Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.4. Außerlippische Bestände
Lippische Reichskammergerichtsakten
L 82 Reichskammergericht
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(1) A 448(2) Kläger: Friedrich Hermann Arens zu Großenmarpe (3) Beklagter: Pächterin M. E. Schönlau, Mönchshof, und Konsorten, nämlich als Vormünder von deren Kindern aus 1. Ehe mit Hermann Christoph Arens, Landlieutenant, Hans Hermann Huhe, zu Großenmarpe, und Johann Christian Rischmeyer (Rigemar), auf dem Riechenberg (4) Prokuratoren (Kl.): Lic. Simon Heinrich Gondela 1753 ( Subst.: Lic. Johann Friedrich Wolff Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Paul Besserer 1753 ( Subst.: Lic. Johann Christoph Brand (5) Prozeßart: Citationis ad videndum se restitui adversus lapsum fatalium Streitgegenstand: Hintergrund des formalrechtlichen Verfahrens ist ein Streit um den von Casimir Arens stammenden Krug in Großenmarpe. Dessen Witwe, in 2. Ehe verheiratet mit Cordt Hermann Röher, hatte mit ihrem Stiefsohn Hermann Christoph Arens einen Pachtvertrag über den Krug bis 1756 geschlossen. Nach ihrem Tode hatte Röher die Rechte für die restlichen Pachtjahre an den Kläger Friedrich Hermann Arens unterverpachtet. Dagegen hatte sich die Witwe von Hermann Christoph Arens, inzwischen Witwe des Konrad Schönlau, gewandt und nach dem Tode ihrer Stiefschwiegermutter Ansprüche auf den Krug für sich und ihre Kinder aus der Ehe mit Arens geltend gemacht. In dieses Verfahren, das sie gegen Röher angestrengt hatte, war der Kläger als 3. Partei zur Wahrung seiner Interessen nicht nur als Unterpächter, sondern vor allem als weiterer Erbe eingetreten. Er hatte gegen ein Urteil der lipp. Kanzlei, die im Oktober 1752 ein Urteil des Amtes Blomberg bestätigt hatte, appelliert, seinen Angaben nach aber auf Grund einer verspäteten Herausgabe von Protokollen durch die Kanzlei die Frist zur Einleitung des Verfahrens am RKG versäumt und betreibt daher das RKG-Citationsverfahren, um die RKG-Appellation weiter betreiben zu können. Die Beklagten bestreiten die Zulässigkeit einer RKG-Appellation, da der Kläger nicht erst bei der Einleitung des Verfahrens am RKG Fristen versäumt habe, sondern bereits, als er die bei Verkündung eines Urteils an einem Publikationstermin (terminus publicationis) verkürzte Frist, binnen derer die Appellation eingelegt werden müsse, nicht beachtet habe. Beide Parteien argumentieren auch inhaltlich im Hinblick auf ein mögliches Appellationsverfahren. Dem Urteil des RKG, mit dem am 11. Februar 1757 die Beklagten von der Ladung freigesprochen wurden, folgt im Protokoll abschließend ein Completum-Vermerk vom 8. August 1768. (6) Instanzen: RKG 1753 - 1768 (1705 - 1755) (7) Beweismittel: Zeugenverhör vor dem Gericht Blomberg, 1749 (Q 8). Pachtvertrag zwischen Hermann Christoph Arens und seiner Stiefmutter, Anna Louisa Arens, geb. Schnitker, sowie deren künftigem Ehemann Cordt Hermann Röher über den Krug zu Großenmarpe, 1739 (Q 9). Botenlohnschein (Q 12). Erbmeierbrief des Grafen Rudolf zur Lippe für Hermann Arens und dessen Frau Liesabeth Wesemans über den freien Krug zu Großenmarpe, 1705 (Q 18). Vertrag über die Aussteuerung der 6 Kinder 2. Ehe des Casimir Arens, vor der Wiederverheiratung von dessen Witwe, geb. Schnitker, mit Cordt Hermann Röher zu Farmbeck, 1739 (Q 21). (8) Beschreibung: 4 cm, 184 Bl., lose; Q 1 - 26. Lit.: Friedrich Brannolte, Großenmarpe. Eine Dorfgeschichte vom Anfang bis zur Gegenwart, Blomberg 1971, S. 59 - 63.


Bestellsignatur : L 82 Nr. 2


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