Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe
1. Staatsarchiv Detmold
1.1. Land Lippe (bis 1947)
1.1.4. Außerlippische Bestände
Lippische Reichskammergerichtsakten
L 82 Reichskammergericht

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(1) Q 180(2) Kläger: Johann von Quernheim zu Harenburg (3) Beklagter: Gerhard, Bernhard und Wilhelm von Quernheim, Brüder und Vettern, (4) Prokuratoren (Kl.): Schröter (1616) Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Pistorius (1616) (5) Prozeßart: Quartae appellationis Streitgegenstand: Dem Appellationsinstrument nach erklärt der Appellant, nach dem Tode Johann von Quernheims d.Ä. sei er dessen Rechtsnachfolger im gesamten Besitz, darunter auch dem Meierhof zu Heipke geworden. Er habe Possession von dem Hof ergriffen und ihn 10 Jahre lang innegehabt und auch vom Abt von Corvey, von dem der Hof lehensrührig sei, einen Mutschein erhalten. Die Appellaten hätten mit der bloßen, nicht bewiesenen Behauptung, sie seien näher verwandt mit dem ersten Lehensnehmer, beim Corveyer Abt seine Berechtigung an dem Hof bestritten. Obwohl über die Näherberechtigung nicht weiter verhandelt worden und kein Urteil ergangen sei, seien die Appellaten mit dem Hof belehnt worden. Die RKG-Appellation richtet sich dagegen, daß in Folge dieser Belehnung und auf Rechtshilfegesuch (requisitoriales) des Abtes Graf Simon zur Lippe die Anweisung gegeben hatte, die Appellaten in den Hof zu immittieren. Der Appellant bemängelt, von der erfolgten, seiner Ansicht nach unrechtmäßigen Immission nur nachträglich erfahren zu haben und ohne vorgängig hinreichend gehört worden zu sein. Er sieht Akte der Appellaten zur Sicherung ihrer Possession als Attentate. Die Appellaten sehen dagegen Akte des Appellanten zur Sicherung seiner Possession als Angriff gegen ihre Immission in den Hof. Sie sehen sich durch den rechtmäßigen Lehensherren und nach hinreichender Untersuchung der Sache mit dem Hof belehnt. Ihre Immission sei lediglich die Folge dieser Belehnung. Sie bestreiten die Zuständigkeit des RKG, da es sich um eine Lehenssache handle, und die Rechtmäßigkeit des Verfahrens auf Grund von Fristversäumnissen bei dessen Einleitung und da der Appellant sich nach eingeleiteter Appellation mit einem Antrag an den Abt gewandt und das Appellationsverfahren mit dieser Wendung an die Vorinstanz habe desert werden lassen. Da er nicht mehr in der Possession des Hofes sei, könne er vom RKG auch keinen Schutz in dieser Possession erhalten. (6) Instanzen: 1. Graf Simon zur Lippe 1615 ( 2. RKG 1616 (1608 - 1618) (7) Beweismittel: Acta priora (Bd. 2, 3). Lehensbrief des Corveyer Abtes Theodor von Beringhausen über den Hof zu Heipke und den dortigen Zehnt für Wilhelm von Quernheim für sich und als Bevollmächigter seines Bruders Bernhard und seines Vetters Gerhard von Quernheim zu Behme, 1615 (Bd. 1 Bl. 17 - 18). (8) Beschreibung: 3 Bde., 6,5 cm; Bd. 1: 2,5 cm, 31 Bl., lose; Q 1 - 3, 9 Beil., prod. zwischen 5. Februar 1617 und 13. März 1618; Bd. 2: Bl. 32 - 66, geb.; unquadranguliert, prod. 7. November 1616; Akten des lipp. Verfahrens (1615); Bd. 3: 3 cm, Bl. 67 - 181, geb.; unquadranguliert, prod. 7. November 1616; Akten des Corveyer Lehensverfahrens (1608 - 1615). Lit.: Artur Schöning, Der Grundbesitz des Klosters Corvey im ehemaligen Lande Lippe, Teil 4: Streubesitz ohne Angabe der Villikation, Detmold 1960, S. 111f.


Bestellsignatur : L 82 Nr. 660
Altsignatur : L 82 Nr. 768



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(1) Q 194(2) Kläger: Henrich Ernst von Quernheim zu Langendernbach (3) Beklagter: Simon Henrich de Wendt und Konsorten, nämlich dessen Schwestern, Witwen von Freden und von Imbsen, beide Paderborn, (4) Prokuratoren (Kl.): Dr. Cornelius Lindheimer 1721 ( Subst.: Dr. Johann Heinrich Dietz ( Dr. Johann Wilhelm Ludolff 1723 ( Subst.: Dr. Johann Ludwig Pfeiffer Prokuratoren (Bekl.): für die Schwestern de Wendt: Dr. Goy (1721) ( für S. H. de Wendt: Lic. Johann Justus Faber 1721 ( Subst.: Lic. Dimpfel (5) Prozeßart: Citationis ad videndum se teneri ad implementum contractus paterni et pravia manifestatione iurata ad restitutionem haereditaris avita sicque condemnari Streitgegenstand: Der Kläger erklärt, nach dem Tode von Kaspar Ernst de Wendt 1658 sei zwischen dessen Witwe Anna, geb. von Greste, und den Kindern, Kaspar Ernst, Vater der Beklagten, Maria Anna, seiner Mutter, und Maria Magdalena, ein Erbvergleich dahingehend geschlossen worden, daß der Sohn das väterliche Gut Papenhausen behalten und den Schwestern bis zu ihrer Heirat nur jährlich 10 Rtlr. und den Gegenwert des Ertrages für ein Scheffelsaat Lein sowie zur Heirat 550 Rtlr. Aussteuer geben sollte, wohingegen diese nach dem Tode der Mutter deren Nachlaß erben sollten. Die Klage ist auf Erfüllung dieser Vereinbarung durch die Beklagten als derzeitige Inhaber der entsprechenden Güter gerichtet, nachdem gütliche Bitten erfolglos geblieben seien. Der Kläger erklärt, seine Mutter habe weder wie vereinbart die Hälfte des mütterlichen Erbes bekommen noch die 10 Rtlr. bis zur Heirat und die 550 Rtlr., die anläßlich ihrer Heirat mit Johann Christoph von Quernheim 1670 fällig geworden wären. Die Schwestern de Wendt bestreiten die Berechtigung der Ladung gegen sie, da im Erbvergleich unter den Geschwistern ihr Bruder die Begleichung aller Schulden übernommen habe. Dieser bestreitet die Berechtigung dieses Einwandes und bemängelt, daß diese nicht auch gegen 2 weitere noch lebende Brüder und die Erben weiterer Brüder gerichtet war. Er fordert Kautionsstellung zur Sicherung seiner Auslagen und von Rekonventionsforderungen (Schulden von Maria Anna de Wendt bei ihrem Bruder, anteilige Prozeßkosten), einen Beweis, daß der Kläger Sohn von Maria Anna de Wendt sei, da dessen Vater mehrfach verheiratet gewesen sei, und macht ohne nähere Begründung die exceptio non sum haeres geltend (= nicht Erbe zu sein). Er bestreitet, je vorher dieses Anspruches wegen angesprochen worden zu sein, und verweist darauf, bereits eine 10jährige Frist, binnen derer keine Ansprüche erhoben worden seien, lasse die Vermutung zu, daß die Forderung beglichen sei. Dies gelte umso mehr für die lange Zeit, in der die Eltern des Klägers sie nicht erhoben hätten. Die vom Kläger vorgebrachten Belege dafür, daß Ansprüche erhoben worden seien, seien nicht beweiskräftig. Das RKG entschied (Completum 15. Mai 1725, Expeditum 15. Juli 1729) unter Rückgabe der extrajudizial eingereichten Triplik, den Kläger, falls er die Forderung weiter zu betreiben gedenke, an den zuständigen Richter erster Instanz zu verweisen und die Ladung gegen die Beklagten aufzuheben. Dem folgt abschließend ein Completum-Vermerk vom 14. Mai 1736. (6) Instanzen: RKG 1721 - 1736 (1653 - 1724) (7) Beweismittel: Erbvergleich zwischen Anna von Greste, Witwe de Wendt, und deren Kindern Kaspar Ernst, Maria Anna und Maria Magdalena, 1660 (Q 4). (Original-) Quittung des Einnehmers der freien Ritterschaft diesseits des Rheins in der Wetterau über die Entrichtung der Ritteranlage für 1712, 1713 (Q 20, 21). (8) Beschreibung: 2,5 cm, 29 Bl., lose; Q 1 - 26, es fehlt Q 9, 3 Beil.


Bestellsignatur : L 82 Nr. 661
Altsignatur : L 82 Nr. 769


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