Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
L 92 G Rentkammer - Kornböden
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 92 G

Name : Rentkammer - Kornböden

Beschreibung :
Der Landesherr war Eigentümer (Grundherr) von etwa 70 % aller lippischen Höfe. An den Grundherrn mussten die Kolone neben der Leistung anderer Abgaben und Dienste jährlich das sogen. Pachtkorn oder Zinskorn liefern ("prästieren"); die Naturallieferung konnte manchmal auch durch eine Geldzahlung ersetzt werden. Letzteres galt als Vergünstigung, da hierbei die unter dem Marktpreis liegende Kammertaxe zugrunde gelegt wurde. Die Besitzer der Hausstätten in den Städten waren das sogen. Morgen- oder Huvekorn (auch Hundekorn genannt) schuldig.

Gespeichert wurden die "Kornfrüchte" in den herrschaftlichen Kornböden der Ämter. Die Böden wurden entweder durch einen angestellten Administrator verwaltet oder an einen Pächter [Conductor] verpachtet. Durch die Ablösung der Naturalabgaben Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts (siehe Bestände L 80.08 und L 92 W) wurden die Kornböden obsolet.

Der Bestand "Kornböden" geht auf ein "Repertorium der Kornboden-Acten" des Amtsrats Meyer aus dem Jahre 1794 zurück (zu Meyer vgl. Vorbemerkung zum Findbuch L 92 A), das als L 92 G 1 bezeichnet und ebenso wie ein wohl von Kammerregistrator Gehroldt Mitte des 19. Jh. angelegtes und bis in die 1970er Jahre fortgeführtes Verzeichnis (L 92 G 2) bis zur Neuverzeichnung als Findmittel benutzt wurde (Alte Findbücher Nr. 139 und 132). Zahlreiche der von Meyer aufgeführten Akten sind in diesem Bestand nicht mehr vorhanden (siehe dazu L 92 H).


Detmold, im Juli 2010
gez. Arno Schwinger


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