Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.2. Regierungsbezirk Minden (1816-1947), Regierungsbezirk Detmold (seit 1947)
1.2.1. Verwaltung
1.2.1.1. Regierung Minden
Regierung Minden, Landeskulturverwaltung
M 1 RHK Regierung Minden, Regierungshauptkasse
Permalink des Findbuchs


Signatur : M 1 RHK

Name : Regierung Minden, Regierungshauptkasse

Beschreibung :
Vorbemerkung

Für die Generalstaatskasse als Oberbehörde übernimmt die Regierungshauptkasse Minden das Kassenwesen innerhalb des Regierungsbezirks Minden. Als eigenständige Abteilung hat sie seit der Gründung der Regierung in Minden 1816 die Aufgabe der Rechnungsführung, d.h. der Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben und der Erstellung der Rechnungsabschlüsse. Dazu ist die Regierungshauptkasse ressortmäßig in 4-7 Buchhaltereien unterteilt, deren Zusammensetzung und Aufgaben mehrfach wechselten (vgl. M l Pr Nr. 214). Die Verfügungen an die Regierungshauptkasse, welche Einnahmen und Ausgaben oder eine andere das Kassenverfahren betreffende Vorschrift betrafen, mußten seit 1826 als Konzept erst dem Kassenrat zur Mitzeichnung vorgelegt werden (vgl. Bestand M l I K). Ab dem 1. April 1928 prüfte eine bei der Regierung eingerichtete selbstständige Rechenkammer (Rechnungsamt) die der Oberrechenkammer in Berlin einzureichenden Rechnungen der Regierungshauptkasse. Daneben ist die Regierungshauptkasse Aufsichtsbehörde für die Kreiskassen innerhalb des Regierungsbezirks. Leiter der Regierungshauptkasse ist der Landrentmeister der Regierung. Der Bestand M l Regierungshauptkasse umfaßt 347 Einheiten, die innerhalb eines Zeitraums von 1799 bis 1931 geführt wurden. Der Bestand setzt sich zum überwiegenden Teil aus Belegbänden zusammen. Diese wurden u.a. auch deswegen als archivwürdig betrachtet, weil z.T. Bauzeichnungen und Skizzen als Belege enthalten sind. Insgesamt geben die Belege einen guten Aufschluß über die Investitionstätigkeit der Regierung wieder, z.B. beim Straßenbau und Weserbau. Ein Teil der Akten beschäftigt sich auch mit dem Umbau und Neubau des Regierungsgebäudes 1846-1848, 1884-1885 und 1906. Insgesamt bietet der Bestand interessante Ergänzungen zu den Überlieferungen der einzelnen Abteilungen, da diese durch die z.T. fehlenden Abrechnungen komplettiert werden. Folgende Zugänge sind in diesem Bestand verzeichnet: 7/1913, 20/1948 und 15/1950 an das Staatsarchiv Münster und 41/1958 an das Staatsarchiv Detmold. Der Zugang 20/1948 hatte ursprünglich die Bezeichnung Rechenkammer. Die Akten sind vermutlich als nicht fortgeführte Vorakten in die Registratur der Rechenkammer gelangt (vgl. Vorbemerkung Findbuch M l I K). Soweit die Akten vor der Zeit der Gründung der Rechenkammer 1928 geführt worden waren und als deren Provenienz sich die Regierungshauptkasse erwies, wurde dieser Zugang in den Bestand Regierungshauptkasse übernommen. Der andere Teil des Zugangs umfaßte andere Provenienzen und wurde diesen zugeordnet (M 3 Studienfondskasse Paderborn Nr. 80-95, M 6 Domänenrezepturen, Steuerkassen, Domänenadmistrationen Nr. 745-750). Eine größere Anzahl von Geschäftstagebüchern aus diesem Zugang, die nach Dezernaten geführt worden waren, wurden in die entsprechenden Bestände übernommen. Bereits vor dieser Verzeichnung waren schon Akten aus diesem Zugang in andere Bestände z.B. M l I K eingeordnet worden. In diesem Bestand sind auch Belege der Kasse für die Verwaltung der Vermögensmassen der aufgelösten geistlichen Orden enthalten. Die vorgesetzte Behörde bzw. Revisionsinstanz war der königliche Kommissar für die bischöfliche Vermögensverwaltung in der Diözese Paderborn. Diese Akten wurden den Belegen der Kirchensachen zugeordnet.
Als Grundlage der Klassifikation diente der Geschäftsverteilungsplan vom 1.1.1853 (M l I P Nr. 214). Um den inhaltlichen Zusammenhang nicht auseinanderzureißen, wurden thematisch zusammengehörende Sachen nicht getrennt, auch wenn die Kompetenz auf andere Buchhaltereien überging. Neu einsetzende Aufgaben wurden den Kassen zugeordnet, bei denen sie zuerst gemäß dem genannten Geschäftsverteilungsplan geführt wurden.
Da dieser Bestand nur eine Ergänzung zu den bestehenden Verwaltungsbeständen sein kann, ist es empfehlenswert, die entsprechenden Verwaltungsakten mitzubenutzen. Als ergänzende Bestände für das Rechnungswesen seien außerdem noch genannt M l I K (Kassenwesen) und M l I St (Steuerwesen).

Detmold, im Juni 1984

gez. Günther



Das maschinenschriftliche Findbuch von 1984 wurde im Zuge der Retrokonversion der Findmittel im Jahr 2004 nach VERA konvertiert.
gez. Robert Gahde


Die Nummern 348-350 aus dem Zugang D 1 RHK Zug. 26/1959 wurden ergänzt.
Detmold, den 4. Mai 2006
gez. Robert Gahde



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