Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung
1.1.2.2.4. Städte und Ämter
Stadt Salzuflen
L 24 Stadt Salzuflen (Akten)
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 24

Name : Stadt Salzuflen (Akten)

Beschreibung :
Ortsakten

In der zweiten Hälfte des 15. Jh. wurde Detmold ständiger Sitz der lippischen Regierung, nachdem der regierende Graf bis dahin zeitweise auch in Brake bei Lemgo, Blomberg und an anderen Orten residiert hatte. Dort gab es eine "schriverigge", bei sich nach und nach ein umfangreiches, aber chaotisch geordnetes und unter ungünstigen räumlichen Bedingungen aufbewahrtes Archiv entwickelte, das im Laufe der Zeit immer mehr verwahrloste; es enthielt Unterlagen verschiedenster Behörden, die - auch infolge diverser Ordnungsversuche - vielfach durcheinander gerieten.

Erst dem 1762 eingestellten erfahrenen Archivar Johann Ludwig Knoch gelang es in jahrelanger Arbeit, Abhilfe zu schaffen und die unübersichtliche Archivalienmenge zu verschiedenen "Registraturen" (Beständen) zu ordnen, deren Bestandteile er "aus hundert Ecken" (Kiewning, S. 300) zusammensuchen musste.

Eine besondere Vorliebe muss Knoch für seine Ortsakten gehabt haben, also Registraturen über die Städte und Ämter des Landes, deren Schriftgut hauptsächlich bei der Regierung entstanden war (vgl. dazu den Abschnitt "Ämter und Städte" im Bestand L 77 A / Regierung, Ältere Registratur); er sah sie wohl als Fundament des ganzen Archivs an. Allerdings "stopfte" (Kiewning, S. 303) Knoch in seine Ortsakten "mit Vorliebe" auch Prozessakten, weil er meinte, dass man dort eher nach Familien und Gütern nachforschen würde als anderwärts.

Die Findbücher zu den Ortsakten L 17 - L 25, 27, 30, 33 und 34 versah Knoch jeweils mit historischen oder rechtsgeschichtlichen Abhandlungen [Remarquen], eventuell auch mit Landesbeschreibungen sowie Nachrichten über "merckwürdige Orthe und Gegenstände" oder mit genealogischen Informationen über bedeutende Familien und was ihm sonst noch mitteilenswert erschien.

Das Findbuch zum vorliegenden Bestand "Archivs-Registratur und Reperterium über die Stadt SALTZUFFELN" wurde von Knoch "vollständig gemacht und verfertiget Anno 1782." In den 1970er Jahren wurden die Bestände L 17 - L 25 von Ingeborg Kittel und Rohtraut Müller-König mit neuen Archivsignaturen (lfd. Nr.) versehen, dabei wurden Nachträge eingearbeitet, mitunter mehrere kleinere Knochsche Verzeichnungseinheiten zusammengefasst sowie gelegentlich einzelne Schriftstücke anderen Akten zugeordnet. - Die Verzeichnungseinheiten Nr. 176 - 198 stammen aus dem aufgelösten Bestand D 106 Bad Salzuflen (Nr. 6 - 28).

* * *
Die Übertragung des Knochschen Findbuchs nach VERA erfolgte im Rahmen der Konvertierung analoger Findmittel. - Für die vorliegende Datei wurden auf Grundlage der Knochschen Repertorien modernen Verzeichnungsgrundsätzen entsprechende Klassifikationsbezeichnungen und Aktentitel gebildet (*); die ursprüngliche Gliederung wurde nicht verändert.

Eine Erschließung des Akteninhalts wie vor über 200 Jahren ist unter heutigen Umständen nicht mehr möglich (siehe dazu auch Bender). Zusätzlich werden deshalb die Knochschen Repertorien als "Images" ins Intranet und ins Internet gestellt. Ihre Benutzung bleibt für eine detaillierte Recherche weiterhin unverzichtbar.

(*) Bei Ortsnamen wurde möglichst die heutige Schreibweise benutzt, bei Personennamen die heute gebräuchliche Form (Meier statt Meyer, Schalk statt Schalck, Barkhausen statt Barckhausen u.ä.; s.a. die genealogische Sammlung D 77 Brenker).


Detmold, im November 2011
gez. Arno Schwinger





Literatur :
Wolfgang Bender, Archivar aus Leidenschaft - Johann Ludwig Knoch, in: Lippische Mitteilungen 75 (2006), S. 15-36.Hans Kiewning, Das Lippische Landesarchiv in Detmold, in: Archivalische Zeitschrift Bd. 42/43 (1934), S. 282-321.

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