Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Egh Eggeringhausen (AD)
Familiensachen
Egh.Fam.A Nachlässe
Egh.Fam.A.VIII - Teilnachlass des Kardinals Maximilian von Fürstenberg (1904 - 1988)
Egh.Fam.A.VIII - Archiv Eggeringhausen, Teilnachlass des Kardinals Maximilian von Fürstenberg (1904 - 1988)
Permalink des Findbuchs


Signatur : Egh.Fam.A.VIII - Teilnachlass des Kardinals Maximilian von Fürstenberg (1904 - 1988)

Name : Teilnachlass des Kardinals Maximilian von Fürstenberg (1904 - 1988)

Beschreibung :

Einleitung :

Maximilian von Fürstenberg wurde am 23. Oktober 1904 in Ter Worm, Gemeinde Heerlen, in den Niederlanden als drittes Kind von Adolph Freiherr von Fürstenberg-Stammheim (1870-1950) und dessen Frau Elisabeth, geb. Gräfin d'Oultremont (1879-1953), geboren. Seine Jugend verlebte er in Obsinnig, Gemeinde Remersdael, Prov. Lüttich, in Tavier und Brüssel. Nach dem Besuch des Gymnaisums der Benediktinerabtei Maredsous 1915 bis 1922 nahm er von 1922 bis 1928 ein Philosophiestudium am Institut St. Louis in Brüssel und an der Katholischen Universität Löwen auf, an das sich von 1928 bis 1932 ein Theologiestudium am Belgischen Kolleg und der Gregoriana in Rom anschloss. Am 9. August 1931 zum Priester geweiht, wurde er 1932 zum Professor an das St. Berchmann's Kolleg in Antwerpen und 1934 an das Theologische Seminar in Mecheln berufen. Von 1946 bis 1949 war er Rektor des Belgischen Kollegs in Rom, bevor er am 8. März 1949 zum Titularerzbischof von Palto ernannt und am 25. April zum Bischof geweiht wurde.

Es folgten 18 Jahre im diplomatischen Dienst der Kurie: 1949 - 1952 zunächst als päpstlicher Delegat, dann 1952 - 1960 als Apostolischer Internuntius in Japan, 1960 - 1962 als Apostolischer Delegat in Australien, Neuseeland und Ozeanien und schließlich 1962 - 1967 als Apostolischer Nuntius in Portugal.

Am 26. Juni 1967 wurde Maximilian von Fürstenberg von Papst Paul VI. zum Kardinal mit der Titelkirche vom Allerheiligten Herzen Jesu ad Castrum Praetorium und 1972 zum Großmeister des Ritterordens vom Heiligen Grab ernannt. Von Januar 1968 bis 1973 leitete er als Präfekt die Kongreation für die Orientalischen Kirchen und von 1973 bis 1976 als Präsident das Komitee für das Heilige Jahr 1975. Ferner war er Mitglied in folgenden Kongregationen und Gremien: Kommission für den Staat der Vatikanstadt und des Institutes der 'Opere di Religione' (Vatikanbank), Kongregation für die Glaubenslehre, Kommission für die Revision des Codex des Kanonischen Rechtes, Kommission für die Redaktion des Codex des Orientalischen Rechtes, Kongregation für die Interpretation der Dekrete des 2. Vatikanischen Konzils, Kongregation für die Evangelisation der Völker, Rat für die öffentlichen Angelegenheiten der Kirche, Kongregation für die Bischöfe, Sekretariat für die Einheit der Christen, Supremum Tribunal, Kongregation für die Ordensleute und Säkularinstitute, Kongregation für die Heiligsprechungen u.a.m. 1980 legte aus Altersgründen die meisten dieser Ämter nieder. Als päpstlicher Sondergesandter für den Tag des Hl. Stuhls besuchte er 1975 die Internationale Ozeanausstellung in Okinawa und nahm 1981 an den Feiern zur 1600. Wiederkehr des 1. Konzils von Konstantinopel und 1982 an den Feiern zum 340-jährigen Jubiläum des Wallfahrtortes Kevelaer teil. 1978 gehörte er den Kardinalskongregationen während der Sedisvakanzen an und war Teilnehmer der beiden Konklave zur Wahl der Päpste Johannes Paul I. und Johannes Paul II.

Schon vor dem 2. Weltkrieg und verstärkt nach 1950 nahm Maximilian von Fürstenberg Kontakt zu den Familien von Fürstenberg in Westfalen und im Rheinland auf. Seitdem kam er häufiger Westfalen, wobei Eggeringhausen ein fester Bestandteil seiner Fahrten war. 1963, 1969 und 1977 besuchte er auf Einladung des Paderborner Erzbischofs das Liborifest. Anlässlich seines silbernen Bischofsjubiläums 1974 lud ihn die Familie von Fürstenberg-Herdringen zu einem Familientreffen auf die Burg Schnellenberg und zum golgdenen Priesterjubiliäum 1981 zu einem weiteren Familientreffen. Im selben Jahr weihte er in der Propsteikirche St. Laurentius in Arnsberg Michael Freiherr von Fürstenberg-Körtlinghausen zum Priester. Dieser unterstützte ihn in seinen späten Lebensjahren bei der Korrespondenz, insbesondere bei der deutschen Korrespondenz und bei Angelegenheiten des Ritterordens vom Hl. Grab.

Schwer erkrankt, wurde Maximilian von Früstenberg 1988 zunächst in der römischen Gemelli-Klinik behandelt und dann in die Universitätsklinik von Mont Godinne zwischen Namur und Dinant in Belgien verlegt, wo er am 22. September 1988 verstarb. Am 29. September wurde er in der von der Familie Fürstenberg-Stammheim gegründeten Apollinariskirche in Remagen beigesetzt.

Sein dienstliches Schriftgut hat der Kardinal nach Beendigung seiner jeweiligen Aufgaben der zuständigen Stelle zur Archivierung übergeben. Nach seinem Tod wurde, wie üblich, sein Appartement von den zuständigen vatikanischen Stellen utnersucht, auf eine Versiegelung der Wohnung aber verzichtet, da dort keine dienstlichen Unterlagen mehr vorhanden waren.

Bei seinen Besuchen auf Eggeringhausen hat Maximilian von Fürstenberg einzelne Fotos und Schreiben mitgebracht, andere Unterlagen übergab er in den Jahren 1977 bis 1988 an Michael von Fürstenberg, der weitere für ihn bestimmte Unterlagen nach dem Tod des Kardinals vorfand. Es handelt sich im Wesentlichen um Ernennungsurkunden und mit den Ernennungen zusammenhängende Schreiben sowie Fotoalben, die dem Kardinal bei verschiedenen Anlässen überreicht worden waren.

Seit den 1950er Jahren stand Maxilian in brieflichem Kontakt mit dem auf Eggeringhausen lebenden Ferdinand von Fürstenberg-Körtlinghausen (1894-1974), vor allem in Fragen der Familiengeschichte. Ferdinand sammelte seitdem Zeitungsauschnitte und Korrespondenzen die Maxilian betrafen. Diese Sammlung bildet den Kern des Bestands, der also einen stark angereicherten Teilnachlass darstellt.

Für einen Beitrag in den 1995 erschienenen "Fürstenberger Skizzen" wurde das Schriftgut von Michael von Fürstenberg, Sohn Ferdinands und Erbe von Eggeringhausen, vorgeordnet. Am 20. Januar 2000 übergab er das gesammte Schriftgut an Dr. Reimann, den Direktor der Vereinigten Westfälischen Adelsarchive, übergeben, damit es in das Depot des Archivs Eggeringhausen im Westfälischen Archivamt aufgenommen werde. Weitere Stücke befinden sich unter der Nummer 8165 im Archiv Herdingen; diese Nummern wurden nach Mitteilung von Michael Jolk in diese Verzeichnung mit aufgenommen. Ende 2004 wurde der Bestand von Schwester Stella vom Orden der Immerwährenden Hilfe im Rahmen eines Archivpraktikums verzeichnet.

Entsprechend seiner Entstehung enthält der Bestand nur wenig zur offiziellen Tätigkeit des Kardinals, hauptsächlich die Ernennungen und die Fotoalben verschiedener Anlässe sowie gedruckte Vorlagen. Während Fotos vor allem die Tätigkeit im diplomatischen Dienst und die Arbeit bei der Kongregation für die Ostkirchen dokumentieren, liegen aus der Mitarbeit in der Kommission für die Revision des kanonischen Rechtes zahlreiche gedruckte Entwürfe und Stellungnahmen vor. Auch zu den äußeren Bedingungen der Konklave von 1978 finden sich einige Informationen. Hinzu kommen vereinzelte Flugblätter und Rundschreiben konzilskritischer, konservativer Bewegungen. Die Masse des Matrials besteht aber aus rein privaten Unterlagen wie Zeugnissen und Orden, privaten Korrespondenzen, vor allem mit Mitgliedern der Familie Fürstenberg, sowie aus Zeitungsartikeln über den Kardinal.

Der Bestand ist zu zitieren: Archiv Eggeringhausen, Best. Nachlass Maximilian von Fürstenberg.

Münster, im April 2005

Teske



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken