Historisches Archiv des Erzbistums Köln
F. - Nachlässe (Auswahl)
Witte, Franz Werner (geb. 1923)
Bestand Nachlass Witte
Permalink des Findbuchs


Signatur : NL Witte

Name : Bestand Nachlass Witte

Beschreibung :

Franz Werner Witte wurde als Vorstandsmitglied des Katholikenausschusses der Stadt Köln Anfang der 1980er Jahre die Aufgabe übertragen, die Geschichte der katholischen Jugend Kölns zu erforschen. Ergebnis der Arbeit sollte ein umfassendes Werk zu diesem Thema sein, das jedoch nie fertig gestellt wurde, da 1990 zuvor verfügbare Personalmittel gestrichen wurden. Seitdem lagerten die damals zusammengetragenen Unterlagen und Informationen bei Franz Werner Witte, der sie dann Anfang 2009 anlässlich seines Umzugs in ein Altenheim dem Historischen Archiv des Erzbistums Köln (AEK) übergab. Der Bestand enthält vielfältiges Material sowie zahlreiche Notizen zur katholischen Jugend der einzelnen Kölner Pfarreien, zu katholischen Jugendverbänden und zu Einzelpersonen. Ferner beinhaltet er Tagebuchablichtungen von Zeitzeugen sowie Fotoalben, Fahrtenbücher, Korrespondenzen und zeitgenössische Jugendliteratur. Bevor Franz Werner Witte die Arbeit an dem Projekt einstellte, verfasste er das umfangreiche Mauskript „Um eine neue Kirche und eine neue Lebensform – Jugend als Wegbereiter. Die katholische Jugend Kölns in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“, das ebenfalls im Bestand enthalten ist. Der zunächst anvisierte Untersuchungszeitraum erstreckte sich sogar vom 14. (!) bis ins 20. Jahrhundert. Der Schwerpunkt des Interesses liegt jedoch – wie der Titel des Manuskripts bereits verdeutlicht – eindeutig auf der Zeit seit 1900 und hier insbesondere auf den Jahren des Nationalsozialismus. Alles in allem leistete Franz Werner Witte eine grundlegende Recherchearbeit auf der Gemeindeebene: Er durchsuchte nahezu alle Kölner Pfarrarchive nach relevantem Material zur katholischen Jugend. Zudem führte er zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen und protokollierte diese. Sie machen einen bedeutenden Teil des Materials aus. Inwiefern die Interviewmitschriften für weitere wissenschaftliche Untersuchungen nutzbar sind, ist jedoch fraglich. Witte notierte jeweils stichwortartig Gesprächsteile, ohne sonstige Informationen zur Gesprächssituation oder seinen Notizen zu liefern. Dennoch bieten die Mitschriften für bestimmte Aspekte interessante Hinweise, zum Beispiel lassen sich dadurch Netzwerke der damaligen katholischen Jugend gut rekonstruieren. Insgesamt verschafft Wittes Forschungsarbeit einen Gesamtüberblick zur Geschichte der katholischen Jugend in Köln, die sich besonders auch durch Selbstzeugnisse von Zeitzeugen auszeichnet. An vielen Stellen ist es jedoch schwer, dem nur zum Teil systematischen Ordnungsprinzip zu folgen. Aus diesem Grund enthält der Nachlass in erster Linie solide Ansatz- und Orientierungspunkte für weitere Forschungen, ob und inwiefern er darüber hinaus nutzbar ist, muss hier offen bleiben.



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