Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.5. Wirtschafts-, Kataster- und Bauverwaltung
1.1.2.5.1. Wirtschaft und Finanzen
Direktion der Lippischen Fideikommissverwaltung
L 103 Kriegswirtschaftsbehörden und andere Kriegs- und Kriegsfolgeeinrichtungen
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 103

Name : Kriegswirtschaftsbehörden und andere Kriegs- und Kriegsfolgeeinrichtungen

Beschreibung :
Am 30.08.1919 wurde die Lippische Landeswirtschaftsstelle Berlin eingerichtet, sie war dem Landeswirtschaftsamt angegliedert, seit 1924 in Dienststelle Berlin der Lippischen Regierung (Wirtschaftsabteilung) umbenannt und 1925 aufgelöst.

1917 (Staatsanzeiger 1917, S. 237) erfolgte die Bildung des Landesernährungsamtes mit einer Verwaltungsabteilung, einer Wirtschaftsabteilung und einer Geschäftsabteilung. Im Beirat der Verwaltungsabteilung (Behörde), waren die Leiter der Wirtschafts- und Geschäftsabteilung sowie der Kommunalverbände Lippische Wirtschaftsgemeinschaft und Blomberger Wirtschaftsgemeinschaft und Vertreter der Landwirtschaft, des Handels und der Verbraucher vertreten. Die Geschäfte des Landesfleischamtes gingen auf das Landesernährungsamt über (Staatsanzeiger 1917, S. 429).

1917 wurde der Kriegswirtschaftsverband Lippischer Landwirte als Zwangsgenossenschaft gegründet, der zugleich die Wirtschaftsabteilung (Kriegswirtschaftsamt) des Landesernährungsamtes (Staatsanzeiger 1917, S.238/310) bildete. Ebenfalls 1917 schlossen sich die Lippische Wirtschaftsgemeinschaft und die Blomberger Wirtschaftsgemeinschaft zur Lippischen Wirtschaftsgemeinschaft und Geschäftsabteilung des Landesernährungsamtes zusammen (Staatsanzeiger 1917, S. 540).

Am 15.10.1919 trat der Demobilmachungskommissar zurück. An seine Stelle trat das neu errichtete Landeswirtschaftsamt Lippisches Demobilmachungsamt (vgl. Kellner; Die wirtschaftliche Demobilmachung in Lippe, 1919), dem die Dienststelle in Berlin (vgl. ad 1) angegliedert wurde.

1921 löste man den Kriegswirtschaftsverband als Wirtschaftsabteilung des Landesernährungsamtes auf (Staatsanzeiger 1921 S. 375), sodass eine Neuorganisation erforderlich wurde. Dem Landeswirtschaftsamt gliederte man das aufgelöste Landesernährungsamt -Geschäftsabteilung- als Landesgetreidestelle mit einer Verwaltungsabteilung in Detmold und einer Geschäftsabteilung in Brake an (Staatsanzeiger 1921, S. 369).

1924 wechselte die Landesgetreidestelle zum Landeswirtschaftsamt über (Staatsanzeiger 1924, S. 117) und wurde bald darauf aufgelöst, da die Aufgaben der neuen Wirtschaftsabteilung der Regierung übertragen wurden (Staatsanzeiger 1924, S. 323). Durch die Reorganisation der Verwaltung und der Zuständigkeiten in der Regierung mit verschiedenen Abteilungen endeten die meisten (kriegs-)wirtschaftlichen Sonderbehörden.

Da die Tätigkeitsdauer der einzelnen Dienststellen nur relativ kurz und die Akten nicht immer ganz einwandfrei provenienzmäßig zu trennen waren, ist der Bestand signaturmäßig vereint geblieben.

Zu zitieren ist: L 103 Nr. …

Detmold, Juni 1981
gez. Buchholz



Zum vorliegenden Bestand existiert ein altes "Verzeichnis der Akten der Regierung - Kriegsernährungsbüro, später des Landesernährungsamts - Verwaltungsabteilung / der Landesgetreidestelle - Verwaltungsabteilung / des Landwirtschaftsamts - Landesgetreidestelle 1914 - ", das bisher als L 103 Band 1 bezeichnet wurde [jetzt: D 79 Alte Findbücher Nr. 434] und die Nummern 20 - 476 (alte Nummerierung: 1 - 317) umfasst (kurzer Aktentitel gemäß Beschriftung des Aktendeckels, meist ohne Angabe der Laufzeit). Die bei der neuen Zählung fehlenden Nummern 1 - 19 waren als Gliederungspunkt D. I b als Nachtrag dem Findbuch L 103 von 1981 hinzugefügt und wurden neu verzeichnet und eingeordnet.

Die Verzeichnung/Neuverzeichnung der vorstehend genannten Akten Nr. 1 - 476 erfolgte Ende 2009 als Ergänzung des im Rahmen der Digitalisierung von Findmitteln im Januar 2012 abgeschreibenen Findbuchs L 103 von 1981 [bisher: L 103 Band 2]. Dabei wurde für den alten Band 1 [jetzt: Gliederungspunkt 6] eine Klassifikation erstellt, die bisher völlig fehlte.


Detmold, im März 2012
gez. Arno Schwinger


















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