Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Egh Eggeringhausen (AD)
Egh.Egh Gutsarchiv
Egh.Egh.Ak - Eggeringhausen
Egh.Egh.Ak - Archiv Eggeringhausen, Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : Egh.Egh.Ak - Eggeringhausen

Name : Eggeringhausen

Beschreibung :

Einleitung :

Im Gutsarchiv Erggeringhausen fließen die Archive der beiden Häuser Eggeringhausen und Eiden zusammen. Zu Haus Eiden s. Vorwort zum Urkundenbestand.

Eggeringhausen ist 1313 im Lehnregister des Grafen Wilhelm von Arnsberg erstmals urkundlich erwähnt (Seibertz, UB 556 § 62). 1382 trug Gerhard von Mellrich seine fortalitio in Ecgerinchusen dem Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden zum Offenhaus auf (Seibertz, UB I, 633). 1483 verkaufte Noleke von Mellrich aufgrund von Schulden dem Godert Ketteler, Amtmann zu Hovestadt, Wohnung, Haus und Hof zu Eggeringhausen mit Wildbann, Jagd, Trift und sonstigem Zubehör (Eggeringhausen, Uk. 11). Der Kämmerer Johann von Ketteler ließ sich 1596 von Erzbischof Ernst von Köln die hohe und niedere Gerichtsbarkeit im Dorf Mellrich und weitere Rechte bestätigen (Uk. 18). Ein Jahr darauf dehnte der Erzbischof für 2500 Rtl. die Jurisdiktion von Eggeringhausen als kurkölnisches Lehen auf die Dörfer Uelde, Altenmellrich, Robringhausen, Waltringhausen und Klieve aus (Uk.19). 1618 verkaufte Johann von Kettler seinen Erbbesitz Eggeringhausen mit allem Zubehör samt Gerichtsbarkeit an Graf Johann von Ostfriesland-Rietberg (Uk. 21 a). 1654 wurde Graf Johann von Ostfriesland und Rietberg vom Kölner Erzbischof mit der hohen und niederen Gerichtsbarkeit im Dorf Mellrich und den Gütern Robringhausen, Altenmellrich, Waltringhausen, Klieve und Uelde belehnt (Grfsch. Rietberg, Urk.). Während Eggeringhausen später an die Grafen bzw. Fürsten von Kaunitz als Nachfolger der Grafen von Rietberg ging, verkauften die Grafen von Rietberg die Herrschaft Mellrich 1689 an die Grafen von Plettenberg. 1818 erwarb Friedrich Leopold von Fürstenberg-Herdringen Eggeringhausen und Schlingwurm für seine Familie (Akte 112). Durch Testament vom 13. Oktober 1832 setzte er seinen Sohn Franz Friedrich (Franz Fritz) zum Erben der beiden Güter ein; dieser begründete die Linie Fürstenberg-Eggeringhausen. Er erwarb 1846 das Gut Schederberge bei Meschede, das bis 1942 im Besitz der Familie blieb (Akten 110, 168). Mit dem Gut Schederberge war auch der Wehrstapeler Hammer erworben worden, der allerdings schon 1854 wieder verkauft wurde (Akte 154). Von seinem Schwiegervater Wilhelm von Imbsen-Wewer erbte Franz Friedrich von Fürstenberg ferner Salinenanteile in Salzkotten. Von Haus Eiden haben sich im Archiv Eggeringhausen eine Reihe von Urkunden des 15. Jahrhunderts sowie ein Einkünfteverzeichnis und Jahresrechnungen des 16. Jahrhunderts erhalten. Von der Herrlichkeit Mellrich sind eine Reihe von Jahresrechnungen des 18. Jahrhunderts sowie Akten zur Schnade und zum Patronat in Mellrich vorhanden. Der größte Teil der Überlieferung dieser Häuser liegt jedoch im StA Münster, Best. Grafschaft Rietberg, und im Archiv Hovestadt, Best. Mellrich. Der Aktenbestand Eggeringhausen umfaßt in der Hauptsache die Verwaltung des Guts Eggeringhausen und der mit ihm verbunden Güter vom Anfang des 19. bis in bis zum Tod von Lothar Freiherr von Fürstenberg (1870-1951); nur vereinzelt finden sich Stücke aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 2000 wurde das Archiv Eggeringhausen in das Depot der Vereinigten Westfälischen Adelsarchive in Münster überführt. Dorthin war kurz zuvor auch der Urkundenbestand verbracht worden, der sich zuvor im Staatsarchiv Münster befunden hatte und dort von Manfred Wolf erschlossen worden war. Die Hälfte Registratur war nach einem Aktenplan aus den 1930er Jahren geordnet (Akte 8). Diese Registraturordnung wurde in abgeänderter Form der Verzeichnung zugrunde gelegt; eine Mappe mit "alten Urkunden" (XI abg. 4) wurde aufgelöst. Die Aktentitel wurden von Frau Roswita Kullmann und Frau Vanessa Bulgrin im Rahmen ihrer Ausbildung zu Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste mit der Laufzeit in das Verzeichnungsprogramm Augias eingegeben. Die andere Hälfte der Akten, meistens ältere Sachen, war ungeordnet, ließ sich aber in das Schema der Registratur einordnen. Wegen der schon erlittenen Verluste wurde auf Kassationen verzichtet.

Münster, im Mai 2001



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