Historisches Archiv des Erzbistums Köln
C. - Dekanate und Pfarreien
Pfarr-, Stifts- und Klosterarchive der Kölner Innenstadt (inkl. altes Domarchiv)
Pfarrarchiv Groß St. Martin
Bestand Pfarrei Groß St. Martin
Bestand Groß St. Martin
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1648 - 1890
Permalink der Verzeichnungseinheit

Stiftung der Eheleute Winand Schlecht und Gudula geb. Scheiff aus den Jahren 1648 sowie Rente des Wilhelm Wallendahl und seiner Ehefrau Anna Maria geb. Rövenich, (1648), 1650-1890


Enthält :
- Jakob Schorn, Pfarrer, Michael Westenberg, Johann von Lith und Viktor Judendunck, alle Kirchmeister von St. Brigida in Köln, bekunden, daß ihr Kollege Winand Schlecht, weiland ebenfalls Kirchmeister, und seine Ehefrau Gudula Scheiff zwei Wochenmessen dienstags und freitags um 1030 Uhr sowie als Memorie eine jährliche gesungene Reliquienmesse in der Pfarrkirche St. Brigida gestiftet haben, gegen 27 Rtlr jährlicher Abgabe (Fahre); diese sind zu zahlen jeweils am 1. Juni von ihrem Backhaus in der Lintgasse. Die beiden ältesten Kirchmeister als dazu bestimmte Kollatoren und Aufsichtführende über die Stiftung sollen das Geld an diesem Termin oder im Zeitraum von 14 Tagen danach erhalten und davon folgende Teile auszahlen: (1.) Dem Offizianten der Messe jährlich 20 Rtlr, und zwar halbjährlich jeweils die halbe Summe, (2.) dem Pfarrer 3 Rtlr, (3.) den Kaplänen für die allsonntägliche Bitte auf der Kanzel für das Stifterehepaar 1 Rtlr, (4.) dem Offermann ¿ Rtlr, (5.) den beiden ältesten Kirchmeistern zusammen ¿ Rtlr und (6.) für das Jahrgedächtnis (Jahrgezeit) 2 Rtlr, die an den Chor zu verteilen sind, damit daraus auch 3 Lesemessen bezahlt werden, die durch die Kapläne oder Chori socii unter dieser Requiemsmessen gefeiert werden sollen. Freunde und Verwandte erhalten den Vorzug als Offizianten bei Bereitschaft zum Amt und entsprechender Qualifikation. Falls durch das Versäumnis der aufsichtführenden Pfarrer und Kirchmeister die Ausübung der Stiftung gestört wird, haben die Nachkommen der Stifter das Recht, die Stiftung an eine andere Stelle zu transferieren. Aus dem Backhaus der Stifter, zum Seil oder Mindhaus genannt, soll solange die Stiftung besteht und der Bewohner dieses Hauses gute Ware liefert zur Spende der [Arm-] SeelenBruderschaft der Pfarrkirche aufgehendes Brot gegen den jeweiligen Tageswert, der dem Hausbewohner zusteht, geliefert werden. Pfarrer und Kirchmeister gewähren den Stiftern und ihren Nachkommen ein Grab und einen Grabstein im hohen Chor vor dem Altar neben dem Grab des Kanzlers Gailensehl, bezeichnet mit der Nummer 122, über das dieselben, solange die Stiftung besteht, frei verfügen können; jedoch müssen sie es gemäß alter katholischer Ordnung jährlich beleuchten lassen. Sie dürfen darin auch ihre Freunde, Verwandten und guten Bekannten bestatten lassen, jedoch muß bei jeder Übertragung des Grabes auf einen anderen Besitzer per Erbrecht auf andere Weise dem Pfarrer und den Kirchmeistern für die Kirche ein Goldgulden gezahlt werden. Siegler beider Ausfertigungen eine für das Archiv der Pfarrkirche, eine für die Stifter die Aussteller; 1648 Mai 10, 3 Kopien, 18. Jh. [Die eigentliche Stiftungsurkunde vom 10. Mai 1646 befindet sich im PfA St. Brigida Ur kunden (= C I) Nr. 74a.] - Umrechnung der Rente zu 27 Rtlr in preußische Währung, 1863 - Beschwerde des W. Wallendahl über die Erhöhung der Rente von ehemals 27 Rtlr auf dem Haus Lintgasse 5, gen. zum Seil, seitens des Kirchenvorstandes, 1838 - Michael Westenberg, Weinand Schlecht, Johann von Lith und Viktor Judendunck quittieren den Empfang von 100 Talern kölnisch jeder Taler zu 52 Albus vom Pfarrer Jakob Schorn; dieses Geld ist angelegt auf ein Haus an der Stelle des Buttermarktes, die zur Trappen genannt wird, und dient der Beleuchtung der Ampel vor dem Allerheiligsten; vorher bestand eine Abgabe (Fahr) von einer Mark zu 63 Albus kölnisch auf das Haus genannt die Pfaw [?] in der Neugasse. Die Aussteller werden jährlich an St. Michaelis [29. September] dem Pfarrer 4 Taler davon zahlen. Unterschrieben und besiegelt durch die Aussteller. 1650 Januar 3, Ausf., Papier, 4 Siegel der Aussteller aufgedrückt (Nr. 2 beschädigt), 4 Unterschriften der Aussteller - Grundbucheintrag Lintgasse 5 auf den Namen des Heinrich Schmitz, 1890 - Notarielle Anerkennung der Rentenverpflichtung des Johann Gottfried Wallendahl, der Helena Wallendahl und Sibilla Wallendahl, 1853 - Bescheinigungen über die Beurkundung der gestifteten Rente von 27 Rtlr im Schrein Brigida, Nova platea, [18. Jh. ] - Erneuerungen der Rente zu Gunsten der Kirchenfabrik von Groß St. Martin, 1808-1882,


Altsignatur : GSM268


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