Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.4. Außerlippische Bestände
Lippische Reichskammergerichtsakten
L 82 Reichskammergericht
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(1) H 5361(2) Kläger: Franz Henrich Holtmeyer und Konsorten, nämlich dessen Frau Anna Maria Gehlhausen (3) Beklagter: Graf Simon Henrich Adolf zur Lippe und Konsorten, nämlich dessen Regierungskanzlei (Direktor und Räte) und Johann Hermann Gehlhaus und dessen Frau (4) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Hermann Scheurer 1731 ( Subst.: Dr. Johann Ludwig Pfeiffer (5) Prozeßart: Mandati de non contraveniendo proprio decreto provisionale, sed manutenendo in possessione praedii jure haereditaris uxori competentis, nec impediendo causam principale sed demandandam actorum transmissione sine clausula Streitgegenstand: Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit um einen Hof zu Wiembeck zwischen dem Kläger und dessen Frau, nach seinen Angaben einzige Anerbin des Hofes, und deren Stiefmutter und deren 2. Mann Johann Hermann Redecker vulgo Gehlhaus. Obwohl die Stiefmutter gemäß Policey-Ordnung durch ihre 2. Ehe ihre Ansprüche an dem Hof ebenso verwirkt habe wie mit ihrem 2. Mann durch ruinöse Wirtschaftsführung, hätten seine Frau und er einem Zwischenbescheid, demnach ihnen die Leibzucht mit 3 - 4 Scheffelsaat Land eingeräumt, die Stiefeltern aber noch 8 Jahre auf dem Hof gelassen werden sollten, unter der Bedingung zugestimmt, daß die Akten der bisherigen Verhandlungen an auswärtige Rechtsgelehrte versandt und ihr grundsätzlicher Anspruch auf den Hof in irgendeiner Weise festgeschrieben werde. Der Kläger erklärt, die Gegenseite habe diesen Zwischenbescheid rechtskräftig werden lassen. Die Klage richtet sich gegen einen von der Gegenseite beim Grafen erwirkten Bescheid, mit dem den Klägern, ohne daß sie gehört worden wären, die Räumung der Leibzucht anbefohlen wurde, und ist auf Einhaltung des rechtskräftigen älteren Bescheides gerichtet. Bereits 2 Tage vor der Reproduktion des RKG-Verfahrens legte der Prokurator der Beklagten ein Protokoll vor, demnach dem Amtmann zu Brake die Wiedereinsetzung Holtmeyers in die Leibzucht anbefohlen worden war. Die Beklagten sehen das RKG-Mandat damit als erfüllt an. (6) Instanzen: RKG ? - ? (1730 - 1731) (7) Beweismittel: Protokoll und ausgewählte Aktenstücke des Verfahrens Franz Henrich Holtmeyer ./. Gehlhaus und dessen Frau, Wiembeck, an der lipp. Kanzlei, 1730 - 1731 (Bl. 13 - 40). Botenlohnschein (Bl. 45). (8) Beschreibung: 1,5 cm, 48 Bl., lose; nur Mantel des Protokolls, 9 unquadrangulierte Aktenstücke, prod. 28. und 30. Mai 1731.


Bestellsignatur : L 82 Nr. 305
Altsignatur : L 82 Nr. 334


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