Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.4. Außerlippische Bestände
Lippische Reichskammergerichtsakten
L 82 Reichskammergericht
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(1) H 2553(2) Kläger: von Heiderstädt, ehem. lipp. Oberstallmeister, (3) Beklagter: Die Vormünder der Kinder des Majors Gottschalk Johann Tilhen; auf Grund des Attentatsmandates erscheint die lipp. Kanzlei (4) Prokuratoren (Kl.): Dr. Goy 1725 Prokuratoren (Bekl.): für die lipp. Kanzlei: Dr. Johann Friedrich Hofmann [1719] 1725 ( Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann (5) Prozeßart: Appellationis et mandati Streitgegenstand: Es liegt lediglich die Reaktion der auf Appellationsprozeß und Attentatsmandat hin den Sachverhalt schildernden lipp. Kanzlei vor. Demnach waren Streitgegenstand die Abgaben vom Körners Hof in Stadenhausen, der mit dem Stadenhausener Zehnt Wolfenbütteler Lehen der Familie von Schwartz zu Braunenbruch war. Deren letzter Vertreter hatte den halben Zehnten mit lehensherrlichem Konsens an Tilhen verkauft und ihn im jährlichen Wechsel mit ihm genutzt. Nach von Schwartzens Tod hatte von Heiderstädt 1717 das Lehen bekommen und zunächst nur die Pacht des Körners Hofes und, als er, da Tilhen nachweisen konnte, auch diese wie den Zehnt alle 2 Jahre bekommen zu haben, nicht zugesprochen bekommen hatte, mit der Begründung, der Körners Hof insgesamt sei ein eigenes Besitzrecht, das auch nicht Bestandteil des Stadenhausener Zehnten sei, alle Abgaben beansprucht. Gestützt auf eine Deklaration der Wolfenbütteler Lehenskammer hatte die lipp. Kanzlei von Heiderstädt die Kornpacht zugesprochen, den halben Zehnt vom Hof aber Tilhens Erben vorbehalten. Die Kanzlei erklärt, noch ehe ihr die RKG-Appellation von Heiderstädts gegen diesen Spruch bekannt geworden sei, ein Verbotsmandat gegen von Heiderstädt, in diesem, dem Rhythmus nach Tilhen zustehenden Jahr, den Zehnt von dem Hof zu heben, verhängt zu haben. Das Attentatsmandat war offenbar dagegen gerichtet, daß, als von Heiderstädt dessen ungeachtet - nach eingeleitetem RKG-Verfahren - den Zehnt an sich genommen hatte, die Kanzlei ihm diesen wieder hatte abnehmen lassen. Der appellantische Prokurator teilte bis 1725 mit, er habe die zur Reproduktion des Verfahrens benötigte Vollmacht noch nicht erhalten. Danach abschließender Completum-Vermerk vom 12. September 1741. (6) Instanzen: 1. Lipp. Kanzlei zu Detmold ( 2. RKG 1725 - 1741 (1704 - 1725) (7) Beweismittel: Pachtvertrag über den Stadenhausener Zehnten zwischen Major Tilhen und den (meisten) Stadenhausener Zehntpflichtigen, 1704 (in Q 3 Bl. 13 - 14). (8) Beschreibung: 19 Bl., lose; Q 1 - 3.


Bestellsignatur : L 82 Nr. 283
Altsignatur : L 82 Nr. 311


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