Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.5. Wirtschafts-, Kataster- und Bauverwaltung
1.1.2.5.1. Wirtschaft und Finanzen
Rentkammer
Lippische Rentkammer - Meiereien
L 92 B Rentkammer - Meiereien
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 92 B

Name : Rentkammer - Meiereien

Beschreibung :
Vorbemerkung
Im frühneuzeitlichen Lippe verstand man unter "Meierei" bzw. "Meier" einen größeren landwirtschaftlichen Betrieb und dessen Besitzer.

Nach Abklingen des mittelalterlichen Fehdewesens, als auch der lippische Adel aufs Land zog und Güter gründete, begann der Landesherr als bedeutendster Grundbesitzer sich verstärkt um die eigenen Liegenschaften zu kümmern. Bis dahin hatte er nur den zu seinen Burgen in Detmold, Barntrup, Brake, Schwalenberg und Varenholz gehörigen Domanialbesitz selbst bewirtschaften lassen. Nun setzten Bemühungen ein, neue Betriebe zu gründen - allein 10 unter Simon VI. (gestorben 1613) - und bestehende zu vergrößern. Dabei wurden nicht wenige Meier von ihren Höfen verdrängt.

Die neuen Besitzungen wurden wie auch die Burgen zunächst schlicht als "Haus", selten auch als Vorwerk bezeichnet; im 18. Jahrhundert wurde für die später so genannten Domänen der Begriff "Meierei" üblich.

Die Aufsicht über den landwirtschaftlichen Eigenbetrieb war zunächst Aufgabe des für die Verwaltung der jeweiligen Burg und des zugehörigen Verwaltungsbezirks zuständigen Amtmanns, der neben der Aufsicht über die gräflichen Einkünfte auch für den Einsatz der bäuerlichen Hand- und Spanndienste v.a. für Feldbestellung und Ernte zu sorgen hatte.

Seit dem 17. Jahrhundert ging der Landesherr - wie die Adeligen bei ihren Gütern - nach und nach zur Verpachtung seiner Meiereien an einen "Konduktor" über (dies war nicht selten der Amtmann).

Die Trennung des Domanialvermögens (Güter, die der Landesherr besitzt) vom Staatsvermögen, in Deutschland seit dem 18. Jh. üblich geworden und in der Schlussakte des Wiener Kongresses 1815 allen deutschen Fürsten aufgegeben, erfolgte in Lippe erst 1868. Die nunmehr als "Domänen" bezeichneten Meiereien wurden Teil des Fürstlichen Domaniums (siehe Bestand L 100 / Direktion der Lippischen Fideikommissverwaltung).

Nach der Revolution von 1918 beschlagnahmte der Volks- und Soldatenrat das Domanium; im zweiten Domanialvertrag von 1919 fielen die Domänen/Meiereien an den Freistaat Lippe. - 1924 wurden im Zuge einer Neuorganisation Regierung und Rentkammer zu einer Behörde zusammengefasst, gegliedert in Abteilungen, darunter die Domänenabteilung (siehe Bestand L 80.20). Fortsetzungsbände zu L 92 B oder über 1924 hinaus weitergeführte Akten sind also bei der Regierung / Domänenabteilung zu suchen.

Ins Landesarchiv gelangten die "Meiereisachen" im September 1921.

* * *

Bei der vorliegenden Datei handelt es sich um die konvertierte Version einer im Jahre 2001 mit dem Programm MIDOSA erstellten Abschrift des bis dahin benutzten Behördenrepertoriums, nicht um eine archivarische Verzeichnung (mit Ausnahme der nachträglich verzeichneten Anhänge zu Bexten und Heidelbeck und sonstiger Nachträge); dabei wurden die aufgenommenen Aktentitel mit fortlaufender Nummer ( = neue Signatur) versehen. Erfasst wurden aber nur die im Jahre 1930 vorhandenen grün abgehakten Akten sowie Nachträge, soweit sie grün abgehakt waren, andere Nachträge nicht. Vermerke (z.B. über Zuordnung von Akten zu anderen Beständen) und Hinweise (auf andere Bestände/andere Akten) auf den freien rechten Seiten des alten Findbuchs wurden offenbar nur dann mit abgeschrieben, wenn sie irrtümlich für Ergänzungen des Aktentitels gehalten wurden; sie befinden sich aber auf den Aktendeckeln! (Wer ganz sicher gehen will, muss im alten Findbuch nachsehen). Bei der angegebenen Laufzeit handelt es sich oft nur um das Jahr, in dem die Akte angelegt wurde.

2003/2004 sind bei der Verzeichnung der Regierung/Domänenabteilung (L 80.20) zahlreiche Aktenbände durch Robert Gahde wegen ihrer Laufzeit dem Bestand L 92 B (wieder) zugeordnet und im alten Repertorium entsprechend gekennzeichnet oder nachgetragen worden. Das Stichjahr 1924 ist übrigens bei der Abschrift nicht beachtet worden, deshalb weisen einige Akten Laufzeiten bis 1925/26 und später auf.

Die Konvertierung der MIDOSA-Datei machte die Erstellung der fehlenden Klassifikationsdatei und die Ersetzung der vorgefundenen unbrauchbaren Klassifikation durch eine neue, am alten Registraturschema orientierte notwendig.

Die Übertragung der fortlaufenden Nummern auf die Aktendeckel erfolgte 2007. Dabei wurden auch einige nicht im Behördenrepertorium eingetragenen Akten festgestellt.

"Rückläufer" aus dem Bestand L 80.20 sowie unverzeichnete Nachträge, Anhänge, Beiakten usw. (356 Akten = 122 Kartons) wurden nach erfolgter Konvertierung verzeichnet.



Detmold, im Mai 2009

gez. Arno Schwinger



Das aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende Repertorium des Bestandes L 92 B wurde 2001 in Midosa 95 abgeschrieben. Diese Midosa-Datei wurde im Juni 2007 durch die Firma Startext nach VERA konvertiert.

gez. Gahde, 21.6.2007





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