Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Adelsarchive
Ege - Egelborg
Nottbeck (Ege.Not)
Egh.Egh.A - Archiv Eggeringhausen, Akten


Signatur :

Name : Egh.Egh.Ak - Archiv Eggeringhausen, Akten

Beschreibung : Im Urkundenbestand Erggeringhausen fließen die Archive der beiden Häuser Egge-
ringhausen und Eiden zusammen.

Eiden erscheint erstmals 1407, als Heidenreich von Geseke sein Gut Östereiden
mit allem Zubehör mit Cord von Langenstaße d.A. und dessen Sohn Cord tauschte
und dafür deren Gut zu Eggeringhausen erhielt (Uk. 1). 1469 verkaufte Heinrich
von Langenstraße dem Gafen Cord von Rietberg sein gesamtes Eigentum, insbe-
sondere das Haus und die Burg zu Eiden mit den utersten Ringen mit allem Zube-
hör; Bernd Herr zu Büren belehnte daraufhin den Grafen mit dem Haus zu Eiden
mit dem Ringe, mit der Freigrafschaft und ihren Freistühlen und dem Dorf Langen-
straße (Uk. 9).

Eggeringhausen ist 1313 im Lehnregister des Grafen Wilhelm von Arnsberg erst-
mals urkundlich erwähnt (Seibertz, UB 556 § 62). 1382 trug Gerhard von Mellrich
seine fortalitio in Ecgerinchusen dem Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden
zum Offenhaus auf (Seibertz, UB I, 633). 1483 verkaufte Noleke von Mellrich auf-
grund von Schulden dem Godert Ketteler, Amtmann zu Hovestadt, Wohnung, Haus
und Hof zu Eggeringhausen mit Wildbann, Jagd, Trift und sonstigem Zubehör (Eg-
geringhausen, Uk. 11). Der Kämmerer Johann von Ketteler ließ sich 1596 von
Erzbischof Ernst von Köln die hohe und niedere Gerichtsbarkeit im Dorf Mellrich
und weitere Rechte bestätigen (Uk. 18). Ein Jahr darauf dehnte der Erzbischof für
2500 Rtl. die Jurisdiktion von Eggeringhausen als kurkölnisches Lehen auf die
Dörfer Uelde, Altenmellrich, Robringhausen, Waltringhausen und Klieve aus (Uk.
19).

1618 verkaufte Johann von Kettler seinen Erbbesitz Eggeringhausen mit allem
Zubehör samt Gerichtsbarkeit an Graf Johann von Ostfriesland-Rietberg (Uk. 21 a).
1654 wurde Graf Johann von Ostfriesland und Rietberg vom Kölner Erzbischof mit
der hohen und niederen Gerichtsbarkeit im Dorf Mellrich und den Gütern Robring-
hausen, Altenmellrich, Waltringhausen, Klieve und Uelde belehnt (Grfsch. Rietberg,
Urk.). Während Eggeringhausen später an die Grafen bzw. Fürsten von Kaunitz als
Nachfolger der Grafen von Rietberg ging, verkauften die Grafen von Rietberg die
Herrschaft Mellrich 1689 an die Grafen von Plettenberg.

1818 erwarb Friedrich Leopold von Fürstenberg-Herdringen Eggeringhausen und
Schlingwurm für seine Familie (Akte 112). Durch Testament vom 13. Oktober 1832
setzte er seinen Sohn Franz Friedrich (Franz Fritz) zum Erben der beiden Güter
ein; dieser begründete die Linie Fürstenberg-Eggeringhausen. Er erwarb 1846 das
Gut Schederberge bei Meschede, das bis 1942 im Besitz der Familie blieb (Akten
110, 168). Mit dem Gut Schederberge war auch der Wehrstapeler Hammer erwor-
ben worden, der allerdings schon 1854 wieder verkauft wurde (Akte 154). Von
seinem Schwiegervater Wilhelm von Imbsen-Wewer erbte Franz Friedrich von
Fürstenberg ferner Salinenanteile in Salzkotten.

Von Haus Eiden haben sich im Archiv Eggeringhausen eine Reihe von Urkunden
des 15. Jahrhunderts sowie ein Einkünfteverzeichnis und Jahresrechnungen des
16. Jahrhunderts erhalten. Von der Herrlichkeit Mellrich sind eine Reihe von Jah-
resrechnungen des 18. Jahrhunderts sowie Akten zur Schnade und zum Patronat
in Mellrich vorhanden. Der größte Teil der Überlieferung dieser Häuser liegt jedoch
im StA Münster, Best. Grafschaft Rietberg, und im Archiv Hovestadt, Best. Mellrich.

Der Aktenbestand Eggeringhausen umfaßt in der Hauptsache die Verwaltung des
Guts Eggeringhausen und der mit ihm verbunden Güter vom Anfang des 19. bis in
bis zum Tod von Lothar Freiherr von Fürstenberg (1870-1951); nur vereinzelt finden
sich Stücke aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Im Jahr 2000 wurde das Archiv Eggeringhausen in das Depot der Vereinigten
Westfälischen Adelsarchive in Münster überführt. Dorthin war kurz zuvor auch der
Urkundenbestand verbracht worden, der sich zuvor im Staatsarchiv Münster befun-
den hatte und dort von Manfred Wolf erschlossen worden war.

Die Hälfte Registratur war nach einem Aktenplan aus den 1930er Jahren geordnet
(Akte 8). Diese Registraturordnung wurde in abgeänderter Form der Verzeichnung
zugrunde gelegt; eine Mappe mit "alten Urkunden" (XI abg. 4) wurde aufgelöst. Die
Aktentitel wurden von Frau Roswita Kullmann und Frau Vanessa Bulgrin im Rah-
men ihrer Ausbildung zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste mit
der Laufzeit in das Verzeichnungsprogramm Augias eingegeben. Die andere Hälfte
der Akten, meistens ältere Sachen, war ungeordnet, ließ sich aber in das Schema
der Registratur einordnen. Wegen der schon erlittenen Verluste wurde auf Kassa-
tionen verzichtet.

Münster, im Mai 2001

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