Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Bur Burgsteinfurt, Fürstliches Archiv
Bur.C - Kredit- und Schuldensachen
Bur.C - Archiv Burgsteinfurt, Kredit- und Schuldensachen
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Signatur : Bur.C Kredit- und Schuldensachen

Name : Kredit- und Schuldensachen

Beschreibung :

Einleitung :

Von den Schuldensachen erwies sich insbesondere das Passivschuldenwesen als bislang unbekannte Quelle zur westfälischen Landesgeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit, so dass auch der dokumentarische Wert eine eingehendere Erschließung rechtfertigt.

Dieses Passivschuldenwesen ist bestimmt durch eine hohe, noch im einzelnen nach den Gründen zu untersuchende Verschuldung der Grafschaft Bentheim, daraus resultierende Durchmarsch- und Pufferzone in militärischen Auseinandersetzungen, vor allem im Dreißigjährigen Krieg. Dann ein ungünstiges Verhältnis insb. der Grafschaft Steinfurt von Einwohnerzahl und wirtschaftlicher Kraft zu den geforderten Leistungen durch Reich, Reichskreis, Kontributionen. Schließlich belastende Erbstreitigkeiten des gräflichen Hauses seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Für die Grafschaft Bentheim bot den Ausweg aus einer hoffnungslosen Verschuldung die Verpfändung an Kurhannover im Jahre 1753, das allein 189.119 Reichsthaler 44 Stüber und 5 Deut holländisch an Domänenschulden bezahlte. Die gesamte Grafschaft Bentheim diente dann 1786 und 1788 als Pfandobjekt zur Aufnahme von 160.000 Gulden, um Schulden vor allem auf Batenburg und Hawickerwerth zu bezahlen.

Die Selbständigkeitsbestrebungen im Jahre 1804 führten zur Aufnahme von 440.000 Gulden beim Haus van Staphorst in Amsterdam, mit denen die Grafschaft Bentheim aber nur drei Jahre von Frankreich eingelöst werden konnte (C 414 - 431 unter dem Buchstaben S).

Für die Grafschaft Steinfurt ergab sich eine erste finanzielle Erleichterung der Schulden durch deren Teilung nach dem Interimsvergleich von 1638 über die Steinfurter Erbschaft und die Trennung zwischen Bentheim-Steinfurt und Tecklenburg-Rheda 1660 (C 3). Aber erst der Vergleich vom Jahre 1716 mit dem Hochstift Münster und dessen Zahlung von 125.000 Reichstaler, größtenteils an Gläubiger der Grafschaft, vermochte die ausweglose finanzielle Lage zu bessern.

Was von der Grafschaft erhalten blieb, war ein Territorium aus Stadt und Kirchspiel Steinfurt, dessen Lage im Hochstift Münster endgültig 1815 / 1816 zum Aufgehen in der preußischen Provinz Westfalen und nach 1945 im Land NRW führte.

Die 1753 begründete Bindung der Grafschaft Bentheim an Kurhannover, 1804 - 1812 / 1813 vorübergehend unterbrochen, blieb erhalten, auch, als 1866 aus dem Königreich Hannover die gleichnamige preußische Provinz wurde.

Nach 1945 blieb der Kreis Grafschaft Bentheim im neuen Bundesland Niedersachsen bestehen.

Trotz der heute trennenden Ländergrenze spiegelt das Fürstliche Archiv zu Burgsteinfurt die vielen Gemeinsamkeiten der beiden ehemaligen Grafschaften Bentheim und Steinfurt namentlich über das Grafen- bzw. Fürstenhaus.

Dem Bestand C liegen erneut die alten Repertorien des Fürstlichen Archivs von 1805ff. zugrunde. Sie geben jeweils auf dem Titelblatt an: "Aus dem zu Steinfurt gewesenen und im Jahre 18043 dazu gekommenden Archvie aus Bentheim zusammengetragen". Dabei erfolge teilweise ein Vermischung der Provenienezne Bentheim und Steinfurt. Der Afubau wqurde beibehalten

Münster, Januar 1982 Dr. Alfred Bruns

Umfang : 15,40

Verweise :

Inventar des fürstlichen Archivs zu Burgsteinfurt. C Schuldensachen, D Familiensachen (Teilbestand), E Reichs- und Kreissachen, bearb. v. A. Bruns, Münster 1983 (INA NF 7), S. 2-137.

L. Schmitz-Kallenberg, Inventare der nichtstaatlichen Archive de Kreises Steinfurt (Inventare nichtstaatlicher Archive der Provinz Westfalen I, 4), Münster 1907, S. 116-127 (berab. von Karl Döhmann)



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