Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.3. Organisationen, Güter, Familien, Personen
1.3.5. Nachlässe
Nachlass Oskar Suffert
D 72 Suffert, Nachlass Oskar Suffert
Permalink des Findbuchs


Signatur : D 72 Suffert

Name : Nachlass Oskar Suffert

Beschreibung :

Einleitung :

Oskar Suffert wurde am 23.12. 1892 in Hannover geboren. Nach dem Abitur 1911 studierte er in Marburg/Lahn, Greifswald, München und Grenoble Geschichte, Germanistik und Romanistik, unterbrochen durch den Militärdienst im 1. Weltkrieg; nach dem 1. Staatsexamen 1920 in Marburg und seiner Zeit als Studienreferendar in Hannover gründete Suffert zunächst eine Privatschule in der Lüneburger Heide, trat dann in Uelzen in den staatlichen Schuldienst ein und wurde 1927 Studienrat am Oberlyzeum in Detmold (seine Mutter stammte aus Detmold).

1934 wurde er Leiter des Lippischen Landesmuseums und blieb dies bis 1957. Im 2. Weltkrieg musste Suffert in Detmold, Bromberg, Lingen, Rheine und in der Senne Militärdienst ableisten. Neben seiner Tätigkeit als Museumsdirektor war Suffert auch noch in der Germanenforschung (Zeitschrift "Germanien") tätig, er war Landesbeauftragter für Naturschutz, stellvertretender Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe, Vorstandsmitglied des Lippischen Heimatbundes, Mitglied im Bund für Vogelschutz, in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und im Tierschutz der Tat.

Nach seiner Pensionierung 1957 scheint sich Suffert hauptsächlich der Heimat- und Naturkunde gewidmet zu haben. Seine unermüdliche Tätigkeit lässt sich - da die meisten seiner Notizen datiert sind - bis kurz vor seinem Tod im Februar 1974 verfolgen.

Sufferts Nachlass bietet einen guten Überblick über dessen breitgestreute Interessengebiete. Wie die gesammelten Zeitungen und Zeitschriften zeigen, war er als junger Mensch an Politik und Zeitgeschehen sehr interessiert beschäftigte sich aber auch mit Kunst, Literatur, Philosophie. Ende der 20er Jahre bis zum Ende der NS-Herrschaft konzentrierte er sich sehr stark auf Vor- und Vorgeschichte und Germanenforschung; nach dem 2. Weltkrieg wandte er sich hauptsächlich der Naturkunde zu. Dienstliche und private Interessen sind bei Suffert kaum zu trennen. Hingewiesen sei noch auf den Bestand L 115 E: Schriftleitung der Zeitschrift Germanien. Persönliche Unterlagen befinden sich in den Heftern:

39: Dienstpapiere, Briefe, Erinnerungen, Fotos vom Militärdienst im 2. Weltkrieg (Einsatz in Polen)

49: private und dienstliche Korrespondenzen

94: Entnazifizierungsverfahren

111: Mitgliedskarte im Bund für Vogelschutz

146: Mitgliedskarte im Lippischen Heimatbund

122: Tätigkeit im 3. Reich ("Germanien")

228: Erinnerungen an Militärdienst im 1. Weltkrieg

292: Mitgliedskarte in der Schutzgemeinde Deutscher Wald

294: handgeschriebener Lebenslauf 1947 (Notizen)

358: Portraitfoto Sufferts

Nachrufe der Lippischen Landeszeitung und der Lippischen Rundschau vom 15.02.1974 (Vgl. Freie Presse vom 13.10.1950).

Der vorliegende Bestand kam kurz nach Sufferts Tod ins Staatsarchiv Detmold (Zugang 13/1974); ein großer Teil befand sich in Hängemappen, die von Suffert selbst beschriftet und zum Teil mit Signaturen versehen waren. Die Nummern 1-381 wurden 1982 von Staatsarchivreferendar Dr. Ecker verzeichnet, der Rest vom Unterzeichneten.

Es ist zu zitieren: D 72 Suffert Nr. ...

Detmold, im Mai 1985

gez. Schwinger

Die Nummern 585-602 wurden am 23.03.2011 von Frau Professorin Bormeyer abgegeben.

gez. Niebuhr, 24.03.2011

Umfang : 71 Kartons, 10 Mappen = 602 Archivbände 1913-1974. - Findbuch: D 72 Suffert.



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