Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.2. Regierungsbezirk Minden (1816-1947), Regierungsbezirk Detmold (seit 1947)
1.2.1. Verwaltung
1.2.1.1. Regierung Minden
Regierung Minden, Veterinärwesen
M 1 I V Regierung Minden, Veterinärwesen
Permalink des Findbuchs


Signatur : M 1 I V

Name : Regierung Minden, Veterinärwesen

Beschreibung :
Das Veterinärwesen gehörte im 19. Jahrhundert zunächst zum Geschäftsbereich des Dezernates I K (Medizinalwesen). Das ergab sich von selbst aus der Tatsache, daß der Reg.Med.Rat (vgl. I M) auch die Aufsicht über die Kreistierärzte ausübte, deren es seit den 20er Jahren bereits 5 im Regierungsbezirk gab1), von denen jeder mehrere Kreise betreute:

1. Minden, Rahden, Herford
2. Bünde, Halle
3. Bielefeld
4. Wiedenbrück, Paderborn, Büren
5. Warburg, Brakel, Höxter.

Der Kreis Bielefeld wurde 1831 mit Bünde und Halle vereinigt. So gab es jetzt nur noch 4 Kreistierärzte. Ende der 40er Jahre2) wurden die Stellen vermehrt auf 6, die sich wie folgt in die 10 Kreise teilten.

1. Minden und Lübbecke
2. Herford
3. Bielefeld und Halle
4. Wiedenbrück, Paderborn und Büren
5. Warburg
6. Höxter.

Der vermehrte Geschäftsbetrieb führte zu weiteren Teilungen. 1851 bekam der Kreis Lübbecke einen eigenen Kreistierarzt, ebenso 1857 der Kreis Halle, 1861 der Kreis Paderborn und 1891 wurden als letzte die Kreise Wiedenbrück und Büren getrennt. Der Kreis Lübbecke wurde 1876 wieder mit Minden vereinigt, 1899 aber endgültig verselbständigt.
Mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Departement-Tierarztes im Regierungsbezirk wurde 1850 der Kreistierarzt von Minden beauftragt, bis dieser 1875 planmäßiger Dep. Tierarzt wurde, der dann den Kreis Minden mit verwaltete.
1905 erhielt dieser den Titel Veterinärarzt, wurde aber erst 1913 ordentliches Mitglied der Regierung (als Reg. und Vet. Rat). Um ihn zu entlasten, wurde während des 1. Weltkrieges für den Kreis Minden eine 2. Kreistierarzt-Stelle geschaffen.
Nach dem Kriege (1922/24) erhielten die Kreistierärzte die Amtsbezeichnung "Veterinärrat".

1885 wurde das Veterinärwesen aus der Medizinalabteilung I K gelöst und zur Landeskulturabteilung I S, seit 1898 I Da, übertragen, 1900 dann verselbständigt, mit der Bezeichnung I S (V.). Das neue Dezernat blieb aber bei der Landeskulturabteilung. 1910 übernahm das von jetzt ab nur noch mit I V bezeichnete Dezernat von der Med. Abteilung (I M) die tierische Lebensmittelkontrolle. Als 1933 das Landeskulturdezernat von der Abt. I nach
Abt. III überführt wurde, ging auch I V mit und hieß von da ab III V. 1936 ging die Veterinärverwaltung in Preußen wieder vom Landwirtschaftsministerium zum Innenministerium über. Das hatte zur Folge, daß das Dezernat III V wieder zur Abt. I hinüberwechselte und die alte Bezeichnung I V wieder annahm.
Die Registratur des Dezernates machte alle diese Verschiebungen mit, was zur Folge hatte, daß die Überlieferung nicht vollständig ist.

Durch den Zugang 47/1967 vom Veterinärdezernat der Bezirksregierung Detmold konnte der Bestand vervollständigt werden, so daß jetzt die erhaltene Überlieferung bis zur Einführung des neuen Registraturplanes der Regierung Detmold vorliegt. Mit kleineren Zugängen wird aber noch zu rechnen sein.

Die Titelaufnahme erfolgte durch Fräulein B. Naumann.

Auf eine Rekonstruktion des letzten Registraturplanes wurde angesichts der vielfältigen Schichten verzichtet. Als Systematik wurde ein dem heutigen Registraturplan entsprechendes Schema zugrundegelegt.

Detmold, den 16.07.1968

(Sagebiel)


1 Im Staatshandbuch von 1824 fehlen die Kreistierärzte noch ganz. Die Jahrgänge 1825-1827 fehlen im Staatsarchiv.

2 1846 galt noch der alte, 1848 schon der neue Zustand. Der Jahrgang 1847 des Staatshandbuches fehlt.



Das maschinenschriftliche Findbuch aus dem Jahr 1968 wurde im Jahr 2002 mit dem Programm MIDOSA 95 abgeschrieben. Die Midosa-Datei wurde im Juli 2007 durch die Firma Startext in das VERA-Format konvertiert.
Gahde, 8.8.2007





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