Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung
1.1.2.2.5. Ämter
Amt Schwalenberg
L 108 Schwalenberg Amt Schwalenberg
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 108 Schwalenberg

Name : Amt Schwalenberg

Beschreibung :
Das Amt Schwalenberg stammt aus jenen Erwerbungen, die die Edelherren zur Lippe im 14. Jahrhundert (1323, 1350/58) aus dem Erbe der 1356 erloschenen Grafen von Schwalenberg an sich gebracht hatten. Da die Hälfte des Heinrichschen Teils der Grafschaft an den Bischof von Paderborn gekommen war, besaß Lippe drei Viertel, Paderborn ein Viertel der ganzen Grafschaft.

1557 bis1583 war das Samtamt Schwalenberg zusammen mit den Ämtern Schieder, Barntrup und Sternberg im Besitz der lippischen Nebenlinie zu Pyrmont, 1613 bis 1620 Paragialbesitz des Grafen Hermann zur Lippe-Schwalenberg und seit 1627 Paragialbesitz der Witwe des Grafen Simon VII. zur Lippe und ihres Sohnes, des Grafen Jobst-Hermann, des Begründers der Linie Lippe-Biesterfeld. Die Landeshoheit verblieb der regierenden Linie zu Detmold. 1763 wurden die Biesterfelder und die Weißenfelder Nebenlinien finanziell abgefunden.

Das Verhältnis zu Paderborn richtete sich trotz häufiger Differenzen zu Ende des 18. Jahrhunderts nach folgender Regelung:
Lippe stand die Landeshoheit im Amt Schwalenberg und die Kontribution zu. Drei Viertel der übrigen Einkünfte erhielt Lippe, ein Viertel Paderborn. Aus dem Amt Oldenburg bezog Lippe die Hälfte, aus dem Amt Stoppelberg zwei Drittel der Einkünfte. Die Jurisdiktion war gemeinsam, die Samtgerichte tagten in Schwalenberg. Die Verwaltungsämter eines Drosten und Amtsmanns waren doppelt von Lippe und Paderborn besetzt.

1808 fand zwangsweise die Aufteilung der Samtherrschaft statt. Das Königreich Westfalen verzichtete auf seine Einkünfte im Amt Schwalenberg, wohingegen Lippe auf die Einkünfte aus den Ämtern Oldenburg und Stoppelberg verzichten musste. Diese Regelung wurde von Preußen nach 1815 nach einigem Zögern beibehalten.

1879 wurde das Amt Schwalenberg dem Verwaltungsamt Blomberg angeschlossen. Auch die Justizverwaltung wurde mit dem neuen Amtsgericht nach Blomberg verlegt.

Die Akten dokumentieren weitgehend das 19. Jahrhundert. Älteres ist vernichtet oder im Pertinenzbestand der alten Knochschen Ortsakten aufgegangen.

Die Systematik wurde der alten Amtsregistratur angeglichen.


Es ist zu zitieren: L 108 Schwalenberg Nr. ...


Detmold, im Juli 1977
gez. Sagebiel


Das maschinenschriftliche Findbuch wurde Ende 2008 im Rahmen eines Zeitvertrags durch Susanne Sprenger aus Detmold nach VERA übertragen.

Die Verzeichnungseinheiten Nr. 1151 - 1164 stammen aus dem im Archiv vorgefundenen dienstlichen Nachlass der 2008 verstorbenen früheren Kollegin Ingeborg Kittel. Die überwiegend losen Schriftstücke waren größtenteils mit Bindfaden zu Bündeln geschnürt, deren Inhalt meist (von anderer [?] Hand) auf beigelegten Zetteln angegeben war; zu einigen Stichpunkten gab es mehrere Bündel. Auf dem Stapel lag ein Blatt mit der Aufschrift "Deppemeier" (von Fr. Kittel); gemeint ist sicherlich Heinrich Deppemeier, ehemaliger Lehrer und langjähriger früherer Archivbenutzer, dessen Familie einen Hof in Rischenau-Paenbruch besaß (siehe dazu D 72 Deppemeier / Nachlass Heinrich Deppemeier).

Es handelt sich hauptsächlich um Schriftgut des Amtes Schwalenberg betr. Angelegenheiten des Dorfes Rischenau oder um Unterlagen des Dorfvorstehers; einige 1880 und später datierte Schriftstücke (v.a. Rechnungsbelege) wurden dem Bestand L 109 Blomberg zugeführt.


Detmold, im Juli/Oktober 2009
gez. Arno Schwinger



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