Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.4. Außerlippische Bestände
Lippische Reichskammergerichtsakten
L 82 Reichskammergericht
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(1) A 490(2) Kläger: Jost Hermann Albering (3) Beklagter: Anna Ilsabei, Ehefrau des Johann Henrich Coring, und Konsorten, nämlich deren Ehemann Johann Henrich Coring (4) Prokuratoren (Kl.): Lic. Simon Heinrich Gondela 1752 ( Subst.: Dr. Ernst Karl Christian Fischer Prokuratoren (Bekl.): Lic. Caesar Scheurer 1753 ( Subst.: Dr. Johann Hermann Scheurer (5) Prozeßart: Appellationis Streitgegenstand: Streitgegenstand ist der Meierhof Albering zu Aspe, um den sich der Appellant, ältester Sohn des Simon Henrich Albering, mit der Appellatin, seiner Schwester, streitet. Der jüngste und daher ersterbberechtigte Bruder Johann Hermann Adolf schied zum Zeitpunkt des Todes des Vaters auf Grund seiner Jugend als Erbe des verschuldeten Hofes aus. Der Appellant beansprucht ein im Landesrecht begründetes bevorrechtetes Erbrecht aller Söhne vor den Töchtern und daher den Hof für sich, während die Vorinstanz ihn mit Zustimmung des gutsherrlichen Verwalters den Appellaten zugesprochen hatte. Er verweist darauf, beide Elternteile wie der inzwischen verstorbene Gutsherr von dem Busche zu Hünnefeld hätten ihn als Nachfolger bestimmt. Er wirft dem Amtmann des Amtes Schötmar, Küster, Parteilichkeit vor. Er habe zu Unrecht behauptet, er sei ein schlechter Wirtschafter, und ihn zudem mit drohender Werbung unter Druck zu setzen versucht. Er wirft dem Schwager und dessen Vater beleidigendes und drohendes Verhalten der alten Mutter gegenüber vor. Er beschwert sich, mit dem vorinstanzlichen Urteil werde ein Bescheid bestätigt, der ihm erst durch diese Bestätigung bekannt geworden sei. Die Appellaten bestreiten die Rechtmäßigkeit der RKG-Appellation, da die Appellationsfrist vom ersten Bescheid und nicht erst von dessen Bestätigung an laufe und vor Einleitung der Appellation abgelaufen sei. Sie begründen ihren Anspruch damit, der jüngste Bruder als rechtmäßiger Erbe habe ihnen seinen Erbanspruch gegen eine Zahlung von 100 Rtlr. abgetreten. Zudem stehe es nach Landesbrauch dem Gutsherren frei, unter allen Geschwistern den neuen Inhaber des Hofes zu bestimmen. Außerdem habe der Appellant sich selbst als Meier disqualifiziert, indem er wiederholt in fremden Kriegsdienst gegangen sei. Beide Parteien argumentieren auch damit, welche Partei am ehesten in der Lage sei, die auf dem Hof lastenden landes- und gutsherrlichen Schulden zu begleichen. Nach letzten Handlungen 1755 abschließender Completum-Vermerk vom 9. September 1808. (6) Instanzen: 1. Gräflich lipp. Kanzlei zu Detmold 1747 - 1753 ( 2. RKG 1753 - 1808 (1747 - 1754) (7) Beweismittel: Acta priora (Q 16). Notarielle Zeugenvernehmung von Nachbarn, 1752 (Q 8, 11). Botenlohnschein (Q 14). Aufstellungen über die auf dem Hof haftenden Schulden (Q 16 Bl. 10, 22). (8) Beschreibung: 2 Bde., 5 cm; Bd. 1: 3,5 cm, 144 Bl., lose; Q 1 - 15, 17 - 29, 2 Beil.; Bd. 2: 1,5 cm, 87 Bl., geb.; Q 16.


Bestellsignatur : L 82 Nr. 3


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