Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Hin Hinnenburg
Hin.E.Uk - Rheinische Güter, Urkunden
Hin.E.Uk - Archiv Hinnenburg, Rheinische Güter, Urkunden
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Signatur : Hin.E.Uk - Rheinische Güter, Urkunden

Name : Rheinische Güter, Urkunden

Beschreibung :

Einleitung :

1. Inhalt

Das vorliegende Inventar erschließt die Urkunden zu den rheinischen Besitzungen der Familie von Bocholtz sowie zu denjenigen Familien, deren Überlieferung aufgrund von Erbschaft und Verwandtschaft erworben wurde (Bestand E).

Zu den Besitzungen der Familie von Bocholtz, von der sich Ende des 16. Jahrhunderts eine westfälische Linie abspaltete, gehörte an erster Stelle die Herrlichkeit Lobberich im Herzogtum Geldern, in der die von Bocholtz das Patronat über die Pfarrkirche sowie seit 1673/74 die volle Gerichtsbarkeit besaßen, die ihnen vom König von Spanien als Herzog von Geldern verkauft worden war. An Rittersitzen im Kirchspiel Lobberich gehörten verschiedenen Linien der Familie die Häuser Bocholt(z), Ingenhoven und Broeck.

Erst 1725 kaufte der Aachener Kanoniker Eduard Bernhard von Bocholtz, der letzte männliche Vertreter der rheinischen Linie, den Rittersitz Stege bei Issum am Niederrhein, den er an seine westfälischen Vettern vererbte. Während Stege und Plittersdorf, der andere von Eduard Bernhard erworbene Rittersitz, tatsächlich von den westfälischen bocholtz in Besitz genommen werden konnte, gelang dies nicht mit der Herrlichkeit Lobberich und den dortigen Gütern.

Johann Arnold von Bocholtz zu Ingenhoven, der ältere Bruder von Eduard Bernhard, hatte 1705 Anna Maria Amalia von Gymnich geheiratet und hinterließ bei seinem Tod 1711 zwei Töchter. Obwohl im Ehevertrag festgelegt worden war, dass im Fall seines söhnelosen Hinscheidens die westfälische Linie erben sollte, konnten sich nach 1711 doch die Witwe, die 1717 weitere Rechte in der Herrlichkeit und das Gut Broeck gekauft hatte, und die beiden Töchter im Besitz befestigen. 1718 heiratete die Witwe erneut Gerhard Freiherrn von der Reck zu Witten. Als Anna Maria Amalia 1748 starb, erhielten ihre Töchter Maria Margarethe, die 1739 Wilhelm Ludwig von Mirbach geheiratet hatte, das Haus Bocholt und Anna Franziska, die 1729 Adrian Konstantin von Bentinck geehelicht hatte, Ingenhoven.

Wie nun die Archivalien dieser Güter zu Lobberich, die eben nicht in das Eigentum der westfälischen Bocholtz gelangt sind, aber doch in ihre Archive zu Alme und Hinnenburg geraten sind, ist unklar. Denkbar ist ein Erwerb um 1820, als die von Bentinck das Haus Ingenhoven verkaufen mussten.

Hierfür sprechen teilweise die Namen der Familien, von denen sich Unterlagen im Bestand befinden. Es handelt sich um die von Eyll zu Geysteren, die von Gymnich zu Vlatten, die von Vlysteden (Fliesteden), von Rode, von Raitz zu Frenz und von der Reck.

Die Urkunden der Familie von Eyll dürften über die Ehe der Erbtochter Elisabeth von Eyll mit Johann von Bocholtz zu Bocholt 1608 angefallen sein. Sie betreffen hauptsächlich die Herrlichkeit Geysteren.

Die Urkunden der Familie von Gymnich beziehen sich auf deren Besitz zu Vlatten und betreffen auch die Familien (Rolman) von Dadenberg und von Velbrück sowie Scheiffart von Merode und von Harff. Die Stücke, die bis 1755 gehen, sind offenbar über Anna Maria Amalia von Gymnich in den Archivbestand gelangt.

Über ihren zweiten Ehemann Gerhard von der Reck gelangten diejenigen Urkunden in das Archiv, die sich auf seine Familie beziehen.

Unklar ist die Herkunft der Stücke, die sich auf die Familien von Vlysteden, von Rode(-Frankenberg) und von Raitz zu Frenz aus der Linie zu Schlenderhan beziehen.

2. Bearbeitung

Die Urkunden sind nicht einfach chronologisch geordnet und verzeichnet worden, sondern in der Reihenfolge der vorgefundenen Abteilungen, die im 19. Jahrhundert durch den Archivar Peter von Hatzfeld gebildet wurden. Allerdings sind diese Abteilungen der besseren Übersicht halber etwas anders zusammengestellt worden. So sind die Urkunden, die sich auf die Herrlichkeit Lobberich beziehen, zusammen gezogen worden.

Nicht in diesen Bestand aufgenommen wurden die Urkunden, die sich auf die Familie von Bocholtz beziehen, nämlich Familienverträge, Standesangelegenheiten etc. Für diese Familienurkunden ist ein eigener Bestand P gebildet worden, der ergänzend heranzuziehen ist.

Die rund 400 Akten des Bestandes E sind in einem gesonderten Findbuch erfasst.

Die Urkunden sind zu zitieren: A. Hinnenburg, E Urk. ...

Münster, September 2006

Dr. Wolfgang Bockhorst

Umfang : 2 lfm

Verweise :

A. Fahne, Die Dynasten, Freiherrn und jetzigen Grafen von Bocholtz, Bde. 1 und 2 (Urkundenbuch) Köln 1859, 1863.

J. Finken, Geschichte der ehemaligen Herrlichkeit Lobberich, Lobberich 1902.

P. Dohms, Lobberich, Kevelaer 1981.



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