Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Tat Tatenhausen (AD)
Tat.Keu - Keuschenburg
Tat.Keu - Archiv Tatenhausen, Keuschenburg
Permalink des Findbuchs


Signatur : Tat.Keu - Keuschenburg

Name : Keuschenburg

Beschreibung :

Einleitung :

Der nachfolgend erschlossene Aktenbestand "Keuschenburg" ist Teil der Überlieferung des Archivs Tatenhausen, das zuletzt in der Hand der Familie Korff, genannt Schmising, in dieser Form zusammengeführt worden ist. Dabei blieb die Überlieferung der Vorbesitzer, insbesondere der Familien Droste und Nagel, auch über die im engeren Sinn rechtssichernden Unterlagen hinaus erhalten. Sie umfassen einen Entstehungszeitraum von fast 400 Jahren (vom frühen 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert), wobei ein Großteil aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammt. Das Gut liegt in Osterfelde bei Oelde.

Einen Schwerpunkt der Überlieferung bilden die Prozess-Unterlagen, die im Zusammenhang mit den umstrittenen Rechten der zwei Familienzweige Droste zu Nienborg und Droste zu Loburg sowie der Familie Droste zu Nienborg und der Familie Nagel an den Keuschenburgschen Gütern stehen. Die prekäre finanzielle Situation der Familie Nagel vom ausgehenden 17. bis hin zum beginnenden 19. Jahrhundert spiegelt sich in den Schuldenbüchern, Schuldverschreibungen und in den darüber geführten Klagen, aber auch in den Nachlassregulierungen einzelner Familienmitglieder wieder. Die für einen adeligen Lebensstil erforderlichen Finanzmittel ließen sich zu dieser Zeit offensichtlich kaum mehr aus den grundherrlichen Einnahmen finanzieren, und so schlugen die Nagels kirchliche, wie der münstersche und osnabrücker Domherr und Propst von St. Mauritz Heidenreich Adolf, oder militärische Laufbahnen, wie Josef Marsil und seine Söhne, ein, um durch Ämter und Pensionen vor allem am bischöflichen Hof in Münster versorgt zu sein. Ambitionierte Unternehmungen, wie die Erlangung eines reichsunmittelbaren Rittersitzes in Ingelheim um 1744 und die Aussicht auf damit verbundene Standeserhöhungen, musste die Familie aus finanziellen Gründen nach 1769 aufgeben, was das Familienoberhaupt Josef Marsil nicht vor einem Konkursverfahren wegen Überschuldung am ausgehenden 18. Jahrhundert schützte. Seinen Kindern blieb nach dem Tod des Vaters nichts anderes übrig, als den ältesten Sohn Clemens August zur Schuldentilgung mit dem Verkauf des Hauses Keuschenburg zu beauftragen; so gelangte es 1830 mitsamt dem Archiv an den Ehemann der jüngsten Tochter Elisabeth, Max Friedrich Graf von Korff, genannt Schmising.

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde mit einer rudimentären Erschließung des Aktenbestandes begonnen. Die Archivalien wurden in sog. 'Paquets' zusammengefasst und die einzelnen enthaltenen Schriftstücke in - nicht immer ganz zutreffenden - Kurzregesten aufgelistet. Die Paquets bildeten die Grundlage für das auf 1775 datierende Archivinventar. Im 19. Jahrhundert erfolgte eine Neuordnung und Gruppierung der Archivalien, die die Grundlage für das vorliegende Findbuch darstellt. Die Klassifikation ist nach Überlieferungsschwerpunkten neu gefasst worden; ihr liegt keine historische Ordnung zugrunde. Die Nachlässe der drei wichtigsten Protagonisten des Bestandes Heidenreich Adolf, Josef Marsil und Clemens August von Nagel sind dabei als eigene Unterklassifikation besonders berücksichtigt worden. Zur Geschichte des Hauses Loburg, dem Stammsitz der Nagels, und dem Haus Keuschenburg sei auf das Vorwort des Findbuches "Archiv Tatenhausen - Urkunden. Band 1" verwiesen. Im zweiten Band dieses Findbuches (S. 130-337) befindet sich der Urkundenbestand des Hauses Keuschenburg, zu dem während der Verzeichnungsarbeiten an den Akten noch zwölf weitere Urkunden als Nachträge genommen wurden. Die Regesten dieser Stücke werden am Ende dieses Findbuchs angefügt.

Die Akten sind mit der links vor den Aktentiteln angegebenen Nummern zu bestellen und sollten wie folgt zitiert werden: Archiv Tatenhausen - Bestand Keuschenburg, Akte K [Nummer].

Die Bestandssignatur lautet: Tat.Keu [Nummer].

Münster, Weihnachten 2003

Verzeichnet durch Ulrich Fischer und Peter Worm, die im Rahmen ihres Referendariats für den Höheren Archivdienst ein zweimonatiges Praktikum am LWL-Archivamt für Westfalen absolvierten.

Umfang : 6,30



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