Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
HarKe Harkotten I (Ketteler) mit Schwarzenraben
HarKe.FKe Familiensachen
HarKe.NL1 - Nachlass der Äbtissin Freifrau Anna Franziska von Ketteler-Harkotten zu Freckenhorst (1775-1835)
HarKe.NL1 - Archiv Harkotten I (Ketteler) mit Schwarzenraben, Nachlass der Äbtissin Freifrau Anna Franziska von Ketteler-Harkotten zu Freckenhorst (1775-1835)
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Signatur : HarKe.NL1 - Nachlass der Äbtissin Freifrau Anna Franziska von Ketteler-Harkotten zu Freckenhorst (1775-1835)

Name : Nachlass der Äbtissin Freifrau Anna Franziska von Ketteler-Harkotten zu Freckenhorst (1775-1835)

Beschreibung :

Einleitung :

Anna Francisca wurde am 18. April 1755 auf dem Hause Harkotten als Tochter des Goswin Lubbert von Ketteler (geb. 1719, gest. 1775) und seiner Gemahlin Bernhardina Dorothea von Korff, einer Schwester der vorhergehenden Äbtissin, geboren. Ihre Schwester Agnes Bernhardina war hier ebenfalls Stiftsdame. Ihr Bruder Clemens August (gest. 1815), verheiratet mit Marianne von Galen, Witwe von Plettenberg, ist der Großvater des im Jahre 1811 im Kettelerschen Hause auf dem Alten Steinweg in Münster geborenen späteren Mainzer Bischofs Wilhelm Emanuel von Ketteler. Ein anderer Bruder, Matthias Benedikt (geb. um 1751, gest. 1802), war Domherr zu Münster, Osnabrück und Hildesheim. Ihr Bruder Wilhelm Arnold war Domherr zu Münster, Paderborn und Hildesheim. Ihre Schwester Maria Anna (gest. 1821) heiratete 1773 Caspar Friedrich von Böselager zu Eggermühlen.

Die Wahl der letzten Äbtissin des Stifts Freckenhorst fand am 2. April 1799 statt. Anna Francisca hatte am 11. November 1760 nach dem Tode von Theodora B. F. M. Schencking eine Präbende in Freckenhorst erhalten (A. Kap. Nr. 16, 1 Bd. 2 Bl. 36) und war am 5. September 1768 emanzipiert worden (A. 1 Nr. 21). Der Ordinarius erteilte am 15. Mai 1799 seine Bestätigung zur Äbtissinnenwahl (U. 753). Am 22. Juli d. J. unterzeichnete die Äbtissin die Wahlkapitulation (U. 752).

Schon nach dreijähriger Amtszeit kündigte sich das Ende des Stiftes an, als am 3. August 1802 der König von Preußen den östlichen Teil des Oberstiftes Münster, zu dem Freckenhorst gehörte, in Besitz nahm. Am 25. Februar 1803 wurde das Fürstbistum Münster endgültig für aufgehoben erklärt und die Einziehung der Stifter und Klöster mit gewissen Einschränkungen dem neuen Landesherrn anheimgestellt. Die Staatsbehörden übernahmen eine Art von Oberaufsicht über die Stiftsangelegenheiten. Die Kabinettsordre vom 7. März 1805 sah noch unter bestimmten Voraussetzungen die Beibehaltung des Stiftes als Versorgungsanstalt für bedürftige adlige Damen aller Konfessionen vor, jedoch verfügte die Regierung des Großherzogtums Berg, zu dem Freckenhorst seit 1808 gehörte, am 13. August 1811 die endgültige Aufhebung des Damenstiftes.

Die Einkünfte der Äbtissin beliefen sich zu dieser Zeit auf jährlich 21.260 fr. Sie erhielt eine Pension und zog sich nach Münster zurück (LAV NRW W, GhzgtBerg A 2 Nr. 54 Bl. 53), nachdem sie im Anschluss an die Aufhebung noch einige Zeit in dem 1796 neu erbauten Hause des Stiftsamtmanns (Nr. 87) verbracht hatte. Zuletzt wohnte sie im Kettelerschen Hof auf dem Alten Steinweg 35 in Münster, den sie im Jahre 1822 angekauft hatte (Max Geisberg, Die Stadt Münster 3. 1934 S. 150). Dort starb sie am 14. April 1835 im 80. Lebensjahr und wurde auf dem Lambertikirchhof beigesetzt.

Der Nachlass umfasst 50 Verzeichnungseinheiten - vorwiegend aus der ersten Hälfte des 19. Jh. - und enthält nur wenige persönliche Unterlagen. Er besteht zu großen Teilen aus der Rechnungslegung und den zugehörigen Quittungen für die Zeit der Amtsübernahme 1799 bis zum Ende der 1820er Jahre. Einige wenige Briefe haben sich erhalten (Nr. 34). Daneben gibt es eine Reihe von Archivalien, die aus der Haushaltsführung des Hauses Harkotten stammen und ergänzend zu dem dortigen als Deperditum (!) verzeichnetem Archivgut heranzuziehen sind.

Die Erschließung besorgte Dr. Werner Frese als Mitarbeiter des Westfälischen Archivamts im Jahr 1985. Die Daten wurden in die Datenbank übernommen und eine Einleitung auf Basis der Angaben von Wilhelm Kohl im Bd. 10 (N.F.) der Germania Sacra verfasst.

Münster, im Sommer 2016

P. Worm

Verweise :

Kohl: Das (freiweltliche) Stift Freckenhorst. Germania sacra N.F.10, Bistum Münster 3, Berlin 1975, S.371-373



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