Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Hin Hinnenburg
Hin.P - Familie von Bocholtz
Hin.P - Archiv Hinnenburg, Familie von Bocholtz, Urkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur : Hin.P Familie von Bocholtz

Name : Familie von Bocholtz

Beschreibung :

Einleitung :

Einleitung

1. Inhalt und Bestandsgeschichte

Der folgende Bestand enthält die Urkunden der Familie von Bocholtz und zwar sowohl der rheinischen Linien wie auch der westfälischen Linie. Es handelt sich um einen künstlichen, vom Archivar Peter von Hatzfeld gebildeten Bestand. Hatzfeld bearbeitete in den Jahren 1841 bis 1849 im Auftrag des Grafen Diederich von Bocholtz-Meschede (1797-1861) das umfangreiche, aus Alme nach Münster gebrachte Archiv, formierte die verschiedenen Bestände und schuf, wohl auf Wunsch seines Auftraggebers, der an der Familiengeschichte stark interessiert war, den vorliegenden Bestand, bei dem die Familienurkunden aus den übrigen Beständen herausgezogen wurden.

Hatzfeld hat bei der Bildung dieses Bestandes den Urkundenbegriff sehr weit ausgelegt und so sind in den Bestand zahlreiche Stücke gelangt, die man heute den Akten zuordnen würde. Sie sind aber in ihrem alten Zusammenhang belassen worden, zumal im Archiv Hinnenburg die zugehörige Aktenüberlieferung fast vollständig fehlt. Als Alme nämlich 1912 vom letzten Grafen von Bocholtz-Meschede an den Grafen von Spee verkauft wurde, wurde das Almer Archiv, soweit es damals verzeichnet war, im Staatsarchiv Münster deponiert und 1925 vom Grafen von Bocholtz-Asseburg gekauft und 1946 auf die Hinnenburg überführt. Die zugehörigen Akten waren 1912 in Alme verblieben, weil sie noch nicht verzeichnet waren. Sie liegen bis jetzt noch unbearbeitet im dortigen Archiv.

Der vorliegende Bestand P Familie von Bocholtz steht in engem Zusammenhang mit dem Bestand E Rheinische Güter, welcher die Überlieferung zu den Gütern der von Bocholtz im Rheinland bei Lobberich und zu verwandten rheinischen Familien enthält. Hier gibt es Überschneidungen und Ergänzungen.

Bei der Verzeichnung musste festgestellt werden, dass gegenüber dem von Hatzfeld seinerzeit aufgestellten Inventar mittlerweile Verluste eingetreten sind. So fehlen etwa die Originale der Urkunden von 1793, mit der Kaiser Franz II. die Verbindung des Namens und Wappens der Familie von Meschede mit denjenigen der Familie von Bocholtz genehmigte, oder das Grafenstandsdiplom des preußischen Königs von 1803.

2. Bearbeitung

Die Urkunden dieses Bestandes waren bei der Bearbeitung von Hatzfeld nach Sachgruppen gegliedert worden. Unterschieden wurde nach genealogischen Nachrichten, weltlichen und geistlichen Ämtern, Eheberedungen, Testamenten, Familienverträgen, Erwerbungen und Verkäufen. Diese Gliederung, die untunlich schien und wegen Vermischung verschiedener Materien in einem Dokument auch nicht stringent durchgehalten werden konnte, wurde zugunsten einer chronologischen Reihung aufgegeben, die die Geschichte der Familie und die Aktivitäten einzelner Angehöriger eher nachvollziehen läßt. Dabei wurden die von Hatzfeld erarbeiteten Regesten überarbeitet und in der Regel ausführlicher gehalten.

Eine große Anzahl der Urkunden dieses Bestandes P ist in Anton Fahnes Werk über "Die Dynasten, Freiherren und Grafen von Bocholtz" im zweiten Band von 1860 gedruckt. Von diesen Stücken sind deshalb nach 1500 in der Regel nur kurze Regesten gefertigt worden, obwohl die Drucke häufig nicht korrekt sind bzw. die Texte ohne Kennzeichnung gekürzt wurden. Nur diejenigen Urkunden, die bei Fahne nicht im Druck, sondern nur als kurze Inhaltsangabe enthalten sind, sind nochmals ausführlich regestiert worden.

Fahne stützte sich bei der Erstellung seines Urkundenbuchs in erster Linie auf die 1841 bis 1849 von Peter von Hatzfeld geordneten und verzeichneten Urkunden. Diese Stücke, die im Urkundenbuch mit dem Vermerk "Aus dem Originale im Archiv zu Alme" versehen sind, sind mit ihrer alten Signatur gekennzeichnet. Zusätzlich sind in den Bestand auch einige Stücke geraten, die Fahne in seinem Urkundenbuch als in seinem Besitz befindlich kennzeichnete. Diese Urkunden, die anscheinend aus kommunalen Archiven wie den Stadtarchiven Dortmund (P Urk. 63, P Urk. 91) und Köln (P Urk. 3 und 4) und aus anderen Archiven (etwa P Urk. 41 und 43, P Urk. 52, P Urk. 397) stammen, sind offenbar von Fahne später dem Grafen von Bocholtz zu Alme überlassen worden und tragen häufig keine Altsignatur. Allerdings befinden sich noch weitere Urkunden, in denen Mitglieder der Familie von Bocholtz genannt werden, in Fahnes Nachlass im Stadtarchiv Köln.

Nicht in den Urkundenbestand integriert wurde die Gruppe der vom Dompropst Theodor Werner eingelösten Obligationen. Es handelt sich um rund 150 Stücke zwischen 1677 und 1819, für die weitgehend die Hatzfeldsche Verzeichnung übernommen wurde. Diese Obligationen sind den Urkunden angefügt, beginnend mit P Urk. 501.

Die Urkunden sind zu zitieren: A. Hinnenburg, P Urk. ..

Münster 2009

Dr. Wolfgang Bockhorst

Literatur

Anton Fahne, Die Dynasten, Freiherren und jetzigen Grafen von Bocholtz, 5 Teile in vier Bänden, Köln 1856-1863

Darin: Band 2 Urkundenbuch, Köln 1860

Johann Finken, Geschichte der ehemaligen Herrlichkeit Lobberich, Lobberich 1902

Die Sammlungen Lückger und Fahne im Stadtarchiv Köln, bearb. v. Anna-Dorothee v. den Brincken, Köln 1965 (Mitt. Aus dem Stadtarchiv Köln 49. Heft)

Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitätsbibliothek zu Köln, bearbeitet von Herbert M. Schleicher, Bd. 2 Köln 1992, S. 264-287 (Familie von Bocholtz)

Wolfgang Bockhorst, Alme als kurkölnische Landesburg und adeliger Rittersitz, in: Alme, Grenzort zwischen Kurköln und dem Hochstift Paderborn. Beiträge zur Geschichte, Brilon 2002, S. 53-64

Umfang : 3



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