

(Annette Hennigs)

Die Verzeichnung des oben genannten Bestandes erfolgte im Februar 1988 durch die Praktikantin Annette Hennigs, die auch die Vorbemerkung verfasste, und Olaf Breder.

Es ist zu zitieren: D 1 Nr. ...

Detmold im Juli 1988

gez. Schwinger

(Schwinger)


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