Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.2. Verwaltung, Justiz
1.1.2.2. Allgemeine und innere Verwaltung
1.1.2.2.4. Städte und Ämter
Amt Horn
L 34 Stadt Horn
Permalink des Findbuchs


Signatur : L 34

Name : Stadt Horn

Beschreibung :

Einleitung :

Vorbemerkung

In der zweiten Hälfte des 15. Jh. wurde Detmold ständiger Sitz der lippischen Regierung, nachdem der regierende Graf bis dahin zeitweise auch in Brake bei Lemgo, Blomberg und an anderen Orten residiert hatte. Dort gab es eine "schriverigge", bei sich nach und nach ein umfangreiches, aber chaotisch geordnetes und unter ungünstigen räumlichen Bedingungen aufbewahrtes Archiv entwickelte, das im Laufe der Zeit immer mehr verwahrloste; es enthielt Unterlagen verschiedenster Behörden, die - auch infolge diverser Ordnungsversuche - vielfach durcheinander gerieten.

Erst dem 1762 eingestellten erfahrenen Archivar Johann Ludwig Knoch gelang es in jahrelanger Arbeit, Abhilfe zu schaffen und die unübersichtliche Archivalienmenge zu verschiedenen "Registraturen" (Beständen) zu ordnen, deren Bestandteile er "aus hundert Ecken" (Kiewning, S. 300) zusammensuchen musste.

Eine besondere Vorliebe muss Knoch für seine Ortsakten gehabt haben, also Registraturen über die Städte und Ämter des Landes, deren Schriftgut hauptsächlich bei der Regierung entstanden war (vgl. dazu den Abschnitt "Ämter und Städte" im Bestand L 77 A / Regierung, Ältere Registratur); er sah sie wohl als Fundament des ganzen Archivs an. Allerdings "stopfte" (Kiewning, S. 303) Knoch in seine Ortsakten "mit Vorliebe" auch Prozessakten, weil er meinte, dass man dort eher nach Familien und Gütern nachforschen würde als anderwärts.

Die Findbücher zu den Ortsakten versah Knoch jeweils mit historischen oder rechtsgeschichtlichen Abhandlungen [Remarquen], eventuell auch mit Landesbeschreibungen sowie Nachrichten über "merckwürdige Orthe und Gegenstände" oder mit genealogischen Informationen über bedeutende Familien und was ihm sonst noch mitteilenswert erschien, in diesem Fall "Historische und Politische Anmerckungen über die Stadt Horn und deren Verfassung" sowie Mitteilungen "Von den adlichen Burgmännern, den Bosen zu Horn".

Das Findbuch zum vorliegenden Bestand "Registratura Archivalis über die Stadt Horn nebst beygefugtem Repertorio und Remissoriis" wurde von Knoch 1784 "ausgefertiget". Aus der ältesten bekannten urkundlichen Erwähnung von Horn als Stadt geht hervor, dass die Gründung der Stadt um 1248 erfolgt sein muss. Die alte Burg Horn wurde 1348 fertiggestellt. Die Burg wurde als Wehr- und Wohnbau der Edelherren und späteren Grafen zur Lippe genutzt. ”Diesseits des Waldes“ war die Burg Horn die einzige Residenz Bernhards V., allerdings besaß er ”jenseits des Waldes“ auch Lippstadt, Rheda und Holzminden, sodass er nicht nur in Horn residiert hat. Später wurde die Burg Horn von mehreren Witwen des Hauses Lippe als Alterssitz genutzt, zuletzt 1666-1673 von Gräfin Amalie zur Lippe. Kriegerische Auseinandersetzungen um die Stadt fanden insbesondere während der Soester Fehde (1444-1449) und während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) statt. Im Jahr 1864 wurden große Teile der Innenstadt bei einem Brand zerstört; 60 Häuser wurden Opfer der Flammen. Das 1864 errichtete neue neugotische Rathaus ist ein Nachfolgebau für das bei dem großen Stadtbrand vernichtete Rathaus. […] Am 1. Januar 1970 wurde Horn in die neue Gemeinde Bad Meinberg-Horn eingegliedert. Diese wurde bereits am 10. September 1970 in Horn-Bad Meinberg umbenannt.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Horn_(Horn-Bad_Meinberg) mit Stand vom 17.10.2014)

* * *

Die Übertragung des Knochschen Findbuchs nach VERA erfolgte im Rahmen der Konvertierung analoger Findmittel. - Für die vorliegende Datei wurden auf Grundlage der Knochschen Repertorien modernen Verzeichnungsgrundsätzen entsprechende Klassifikationsbezeichnungen und Aktentitel gebildet (*), dabei neue fortlaufende Signaturen vergeben; erforderlichenfalls wurden kleinere Knochsche Verzeichnungseinheiten zusammengefasst, umfangreichere Konvolute aufgeteilt. Die ursprüngliche Gliederung bleibt grundsätzlich unverändert. Die Appendices A Num. I - D Num. 4 wurden an passender Stelle eingefügt oder neu verzeichnet.

Auf die Prüfung jedes einzelnen Vorgangs (wie bei L 17 - L 25 und L 27) sowie auf sachliche Korrekturen, ob etwa ein Aktenbetreff besser zu einem anderen Gliederungspunkt passt oder ein Vorgang in einen anderen Aktenband, wurde in der Regel verzichtet; dies ist im Rahmen einer einigermaßen zügigen digitalen Erschließung der Knochschen Bestände nicht zu leisten. Bei der Laufzeit wurden aus demselben Grund außer dem Anfangs- und dem Endjahr nur größere Lücken angegeben.

Eine Erschließung des Akteninhalts wie vor über 200 Jahren ist unter heutigen Umständen nicht mehr möglich (siehe dazu auch Bender). Zusätzlich werden deshalb die Knochschen Repertorien als "Images" ins Intranet und ins Internet gestellt. Ihre Benutzung bleibt für eine detaillierte Recherche weiterhin unverzichtbar.

(*) Der von Knoch häufig verwendete Begriff "Privata" wurde mit "Familien in Horn, Buchstabe ..." ersetzt. Bei Ortsnamen wurde möglichst die heutige Schreibweise benutzt, bei Personennamen die heute gebräuchliche Form (Meier statt Meyer, Schalk statt Schalck, Barkhausen statt Barckhausen u.ä.; s.a. die genealogische Sammlung D 77 Brenker).

Detmold, im September 2014

gez. Ralf Schumacher

Literatur

Wolfgang Bender, Archivar aus Leidenschaft - Johann Ludwig Knoch, in: Lippische Mitteilungen 75 (2006), S. 15-36.

Hans Kiewning, Das Lippische Landesarchiv in Detmold, in: Archivalische Zeitschrift Bd. 42/43 (1934), S. 282-321.

Umfang : 43 Kartons = 255 Archivbände (1240) 1329-1809. - Findbuch: L 34; Register der Familiennamen.



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