Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.4. Außerlippische Bestände
Lippische Reichskammergerichtsakten
L 82 Reichskammergericht
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(1) A 493(2) Kläger: Sämtliche Kreditoren des Cordt Albering zu Aspe (3) Beklagter: A(gnes) W(ilhelmine) von Ledebur, Witwe des Zeiger von Ittersum; 1685 die Brüder Adolf Caspar und Robert von Ittersum zu Langenbrück und (Ober)Mühlenburg (Obermühlenborg) (4) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Marx Giesenbier 1681 ( Subst.: Dr. Johann Georg Erhardt Prokuratoren (Bekl.): Dr. Moritz Wilhelm von Gülchen 1681 ( Subst.: Dr. Georg Friedrich Müeg ( Lic. Konrad Franz Steinhausen 1685 ( Subst.: Lic. Johann Adam Roleman (5) Prozeßart: Citationis ad videndum se restitui adversus lapsum fatalium Streitgegenstand: Die Kläger hatten gegen ein Urteil des lipp. Hofgerichtes appelliert, das auf Rat auswärtiger Rechtsgelehrter entschieden hatte, Albering müsse seinen Hof an die Witwe von Ittersum herausgeben und den Gläubigern zu diesem Zweck Herausgabe der Stücke, die sie aus dem Hof pfandweise innehatten, auferlegt. Sie erklären, Fristen bei der Einleitung des RKG-Verfahrens auf Grund einer in der Grafschaft Lippe grassierenden Seuche versäumt zu haben, und beantragen, da diese Umstände nicht von ihnen zu verantworten seien, Restitutio in integrum. Die Beklagte bestreitet die Zulässigkeit der Restitution, da ihr die Ladung nicht frist- und formgerecht zugestellt worden sei. Insbesondere moniert sie, daß diese nur ihrem Anwalt zugestellt worden sei, dessen Bevollmächtigung mit erfolgtem Endurteil im Hofgerichtsverfahren automatisch erloschen sei, so daß die Ladung ihr persönlich hätte zugestellt werden müssen, auch wenn sie sich überwiegend in Holland aufhalte. Sie bezweifelt zudem, daß das geringe Ausmaß der Fieberwelle die Fristversäumnis legitimieren könne. Außerdem sei eine RKG-Appellation nicht zulässig, da mit den von jedem einzelnen Gläubiger zu fordernden Summen in keinem Einzelfall die Appellationssumme erreicht werde. Da die Belastungen des Hofes zudem ohne gutsherrlichen Konsens erfolgt seien, seien sie in sich nichtig, verlören aber in jedem Fall in dem Moment ihre Relevanz, in dem der Verpfänder seine Ansprüche an den Hof verliere. Dem RKG-Urteil vom 26. März 1686, mit dem das Restitutionsgesuch abgelehnt wurde, folgt im Protokoll abschließend ein Completum-Vermerk vom 7. Juni 1686. (6) Instanzen: RKG 1681 - 1686 (1681 - 1703) (7) Beweismittel: Vollmacht der Kläger mit den Namen von 22 Gläubigern (Q 2). Bescheinigung des Vogtes des Amtes Schötmar über die fortdauernde Krankheit von insgesamt 11 einzeln benannten in Vogtei oder Stadt Salzuflen wohnenden Gläubigern (Q 7). (8) Beschreibung: 2 cm, 55 Bl., lose; Q 1 - 9, 11 undatierte Beil. (= auf RKG-Promotoriales von 1702 eingesandter Bericht des lipp. Hofgerichtes zum Verfahren Alberingsche Kinder ./. von Ledebur und Pächter Dust von September 1703 mit Beil.).


Bestellsignatur : L 82 Nr. 6


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