Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.2. Regierungsbezirk Minden (1816-1947), Regierungsbezirk Detmold (seit 1947)
1.2.1. Verwaltung
1.2.1.9. Agrarordnung, Forstverwaltung
1.2.1.9.2. Forstverwaltung
Forstamt Bielefeld
D 6 B Büren Forstamt Büren
Permalink des Findbuchs


Signatur : D 6 B Büren

Name : Forstamt Büren

Beschreibung :

Geschichte des Forstamts Büren und des Haus Bürenschen Fonds

Das Stiftsforstamt Büren ist Teil des Haus Bürenschen Fonds, der Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen ist und unter Aufsicht des Kultusministers des Landes von der Bezirksregierung Detmold verwaltet wird.

In seinem Testament vom 21. April 1640 vermachte Edelherr Moritz von Büren, der seit 1629 Präsident des Reichskammergerichts in Speyer war und 1644 selbst dem Jesuitenorden beitrat, dem Orden einen großen Teil seiner Besitzungen. Zum Nachlass gehörte die Herrschaft Büren, umfassend Burg und Stadt Büren, die adligen Häuser Ringelstein und Volbrexen, die Höfe Keddinghausen und Eickhoff sowie die Dörfer Hegensdorf, Siddinghausen, Weine, Weiberg, Barkhausen, Harth und Steinhausen.

Nach dem Tode des Moritz von Büren 1661 übernahm der Jesuitenorden das Erbe, erwarb mit der Zeit noch den Rest des Bürenschen Erbes und gründete dem Testament des Nachlassgebers gemäß in Büren ein Kollegium zur Ausbildung des Nachwuchses. Von 1717 bis 1732 wurde ein Kollegiengebäude und von 1754 bis 1770 eine Kirche des Ordens errichtet. Nach der Aufhebung des Ordens 1774 durch Papst Clemens XIV. kam das Bürensche Erbe des Jesuitenordens unter die Verwaltung einer vom Hochstift Paderborn eingesetzten sogenannten Exjesuitenkommission und am 5. April 1804 unter die preußische Kriegs- und Domänenkammer zu Münster. Die erste preußische Zeit bis 1807 beließ jedoch dem Bischof von Paderborn und der Exjesuitenkommission die Verfügung über und die Verwaltung des Bürenschen Erbes. Unter dem Königreich Westphalen übernahm dann das Generaldirektorium der geistlichen Güterverwaltung 1808 die Verwaltung. Am 29. Januar 1811 wurde das Bürensche Erbe schließlich Teil der Krondomäne. Die preußische Herrschaft übernahm nach den Befreiungskriegen diese Regelung, doch bestimmte die Kabinettsorder Friedrich Wilhelms III. vom 30. November 1823, dass die Domänengefälle des Haus Bürenschen Fonds je zur Hälfte für das neu zu errichtende katholische Lehrerseminar zu Büren und für das Gymnasium und die Theologenfakultät zu Paderborn zu verwenden sei. Diese Verwendung für kirchliche und kulturelle Zwecke ist bis heute gültig. Die Verwaltung des Hauses Bürenschen Fonds führte zunächst die Regierung Minden und ab 1947 die Bezirksregierung Detmold.

Die Waldungen des Fonds umfassen nur einen Teil der gesamten Ländereien, der bei der Säkularisation aus etwa 15000 Morgen Ackerland sowie einer großen Anzahl gutsherrlicher und patrimonialer Einkünfte bestand. Die Waldungen umfassen heute 2820 Hektar Holzfläche. Dazu gehören auch die 1953 vom Stift Geseke erworbenen Forstorte Ochsenholz und Prövenholz in der Gemarkung Geseke (Regierungsbezirk Arnsberg).

Der Sitz des preußischen Oberförsters befand sich bis zur Dienstübernahme des neuen Oberförsters Eckhardt im Jahr 1841 in Harth und danach in Büren (daher auch die Vorprovenienz ”Oberförsterei Harth“). Die Bezeichnung des Forstamts war bis 1819 ”Oberförsterei Büren“ (siehe D 6 B Büren Nr. 10). Die Oberförsterei bestand bis 1896 aus den Schutzbezirken Hegensdorf, Steinhausen, Siddinghausen und Ringelstein. 1896 kam dann noch die Försterstelle Harth hinzu, die aus Teilen des Schutzbezirkes Ringelstein gebildet wurde. 1928 wurde die Försterei Hegensdorf in ”Molmsche“ umbenannt. Im Jahr 1947 umfasste das Forstamt Büren eine Forstmeisterstelle, eine Forstassistentenstelle, Revierförsterstellen in Molmsche, Ringelstein, Harth, Siddinghausen, Steinhausen und i. G., eine Forstaufseherstelle in Hegensdorf und eine Angestelltenstelle (siehe D 6 B Minden Nr. 305).

Die Fläche des Stiftsforstamtes verteilt sich weitestgehend auf den ehemaligen Landkreis Büren. 1842 bis 1856 verlor das Forstamt durch Berechtigungs- und Servitutenablösungen 131 Hektar und 1935 bis 1940 durch den Bau der Munitionsanstalt Ringelstein 130 Hektar, welche jedoch zum größten Teile als unbebaute Fläche 1948 zurückgegeben wurden. Vom Stiftsforstamt Geseke wurden 1953 201 Hektar Wald erworben.

Die Leiter der Oberförsterei waren:

Schüth (bis 1841)

Eckhardt (1841 bis 1872)

Bergmann (1872 bis 1889)

Knecht (1889 bis 1899)

Loerkroks (1899 bis 1923)

von Drussel (1923 folgende)

Von 1972-1995 firmierte das Forstamt als Staatliches FA Büren. Nachfolgebehörden waren/sind das Staatl. Forstamt Paderborn bis 2006 und seit 2007 das Regionalforstamt Hochstift.

Bestands- und Registraturgeschichte

Die verzeichneten Akten des Stiftsforstamtes Büren wurden überwiegend als Zugang 51/1968 vom Forstamt übernommen. Die Akten befanden waren dort teilweise in einem Aktenzimmer und teilweise auf dem Aktenboden gelagert. Die Laufzeit dieser Akten beginnt 1819 und endet bis auf einzelne Nachträge in einigen Bänden überwiegend 1923, da das Forstamt 1924 eine neue Registratur einrichtete. Nach Auskunft des Forstamtes ist 1937 ein Teil der bis 1924 entstandenen Akten vernichtet worden. Der Aufenthalt von Besatzungstruppen im Forstamt 1945 hat ebenfalls einige Lücken im Aktenbestand hinterlassen. Weitere Akten des Forstamtes sind mit dem Zugang 71/2007 ins Archiv gelangt. Es handelt sich um die Unterlagen D 6 B Büren Nr. 144 ff.

Im Aktenbestand lassen sich dabei zwei Registraturschichten unterscheiden:1. Registraturschicht:Die Ordnung nach dem erhaltenen Registraturplan von 1841 (siehe D 6 B Büren Nr.11) galt vermutlich von 1819 bis 1874. Diese Registraturschicht wurde als Vorakten in die neue Registratur von 1874 eingearbeitet. Unter D 79 Nr. 220 befindet sich im Archiv ein Repertorium reponierter Akten der Oberförsterei Harth beziehungsweise Büren, dessen Aufbau mit der Registratur von 1841 übereinstimmt. Es handelt sich dabei wohl um die 1841 abgeschlossene Registratur bei der Übersiedlung der Oberförsterei von Harth nach Büren (siehe auch D 6 B Büren Nr. 11). Akten zu diesem Repertorium sind nicht erhalten.

2. Registraturschicht:

Ablagevermerke auf den einzelnen Schriftstücken in den Bänden ab 1874 weisen auf die Einführung einer neuen Registratur hin. Ein Plan für die Registratur von 1874 bis 1923 hat sich jedoch nicht erhalten.

Es ist nach der Bestellnummer zu zitieren: D 6 B Büren Nr. ...


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