Historisches Archiv des Erzbistums Köln
C. - Dekanate und Pfarreien
Pfarr-, Stifts- und Klosterarchive der Kölner Innenstadt (inkl. altes Domarchiv)
Pfarrarchiv Groß St. Martin
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Bestand Groß St. Martin
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1644 - 1846
Permalink der Verzeichnungseinheit

Meß- und Anniversarienstiftung des Johann von Broich aus dem Jahre 1644, (1644), 1720-[um 1846]


Enthält :
- Obliegenheit und Vermögen der Stiftung (Auflistung), [um 1846] - Urkunde: Die Aussteller [Erben der Familie Broich mit Abt, Prior u. Konvent von Groß St. Martin] bekunden: (1.) + Caspar von Mülheim, Ratsverwandter der Stadt Köln, hat am 13. Januar 1586 mit der Zustimmung seines Schwiegersohnes (eythumbs) Johann Broich, Ratsverwandter der Stadt und Bannerherr des Weinamtes in Köln, aus der strittigen Pflugischen Erbschaft testamentarisch mehrere hundert Taler kölnisch den Armen vermacht. (2.) Am 16. April 1622 hat Johann Broich dieses Vermächtnis auf 1000 Taler erklärt und ihm noch 2034 Rtlr aus seinen anderen Gütern zugeschlagen, außerdem für den Fall, daß seine Tochter Margareta Broich kinderlos stirbt, 1000 kölnische Taler den Hausarmen übertragen. (3.) Am 8. Mai 1621 hat besagte Margareta Broich testamentarisch 5000 kölnische Taler für 2 Messen und für eine Anzahl von Armen vermacht. Ihr Bruder Johann Broich, Sohn des Johann Broich und ebenfalls zeitweilig Ratsverwandter und Bannerherr des Weinamtes, ist gestorben, bevor er den letzten Willen seiner Verwandten vollziehen konnte. Daher errichten sämtliche Kinder und Erben des zuletzt verstorbenen Johann Broich und seiner Frau Katharina Rusterlaes, nämlich Jacob, der Doktor der Rechte, Kanzler zu Molzheim und Geheimer Rat des Kurfürsten von Lothringen (!), Heinrich Andreas Gaill und Margareta Broich, der Haushändler Johann Broich, der Doktor der Rechte und Ratsverwandte der Stadt Köln Johannes Lemgovius und Christina Broich, der Doktor der Rechte und kurfürstliche Rat Jacobus Grass und Sibilla Broich sowie auch Christina Hollandt, die Witwe des verstorbenen Johann Broich und Sibert Strader als Kurator und im Namen des Adam und der Christine Broich, aus zweiter Ehe des Johann Broich mit Christine Hollandt am Mittwoch, den 24. April 1644 [in der Kopie: 27., jedoch aufgrund der Wochentagangabe der 24. ] folgende Stiftung. Sie stiften 3 wöchentliche Lesemessen, ein gesungenes Anniversarium und eine wöchentliche Spendung für 30 Arme; und da nicht alles nach dem Wortlaut des Testaments durchgeführt werden kann, stiften sie es gemäß und geben dazu 10250 Taler kölnisch, von denen aber zuvor 250 Taler gemäß dem Testament des Kaspar Mülheim an die Erben der Frau Bielchen von Mülheim, jetzt Ballendunck und Ellersche Erben, zu zahlen sind. (1.) Die Erben sowie Abt, Prior und sämtliche Konventualen des Klosters Groß St. Martin in Köln, in dessen Kirche unterhalb des Dreikönigsaltares die Vorfahren der BroichErben ihre Grabstätte haben, haben sich geeinigt, daß dort an diesem Altar in näher bezeichneter Weise wöchentlich donnerstags zwischen 7 und 8 Uhr morgens eine Messe mit Totengedenken für die Familie gehalten wird, ferner (2.) eine Singmesse oder Anniversar am selbigen Ort am 24. April [s. o. ] gegen 8 Uhr morgens oder am Folgetag. (3.) Zur Sicherung dieser Stiftung erhalten Abt, Prior und Konventualen ein Kapital von 700 Rtlr jährlich, je zur Hälfte zum 1. Mai und zum Fest Allerheiligen, und zwar im Zeitraum von 14 Tagen oder einem Monat nach dem jeweiligen Termin, wovon die Konventualen am Gedächtnistag eine näher bezeichnete Speisung erhalten. (4.) Ferner sollen am genannten Altar zwei weitere wöchentliche Lesemessen freitags und samstags gegen 7 Uhr morgens von einem besonderen von den Erben ausgewählten Priester gehalten werden. Der Prister erhält dafür ein Kapital von 1000 Rtlr, jährlich zahlbar an den beiden obengenannten Zahlterminen. 5.) Abt, Prior und Konventualen erhalten 200 Rtlr Kapital, zahlbar wie oben. (6.) Nominationsund Präsentationsrecht werden in näher bezeichneter Weise geregelt. (7.) Jeden Samstag sollen in der Kirche Groß St. Martin 30 Arme nach Anhörung der Messe und nach dem Gedenken für die Stifter 8 Albus kölnisch erhalten. Die Armen werden von den Erben Johann Broich, Christina Hollandt verwitwete Broich, Margarete Broich, nun Gail, Christina Broich, nun Lemgovius, Sibilla Broich, nun Grass, Christina Broich und Adam Broich in der näher beschriebenen Weise benannt und als Berechtigte ausgewiesen. (8.) Die Stifter ernennen den Notar Johann Andreas von Nichem zum Verwalter der Stiftung, dessen Aufgaben und Entschädigungen im folgenden aufgezählt werden. Folgt: Verzeichnis angewiesener Gelder: Margarete Broich, verwitwete Gail 1200 Taler kölnisch, Johann Broich 3400, Christina Broich, nun Lemgovig, 1000, Sibilla Broich, nun Graß, 1200, dazu insgesamt 3300; ergibt eine Summe von 10100 Talern kölnisch. (9.) Diese Kapitalien, aus deren Renten die Stiftungsobliegenheiten zu bestreiten sind, haben genannte Personen angewiesen. Sie lassen sich sobald ihnen die elterlichen Güter übergeben sind diese hinsichtlich der Stiftung im Schrein bestätigen; bis dahin werden sie das Geld zu 4 Prozent jährlich anlegen. Dazu haben sie gemeinsam ein [oben bereits genanntes] Kapital von 3300 Talern gegeben, die ihr Vater Johann Broich am 4. Februar 1628 auf das Haus zur Fontein, im Schrein Sivertz (?) genannt, oberhalb des Martores (Marportzen) gelegen zu näher ausgeführten Bedingungen angelegt hat. Die Erben haben versprochen, den Inspektoren 150 Taler kölnisch zu zahlen. Einen etwaigen Überschuß sollen diese für den Dreikönigsaltar oder für die Armen verwenden. Falls ein Kapital gekündigt wird, soll in näher bezeichneter Weise verfahren werden. (10.) Zu Inspektoren haben die Erben den Johann Broich sowie den derzeitigen Abt von Groß St. Martin erwählt; nach dem Tod Johanns soll der jeweils älteste Erbe die Funktion innehaben. Ankündigung der Unterschriften der Erben; Siegelankündigung durch Abt, Prior und Konventualen von Groß St. Martin mit dem Abtsund Konventssiegel; 1644 April 24, Unterschriften: Christina Hollandt, Johannes Lemgovig, Johann Broich, Sibille Graß; Abt Henrich Libler, Senior Arnold Weller, Prior Gerhard Crapolius von Groß St. Martin. Besiegelt mit dem Abtsund Konventssiegel, Kopie 17. Jh. - Notariell beglaubigte testamentarische Verfügung des Hermann Joseph Broich, 1720-1724 - Erneuerung der Stiftung mit teilweise veränderten Bestimmungen, 1727-1732 - Rechnung der Stiftung von April 1784, 1785 - Veränderungen bzgl. Vermögen und Obliegenheiten der Stiftung (Auflistungen), 18. Jh. - Auszüge aus dem Liber Laurentii, [nach 1744] - Status und Aufteilung der Stiftung zwischen der Kirche Groß St. Martin und der Armenverwaltung, 1821


Altsignatur : GSM266


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