Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Wel Welbergen
Wel.Uk - Urkunden
Wel.Uk.Pg - Pergamenturkunden
Wel.Uk.Pg - Archiv Welbergen, Pergamenturkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur : Wel.Uk.Pg - Pergamenturkunden

Name : Pergamenturkunden

Beschreibung :

Einleitung :

Der Urkundenbestand des Hauses Welbergen umfasst heute insgesamt 732 Urkunden, reicht vom 14. bis in das 19. Jahrhundert und dokumentiert Rechtsgeschäfte und rechtliche Übereinkünfte zu Erwerb, Belehnung, Verpachtung von Grund, Immobilien und Mobilien sowie Schuldverschreibungen und Heiratsverträge.

Formal bemerkenswert ist die ungewöhnliche Teilung in zwei Teilbestände: Er umfasst 479 Stücke im Teilbestand Pergamenturkunden (Pg) und 253 Stücke im Teilbestand Papierurkunden (Pp).

Die Papierurkunden sind offensichtlich von dem ersten Bearbeiter der Pergamenturkunden nicht berücksichtigt worden, da nur eine der Papierurkunden eine blaue Altsignatur (Nr. 10) trägt, die sich zahlreich auf dem Rücken der Pergamenturkunden finden, und wohl von ihrem ersten Bearbeiter vergeben wurden. Nur die Pp (Papierurkunden) 10 und 20 tragen auch blaue, identische (10, 20) Altsignaturen.

Die Papierurkunden sind nur mit Bleistift signiert. Die niedrigste Signatur auf den Papierurkunden ist die 402, die höchste die 804. Danach sollte man annehmen, dass es vormals etwas mehr als 400 als Papierurkunden gegeben hat. Tatsächlich befinden sich darunter aber auch Vorgänge, die als Akten bezeichnet werden müssen und wahrscheinlich sind einige als Papierurkunden bezeichnete Stücke wieder zu den Akten gelegt worden bzw. dem Aktenbestand zugeordnet worden. Diese Vermutung wird dadurch gestützt, dass sich im heutigen Aktenbestand, verzeichnet durch Franz Herberholt, zahlreiche urkundliche Stücke befinden und als solche dort regestiert wurden.(2)

Eine erste Verzeichnung der Urkunden erfolgte mehr schlecht als recht in den 1920er Jahren durch Rektor H[einrich] Bremer aus Gronau i.W. Die oft fehlerbehafteten Regesten wurden veröffentlicht in der Broschüre Haus Welbergen.(1) Die schon zuvor von Max v. Spießen erstellten Regesten weichen davon z.T. ab. Sie sind im Repertorium P 186 enthalten.

Der Urkundenbestand wurde durch Bremer in zwei Teilbestände aufgeteilt: a) Pergamenturkunden 1-458, jetzt Signatur Urkunde Pg 001 ff, b) Papierurkunden 1-355, jetzt Signatur: Urkunde Pp 001 ff. Die Regestierung der Papierurkunden erfolgte durch Bremer nur in Auswahl.

Bremer gibt in der Zählung 355 Papierurkunden an - also schon knapp 50 weniger, als nach den Altsignaturen vorhanden sein müssten. Von den 355 Urkunden hat Bremer nur 251 regestiert. Wo die von ihm nur mitgezählten 104 Papierurkunden geblieben sind, darüber gibt Bremer keinen Hinweis.

Wie schon oben gemutmaßt wurde, sind sie dem Aktenbestand zugeordnet worden. Vielleicht hat eine archivisch versiertere Kraft, bevor Bremer seine eigentliche Regestierungsarbeit begonnen hat, die Aussonderung der Urkunden vorgenommen, ohne dass die Altsignaturen und von Bremer schon neu vorgenommene Zählung geändert wurden.

Im Jahr 2017 wurde der Urkundenbestand anhand des Findbuchs von Bremer einer umfassenden Revision durch den Unterzeichner vorgenommen, wobei zahlreiche Verbesserungen und Präzisierungen an den Bremerschen Regesten vorgenommen eine große Anzahl neu verzeichnet wurden. Zum Teil ergab das auch Änderungen in der Datierung der Urkunden, sodass die an sich chronologische Reihung der Urkunden nicht mehr konsequent durchgehalten ist.

Das Findbuch wurde von Dr. Werner Frese erstellt.

Zu den Teilbeständen:

195 Pergamenturkunden tragen blaue Altsignaturen, die später durch eine andere Zählung in Rot ersetzt wurden.

Die Pergamenturkunden zählen nach Bremer 466 einschließlich der mit a oder b Stücke bezeichneten Zählnummern. Transfixe sind von ihm weder gezählt noch regestiert worden, so dass von einer Gesamtmenge von etwa 485-490 Pergamenturkunden auszugehen ist, wobei die unter Pg 461 versammelten Exekutoriales unberücksichtigt bleiben.

Dieser Urkundenbestand ist im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts aus dem Archiv zusammengetragen worden, das heißt er wurde nach und nach vermehrt um Urkunden, die sich - wie vielfach üblich - in den Akten befanden, dort und dort Teil einer abgehandelten Sache waren. Vermutlich kamen auch nach und nach aufgefundene Pergamente hinzu, die sich möglicherweise nicht im Archiv, sondern in anderen Räumen des Hauses Welbergen befunden haben.

Die ursprüngliche (nicht nach numerus currens fortlaufende) Signierung der Urkunden wurde offensichtlich mit Bleistift vorgenommen. Ein System in dieser Zählung ist nicht erkennbar, etwa in der Art, dass Lehnsurkunden, Urkunden betr. die Erben und Kotten des Hauses Welbergen, Familienverträge, Obligations- und Geldgeschäfte und ähnlich in Rubriken vereinigt worden wären.

Unter diesen Umständen war die chronologische Reihung der Urkunden naheliegend. Eine erste Zählung und Signierung der so geordneten Urkunden wurde mit einem Blaustift vorgenommen und erfasste 195 Urkunden. (die Nr. 195 blau auf der jetzigen Urkunde Pg 438). Es zeigt sich jedoch, dass schon diese Reihung, vereinzelt ab 1457 von Urkunden, die mit Bleistift gezählt wurden, durchbrochen ist, teils singulär, teils gruppenweise und dann massiv ab Pg 263 (von 1608 Febr. 8). Diese Urkunden des 17. Jahrhunderts könnten noch lange in den sachthematischen Akten gelagert haben, doch ist aus ihren Signaturen kein zuverlässiges früheres Ordnungsschema zu erkennen.

Die blau signierten Urkunden hat Max von Spießen (1852-1921) vergeben und sie sind gewiss eine Auswahl aus dem ihm damals vorliegenden Bestand, wenn gleich der Titel seiner Kladde mit diesen Regesten von ihm als "Urkundenbuch des Hauses Welbergen" lautet. Bremer und Spießen haben sich vermutlich nie persönlich getroffen.

Aber warum sollte Bremer in seiner Auswahl auch eine Urkunde belassen haben, die keinen Zusammenhang mit Welbergen aufweist und die er wegen ihres schwierigen Textes nur mit einem Kopfregest wiedergibt? Nur deshalb, weil sie auf Pergament geschrieben war. Der Beschreibstoff Pergament garantiert sozusagen, dass in dem Teilbestand Pg keine Fehlstücke sind.

Anders verhält es sich bei den Papierurkunden, die - zumal wenn es sich nur um Abschriften handelte - wieder leichter dem Aktenbestand zugeordnet werden konnten und dadurch im Urkundenbestand heute als Fehlstücke erscheinen. Ob dies geschehen ist, wann und durch wen, muss freilich offen bleiben. Die Springnummern im Teilbestand der Papierurkunden bleiben ein nicht lösbares Rätsel, weil sich ein ‚spiritus rector` einer solchen Bereinigung zwischen Urkunden- und Aktenbestand nicht identifizieren lässt. Naheliegend wäre es etwa gewesen, wenn Franz Herberholt im Rahmen seiner von den 1950-er bis in die frühen 1970-er Jahre andauernden Verzeichnungsarbeiten am Aktenbestand auch eine Superrevision des Urkundebestandes vorgenommen und Stücke in den Aktenbestand überführt hätte.

Indessen lässt sich das aus der Dienstakte des Archivamtes zum Archiv Welbergen eindeutig ausschließen: Denn mehrfach sind darin Aussagen Herberholts zu finden, aus denen erhellt, dass er nichts über den Verbleib der Papierurkunden wusste (vgl. dort Vermerk vom 21.5.1962; hssl. Notiz auf Schreiben vom 22.2.1974).

Herberholts Verzeichnung wurde im Jahre 1980 posthum von seinem Amtsnachfolger Dr. Helmut Richtering für den Druck aufbereitet. Im knappen Vorwort Richterings findet sich lediglich der Hinweis, dass "infolge mehrfacher Umlagerungen des Archivs innerhalb des Hauses auch die Bremersche Ordnung gestört" worden sei (Archivverzeichnis S. 11).

Demzufolge nicht belegt: Wel. Uk. Papierurkunden 38, 43, 49, 55, 59, 60, 61, 72, 73, 79, 81, 82, 83, 84, 85, 86, 88, 89, 90, 105, 107, 110, 112, 118, 119, 121, 123, 127, 128, 129, 130, 138, 142, 143, 147, 148, 151, 153, 155, 156, 157, 158, 159, 162, 163, 166, 167, 171, 172, 173, 177, 178, 179, 180, 182, 187, 188, 191, 198, 199, 200, 202, 204, 206, 214, 215, 216, 221, 225, 227, 229, 230, 231, 236, 240, 241, 249, 250, 256, 262, 272, 275, 279, 281, 290, 293, 294, 304, 318, 323, 325, 326, 327, 332, 333, 338, 341, 346, 347, 353, 354.

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(1) Archivverzeichnis Haus Welbergen. Akten, bearb. von Franz Herberholt (Westfälische Quellen und Archivverzeichnisse 4), Münster 1980.

(2) Haus Welbergen. Aus der Geschichte einer münsterländischen Wasserburg, Gronau o.J. [1931]

Umfang : 7,8

Verweise :

Hermann, Heinz / Gisela Baumeister / Franz-Josef Melis / Barbara Seifen: Haus Welbergen ( Westfälische Kunststätten, Heft 114). Steinfurt 2013.

Norbert Reimann: Haus Welbergen. Aus der Geschichte eines Rittersitzes im Münsterland, in: 850 Jahre Welbergen. Portrait eines Dorfes im Münsterland, hg. v. Christian Goldt, [Borken] 2001, S. 277-296.



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