Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.5. Wirtschafts-, Kataster- und Bauverwaltung
1.1.2.5.1. Wirtschaft und Finanzen
Domanialrentei Lipperode
L 97 C Domanialrentei Lipperode
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 97 C

Name : Domanialrentei Lipperode

Beschreibung :
Einleitung:

Am 24. Juni 1868 kommt es auch in Lippe zur Trennung von Staats- und Domanialhaushalt (Landesverordnungen Bd. 15, S. 63). Die Verteilung der Einkünfte und Lasten aus den Domanialgefällen an die Kammerkasse und die Landkasse fällt der Rentkammer zu. Infolgedessen setzt sich für die Verwaltung des Domanialbesitzes in den einzelnen Ämtern um 1872 der Begriff Rentei durch. Die Verwaltung auf dieser untersten Ebene übernehmen als Rendanten die Amtsassessoren (§ 10 des Domanialvertrages von 1864).

Das Gerichtsverfassungsgesetz vom 23. Juli 1879 mit Wirkung vom 1. Oktober 1879 (LV Bd. 17, S. 717), das Justiz und Verwaltung auf der untersten Verwaltungsebene (bei den Ämtern) trennt, leitet eine Verwaltungsreform ein. Analog zu der Zusammenfassung der bisher bestehenden 12 Ämter [richtig: 13] zu 8 Verwaltungsämtern [richtig: 5] verringert sich auch [?] die Zahl der Renteien auf 8.

Das Domanialhebewesen wird aus der bisherigen Amtsverwaltung herausgenommen und ein eigener Beamtenapparat dafür aufgebaut.

Eine Sonderstellung innerhalb dieser Entwicklung nimmt das Gebiet Lipperode-Cappel ein. Das Amtsgebiet hat sich, da lippische Exklave, nicht vergrößern können. Die bisher bestehende Ämterkumulation bleibt aus Gründen der Sparsamkeit in der Verwaltung zum größten Teil erhalten. So verzichtet die Rentkammer hier auf die Ernennung eines eigenen Beamten und bestellt den Amtmann von Lipperode-Cappel zum Hebebeamten für die Domanialgeschäfte. Seit dem 1. Oktober 1879 existiert also auch hier eine eigene Renteiregistratur.

Um 1880 setzt sich allmählich die Bezeichnung Domanialrentei für die Renteien durch. Im Bestand L 97 C Domanialrentei Lipperode taucht sie gegen 1890 regelmäßig auf. Das mag an der Neubesetzung der Stelle des Verwaltungsamtmanns von Lipperode liegen, der hier ja auch gleichzeitig Renteibeamter ist.

Nach dem Umsturz 1918 wird die Domanialfrage neu diskutiert. Die Aufgaben der Renteien sind im Laufe der Zeit weniger geworden. So wird in den 80er Jahren, in der Zeit von 1900 bis etwa 1923 die Ablösung der Domaniallasten von den einzelnen Kolonaten stark gefördert durch die Aufsiedlungspolitik der Regierung und nicht zuletzt durch die Kleinpachtordnung vom 1.8.1919 (LV Bd. 26, S. 1010), die Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen wirtschaftliche Sicherheit bieten soll.

Das Gesetz über die Regelung der Rechtsverhältnisse des Domaniums vom 17. Juli 1919 (LV Bd. 26, S. 975) belässt die Verwaltung des Domaniums noch bei der Rentkammer (§4 des Gesetzes). Die Ausführungsverordnung zu diesem Gesetz vom 22. Juli 1920 (LV Bd. 27, S. 172) jedoch unterstellt das Domanium einer neu gegründeten -staatlichen- Direktion der Domänen und Forsten. Das Domanium ist damit noch immer kein integrierter Bestandteil der Staatsvermögensverwaltung. Das geschieht erst mit dem Gesetz vom 27. August 1924 (LV Bd. 28 S. 697). Von da an gibt es je eine Forst- und eine Domänenabteilung bei der lippischen Regierung. Die Domanialrenteien haben aufgehört zu bestehen.

Der Bestand L 97 C setzt sich aus drei durch die Verwaltungsstruktur der Exklave Lipperode-Cappel bedingten Registraturschichten: Amt, Rentei und Domanialrentei, zusammen.

Die Leernummern sind durch Abgaben an L 108 Amt Lipperode und an L 109 Verwaltungsamt Lipperode-Cappel entstanden.
Zitiert wird Bestandsnummer und Aktennummer.

gez. Langer


Das alte maschinenschriftliche Findbuch wurde im Rahmen eines Digitalsierungsprogramms von Marco Hönerlage aus Detmold in VERA abgeschrieben.

Detmold, im Oktober 2008
gez. Schwinger




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