Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.4. Außerlippische Bestände
Lippische Reichskammergerichtsakten
L 82 Reichskammergericht
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(1) H 2929(2) Kläger: Berend Hellweg, Heidenoldendorf, (Bekl.) (3) Beklagter: Cordt Brackvogel, Heidenoldendorf, (Kl.) (4) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Georg Erhard 1699 ( Subst.: Dr. Johann Paul Fuchs Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Ulrich von Gülchen 1699 ( Subst.: Dr. Johann Philipp Pulian (5) Prozeßart: Appellationis Streitgegenstand: Streit um eine Fahrwegsgerechtigkeit über Land des Appellaten zum Erreichen von 2 "Brackfeldern" des Appellanten. Der Appellant erklärt, vor rund 30 Jahren sei es bereits einmal zum Streit um die Weggerechtigkeit gekommen. Damals hätte außer ihm auch der Vorfahr des Appellaten die Bestätigung der Weggerechtigkeit betrieben. Erst nachdem er vor 20 Jahren das strittige Land im Tausch bekommen hätte und im vorigen Jahr einen Streifen Grasland, über den der Weg größtenteils ging, zu seinem Acker gezogen habe, habe der Appellant die Weggerechtigkeit bestritten. In einer Untersuchung vor dem Landgogreven, bei der 80jährige Männer als Zeugen gehört worden seien, sei sein Fahrrecht bestätigt worden. Im Verfahren vor der Kanzlei, das der Appellat daraufhin in ordinarium eingeleitet habe, seien jüngere Zeugen verhört worden, von denen einige die Abgabe einiger Getreidegarben an den Appellaten, wenn Schäden entstanden seien, bezeugt hätten. Dies habe die Kanzlei als Entschädigungsleistung gewertet, zumal er seine Felder auch über einen anderen, wenn auch wesentlich weiteren Weg erreichen könne und entschieden, bei geschlossenen Zeiten (Hauptwachstums- und Reifungszeit des Getreides) stehe dem Appellanten kein Durchfahrtrecht zu, es sei denn, er einige sich mit dem Appellaten auf eine Anerkennungsgebühr, die zu akzeptieren dem Appellaten zugunsten guter Nachbarschaft auferlegt wurde. Der Appellant bemängelt, daß der Spruch erging, nachdem er einen Antrag auf Beeidigung des Appellaten und anschließende Aktenversendung gestellt hatte und während laufender Güteverhandlungen. Der Appellat betont, es gehe bei dem Streit nur um die Nutzung während der beschlossenen Zeiten. Während dieser habe der Appellant den Weg immer nur gegen Entgelt genutzt. Er könne sein Land über den Dorfweg und folgend über sein eigenes Land fast genauso schnell erreichen. Ein Wegerecht sei auch vor 30 Jahren abgewiesen worden. Auch die Aussagen der Zeugen des Appellanten belegten, daß das Gras bereits nach dem Tausch, also vor mehreren Jahrzehnten, umgebrochen worden sei, dies mithin auf die angebliche Weggerechtigkeit keinen Einfluß habe. (6) Instanzen: 1. Lipp. Kanzlei zu Detmold 1698 ( 2. RKG 1699 - 1700 (1698 - 1702) (7) Beweismittel: Acta priora (Bd. 2). Zeugenverhör, 1698 (Q 6), 1702 (Bd. 1 Bl. 68 - 74). (8) Beschreibung: 2 Bde., 6 cm; Bd. 1: 2,5 cm, 89 Bl., lose; Q 1 - 9, 11 - 14, 5 Beil., prod. 23. Oktober 1702; Bd. 2: 3,5 cm, 90 - 238, geb.; = Q 10*.


Bestellsignatur : L 82 Nr. 288
Altsignatur : L 82 Nr. 316


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