Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Egh Eggeringhausen (AD)
Familiensachen
Egh.Fam.A Nachlässe
Egh.Fam.A.XII - Nachlass Ferdinand von Fürstenberg (1894-1974)
Egh.Fam.A.XII - Archiv Eggeringhausen, Nachlass Ferdinand von Fürstenberg (1894 - 1974)
Permalink des Findbuchs


Signatur : Egh.Fam.A.XII - Nachlass Ferdinand von Fürstenberg (1894-1974)

Name : Nachlass Ferdinand von Fürstenberg (1894-1974)

Beschreibung :

Einleitung :

Ferdinand von Fürstenberg wurde am 27.8.1894 als Sohn von Clemens und Marie-Theres, geb. von Ketteler, in Paderborn geboren. Er durchlief nach seiner Schulzeit zu-nächst eine Offizierslaufbahn beim preußischen Militär und nahm am Ersten Weltkrieg teil. Die nach 1919 eingerichtete Weimarer Republik blieb dem konservativ-katholisch geprägten Ferdinand fremd, und er übte sich bis etwa 1925 als Redakteur des neu gegründeten "Rheinischen Merkur" in fundamentaler Kritik an Sozialdemokratie und der Zentrumspartei, die sich seiner Meinung nach zu weit von ihren katholischen Wurzeln entfremdet hatte. Obwohl in Köln tätig, bestanden engste Verbindungen zum westfälischen Adel und zum Chorkaplan von St. Ludgeri (Münster) und späteren Pfarrer von Schöppingen, Dietrich von Nagel. Letzterer kann als sein spiritus rector angesehen werden, der die Ausrichtung des Rheinischen Merkurs wesentlich bestimmte und der der zumeist prekären finanziellen Situation des Blatts durch das Einwerben von Geld in Adelskreisen entgegenzuwirken suchte.Aus dem Entnazifizierungsbogen geht hervor, dass Ferdinand bis 1933 Mitglied des Stahlhelms war und im Sommer '33 als Sturmbannführer in die SA übernommen wurde. Seine katholische Haltung wurde mehr und mehr zum Problem, und so schied er auf eigenen Wunsch 1935/36 aus. Im Alter von Mitte 40 heiratet er am 11. September 1939 in Dresden Ruth von Carlowitz, nachdem er dort schon 1937 als Hauptmann und Bezirksoffizier in der Wehrmacht wiedereingestellt worden war. Aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ist wenig überliefert, da die Unterlagen 1945/46 bei der Plünderung seiner Wohnung in Dörgenhausen bei Hoyerswerda durch Sowjetsoldaten vernichtet wurden. Bei Kriegsende war Ferdinand Oberstleutnant, Leiter des Wehrmeldeamtes Hoyerwerda und Malteser-Kommissar ds Maltesterstiftes Räckelwitz. Er, seine Frau und der 1942 geborene Sohn Michael zogen zunächst zu Ferdinands Vetter nach Körtlinghausen, wo er als Kunstmaler lebte, bis er seine Pensionsbezüge als Offizier erhielt. Als Lothar von Fürstenberg Michael zum Erben auf Eggeringhausen einsetzte und 1951 der Erbfall eintrat, zog die Familie dorthin. In den folgenden Jahren gab es immer neue gerichtliche Auseinandersetzungen um die Rechte Ferdinands mit Clemens von Fürstenberg, der das Gut Eggeringhausen zeitlebens nutzen durfte, bis dieser Mitte der 50er Jahre ebenfalls starb.Abgesichert durch Versorgungsbezüge aus seinem Dienst als Wehrmachtsoffizier widmete sich Ferdinand in der Nachkriegszeit vor allem der Jagd und dem Naturschutz, u.a. als Mitglied der Kreisstelle für Naturschutz. Besonders die heimische Vogelkunde interessierte ihn, hierzu pflegte er einen intensiven Briefaustausch und Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum für Naturkunde in Münster. Daneben veröffentlichte er bis kurz vor seinem Tod 1974 noch zahlreiche kleine Beiträge und Leserbriefe zu historischen, heimat- und naturkundlichen und religiösen Fragen.Der Nachlass Ferdinands von Fürstenberg kam zusammen mit weiteren Nachlässen der Familie Fürstenberg-Eggeringhausen im Januar 2000 als Depositum ins Westfälische Archivamt. Die Verzeichnung der von Monsignore Michael von Fürstenberg vorgeordneten Bestände wurde im Rahmen eines durch die Fürstenberg-Stiftung und die Westfälischen Adelsarchive finanzierten Werkvertrages 2005 durch Peter Worm vorgenommen.Der Bestand ist zu zitieren als:Archiv Eggeringhausen, Nachlass Ferdinand von Fürstenberg, Nr. ... .Münster, 28.03.2006



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