Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.4. Außerlippische Bestände
Lippische Reichskammergerichtsakten
L 82 Reichskammergericht
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(1) V 75(2) Kläger: Einwohner des Fleckens Varenholz, (Bekl.) (3) Beklagter: Schultheiß, Gericht und Gemeinden der Dorfschaften Langenholzhausen, Stemmen und Tevenhausen, (Kl.) (4) Prokuratoren (Kl.): Dr. Gerhard Ebersheim 1619 Prokuratoren (Bekl.): Kremer (1619) (5) Prozeßart: Appellationis Streitgegenstand: Streit um Mast- und Holznutzungsrechte im Stöckerberg, Bramberg, Wirksberg, Pferdebruch. Die Vorinstanz hatte diese unter Ausschluß der Appellanten allein den Appellaten zugesprochen. Die Appellanten erklären dagegen, die Holzungen seien vor über 100 Jahren im Besitz des Kloster Möllenbeck gewesen, dem Graf Bernhard zur Lippe 1493 einen Freibrief gegeben habe, daß darin mit Ausnahme der Varenholzer keine lipp. Untertanen ohne Zustimmung des Klosters Hude- und Holzrechte haben sollten. Für dieses Recht gäben sie dem Kloster noch heute das damals vereinbarte Pfund Wachs jährlich. Die Holzungen habe dann die Familie de Wendt an sich gebracht. Nachdem die Familie mit Simon de Wendt ausgestorben sei, habe dessen Mutter, Margarete von Saldern, die Holzungen mit dem halben Haus Varenholz an den Inhaber der anderen Hälfte, Graf Bernhard zur Lippe, verkauft. Sie betonen, daß diese Besitzübergänge ihren Rechten nicht nachteilig sein könnten. Sie betonen ferner, daß auch der Vertrag, durch den den Appellaten die Holz- und Mastrechte 1587 vom Grafen zur Lippe verliehen worden seien, und in dem sie nicht genannt seien, woraus die Appellaten geschlossen hätten, daß sie keine entsprechenden Rechte hätten, sie, die zu dessen Abschluß nicht geladen und nicht gehört worden wären, nicht binden und ihre Rechte nicht beeinträchtigen könnten. Sie betonen, mit dem Freibrief von 1493 das weitaus ältere Recht zu haben, an das, da es aus einem Freibrief ihres Vorfahren herrühre, auch die späteren und der jetzt regierende Graf zur Lippe gebunden seien. Attentatsvorwurf dagegen, daß ihnen trotz eingelegter RKG-Appellation Schweine abgepfändet worden seien, während sie fortdauernde Ausübung des Rechtes bis zur RKG-Entscheidung verlangen. (6) Instanzen: 1. Lipp. Hofgericht 1616 - 1619 ( 2. RKG 1619 - 1620 (1615 - 1621) (7) Beweismittel: Namen von Appellaten, 1619 (in Q 1). Zeugenverhöre, 1616, 1617 (Bd. 2, 3). (8) Beschreibung: 2 Bde., 17,5 cm; Bd. 1: 1,5 cm, 26 Bl., lose; Q 1 - 5*, 6 Beil., davon 1 = Q 5*, 5 prod. zwischen 16. März 1620 und 8. März 1621; Bd. 2: 5 cm, 210 Bl., geb.; unquadranguliert und undatiert, archivseits abgetrennter 1. Teil der Acta priora; Bd. 3: 11 cm, Bl. 211 - 738, geb.; unquadranguliert und undatiert, archivseits abgetrennter 2. Teil der Acta priora.


Bestellsignatur : L 82 Nr. 773
Altsignatur : L 82 Nr. 895, 896


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