Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Abb Abbenburg
Abb.A Altes Archiv
Abb.A.Uk - Abbenburg, Urkunden
Abb.A.Uk - Archiv Abbenburg, Urkunden
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Signatur : Abb.A.Uk - Abbenburg, Urkunden

Name : Abbenburg, Urkunden

Beschreibung :

Einleitung :

Der vorliegende Urkundenbestand des Archivs Abbenburg umfasst 235 Urkunden und zehn Aufschwörungstafeln aus dem Zeitraum von 1317 bis 1837. Der Schwerpunkt des Bestandes liegt auf dem Zeitraum vor 1500 mit etwa 120 Urkunden.

Der Bestand enthält grundsätzlich die Urkunden der im Stift Paderborn angesessenen Familie von Haxthausen und ihrer Besitzungen, enthält aber auch eine Reihe von Urkunden aus anderen Regionen, deren Provenienzen nicht immer ganz klar sind. Bei der Verzeichnung wurde zwischen den Urkunden, die auf die Familie, ihre Besitzungen und ihre Stellung Bezug nehmen, und den Lehnsurkunden geschieden, die als besondere Abteilung ab Nr. 201 an den Schluss gestellt sind.

1. Urkunden von Paderborner Familien und Gütern

Aus den von der Familie von Haxthausen stammenden Urkunden geht hervor, dass diese Familie ursprünglich das Amt Haxthausen bei Paderborn besessen hat (Urk. 1), aber schon in der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts Interessen in der Grafschaft Waldeck hatte (Urk. 3). 1394 erwarb Albert von Haxthausen Land zwischen Schlangen und Lippspringe (Urk. 26) und zeigte damit, dass die Familie von Haxthausen in diesem Bereich ebenfalls schon präsent ist und anscheinend über Alberts Mutter Wille von Elmeringhausen Besitzungen dieser Familie erworben hat. 1401 gelangte Albert durch Pfandschaft in den Besitz von Himmighausen (Urk. 32). 1416 ist Johann von Haxthausen im Besitz des Hofes zu Flechtheim, den seine Frau Adele Crevet als Brautschatz in die Ehe eingebracht hat (Urk. 41). Von den von Erwitzen erlangte 1436 Johann von Haxthausen ein Burglehen zu Bredenborn und Ländereien zu Erwitzen und Reelsen (Urk. 53). 1439 konnte der große Hof in Schlangen von den von Elmeringhausen durch Pfandschaft erworben werden, womit ein Hauptbesitz dieser Familie an die von Haxthausen kam (Urk. 57). 1453 wurde der Amtshof zu Borchen von den von Herse erworben (Urk. 83), die auch ihren übrigen Besitz an die von Haxthausen vererbten (Urk. 94). 1480 kaufte Gottschalk von Haxthausen von den von Oeynhausen das Dorf Bellersen (Urk. 104), fortan eine der wichtigsten Besitzungen im östlichen Paderborner Land. 1500 ist Wolf von Haxthausen im Besitz eines Burglehens zu Warburg und des Dorfes Welda (Urk. 115), die im 15. Jahrhundert von den von Welda ererbt wurden (Urk. 109).

Die Familie von Elmeringhausen hatte im 14. Jahrhundert Besitzschwerpunkte in den Bereichen um Lichtenau-Kleinenberg, Lippspringe-Marienloh, Schlangen-Dedinghausen und Wewer. Sie verkaufte und verpfändete um 1400 größere Teile ihres Besitzes, die später von den von Haxthausen wieder eingelöst wurden (Urk. 48, 73, 125). 1439 verpfändeten die von Elmeringhausen den großen Hof zu Schlangen an Albert von Haxthausen (Urk. 57). Als die Familie von Elmeringhausen 1473 mit dem Paderborner Domdechant Cord von Elmeringhausen im Mannesstamm ausstarb, wurden die von Haxthausen ihre Erben. 1473 wurde Cord von Haxthausen mit dem Burglehen der von Elmeringhausen zu Lippspringe belehnt (Úrk. 203). Die von Haxthausen traten nicht nur in den Besitz dieser Familie ein, sondern führten und führen fortan auch den Namen Elmeringhaus als Vornamen.

Die Familie von Herse verfügte um 1400 über einen Teil der Burg Driburg. Ähnlich wie bei den von Elmeringhausen zeigen sich bei den von Herse zu dieser Zeit finanzielle Probleme, die 1420 auch zur Verpfändung des Hofes in Nordborchen führen (Urk. 43). 1426 verzichtete Hermann von Herse zugunsten des Johann von Haxthausen auf sein Burglehen zu Driburg (Urk. 201). Zwischen 1440 und 1453 übergab, verkaufte und verpfändete Dietrich von Herse den von Haxthausen praktisch seinen gesamten Besitz, darunter den Amtshof Borchen (Urk. 61, 62, 66-68, 71, 72, 74, 75, 83, 87). Die von Haxthausen sind damit auch Erben der von Herse geworden.

Anders sieht es bei den von Vlechten aus. Mittelpunkt für die Familie von Vlechten war offenbar Brakel, wo 1381 Friedrich von Vlechten eine Memorie für seine Vorfahren stiftete (Urk. 21). Obwohl die von Haxthausen später im Besitz des Hofes Flechtheim sind, nach dem die von Vlechten ihren Namen führen, scheinen die von Haxthausen nach Aussage der Urkunden nicht die Erben der von Vlechten gewesen zu sein. Zudem ist von dieser Familie nur eine einzige Urkunde überliefert.

2. Besitzungen in Lippe

Der Besitz um Schlangen lag im Grenzbereich von Paderborn und Lippe und lenkte das Interesse auch die Herrschaft Lippe. 1423 nahm Johann von Haxthausen für 1450 Gulden den lippischen Teil der Burg Schwalenberg in Pfandschaft (Urk. 47). 1438 erwarb er lippische Lehen in der Nähe von Schieder (Urk. 55, 77). Auch Ländereien zu Lügde gelangten in den Besitz Johanns (Urk. 60). Auf Horn beziehen sich die Urk. 130, 139.

3. Niedersachsen und Brandenburg

Unklar ist, wie eine Urkunde von 1449 über Besitz zu Thüdinghausen bei Hardegsen (Urk. 76) in das Archiv kam. Auch zwei Hannoversche Lehnsurkunden der Familie von Grapendorf (Urk. 165, 167) dürften aus derselben Quelle stammen. Wohl über die Familie von Quitzow sind Urkunden brandenburgischer Provenienz in das Archiv gelangt (Urk. 131, 133, 137, 138).

4. Rheinland und kölnisches Westfalen

Das Rheinland betreffen die Urkunden 103, 108, 121-124, 126, 128, 132, 135. Sie dürften überwiegend über die Herrschaft Hörstgen in das Abbenburger Archiv gelangt sein. Das Gut Eisborn bei Balve, das die von Haxthausen von den von Hanxleden erheiratet hatten, wird 1704 genannt (Urk. 149).

5. Franken

Schließlich sind noch zwei fränkische Urkunden hervorzuheben, ein Ablassbrief von 1471 (Urk. 101) und eine Pfründenstiftung von 1475 (Urk. 102), deren Herkunft ungeklärt ist.

6. Lehen

Die Lehnsurkunden sind zwar überwiegend Urkunden, die für die Familie von Haxthausen von verschiedenen Lehnsherren ausgestellt wurden, doch befinden sich in dieser Abteilung auch aussagekräftige Lehnsurkunden für die Familie von Juden, vom Hagen, von Papenheim und von Grapendorf, die offenbar mit der Übernahme der Lehen durch die von Haxthausen an diese ausgehändigt wurden. Im Bestand befinden sich auch drei Lehnsurkunden, die von Mitgliedern der Familie von Haxthausen für die Familie Hörde zu Paderborn ausgestellt wurden. Sie verweisen auf die Haxthausensche Lehnkammer, von der noch eine Reihe weiterer Lehen abhängig waren.

7. Wie zwei Urkunden vom Stift Neuenheerse in das Archiv gelangt sind, ist unklar. Es handelt sich um Urteile der päpstlichen Rota von 1732 und 1737 in Streitigkeiten des Stifts mit einer Expektantin und dem Archidiakon.

Die Urkunden sind in der Form von Vollregesten bearbeitet worden, wobei zusätzlich von den Urkunden bis 1400 Abschriften gefertigt wurden. Ausgenommen wurden die ersten vier Stücke, die im Westfälischen Urkundenbuch Band 9 gedruckt vorliegen. Besonderer Wert wurde auf die Beschreibung der Siegel gelegt, von denen einige nicht im Westfälischen Siegelwerk nachgewiesen sind.

Bei der Bearbeitung wurde auf die vorgefundene Ordnung, die in den 1920er Jahren eingeführt worden ist, keine Rücksicht genommen. Angemerkt wird aber bei jeder Urkunde die alte Signatur, so dass eine Kontrolle früherer Benutzungen möglich ist.

Der Urkundenbestand lagert zur Zeit im Archiv Abbenburg und ist über das LWL-Archivamt zugänglich und benutzbar.

Die Urkunden sind zu zitieren: A. Abbenburg, Urk. Nr. ...

Münster im Oktober 2005

Dr. Wolfgang Bockhorst

Umfang : 2 lfm.



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