Historisches Archiv des Erzbistums Köln
C. - Dekanate und Pfarreien
Pfarr-, Stifts- und Klosterarchive der Kölner Innenstadt (inkl. altes Domarchiv)
Pfarrarchiv Groß St. Martin
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Bestand Groß St. Martin
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1732 - 1846
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anniversarien- und Meßstiftung des Wilhelm Hackstein aus dem Jahre 1620 bzw. 1732, (1732-1774)-[um 1846]


Enthält :
- Obliegenheiten und Vermögen der Stiftung (Auflistung), [um 1846] - H. F. von Wolfskehl und seine Schwester A. B. C von Wolfskehl bekunden die Stiftung ihres Vorfahren (atavus) + Wilhelm Hackstein, Doktor der Rechte, älterer Bürgermeister der Stadt Köln. Am 23. Juli 1609 hat er eine Stiftung für eine Schwester im Kloster und Gotteshaus zum Lämmchen auf der Burgmauer in Köln begründet; falls das Kloster die Stiftung nicht annimmt, sollte sie der Kirche Mariä Bethlehem in der Römergasse (Reimerßgaßen) zukommen; wenn beide Kirchen sie nicht annehmen, sollte das gestiftete Kapital von 500 Rtlr für ein anderes gottgefälliges Werk dienen. In der Folge haben dann aber beide Kirchen mit Zustimmung des Weihbischofs Franz-Kaspar von Siersdorf, als Kommissar beider Kirchen, auf diese Stiftung und das ihnen daraus zukommende Recht gemäß dem Inhalt zweier eigenhändig unterschriebener und mit aufgedrückten Siegeln versehener Urkunden verzichtet. Daher treffen die Aussteller als Nachfahren und Erbberechtigte Hacksteins folgende Verfügungen: (1.) Das ursprünglich den beiden genannten Kirchen vermachte Kapital von 500 Rtlr soll zu einer wöchentlichen Messe, montags um 8 Uhr, verwendet werden. Weil beide Kirchen eine solchen Wochenmesse aber nicht annehmen wollen, tragen sie sie der Kirche der Ursulinen auf der Makabäerstraße an, die sie mit der Zustimmung ihres Kommissars, des Offizials, Domkapitulars u. Kurköln. Geheimen Rates Johann Arnold de Reux übernehmen soll. (4.) [sic!] Aus dem gestifteten Geld erhält der die Wochenmesse lesende Priester jährlich am 6. Juli 9 Rtlr zu [?] 80 Albus kölnisch, ferner jährl. 3 Rtlr. Den Überschuß aus der jährlich der Kirche [aus dem Kapital von 500 Rtlr] zukommenden Rente erhält der Patron am Tag vor dem in der Folge unter Punkt 12 genannten Anniversarium. (5.) Dieser Überschuß soll zum einen unter den beim Anniversarium Anwesenden sowie den durch Krankheit und Gebrechlichkeit Verhinderten einerseits sowie unter den im Vorsterschen Konvent auf dem Brandt Wohnenden andererseits verteilt werden, und zwar nach dem jeweiligen Anniversarium. (6.) Sind die Einkünfte in einzelnen Jahren geringer, soll die Zuteilung aus dem eingegangenen Teil erfolgen. (7.) Falls die Freitagsrentkammer ihrer Zahlungspflicht wegen außergewöhnlicher Umstände nicht nachkommt, soll das Anniversarium weiterhin gehalten werden. Jedoch soll dann die Zahlung an die im Vorsterschen Konvent Wohnenden und die Feier der Wochenmesse ausgesetzt werden bis wieder Zahlungen eingehen. (11.) Wenn die Familie ausstirbt, soll das Patronatsrecht über die Wochenmesse der Kirche der Ursulinen zufallen, das Vorstersche Konvent der Pfarrkirche St. Brigida inkorporiert werden. Die Einnahme und Verteilung des dem Konvent zustehenden Geldes soll der Kirchmeister übernehmen. Er übernimmt die Pflichten der Aussteller, u. a. indem er beim Tod eines Angehörigen des Konvents die Stelle neu besetzt. Falls der Kirchmeister dafür ein Entgelt wünscht, soll ein solches durch den Generalvikar und mit dessen Zustimmung festgesetzt und dem Kirchmeister aus den jährlichen Konventsrenten angewiesen werden. Diese Verfügung über das Vorstersche Konvent haben die derzeitigen Kirchmeister von St. Brigida, Hermann Dietrich von Wittgenstein, Ratsverwandter und Weinmeister der Stadt Köln, Anton Bianco, Johann Jakob Hüls, beide Ratsverwandte, und Heinrich Krahn, Ratsregistrator, unter der Bedingung angenommen, daß in Zukunft die Kirchmeister weder zum Bau des Konvents, noch zum Unterhalt der Personen über die jährlich eingehenden Renten herangezogen werden. (12.) Die Aussteller haben die Rente von 75 Rtlr, die aus dem seit 5 Jahren nach dem Tod der letzten auf die Stiftung im Lämmchen angenommene Klosterjungfrau Maehs versessenen Kapital am St. Remigiustag [1. Oktober] zu zahlen ist auf die Summe von 100 Rtlr zu [?] 80 Albus erhöht. Für diese Rente, die der Kirche der Ursulinen für dieses Jahr bereits gezahlt wurde, sollen sie jährlich am 5. November in der näher bezeichneten Weise die Hacksteinschen Nachkommen am Vortag einladen. Ein evtl. verbleibender Rest aus der Rente des Kapitals von 100 Rtlr soll zu einer kleinen Erfrischung der geistlichen Klosterfrauen, für ihren Gesang beim Seelenamt, verwendet werden. Unter den Insassen des Vorsterschen Konvents soll ein etwa verbleibender Rest aus den Renteneinnahmen von den 50 Rtlr am Tag des Anniversariums verteilt werden. Weil Wochenmesse und Anniversar unter genannten Bedingungen von den Ursulinen angenommen wurden und darüber drei von allen Vertragsparteien unterschriebene Urkunden ausgefertigt und den beiden Jungfern von Fabri, den Erben von Wolfskehl und Nagel sowie der Kirche der Ursulinen zugestellt wurden, bitten die Aussteller, die Kirchmeister von St. Brigida, die Oberinnen und die ganze Gemeinschaft der Kirche der Ursulinen den Generalvikar um die Bestätigung dieser Stiftung und um die Ernennung der Provisoren über das Vorstersche Konvent auf dem Brandt; 1732 September 24; besigelt durch (1.) M. M. Fabri und A. M. Fabri; (2.) F. von Nagel; (3.) H. F. von Wolfskehl für sich und seine Schwester A. B. C. von Wolfskehl, Kopie [um 1846] - Generalvikar Johannes Andreas von FrankenSierstorff bestätigt den Verzicht der beiden zuerst bedachten Klöster und die Übertragung der Stiftung, 1733 Juni 24, Kopie [um 1846] - Übertragung der Rente durch die Erben Fabri auf die Kirchmeister von St. Brigida zur Verteilung an die Insassen des Kovents auf dem Brand, 1774 (Notiz) Kopie [um 1846]


Altsignatur : GSM280


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