Historisches Archiv des Erzbistums Köln
F. - Nachlässe (Auswahl)
Schulte, Karl Joseph Dr. (1871-1941)
Nachlass Schulte
Permalink des Findbuchs


Signatur : 8000/Schul

Name : Nachlass Schulte

Beschreibung :

Karl Joseph Schulte wurde am 14.9.1871 auf Haus Valbert bei Oedingen (heute Lennestadt) im Sauerland als Sohn eines Gutspächters geboren. Ein Jahr später zog sein Vater Oswald Schulte mit der Familie nach Essen um und arbeitete fortan in der Verwaltung der Firma Krupp. In Essen besuchte Karl Joseph bis zum Abitur das Burggymnasium.Väterlicherseits dienten die Schultes etwa als Amtmann, Advokat oder Richter bereits zu früheren Zeiten den Landesfürsten, so dem Erzbischof von Köln oder Herzog Ludwig von Hessen und Westphalen. Die Abstammung der Schultes geht u. a. zurück bis zu den Orth ab Hagens, einem Kölner Rechtsgelehrtengeschlecht aus dem 16. Jahrhundert. Auch über seine Mutter Elisabeth Schlünder entstammte Karl Joseph Schulte dem höheren Bürgertum. Die Schlünders waren durch ihren Einstieg in das Postgeschäft zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu Reichtum gekommen.Durch Familienstiftungen, so u. a. Orth ab Hagen, gefördert, studierte Karl Joseph Schulte Theologie in Bonn, Münster und Paderborn und wurde am 22.3.1895 zum Priester geweiht. Für sechs Jahre arbeitete er als Vikar und nebenher als Religionslehrer am Realgymnasium in Witten, bis Schulte 1901 zum Repetent für Dogmatik am Theologenkonvikt in Paderborn berufen wurde. An der Universität in Tübingen promovierte er 1903 mit einer Arbeit über "Theodoret von Cyrus als Apologet" zum Dr. theol. und wechselte in seiner Aufgabe als Repetent an das Priesterseminar. 1905 folgte Schulte dann dem Ruf an die Universität Paderborn und wurde dort Professor für Apologetik und Kirchenrecht. Am 30.11.1909 wurde er zum Bischof von Paderborn gewählt und am 19.3.1910 vom Kölner Erzbischof konsekriert. Am 25.3.1920 erfolgte die Wahl zum Erzbischof von Köln. Im darauffolgenden Jahr, genauer am 07.3.1921, erhob Papst Benedikt XV. Karl Joseph Schulte zum Kardinal mit der Titularkirche Santi Quattro Coronati in Rom. Der Ehren halber verlieh ihm die Universität Breslau am selben Tag den Doktor beider Rechte, nicht nur wegen seiner Inthronisation in Köln, sondern auch wegen seiner Verdienste um konfessionellen Frieden und seinen Einsatz u. a. für vermisste Soldaten im und nach dem Ersten Weltkrieg. Während Schultes Amtszeit als Erzbischof von Köln führte er u. a. jährliche Diözesankonferenzen ein, verlegte das Priesterseminar von Köln nach Bensberg, gründete 1921 das Historische Archiv des Erzbistums Köln, erneuerte das Proprium Coloniense für Missale und Brevier, gestaltete das Diözesangesang- und Gebetbuch neu und schuf 1937 ein Jugendseelsorgeamt im Generalvikariat. Eine umfassende Biografie steht noch aus. Schon seit 1927 an einer schweren Herzkrankheit leidend, verstarb Kardinal Schulte während eines Bombenangriffs auf Köln an einem Herzinfarkt am Montagabend, dem 10. März 1941 im Alter von 69 Jahren.Als Metropolit für die Kölner Kirchenprovinz war Karl Joseph Kardinal Schulte neben den Kardinälen Bertram (Breslau) und Faulhaber (München) einer der wichtigsten deutschen Kirchenvertreter seiner Zeit.



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