Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Egh Eggeringhausen (AD)
Familiensachen
Egh.Fam.A Nachlässe
Egh.Fam.A.IX - Nachlass Lothar von Fürstenberg (1870-1951)
Egh.Fam.A.IX - Archiv Eggeringhausen, Nachlass Lothar von Fürstenberg
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Signatur : Egh.Fam.A.IX - Nachlass Lothar von Fürstenberg (1870-1951)

Name : Nachlass Lothar von Fürstenberg (1870-1951)

Beschreibung :

Einleitung :

Lothar von Fürstenberg wurde am 26. Juni 1870 als Sohn Maximilians und Claras von Fürstenberg, geb. von Papen, auf Eggeringhausen geboren. Dort verlebte er auch die ersten Schuljahre (1877-1880). In der Zeit von 1891-1900 war er als Offizier im 1. Westfälischen Husaren-Regiment No. 8. tätig, aus dem er in Folge von "Dienstbeschädigung" im April 1900 mit "Aussicht auf Anstellung im Zivildienst" ausschied (vgl. Anm. 1). In den Jahren von 1900-1906 nahm er ohne größeren Enthusiasmus am Vorbereitungsdienst für die Amtmannslaufbahn teil, die er mit befriedigendem Erfolg abschloss. Er wurde zunächst stellvertretend (1907) dann regulär (1908) zum Amtmann für das Amt Schmallenberg bestimmt, trat von dem Amt jedoch bereits ein viertel Jahr später auf eigenen Wunsch zurück. Der Grund dafür lag wohl im Tod seines älteren Bruders Friedrich (1867-1907), der kinderlos starb, so dass die Verwaltung des Familiengutes auf Lothar überging.

Wieder in Eggeringhausen, engagierte er sich als Mitglied der Amtsvertretung der Gemeinde Mellrich und im Vorstand der dortigen Sparkasse bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs. Da er seinen ersten Wohnsitz nach seiner Hochzeit am 7. Dezember 1912 mit Bernardine Wagenbreth, der Tochter des Gastwirts und Bürgermeisters von Neuhaus, und vor der Geburt seiner Tochter Charlotte am 5. April 1913 von dort nach Bielefeld verlegt und die Besitzrechte an Eggeringhausen an seinen jüngeren Bruder Clemens von Fürstenberg übertragen hatte, verlor er die Sitze in den Gremien der kommunalen Selbstverwaltung, woran auch zahlreiche Proteste (1916-19) nichts änderten (vgl. Anm. 2). Sein politisches Engagement beschränkte sich in der Folgezeit auf die finanzielle Unterstützung der national-konservativen Parteien. Die Nationalsozialisten erhielten bis in die Mitte der 30er Jahre finanzielle Unterstützung, die in der Folgezeit wohl aufgrund ihrer aristokratiefeindlichen Einstellung nicht fortgesetzt wurde. Negativ für das Verhältnis zum NS-Staat hat sich sicher auch die Entlassung Lothars von Fürstenberg als Kreiskommissar für den Naturschutz (1937) ausgewirkt, die wegen eines Getreidekaufs bei einem jüdischen Händler erfolgte.

In der Zwischenkriegszeit war das Leben des Nachlassers von zwei Schicksalsschlägen überschattet: Dem frühen Tod seiner Ehefrau im Jahr 1922 und dem tödlichen Autounfall seiner Tochter 1939, auf deren Karriere als staatlich geprüfte Reitlehrerin er sehr stolz war. In der Zeit bis zu seinem Tod 1951 intensivierte er seine Bemühungen um den Natur- und Landschaftsschutz; besonderes Interesse hatte er für die Ornithologie. Er war Gründungsmitglied des "Bunds zur Erhaltung der Naturdenkmäler aus dem Tier- und Pflanzenreiche" (1909ff.) und Mitglied in zahlreichen weiteren lokalen und regionalen Tierschutzvereinen. Höhepunkt dieser Bestrebungen war die schon oben genannte Ernennung zum "Kreiskommissar für den Naturschutz", ein Amt, das er aber nur wenige Jahre inne hatte. Ein Großteil der erhaltenen Archivalien entstammen diesem Themenkreis.

Von seiner Frau und seiner Tochter haben sich nur wenige persönliche Dokumente erhalten, die zu eigenen Gliederungspunkten zusammengezogen wurden; vereinzelte weitere Schriftstücke seiner Mutter Clara, seiner Großmutter Antonie von Fürstenberg, geb. von Imbsen, und seines älteren Bruders Friedrich bilden einen eigenen Klassifikationspunkt.

Die schriftlichen Hinterlassenschaften anderer Seitenlinien der Fürstenbergs - der Familie seines Onkels Franz-Egon, gen. Francesco, und der Familie seines Onkels Lothar - wurden dem persönlichen Nachlass Lothars und seiner Familie vorangestellt. Diese Teile bestehen vor allem aus Poesiealben der Antonia von Brenken, der späteren Ehefrau seines Onkels Lothar und aus dem Nachlass von deren Tochter Elisabeth, die 1930 verarmt in Kassel verstarb und deren Erbe der Eggeringhauser Lothar von Fürstenberg regelte.

Das Gut Eggeringhausen ging samt den Archivbeständen und den Nachlässen der unterschiedlichen Linien der Famil



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