Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Tat Tatenhausen (AD)
Tat.Uk - Urkunden
Tat.Uk - Archiv Tatenhausen, Urkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur : Tat.Uk - Urkunden

Name : Urkunden

Beschreibung :

Einleitung :

Das vorliegende Inventar erschließt diejenigen Urkunden des Archivs Tatenhausen, die aus den Akten herausgezogen waren und gesondert aufbewahrt wurden. In den Akten, insbesondere in dem Bestand, der die Familiensachen enthält, befinden sich noch zahlreiche weitere Stücke, die erst im Zuge der Neuverzeichnung regestiert werden und diesem Inventar hinzugefügt werden können.

Bei der Verzeichnung ist versucht worden, die Urkunden den verschiedenen Gütern und den auf ihnen sitzenden Familien zuzuordnen. Dabei ergaben sich folgende Gruppen:

1. Tatenhausen mit Lonn und Wittenstein (Nr. 1-266)

2. Willenburg (Nr. 267-306)

3. Lette und Osthof (Nr. 307-388)

4. Wieck und Besitz in Münster (Nr. 389-422)

5. Loburg und Keuschenburg (Nr. 423-616)

6. Duderstadt (Nr. 617)

7. Familiensachen von Korff gen. Schmising (Nr. 751-774)

8. Tatenhausener Kolonate (Nr. 630-742)

1. Tatenhausen im Kirchspiel Hörste in der Grafschaft Ravensberg gehörte ursprünglich der Familie von Hoberg und gelangte über die Erbtochter Else von Hoberg, die 1524 Heinrich Korff gen. Schmising heiratete, an die Korff. Als elterliches Erbteil brachte Heinrich Korff das bei Telgte gelegene Gut Lonn sowie einzelne Höfe im Münsterland in die Ehe ein. 1687/88 kaufte Friedrich Matthias Korff gen. Schmising das Gut Wittenstein im Kirchspiel Versmold. Dieses Gut hatte zuvor der Familie von Lüning gehört, über deren Vermögen aber 1662 der Konkurs eröffnet wurde. Das Gut befand sich dann kurzfristig bis 1687 im Besitz der Familie Wippermann.

2. Willenburg im Kirchspiel Hilter im Fürstbistum Osnabrück war ein Lehen der Grafschaft Rietberg. Das Gut befand sich ursprünglich im Besitz der Familie (von) Buck und gelangte 1561 als Schenkung der Johanna Buck, Stiftsdame des Stiftes auf dem Berge bei Herford, an den Osnabrücker Domherrn Heinrich Korff gen. Schmising aus dem Haus Tatenhausen. Mit Willenburg wurden andere Besitzungen, die die Korff schon vorher im Fürstbistum Osnabrück besaßen, verbunden.

3. Lette befand sich zusammen mit Merfeld bis 1565 im Besitz des Johann von Merveldt, des letzten männlichen Angehörigen dieser Linie. Nachdem der Nachlaß zunächst ungeteilt von einer Erbengemeinschaft aus den Familien Korff, von Raesfeld, von der Tinnen und Wendt besessen wurde, erfolgte 1622/23 eine Teilung der Güter unter die Hauptberechtigten Korff und Raesfeld. Während Haus Merfeld an Werner von Merode als Schwiegersohn des Johann Korff gen. Schmising zu Harkotten ging, gelangte Lette an Ludger Wilhelm von Raesfeld. Nach dessen kinderlosen Tod 1626 erbte seine Tante Christine von Raesfeld, Frau des Otto von Hövel zu Epe, die Lehnsgüter, während das allodiale Gut an seine Mutter Anna geb. von Schenckinck ging, die in zweiter Ehe mit Wilhelm von der Ley(en) verheiratet war. Anna von der Ley(en) geb. von Schenckinck, die 1628 von der Erbin der Lehnsgüter Christine von Raesfeld auch einen Teil dieser Lehen erwarb, vererbte das Gut Lette 1639 an ihre Tochter Anna Christine von der Ley(en), die mit Goswin von Ketteler zu Middelburg verheiratet war. 1645 verkauften diese Lette an Matthias von Wendt zu Holtfeld, über dessen Tochter Maria Catharina Odilia das Gut 1665 infolge ihrer Heirat an ihren Ehemann Gottfried von Bevern gelangte. 1722 traten Ernst von Bevern und dessen Frau Catharina Elisabeth von Münchhausen das Gut gegen Übernahme der Schulden an Anna Maria von Landsberg geb. von Galen, Frau des Franz Anton von Landsberg zu Erwitte, ab. Anna Maria von Landsberg erwarb noch 1722 von Isabella von Schilder geb. von Plettenberg neun Höfe in den benachbarten Kirchspielen und 1726 Haus Osthof bei Dülmen. Osthof war zunächst im Besitz der Familie von Schedelich. 1626 verkauften Johann Asbeck Torck zu Asbeck, Elisabeth von Schedelich zu Osthof und Rotger von Asbeck zu Goor als Erben des Bernhard von Schedelich Osthof an Johann von Bisschopinck. 1726 verkaufte Clara Richtmod von der Wenge geb. von Bisschopinck das Gut an die Frau von Landsberg. Erbin der Anna Maria von Landsberg wurde 1734 ihr einziges Kind Antonetta Helena, die 1712 Caspar Heinrich von Korff gen. Schmising zu Tatenhausen geheiratet hatte. Über Antonetta Helena fielen an die von Korff gen. Schmising zu Tatenhausen auch noch Besitzungen zu Schmerlicke und Weckinghausen bei Lippstadt, die früher den von Schorlemer gehörten, sowie ein Hof in Münster. Obwohl einziges Kind erbte Antonetta Helena nach dem Tod ihres Vaters 1727 nicht den Landsbergschen Fideikommiß. Zwar hat sie sich 1727 in dessen Besitz gesetzt, mußte ihn aber ihrem Onkel Ferdinand Franz Caspar, Domherr zu Münster und Osnabrück, herausgeben, der sich 1732 laisieren ließ, heiratete und den Stamm fortsetzte. Einige wenige Landsbergsche Familienurkunden sind dennoch in den Bestand gekommen.

4. Wieck im Kirchspiel Albachten gehörte lange der münsterischen Erbmännerfamilie von Schencking. 1717 verkauften Johann Adam von Schencking, dessen Frau Theodora Amalia Catharina von Schencking und sein Bruder Johann Gottfried Dietrich das Gut Wieck an Friedrich Matthias von Korff gen. Schmising zu Tatenhausen, der die Mittel hierfür aus dem Nachlaß seines 1716 verstorbenen Bruders Heinrich, Domherrn zu Münster, erhalten hatte. Diesem Bestand sind die Urkunden zugefügt worden, die weitere Besitzungen im Stadtbereich von Münster und die Grotenburg betreffen. Die Grotenburg wurde 1707 durch die Brüder Heinrich und Dietrich Otto von Korff gen. Schmising, beide Domherren zu Münster, von Johann Eitel von Grote erworben und ihrem Bruder Friedrich Matthias als Stammherrn zu Tatenhausen vererbt. Bei diesen Grotenburger Stücken handelt es sich um Obligationen der von Münster zu Vortlage.

5. Loburg bei Ostbevern gehörte ursprünglich der Familie von Bevern und gelangte um 1400 durch die Hand der Erbtochter Kunigunde von Bevern an ihren Ehemann Dietrich Stael. 1517 heiratete die Erbtochter Anna Stael zu Loburg Heinrich von Münster, doch blieb die Ehe kinderlos. Als Anna Stael um 1559 starb, waren erbberechtigt Jaspar Korff gen. Schmising zu Harkotten und seine Geschwister Heinrich zu Tatenhausen, Johann, Domdechant zu Osnabrück, und Leneke, Witwe des Heinrich von Langen, einerseits sowie Joachim Droste zu Senden, dessen Schwester Sybille, Witwe des Jost von Mecheln, und deren Töchter Joste, Frau des Franz von Bodelschwingh zu Sandfort, und Agnes, Frau des Bertold Freitag zu Löringhof, sowie Reinhard von Raesfeld andererseits. Während sämtliche Erben schon 1559 den Anspruch des Jaspar Korff auf alleinige Erbschaft zurückweisen konnten und ihn abfanden, kam es 1563 zu einer Teilung der Nachlassenschaft. Die eine Hälfte der Höfe sowie eine Entschädigung von 3500 Talern ging an die Geschwister Heinrich, Johann und Leneke Korff, die andere Hälfte der Höfe und das Haus Loburg gelangte an die Droste zu Senden und ihre Miterben. Während es bei den Geschwistern Korff Heinrich gelang, die Anteile seiner Geschwister 1562 und 1565 an sich zu bringen und zum Haus Tatenhausen zu schlagen, vermochte es auf der anderen Seite Johann Droste, der Sohn Joachims, die Anteile seiner Tante und deren Töchter 1574 und 1575 zu erwerben. Loburg vererbte sich weiter in der Familie Droste auf Elisabeth Anna, die Adolf von Nagel heiratete und diesem Loburg zubrachte. Als 1785 die Loburg wegen Überschuldung an Friedrich Clemens von Elverfeldt gen. von Beverfoerde-Werries verkauft werden mußte, bezog die Familie die Keuschenburg bei Ennigerloh. Dieses Gut war ein münsterisches Lehen der Familie von Nagel, im 17. Jhdt. jedoch aufgrund einer Forderung von den Droste zu Nienborg gepfändet worden. Besitzer waren zeitweise auch die Korff und die Droste zu Loburg. 1742 gelang es den von Nagel, fußend auf den alten Lehnsansprüchen, die Keuschenburg wieder in Besitz zu nehmen. Sie gelangte nach dem Tod des Clemens August von Nagel um 1830 an seinen Neffen Max Friedrich Graf von Korff gen. Schmising zu Tatenhausen. Dieser Bestand enthält nicht nur Urkunden über die Loburg, sondern auch Urkunden, die die Familien Droste und Nagel und deren sonstige Besitzungen betreffen.

6. Duderstadt befand sich seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Familie von Dincklage. Friderike Maria von Dincklage, die Johann Benning geheiratet hatte, verkaufte das Gut 1706 an Friedrich Matthias von Korff gen. Schmising, der als Drost des Amtes Cloppenburg am Erwerb eines amtszugehörigen Gutes interessiert war.

Keine Urkunden sind bisher für folgende Besitzungen aufgetaucht:

a) Burglehen zu Nienborg: dieses Burgmannsgut gehörte zunächst den von Raesfeld und gelangte durch Heiraten an die von Keppel und weiter an die von Hertefeld. 1683 verkaufte Elisabeth Anna von Hertefeld geb. von Keppel das Gut an Caspar Heinrich von Korff gen. Schmising zu Tatenhausen.

b) Engsterstein im Kirchspiel Dülmen wurde 1710 durch den Domherrn Heinrich von Korff gen. Schmising von der Familie von Wiedenbrück erworben und dem Stammherrn von Tatenhausen vermacht.

c) Bellering im Kirchspiel Laer und Amt Horstmar wurde 1712 ebenfalls durch den Domherrn Heinrich von Korff gen. Schmising von der Familie von Travelmann gekauft und fiel an Tatenhausen.

d) Masthof im Kirchspiel Ostenfelde und Amt Stromberg gelangte im 17. Jahrhundert durch Heirat von den von Carthaus(en) an die von Dumbstorff. 1721 kaufte der Domherr Dietrich Otto von Korff gen. Schmising von den Eheleuten Friedrich Christian von Dumbstorff und Antonetta Maria Josepha von Langen das Gut und vermachte es dem Stammherrn von Tatenhausen.

Bearbeitet 1996/97 (mit späteren Nachträgen) durch Dr. Wolfgang Bockhorst (LWL-Archivamt für Westfalen).

Umfang : 5,00 lfm

Verweise :

W. Bockhorst, Urkunden des Archivs Tatenhausen, in: Archivpflege in Westfalen und Lippe, Heft 46 Oktober 1997, S. 46f.-



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