Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Gre Grevenburg
Gre.A - Archiv Grevenburg
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Signatur : Gre.Gre - Archiv Grevenburg

Name : Archiv Grevenburg

Beschreibung :

Einleitung :

Das Archiv der Freiherrn von Oeynhausen ist ein Archiv zur Geschichte der Familie und ihres Besitzes. Über die Verzweigungen des Geschlechts unterrichtet vorzüglich die gedruckte Familiengeschichte (Anm. 1). Der Bearbeiter nennt unter seinen Quellen auch "das von Oeynhausensche Familienarchiv zu Schloß Grevenburg". Er bezeichnet es als "sehr reichhaltig und theilweise gut geordnet". dass dieser Satz nur eingeschränkt richtig war, zeigte sich u.a. darin, dass Dr. Leesch Urkunden fand, die nicht in der Familiengeschichte stehen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloß von Amerikanern besetzt und mit Flüchtlingen belegt. Die Amerikaner rissen Archiv aus den Schränken und warfen alles auf einen Haufen. Dadurch wurde jegliche Ordnung zerstört. Freifrau Jutta v. Oeynhausen sammelte die Archivalien auf und trug mit ihren Kindern in Holzkörben ins Haus zurück. So das Archiv wenigstens gerettet. An eine Ordnung war nicht zu denken.

Diesen Zustand fand Dr. Leesch 1948 vor, als er als Mitarbeiter der Archivberatungsstelle die nichtstaatlichen Archive in Ostwestfalen betreute. Die Urkunden, beginnend mit dem 14. Jahrhundert, lagen in einem großen Schrank mit Schubfächern im Obergeschoß des Schlosses; sie wurden 1952 durch Dr. Leesch verzeichnet (s. Rep. 21a). Die Akten waren im Arbeitszimmer des Regierungspräsidenten a.D. Freiherr von Oeynhausen in 2 Schränken untergebracht. Dr. Leesch schätzte den Umfang auf 5 Aktensäulen von je 2 Meter. So fand der Unterzeichnende das Archiv 1960 vor. Jede Ordnung war zerstört. Abgesehen von wenigen anscheinend intakten Einheiten präsentierte sich das Archiv als unabsehbare Zahl loser Blätter, die aus ihrem Zusammenhang gerissen waren. So ließ schon der erste Eindruck vermuten, dass die Ordnungsarbeiten sich über längere Zeit hinziehen würden, zumal angesichts der laufenden Dienstgeschäfte und der zu wenigen Mitarbeiter inner eines Jahres imner nur die ein oder andere Woche für reserviert werden konnte. Aus Mangel an Raum war es auch nicht möglich, eine Vorordnung vorzunehmen, die sicher eine schnellere Verzeichnung erlaubt hätte. Es mußte vielmehr Blatt für Blatt gelesen und auf Zetteln verzeichnet werden. Die Arbeit wurde im November 1960 begonnen und zog sich infolge der durch Erkrankung des Bearbeiters verursachten häufigen Unterbrechungen bis 1974 hin. Dabei kamen immer wieder Blätter zum Vorschein, die mit früher verzeichneten zusammengehörten. Um diese Zersplitterung der Betreffe zu mildern, habe ich am Ende der Verzeichnung versucht, nach einer voraufgegangenen Ordnung der Zettel Zusammengehöriges zusammenzulegen. Danach wurde dann das Repertorium geschrieben. Den Hauptbestand des Archivs bilden Unterlagen zur Familien- und Besitzgeschichte. Unter den Familienmitgliedern ragen hervor Johann Melchior († 1675), der im Dienste der Grafen zur Lippe sowie der Fürstin zu Ostfriesland stand, sein Sohn Christian Ludwig Ferdinand, Hofmeister der verwitweten Landgräfin Dorothea von Hessen, nach deren Tode Kammerpräsident zu Eisenach († 1714), und Carl August Ludwig, Earghauptmann und Entdecker der Salzduellen in dem nach ihm benannten Bad Oeynhausen († 1868). Durch ihre Nachlässe erhält das Archiv Grevenburg überregionale Bedeutung. Bei der Besitzgeschichte liegt der Schwerpunkt auf Oldenburg und Grevenburg. Die Oldenburg bei Marienmünster, wohl Sitz der Grafen von Schwalenberg vor ihrer Übersied nach Schwalenberg, war lippisch-paderbornischer Samtbesitz und seit 1372/76 im Pfandbesitz der von Oeynhausen. Grevenburg war als Pfand, später als Lehen der Grafen zur Lippe in ihrer Hand. Obwohl die jetzt auf Grevenburg wohnende Familie von Oeynhausen zur Sudheimer Linie gehört, sind doch die Archivalien von Sudheim nicht nach Grevenburg gelangt, sondern beim Verkauf des Gutes Sudheim dort geblieben und später vernichtet worden. Da Grevenburg, Oldenburg, Sudheim und Nordborchen und Reelsen vielfach im gemeinsamen Besitz waren und nur jeweils die Einkünfte geteilt wurden, erklärt sich das Vohandensein von Archivalien über all diese Besitzungen in Grevenburg.

Archiv ist jetzt vorzüglich untergebracht. Die Archivalien liegen in Archivkästen 9 diese wiederum in eigens angefertigten Schränken auf deren Türen die von dem Maler Finne die Wappen der wichtigsten Besitzervon Grevenburg sind. Durch die sehr differenzierte sachliche Gliederung des ist m. E. der Bestand für jeden Benutzer, der nicht nur einen Zufallsnamen sucht, ausreichend erschlossen, wenngleich ich nicht bestreiten will, dass ein Index der Namen die Benutzung erleichtern würde. Doch würde dessen Anfertigung meine Kräfte übersteigen. Münster, den 1. April 1978.

Heberhold

Anm. 1: Geschichte des Geschlechts v. Oeynhausen, aus gedruckten und angedruckten Quellen bearb. von Julius Grafen v. Oeynhausen. Erster Theil: Regesten und Urkunden von 1036 bis 1605, Paderborn 1870; Zweiter Theil: Regesten und Urkunden von 1606 bis 1832, hgg. von der Witwe des 1886 verstorbenen Bearbeiters, Frankfurt 1887; Dritter Theil: Biographische Bearbeitung hgg. von Archivrath Dr. Grotefend, Frankfurt 1889; Vierter Theil: Stammtafeln nach der biographischen Bearbeitung aufgestellt von Archivrath Dr.Grotefend, Frankfurt 1889.

Anm. 2: ebda. Theil l, Seite VII.

Umfang : 38



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