Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.4. Außerlippische Bestände
Lippische Reichskammergerichtsakten
L 82 Reichskammergericht
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(1) A 196(2) Kläger: Kloster Abdinghof in Paderborn, (Bekl.) (3) Beklagter: Simon Henrich Köller, Bürger in Horn, (Kl.) (4) Prokuratoren (Kl.): Lic. Ferdinand Wilhelm Anton Helffrich 1766 ( Subst.: Lic. Heinrich Josef Brack Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Paul Besserer 1766 ( Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann (5) Prozeßart: Appellationis Streitgegenstand: Hintergrund des Verfahrens ist ein Lehensstreit. Dem Vater des Appellaten, Jobst Heinrich Köller, waren Lehen, die er vom Kloster Abdinghof innehatte (Hof zu Havergo, Zehnt und 3 Höfe zu Wellentrup, Mühle zu Vogelsang und Hof "up dem Grutt") als kaduk vom abdinghofschen Lehensgericht abgesprochen und nacheinander die Söhne seines Bruders Winand, Franz, Peter und Johann Friedrich Köller, damit als Mannlehen belehnt worden. Nach dem Tode des letzteren hatte der Appellat die Lehen als dessen nächster Agnat und Nachkomme des gemeinsamen Großvaters als früheren Lehensnehmers für sich beansprucht, während das Kloster davon ausging, nach dem Lehensentzug sei ein neues Lehensverhältnis nur mit diesem Zweig der Familie begründet worden, aus dem der Appellat keine Rechte ableiten könne. Die RKG-Appellation richtet sich dagegen, daß die Vorinstanz sich für den Fall für zuständig erklärt hatte. Das appellierende Kloster sieht dagegen in 1. Instanz das Lehensgericht des Lehensherren für zuständig an. In diesem Zusammenhang war strittig, ob es sich um ein possessorisches oder petitorisches Verfahren handelte. Der Appellat sieht es als possessorisches, in dem das Gericht, unter dessen Zuständigkeit die strittigen Güter liegen, zuständig sei, und führt für die Zuständigkeit auch die Tatsache an, daß das Kloster selbst von der lipp. Kanzlei eine Manutenenzerklärung erwirkt hatte. Das appellierende Kloster sieht keine Möglichkeit für ein Possessionsverfahren, da die Kanzlei selbst es nach dem Tode des letzten Lehensmannes in der Possession bestätigt habe, während der Appellat nie Besitzer der Lehen gewesen sei. Der Appellat begründet die Zuständigkeit der Vorinstanz auch damit, daß das Lehensgericht ihm die Jurisdiktion verweigert habe. Nach letzten Handlungen von 1768 abschließender Completum-Vermerk vom 12. September 1808. (6) Instanzen: 1. Gräflich lipp. Kanzlei zu Detmold 1764 - 1767 (2. RKG 1766 - 1808 (1764 - 1768) (7) Beweismittel: Acta priora und Rationes decidendi (Bd. 2 = Q 30*). Liste der Vasallen des Klosters Abdinghof (Q 25). Lehensformular des Klosters Abdinghof (Q 26). (8) Beschreibung: 2 Bde., 6,5 cm; Bd. 1: 3,5 cm, 173 Bl., lose; Q 1 - 32, es fehlt Q 28*, 1 Beil.; Bd. 2: 3 cm, 191 Bl., geb.; = Q 30*.


Bestellsignatur : L 82 Nr. 1


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