Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.
Hin Hinnenburg
Hin.A - Hinnenburg
Hin.A.Ak - Hinnenburg, Akten
Hin.A.Ak - Archiv Hinnenburg, Hinnenburg, Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : Hin.A.Ak - Hinnenburg, Akten

Name : Hinnenburg, Akten

Beschreibung :

Einleitung :

Das folgende Inventar umfasst den Bestand A = Hinnenburg, des Archivs Graf von Bocholtz-Asseburg zu Hinnenburg bei Brakel/Westfalen.

Die ältere Archivordnung und Archivgeschichte ist bereits von Wolfgang Leesch dargestellt worden, als er die Urkunden des Archivs Hinnenburg seit 1948 in einem eigenen Band erfasste. Freilich ging W. Leesch bei seiner damaligen Bearbeitung zu weit, als er die Archivordnung von Amtmann Klöpper bis 1774 ablehnte und eine neue Ordnung an ihre Stelle setzen wollte. Dieses Vorhaben ist letztlich wegen der Beendigung seiner Hinnenburger Arbeiten von W. Leesch gescheitert, da seine Ordnungsansätze durch ihr individuelles Schema nicht fortgeführt werden konnten. Es fanden sich zudem maschinenschriftlich Akten verzeichnet, ohne dass ihnen wenigstens eine vorläufige Signatur gegeben war.

Eine weitere Bearbeitung des Hinnenburger Archivs musste zu einer baldigen Benutzung führen können und hat dies durch Aufbau auf dem Klöpperschen Repertorium und seine Fortführung nach 1770 erreichen können.

Des weiteren hatte W. Leesch leider darauf verzichtet, Signaturen einzuführen, so dass seine Urkundenverzeichnung nachsigniert werden musste. Dabei erhielten die eigentlichen Asseburger Bestände des Archivs folgende Großbuchstaben: A Haus Hinnenburg, B Haus Wallhausen, C Haus Schermcke (lediglich Urkunden in A), D Kloster Brede. Innerhalb der Großbuchstaben sind die Urkunden mit dem Zusatz "Urk." und ihrer Ordnungsnummer, die Akten und Amtsbücher lediglich mit ihrer Nummer bezeichnet worden.

Die folgende Verzeichnung begann durch den Unterzeichneten im Frühjahr 1968 zunächst noch im Dachgeschoss des Schloßflügels, der dem Schäferhof bzw. der Stadt Brakel zugewendet ist. Die Archivalien lagen auf hohen Holzregalen lose in den Fächern und waren teilweise dort von Mäusen angenagt worden. Erstmals wurde damals begonnen, die Akten in Archivkästen einzulegen und ihnen sofort die endgültige Signatur zu geben, d.h. nach dem sogenannten Bär-schen Prinzip zu arbeiten.

Im recht heißen Sommer 1969 mussten auch einmal die Fenster geschlossen werden, da ein großer Bienenschwarm um das Dach summte. Abends leuchtete ein alter Kronenlüster auf den Schreibtisch und in die verstaubten Regale.

Gleich nebenan lagen die Gemächer des sog. "Geheimbten Archivars". Vom langen Flur duch eine einfache Holztür abgeteilt, fanden sich - noch auf dem Flur - eine Badewanne und ein Badeofen, zur rechten Hand ein Wohnzimmer mit einem Holzofen aus alten Herdplatten und dahinter abschließend ein Schlafzimmer mit einem Waschbecken. Die Ruhe um das Bergschloß wurde lediglich gestört, wenn die Schafe vom Schäferhof auf die Weide getrieben wurden, ansonsten störten lediglich tagsüber tieffliegende Düsenjäger.

Zu den Mahlzeiten hatte der Archivar durch das halbe Schloß, wobei er u.a. auch den sog. blauen Saal durchquerte, zu wandern. Das Esszimmer befand sich damals im Durchgang des zweiten Stockes neben dem Fahrstuhl, und es war deutlich zu hören, wenn Gräfin Thona und Graf Busso, letzterer mit seinem Gehstock, zum Fahrstuhl aus ihrem Turmzimmer gingen. Das Essen kam aus der Küche im Erdgeschoss gleichfalls per Fahrstuhl, es war immer sehr schmackhaft zubereitet, da Gräfin Thona eine sehr gute Köchin ist und ihr Personal entsprechend angelernt hat.

Zur Herbstzeit, wenn die Stürme um das "alte Bergnest" tobten und die Fensterläden klappern ließen, musste im alten Trakt geheizt werden. Wohl wurde während des Frühstücks vom Personal angeheizt, doch dann musste der Archivarius selbst nachlegen, was bei dem Holzofen jede Viertelstunde erforderlich war. Dieser Holzofen musste auch zuerst dazu gebracht werden, zu ziehen, und stieß vorher dicke weiße Wolken aus, die das Wohnzimmer bald in einen Nebel hüllten. Wenn er dann aber brannte, war bald der Qualm verzogen und es herrschte eine behagliche Wärme. Beim Holznachlegen feuerte ich auch den Badeofen nach, der an der Außenseite ein Wasserthermometer mit dem Stand von 85 Grad trug. Erst nach einigen Stunden, als der Badeofen unten zu glühen begann und zu bollern anfing, stellte ich fest, dass das Thermometer immer noch auf 85 Grad stand und folglich entzwei sein musste. In der folgenden Zeit rannte ich an dem Badeofen rasch vorbei, wenn ich Holz nachlegen musste. Nun, es ging alles gut und abends badete ich dann auf dem Gang.

Das Arbeiten in Archivkästen erwies sich zudem als vorteilhaft, als - endlich - das neue Archiv bezogen werden konnte. Hierin ist ein Raum geschaffen worden, der eine den archivalischen Schätzen angemessene Unterbringung bietet.

Zwar sind die Arbeiten am Bestand A noch nicht ganz abgeschlossen, doch bietet der vorliegende Band Gelegenheit, auch Nachträge hineinzuarbeiten.

Es ist geplant, in absehbarer Zeit auch das Inventar des Bestands B, Wallhausen, vorzulegen.

Von den Beständen von Meschede/von Bocholtz liegen bereits fertige Teilverzeichnisse vor, die Regestensammlung des Grafen Johannes von Bocholtz-Asseburg nach 1500 ist ebenfalls zusammengefasst und benutzbar.

Münster im August 1977

Dr. Alfred Bruns

Nachträge:

Die Nrn 3866-3872, Hollwinkel betreffend, wurden Klassifikationsgruppe 030.f. zugeordnet und verzeichnet durch Dr. Stefan Schröder, 16.6.2017.

Umfang : 75 lfm.

Verweise :

W. E. Giefers, Kurze Geschichte der Hinnenburg, in: Westf. Zeitschrift 4 (1853), S. 355-365.



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