Historisches Archiv des Erzbistums Köln
D. - Sonstige katholische Organisationen, Institutionen, Vereine und Verbände (Auswahl)
1. Archiv der Deutschen Bischofskonferenz (DBK)
Katholische Hauptstelle für Bild und Film (KHBF). Teilbestand Anton Kochs
AEK, Archiv der DBK, Katholische Hauptstelle für Bild und Film (KHBF), Teilbestand Anton Kochs
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Signatur : AEK, Archiv der DBK, KHBF, Teilbestand Anton Kochs

Name : Katholische Hauptstelle für Bild und Film (KHBF), Teilbestand Anton Kochs

Beschreibung :

1. Geschichte und Aufgaben der Kirchlichen Hauptstelle für Bild- und Filmarbeit (KHBF)

Die Entwicklung der katholischen Filmarbeit setzt weit vor dem Zweiten Weltkrieg ein1, da die Kirche recht schnell erkannte, dass sich mit diesem Medium auch die Möglichkeit der religiösen und kirchlichen Darstellung erweiterte. Der Papst, die Fuldaer Bischofskonferenzen sowie die Katholikentage setzten sich mit dem neuen Medium auseinander und bemühten sich, die Neuerung unter Beachtung der katholischen Normen und Werte in das Alltagsleben einzufügen. Entsprechende Direktiven und Forderungen wurden erarbeitet. In der NS-Zeit lebte die kirchliche Filmarbeit zunächst fort, wurde aber durch das Regime immer mehr aus der Öffentlichkeit herausgedrängt2. Im Zweiten Weltkrieg endeten dann sämtliche Arbeitsmöglichkeiten. Als sich die Situation nach dem Kriegsende gewandelt hatte, ergriffen die Verantwortlichen die Initiative, um die päpstlichen Weisungen zur Filmarbeit durchzuführen und das vor dem Krieg schon Erreichte weiter auszubauen.Am 27. März 1946 schlug Bischof Berning von Osnabrück auf einer Konferenz der Westdeutschen Bischöfe die Einrichtung einer „Kirchlichen Hauptstelle für Bild- und Filmarbeit“ in den deutschen Diözesen (KHBF) als Unterabteilung des Kirchlichen Referats für Rundfunk und Film vor3. Der Sitz der KHBF sollte in Düsseldorf sein. Diesen Wünschen wurde entsprochen und mit Anton Kochs, der schon vor dem Kriege Leiter des Katholischen Lichtspielverbandes war, ein würdiger Leiter für die KHBF gefunden. Kochs regte schon bald die Gründung von Diözesanbild- und Filmstellen an und klärte in einem Rundschreiben die Leiter dieser Stellen über die Aufgaben der KHBF auf, zu denen vornehmlich die Durchführung der päpstlichen Vorgaben in der Enzyklika über das Lichtspiel vom 29. Juni 1936 gehörte. Papst Pius XI. hatte darin die Gründung von nationalen Filmstellen mit der „Aufgabe der Unterrichtung und Bildung der Katholiken gegenüber der Filmproblematik“ gefordert. Der Ausbau der katholischen Filmarbeit führte schnell dazu, dass sich weitere Stellen bildeten, die in der KHBF zusammengefasst wurden:

- „Kath. Filmkommission für Deutschland“ mit der Aufgabe der Filmbewertung und ab 1947 der Herausgabe der Filmzeitschrift „film-dienst“;

- „Kath. Film- und Fernsehliga“ als Aktion für den guten und gegen den schlechten Film;

- „Kath. Filmwerk“ für Filmproduktion und -verleih in kirchlichen Gemeinden und Vereinen.

Aufgabe der KHBF war es laut Satzung von 1955, die gemeinsame kirchliche Filmarbeit in den Diözesen zu tragen. Im expandierenden Filmwesen im Nachkriegsdeutschland wurde ein Mitwirken u. a. in der „Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ (FSK), in diversen Filmfestspielen und bei Filmauszeichnungen notwendig. Auf internationaler Ebene schlossen sich die katholischen Filmzentralen im „Office Catholique International du Cinéma“ (OCIC) mit Hauptsitz in Brüssel zusammen. Anton Kochs wurde 1957 Vizepräsident des OCIC sowie Konsultor der Päpstlichen Kommission für Film, Funk und Fernsehen in Rom.1968 zog die KHBF zusammen mit der Redaktion des „film-dienst“ von ihrem Haus in der Kreuzstraße 24 in Düsseldorf nach Köln in die Zeughausstraße 13. Seitens der deutschen Bischöfe fungierte Dr. Carl Joseph Leiprecht, 1949-1974 Bischof von Rottenburg, als Referent für das Filmwesen und das Filmapostolat.

2. Zur Verzeichnung des Bestandes

Die vorliegenden Unterlagen der „Kirchlichen Hauptstelle für Bild- und Filmarbeit“ (KHBF) gelangten im September 2001 zusammen mit weiteren Beständen aus dem Archiv der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn in das Historische Archiv des Erzbistums Köln. Eine erste Sichtung und Sortierung nach Provenienzen erfolgte durch Herrn Thomas Müller. Im Zuge dieses Arbeitsschritts formierte er den jetzt bearbeiteten Bestand der Akten der KHBF vor, der innerhalb des Gesamtarchivs der DBK (mit einen Umfang von fast 500 lfm.) rund 15 lfm. ausmachte.Vor der Verzeichnung unterzogen Dr. Ulrich Helbach vom Historischen Archiv des Erzbistums Köln, der das Verzeichnungsprojekt betreute, und die Unterzeichnerin das gesamte Schriftgut einer intensiven Bewertung. Dabei wurden vor allem Filmwerbungen sowie Duplikate von Jahresberichten, Gutachten, Verträgen, Protokollen und Druckschriften, die die KHBF nicht direkt betrafen, schließlich einige Gehaltsquittungen als nicht archivwürdig bewertet und zur Kassation verfügt; der Gesamtumfang des zu kassierenden Materials belief sich auf gut 3 lfm.Bei der Verzeichnung und Ordnung des Bestandes gelangte das Verzeichnungsprogramm AUGIAS-SQL 7.4 der Firma Augias-Data zum Einsatz. Die von Augias übergebene erste Findbuch-Datei wurde bis zum vorliegenden Endprodukt mit dem Textprogramm Word2000 von Microsoft bearbeitet. Während der Verzeichnungs- und Ordnungsarbeiten wurden die Akten durch die Unterzeichnerin von allen Metallen, Folien, Heftstreifen usw. befreit und in säurefreie Archivmappen aus „Eterno-Board“ mit Plastikstiften umgelagert. Der 691 Stücke umfassende Bestand war zum Zeitpunkt der Übernahme qua Aktenplan teilweise nach Sachgebieten geordnet. Es schien sinnvoll, diese vorarchivische Gliederung des Bestandes im Wesentlichen beizubehalten und nötigenfalls um neue Sachgebiete zu erweiterten. Die abschließend gefundene Klassifikation ist bemüht, die Organisation der KHBF abzubilden.Akten mit deutlich personenschutzrelevanten Inhalten sind in Hinblick auf die Benutzung des Bestandes durch Dritte durch das Kürzel „(P)“ gekennzeichnet.Die Herstellung des Index und die Layoutbearbeitung des vorliegenden Findbuchs besorgte Josef van Elten vom Historischen Archiv des Erzbistums Köln.

3. Charakteristik und Zitierweise des Bestandes

Die in diesem Teilbestand der KHBF verzeichneten Akten liefern wertvolle Aufschlüsse über die Arbeitsweise und Bedeutung der KHBF und über die weit reichende Einflussnahme der katholischen Filmarbeit im kulturellen Alltagsleben, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Die Überlieferung umfasst den Zeitraum von 1945 bis 1969 (mit wenigen Aktensplittern über 1969 hinaus). Sie beinhaltet ausschließlich die Dienstakten und Korrespondenz von Anton Kochs. Die Akten von Kochs’ Nachfolger Wilhelm Schätzler wurden hier zunächst noch nicht erfasst.Der Bestand KHBF ist also noch nicht abgeschlossen; er wird später noch Zuwächse durch die Akten aus der Dienstzeit von Wilhelm Schätzler und ggf. auch durch weitere einstweilen noch bei der „Deutschen Bischofkonferenz“ verbliebene Akten erfahren. Aus diesem Grunde wurden die Stücke gemäß dem so genannten „Bärschen Prinzip“ in der Reihenfolge ihrer Bearbeitung durchnummeriert. Für das vorliegende Findmittel wurden sie aber in sachlogischer und innerhalb der Sachgruppen in chronologischer Reihenfolge angeordnet. Die Aktensignaturen im Findbuch sind daher sog. „Springnummern“.

Der Bestand ist wie folgt zu zitieren: AEK, DBK, KHBF (Teilbest. Kochs).

4. Ergänzende Überlieferung

Zu der Überlieferung zur Film- und Fernseharbeit, wie sie im vorliegenden Bestand der KHBF dokumentiert ist, werden später noch einige andere Bestände aus dem Archiv der Deutschen Bischofskonferenz hinzutreten. Zu nennen sind in erster Linie die zukünftig zu verzeichnenden Akten des Sekretariats der DBK, weiterhin v. a. die Akten der „Katholische Film- und Fernsehliga“, der „Katholische Filmkommission für Deutschland“, des „film-dienstes“ und des „Office Catholique International du Cinéma“. Weiteres wichtiges Material findet sich in den einschlägigen Aktenbeständen der Generalvikariate bzw. Ordinariate sämtlicher deutscher Bistümer, den Dienstakten der zuständigen Mitarbeiter und, soweit vorhanden, in den Beständen der durch die Bistümer getragenen Einrichtungen. Dort finden sich sowohl Informationen über die Institution KHBF als auch über die einzelnen (Erz-)Diözesanfilmstellen. Ferner kommen als Komplementärüberlieferung die Archive bzw. das Schriftgut der jeweiligen staatlichen Filmbeauftragten und der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft in Frage. Markante Persönlichkeiten betreffend verweisen wir auf die jeweiligen Nachlässe der Personen.

Der Bestand ist für die wissenschaftliche Forschung zugänglich.



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