Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.5. Wirtschafts-, Kataster- und Bauverwaltung
1.1.2.5.4. Bauverwaltung
Landesbauamt Blomberg
L 102 B Blomberg Landesbauamt Blomberg
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 102 B Blomberg

Name : Landesbauamt Blomberg

Beschreibung :
Einleitung

Behördengeschichte

Am 30. März 1895 wurden die drei Baukreise Blomberg, Lemgo und Detmold in Fürstliche Bauämter umbenannt (Amtsblatt für das Fürstentum Lippe Nr. 28, vom 6. April 1895). Zum Aufgabenbereich der Ämter gehören außer den Wegebauten auch die Hoch- und Wasserbauten. Sie waren bis 1934 der Regierungs-Bauabteilung unterstellt. Die Verwaltungseinteilung von 1892 [?] überdauert das Ende des Fürstentums, unter Umbenennung der Fürstlichen Bauämter in Landesbauämter, und bleibt bis 1924 erhalten. Die Bauten der Domänen- und Forstverwaltung werden von 1918 bis 1. Februar 1924 von der Domanialbauverwaltung und von da ab von der Landesbauverwaltung verwaltet. Zu den Kompetenzen der Landesbauverwaltung gehören neben der Ausführung und Beaufsichtigung der staatlichen Hochbauten der Neu- und Umbau sowie die Unterhaltung der Landesstraßen. In den Jahren 1925 - 1929 werden zur Behebung der Arbeitslosigkeit größere Notstandsarbeiten durch Neu- und Umbauten von Hauptdurchgangsstraßen von ihr durchgeführt.

Mit dem Landesbauamt Detmold ist die Regierungs - Bauabteilung eng verbunden. Paul Böhmer, Landbaumeister am Bauamt Detmold seit dem 1.10.1889 und Regierungsbaurat seit 1.7.1895, wird am 7.12.1918 auf Wunsch des Demobilmachungskommissars zu seiner Tätigkeit als Leiter der Bauabteilung der Regierung auch die Leitung der Abteilung (wohl ebenfalls Regierungsabteilung) Landesbauamt Detmold übertragen (L 75 IV 18 a Nr. 2). Ab wann das Landesbauamt Regierungsabteilung ist, lässt sich nicht ermitteln.

Nach Böhmers Pensionierung (1924) übernimmt Walter Bruer, vom 1.6.1920 bis 2.1.1934, als Regierungsbaurat und zuletzt als Oberregierungs- und Baurat die leitenden Geschäfte des Bauamts Detmold und die damit verbundenen Geschäfte der Regierung, Bauabteilung.

Die Personalunion zwischen Regierungs- Bauabteilung und Bauamt Detmold tritt in den Jahren 1924 - 1934 verstärkt auf. Grund dafür kann einmal gewesen sein, dass Böhmer 1924 bei seiner Versetzung in den Ruhestand schon ziemlich alt gewesen ist und die Leitung der Geschäfte nicht mehr fest in der Hand hatte.

Etwa zu dieser Zeit wird über die Aktenführung der Bauabteilung geklagt. Die Personalabbauverordnung wird dazu beigetragen haben, dass die Geschäfte beider Abteilungen vereint blieben, aber nun unter einem energischen Verwaltungsfachmann, der beide Abteilungen straff unter sich vereinigt, was wiederum eine Trennung nach Provenienzen unmöglich macht.

Der Bestand L 80 IV [jetzt: L 80.22] Regierung, Bauabteilung, der Struktur und dem Inhalt nach dem Bestand L 102 A gleich, muss daher für die kritische Zeit 1924 - 1934 immer zur Benutzung herangezogen werden.

Die Regierung, Bauabteilung, ist laut Präsidialerlass vom 20. September 1928 - Nr. 8693 2 Aug. - zuständig für Baupolizei, Fluchtlinien, staatliche Gebäude, Landstraßen und Kommunalwege, Eisenbahn, Baustoffe, Elektrizität, Verkehr, Weserufer, Eichwesen, Blitzableiter, Baustoffverwaltung, Dampfkessel, Schornsteinfeger, staatliche Autos.

1932 ist die Bauabteilung bei der Abteilung I der Regierung, sie ist jetzt zuständig für Landesplanung, Fluchtlinien, Eisenbahn, Straßenbahn, Baustoffe, Elektrizität, Verkehr, Weserufer, Eichwesen, Blitzableiter, Baustoffverwaltung, Dampfkessel, Schornsteinfeger, aber nicht mehr für das Straßenwesen. Das lässt vermuten, dass dieser Aufgabenbereich an das Landesbauamt Detmold abgegeben wird. Laut eben erwähntem Präsidialerlass liegt es im Ermessen der Regierung, Bauabteilung, welche Kompetenzen sie den Bauämtern Blomberg und Lemgo zubilligt.

Im Zuge der Umorganisation der Landesbauverwaltung wird zum 1. April 1932 das Landesbauamt Blomberg aufgelöst. Die Grenzen der verbleibenden Landesbauämter Detmold und Lemgo decken sich mit den Kreisgrenzen. Ausnahme ist der Bezirk Oerlinghausen, wo die Landesstraße bis zur Landesgrenze vom Landesbauamt Detmold unterhalten wird. (Staatsanzeiger für das Land Lippe 1932 Nr. 12). Eine Karte mit Eintragung der Bauamtsgrenze befindet sich in L 75 IV 18 a Nr. 2.

15.5.1934 erfolgt die Auflösung des Landesbauamts Lemgo, dessen Akten in das Landesbauamt Detmold abgegeben werden. Am 28.12.1938 wird das Landesbauamt Detmold in Lippisches Hochbauamt und das Landesbauamt für Straßenbau in Landesbauamt umbenannt, eine Regelung, die bis 1945 bestehen bleibt.

Die Straßenbauverwaltung des Landes Lippe wird 1945 durch die Militärverwaltung der Provinzialverwaltung unterstellt. Das Landesbauamt Detmold hat allerdings zumindest die Landstraßen I. Ordnung auftragsweise für das Land NRW als Rechtsnachfolger des Landes Lippe weiterverwaltet; denn die beiden lippischen Kreise Detmold und Lemgo haben dem Provinzialverband nicht angehört. Seit dem 12. Mai 1953 (Landschaftsverbandsordnung) untersteht die lippische Straßenbauverwaltung dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, einer Selbstverwaltungskörperschaft des öffentlichen Rechts.

Es ist zu zitieren: L 102 B Blomberg Nr.

Detmold, 30.01.1980
gez. Buchholz


Im Zuge der Digitalisierung der Findmittel wurde das maschinenschriftliche Findbuch aus dem Jahr 1980 in V.E.R.A. abgeschrieben.

Detmold, im Februar 2009
gez. Wolfgang Seemund


Die Nrn. 116 - 118 wurden bei der Verzeichnung des Zug. 59/1972 (vom Kreis Detmold) zunächst den Beständen Regierung/Bauabteilung (L 80.22) und Wasserwirtschaftsamt Minden, Außenstelle Detmold (D 5 A) zugeordnet, bei deren Verzeichnung dann als Akten des vorliegenden Bestandes erkannt.

Detmold, 23.10.2009
gez. Arno Schwinger




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