Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Ber Berleburg, Fürstliches Archiv
Ber.Uk - Urkunden
Ber.Uk - Fürstliches Archiv Berleburg, Urkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur : Ber.Uk - Urkunden

Name : Urkunden

Beschreibung :

Einleitung :

Das vorliegende Findbuch wurde von dem Paderborner Geistlichen Joseph Brand in den Jahren 1847 bis 1850 im Auftrag des Fürstlichen Hauses angefertigt. Brand hatte zuvor bereits die Fürstlichen Archive Rheda und zuletzt Laasphe erschlossen. Nach dem unterm 31.7.1847 geschlossenen Vertrag verpflichtete sich Brand, das Akten- und Urkundenarchiv binnen drei Jahren, vom 1.10.1847 bis zum 1.10.1850 zu ordnen und zu erschließen, schloss seine Arbeit aber bereits zum 1.8.1850 ab (Ber. B Nr. 232, S. 53ff., S. 90ff.). Von Brand selbst rühren die Regesten bis zur Nr. 2886 her. Einige Regesten, meist entsprechend der Datierung der Stücke in das Findbuch eingeklebt und mit einem ergänzenden Kleinbuchstaben a (selten auch b und ggf. c) versehen, stammen offenbar von Kanzleimitarbeitern. Aus der Zeit nach Brand sind nur noch einige wenige Nachträge (bis zur Nr. 2903) ergänzt worden. Es finden sich allerdings weitere ergänzende und korrigierende Randvermerke aus jüngerer Zeit. So ist der Urkundenbestand in den frühen 1950er Jahren von Annelise Blasel, die auch Teile der Bibliothek katalogisiert hat, revidiert worden. Weitere Korrekturen, namentlich in Bezug auf Datierungen, hat Dr. Horst Conrad vorgenommen, der als zuständiger Referent des Archivamtes das Fürstliche Archiv Berleburg von 1987 bis 2004 betreut hat.

Sabine Blickensdorf, Mitarbeiterin des Archivamtes, übertrug das handschriftlich vorliegende Findbuch in den Jahren 2010/11 in die Archivdatenbank; die Datensätze wurden danach vom Unterzeichner revidiert, in paläografischen Verdachts- und Zweifelsfällen auch anhand der Originalurkunden überprüft, die zeittypische Orthographie und Terminologie Brands modernisiert (z. B. "erteilen" anstelle von "ertheilen"; "sei" / "sein" anstelle von "sey" / "seyn"; "Kurtrier" anstelle von "Churtrier" o.ä.), Urfehde anstelle von Urpfede), die Regesten erforderlichenfalls auch sprachlich etwas überarbeitet.

Das Findbuch weist dennoch weiterhin alle Stärken und Schwächen der Arbeit Brands auf, was seine überaus respektable Leistung nicht schmälern soll, aber als warnender Benutzungshinweis unerlässlich ist.

Es ist stets zu bedenken, dass es sich nicht um moderne Vollregesten handelt: oftmals sind nicht alle oder nur die wichtigsten rechtserheblichen Materien der Urkunden aufgeführt, auch sind bei weitem nicht alle in den Urkunden genannten Personen (insbesondere Zeugen) in den Regesten genannt; stattdessen finden sich häufiger unbestimmte Aussagen wie "zwei (in der Urkunde beschriebene) Äcker" oder "bei vielen in der Urkunde aufgeführten Zeugen".

Dass der Langmut Brands bei der langwierigen Erschließung des Urkundenbestandes an Grenzen stieß, erhellt aus Bemerkungen in oder zu einzelnen Regesten: z. B. Nr. 1095: "Ungeheuerer Notariatsschwulst, oder zu Nr. 529: "Praesentations-Urkunde für die Kirche zu Gierckhausen, so steht auf der Rückseite; ob der Inhalt richtig ist, mag der, welcher Lust hat, die Augen zu verderben, aus der verbleichten Urkunde selbst erraten."

Wenig Verlass ist auf die von Brand gegebenen Schreibungen der Personen- und Ortsnamen. Zwar ist das Bemühen Brands, diese paläografisch genau wiederzugeben, erkennbar (etwa bei der Unterscheidung der Schreibungen "Hunolstein" und "Hunoltstein"), doch finden sich oft bewusste oder unbewusste Normalisierungen. Die Schreibungen von Brandt wurden in der Regel beigehalten, lediglich geläufige Ortsnamen wie "Witgenstein", "Lasphe", "Cöln" oder "Achen" der heutigen Schreibweise angepasst.

Ein besonderes Augenmerk und Interesse hatte Brand an Siegeln und insgesamt an den Beglaubigungsmitteln, freilich ist dabei zu bedenken, dass seine Angaben zum Erhaltungszustand gut 160 Jahre alt sind.

Bei der Stichwortsuche ist in jedem Fall zu beachten, dass Orts- und Personennamen in den verschiedensten Schreibungen vorkommen können, so dass stets mehrere Stichwortsuchen ratsam sind: Bsp: für den Ortsnamen Birkenfehl auch: Birkenvelt, Birkenveld, Birckenvelt, Birckenfelt usw.



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