Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.2. Regierungsbezirk Minden (1816-1947), Regierungsbezirk Detmold (seit 1947)
1.2.1. Verwaltung
1.2.1.6. Arbeits-, Gesundheits-, Sozial- und Umweltverwaltung
1.2.1.6.4. Gewerbeaufsicht und Umweltverwaltung
Staatliches Umweltamt Minden
D 41 Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege
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Signatur : D 41

Name : Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege

Beschreibung :
Vorbemerkung:

Der Bestand der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege wurde mit den Akten der Nachfolgebehörde, Regierung Detmold als höhere Landschaftsbehörde, als Zugang 138/83 übernommen. Während die fortgeführten Vorakten in den Bestand D 1 Dez. 51 - Naturschutz und Fischerei - übernommen wurden, sind die nicht fortgeführten Vorakten zu einem eigenen Bestand zusammengefasst worden, da die Bezirksstelle eine eigenständige Registratur besaß. Diese galt auch noch nach der Verlegung der Bezirksstelle in das Regierungsgebäude 1972 bis zur Auflösung dieser Stelle. Der Bezirksbeauftragte war allein für eine ordentliche Registratur zuständig. Die Klassifikation richtete sich nach einem Aktenplan aus dem Jahr 1972, nach denen der größte Teil der Akten geordnet war. Der Bestand zählt 152 Einheiten und umfasst einen Zeitraum von 1924-1978.

Geschichte des organisierten amtlichen Naturschutzes:

1904: Ernst Rudorff gründet „Deutscher Bund Heimatschutz, aus dem der Westfälische Heimatbund und der Lippische Heimatbund erwächst.

1905: Hugo Conwertz gründet in Preußen (01.10.1906 bis 01.10.1910 Danzig, danach Berlin-Schöneberg) die „Staatliche Stelle für Naturdenkmalspflege. Direktor ist Dr. Schoemichen.

28.04.1924: Durch Erlass des Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wird der Geschäftsführer der Stellen Kommissar für Naturdenkmalpflege.

30.6.1934: Durch Erlass des Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung wird der Kommissar für Naturdenkmalspflege Träger einer staatlichen Aufgabe mit wahrzunehmenden Belangen. Dadurch wird sogleich die Einrichtung von Provinzial-, Bezirks- und Kreisstellen (Kommissare) zwingend erforderlich. Die Bezirkstelle Minden hat Herr Kuhlmann aus Bielefeld inne, die Bezirksstelle für das Paderborner Land Rektor Seiffert. Nach dessen Versetzung 1940 übernimmt Kuhlmann auch das Paderborner Land. (vgl. D 41 Nr.108)

26.06.1935 und 31.10.1936: Das Reichsnaturschutzgesetz mit Durchführungsverordnung wird erlassen. Die Naturschutzbehörden (obere= Reichsforstmeister, besondere= Provizialverband, höhere = Regierungspräsident Minden, untere= Landkreise) werden eingerichtet.
Die Kommissare der Stellen für Naturdenkmalpflege werden nach § 7 RNatSchG Geschäftsführer der Naturschutzstellen. Die Naturschutzstellen sollen die Naturschutzbehörden sachlich beraten, die heimatliche Natur erforschen, beobachten und überwachen. Außerdem sollen sie Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler zur Sicherstellung vorschlagen und den allgemeinen Naturschutzgedanken in der Bevölkerung fördern. Jeder staatlichen Naturschutzbehörde entsprachen Naturschutzstellen, die ehrenamtlich geleitet wurden. Die Zusammensetzung und die Leitung dieser Stellen wird nach Anhörung durch die nächsthöhere Naturschutzbehörde bestimmt. Im nördlichen Regierungsbezirk Minden wird Herr Postoberinspektor H. Kuhlemann Bezirksbeauftragter, im Land Lippe der spätere Direktor des Lippischen Landesmuseum Oskar Suffert (vgl. D 72 Suffert). Die Bezirksstellen wirken außerdem bei der Einrichtung von Kreisstellen mit.

1946: Das Reichsnaturschutzgesetz erhält als Ländergesetz wieder Rechtskraft. Herr Kuhlmann bleibt im Amt als Bezirksbeauftragter für Naturschutz im Regierungsbezirk Detmold (nach Anschluss des Landes Lippe an Nordrhein- Westfalen). Der ehemalige Landesbeauftragte im Land Lippe O. Suffert bleibt weiterhin „Landesbeauftragter, wird aber dem Bezirksbeauftragten unterstellt.

Sommer 1962: Dr. Karl Korfsmeier aus Enger wird Bezirksbeauftragter und erhält eine hauptamtliche Stelle.

01.04.1975: Inkrafttreten des Landschaftsgesetzes Nordrhein-Westfalen und Zusammenlegung von Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege, sowie höhere Naturschutzbehörde (bis dahin Dez. 21) zum Dezernat 51 - höhere Landschaftsbehörde des Regierungspräsidenten -. Beratungsaufgaben gehen auf den zu bildenden Landschaftsbeirat über.

Der letzte Bezirksbeauftragte Korfsmeier war daneben in vielen anderen Gremien wirksam. So blieb er Kreisbeauftragter für den Naturschutz des Kreises Herford. Er gehörte zum engeren Landesvorstand der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, von welchem er den ersten Kreisverband von Nordrhein-Westfalen in Herford gründete, war im Vorstand des Vereins Deutscher Biologen, im Westfälischen Heimatbund und in verschiedenen anderen Organisationen. Da er auch nach Übernahme der Stelle als Hauptberuf in der Registratur amtliche von privater und halbprivater Korrespondenz nicht trennte, sind in den Akten auch viele Vorgänge der oben genannten Verbände enthalten.

Insgesamt dokumentiert der Bestand die engagierte Arbeit eines Bezirksbeauftragten und die sich wandelnden Schwerpunkte im Naturschutz. Trotzdem ist es unbedingt nötig, erwähnten Bestand der Regierung Detmold (D 1 Dez. 51) und den Nachlass von Oskar Suffert mit heranzuziehen. Wichtige ergänzende Bestände sind: L 80 I A, L 94 und D 1 Dez. 61.

Detmold, im April 1985
gez. Günther


Im Zuge der Digitalisierung der Findmittel wurde das maschinenschriftliche Findbuch aus dem Jahr 1985 in V.E.R.A. abgeschrieben.
Detmold, im Februar 2009
gez. Wolfgang Seemund

Bemerkung :