c/o Rheinisches Archiv- und Museumsamt
Archiv Schloss Schönstein - Urkunden

Verzeichnungseinheiten:  1-100 101-200 201-300 301-400 401-500 501-500 


1593 Februar 15
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heimann [von] Böcklingen zu Friesenhagen sowie sei Sohn Peter [von] Böcklingen zu Friesenhagen und dessen Frau Ursula verkaufen an Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, für quittierte 820 Rader fl. kraft Erbkauf den ihnen eigenen Hof zu Obersohlbach (Ober Sol-) einschließlich Zubehör in der Herrschaft Wildenburg und im Kirchspiel Friesenhagen, soweit sie diesen von Johann Mühlenthai (Mullenthail) erblich kauften. Vor Johann Cremer, Clein Johann zu Steeg und Thomas Peter zu Friesenhagen, Gerichtsschöffen zu Friesenhagen, verzichten sie zu Sebastians Gunsten erblich hierauf und leisten Währschaftsversprechen. Sebastian verpflichtet sich, etwaige Forderungen des Johann Mühlenthal an den Hof innerhalb oder außerhalb des Rechtsweges ebenso zu tilgen wie etwaige Forderungen seines Vetters Georgs des Älteren von Hatzfeldt wegen zu viel geschlagenen Holzes. - Unterschriften der Aussteller. - Siegler: Peter von Diezenkausen (Ditzinghaußen) gen. Ellingen.

v.num : 2001

Enthält : Ausf., Perg., Sg. erh. - Nr. 1863.




[15]93 Februar 24, Haus Echthausen
Permalink der Verzeichnungseinheit

Adrian von Hatzfeldt zu Werther (Werter) vereinbart mit Helene [von Bockenförde gen.] Schüngel die Eheschließung, die daraufhin durch einen Priester vorgenommen wird. Außerdem wird im Einvernehmen mit den im Folgenden genannten Freunden Folgendes vereinbart: Adrian bringt Haus Werther als Ehesteuer in dem Umfang in die Ehe ein, wie sein gestorbener Vater Johann von Hatzfeldt zu Werther ihm dies hinterließ, ebenso alles, was er sonst an Erbe und Gut hat. Seiner Mutter Anne von Wend (de Wendt) bleiben ihre Morgengabe und ihre Leibzucht vorbehalten, ebenso seinen unverheirateten Schwestern ihre Aussteuer wie üblich. Helene weist er Overbecks Hof im Kirchspiel Werther als Morgengabe zu. - Diese sagt 000 Reichstlr. als Brautschatz und Heiratsgut zu, von denen eine Hälfte bei der Eheschließung (hiembringungh) fällig ist. Helenes Bruder Georg von Bockenförde gen. Schüngel zu Echthausen verpflichtet sich, von der anderen Hälfte je 500 Reichstlr. jeweils an Ostern [15]94 und [15]95 zu zahlen, die restlichen 500 Reichstlr. aber, sobald die Mutter Katharina [von Lüdinghausen gen.] Wolf (Wulff) gestorben ist. Rittmeister Lorenz [von Bockenförde gen.] Schüngel verpflichtet sich, zum ersten Termin vertragsgemäß außerdem 500 Goldfl. zu zahlen. Sobald alle Zahlungen erfolgt sind, hat Helene im Einvernehmen mit Adrian eine Verzichturkunde zugunsten von Georg auf alle väterlichen und mütterlichen Güter auszustellen. Künftig anfallende Seiten- und Beifälle bleiben ihr vorbehalten. Mutter und Bruder statten Helene aus besonderer Zuneigung außerdem mit Kleidern, Kleinodien, Brautwagen, Kasten mit dem Leinenwerk darin und dergleichen aus, obwohl dies vereinbarungsgemäß in den 3000 Reichstlrn. enthalten ist. - Adrian bleibt als Witwer ohne gemeinsame Kinder der Brautschatz zur einen Hälfte erblich vorbehalten. Die andere Hälfte hat er gegebenenfalls, sofern sie gezahlt ist, an Helenes Erben innerhalb von Jahr und Tag nach ihrem Tod zu erstatten. - Helene als Witwe ohne gemeinsame Kinder haben Adrians Erben aus dem Samtgut den von ihr in die Ehe eingebrachten Brautschatz und noch einmal halb soviel zu überlassen, um darüber erblich verfügen zu können. Auch haben sie ihr dann ihre Morgengabe einzuräumen. Ihre sonstigen Gerechtigkeiten haben sie mit einmal 500 Reichstlrn. abzugelten. Wegen ihrer Leibzucht und auch sonst ist so wie für den Adel im Lande üblich zu verfahren. Helene kann in den Samtgütern ansäßig bleiben, bis alle Verpflichtungen erfüllt sind. - Helene bleibt als Witwe mit gemeinsamen Kindern auf den Samtgütern ansäßig, bis diese ihr mit Rat der Freunde einen angemessenen Sitz sowie nach Maßgabe des Brautschatzes und der Güter eine Leibzucht wie landesüblich verschafft und ihre Morgengabe eingeräumt haben. Geht sie als Witwe eine zweite Ehe ein, so kann sie in diese ihren Brautschatz, ihre Leibzucht, ihre Morgengabe sowie 1/4 der Güter einbringen. Kinder zweiter Ehe teilen bei ihrem Tod mit Kindern erster Ehe ihren Brautschatz untereinander nach Köpfen. In nicht vereinbarten Fällen ist gemeines Recht und adelige Gewohnheit in der Grafschaft Ravensberg verbindlich. - Mittler: von Adrians Seite: Dietrich von Plettenberg zu Nehlen (Niel), Matthias Nagel, Georg von Hatzfeldt zu Schweckhausen sowie Adrian und Ernst von Wend; von Helenes Seite: Lorenz und Georg [von Bockenförde gen.] Schüngel zu Echthausen, Rabe von Thule (Tulen) zur Brüggen, Georg Kettler (Kitt-) zu Werburg (Wirbergh), Johann von Lohe und lic. jur. utr. Nikolaus Rammen, Offizial zu Werl. - Siegler: der Aussteller, die Mittler, die insgesamt zusammen mit Helene unterschreiben.

v.num : 2002

Enthält : Ausf., Pap. (geheftet), Sg. 1-12 unter Papierstreifen aufgedr. - Nr. 1864.




[15]93 März 12, Rachenburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich Graf zu Sayn, Herr zu Homburg, Montelair und Meinsberg (Mentzburgh), entläßt auf Antrag seines Untertanen Gerhard zu Moll dessen Tochter Lutgen aus der Leibeigenschaft, sodaß diese künftig zu den Wildenburgischen Eigenleuten gehört (eigen Willenbergisch sein soll). Er macht für sich und seine Erben den Vorbehalt, daß bei nächster Gelegenheit ein wildenburgischer Leibeigener, der in den Bereich von Schatzung und Dienst der Grafen von Sayn verzieht, entsprechend freigegeben wird. - Siegler: der Aussteller, der auch unterschreibt. Hachenpurgh.

v.num : 2003

Enthält : Ausf., Pap., Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Nr. 1866.




1593 März 18 a. SL
Permalink der Verzeichnungseinheit

Georg (Jorge) der Ältere von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, überläßt an Peter von [Heiden gen.] Hungeringhausen (Hingerkaußen) zu Alpe (in der Olpe) kraft Erbtausch: seine Langewies, die zu Oberhausen (Obern-) an den Hof stößt; die Sommerthielen mies, die er von seiner gestorbenen Schwester zu Krottorf (Crutroff) ertauschte; Sommerthiellen feldt, das als Wiese gilt, da man ohne Mühe Wasser darauf bringen kann; 2 Wiesenstücke, die er von Henne von Kücheln (Kuchellen) ertauschte, von denen eines innerhalb des Deiches (in dem deich) gelegen ist, wo er mit Johann von Oberhausen (Obern-) tauschte, während das andere innerhalb der Kirchwiese gelegen ist; die Kirchwiese insgesamt (Kirchwießen durchauß all), die zwischen Wiesen der Kirche und solchen des Tauschpartners dort gelegen ist, wo der Steg hinüberführt; die Wiesenstücke, die er von den Kindern beim Wyger, dem gestorbenen Georg (Jorge) zu Ondorff und Henne von Römershagen (Rommerß-) bekommen hat. Hierfür überläßt Peter ihm: ein Stück (stuckelgen) in meynem weyer; ein Stück in seiner Thönißwiese oben am Zaun, wo der weygerdam wendet; die Goddertz mies. Sie haben sich gegenseitig Währschaft zu leisten. Die ausgetauschten Güter wurden durch den wildenburgischen Landschultheißen und die Friesenhagener (-henner) Schöffen geschätzt und für gleichwertig befunden.- Zeugen: Peter zu Dermbach, Landschultheiß; Wilhelm zu Steeg, Johann Kremer zu Friesenhagen und Theys zu Staade (zum Statt). - Der Erbtausch wird doppelt ausgefertigt. Die Partner erhalten je eine Ausfertigung. - Unterschrift des Georg des Älteren von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, sowie des Notars Johannes Brocher von Wenden für den schreibunkundigen Peter von [Heiden gen.] Hungeringhausen, dem außerdem sein Rückpetschaft entwendet wurde. - Zeugen: Valtin im Oilhagen, Johann zu Gerndorf. - Siegler: Georg der Ältere von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg.

v.num : 2004

Enthält : Ausf., Pap. (leicht besch.), Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Nr. 1867.




1593 Mai 3
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Spies (Spieß) von Ehrenstein nimmt, zugleich im Namen von Heinrich und Ludwig Gebrüdern von Lülsdorf (Lulstorff) als Miterben, die beiden Manngüter auf dem Hof zu Gevenich (Gewe-) und auf der Mühle zu Inden einschließlich Zubehör gemäß [jülichscher] Mannordnung zu Mannlehen und leistet den Lehnseid. - Zeugen: Franz von Lövenich und Stefan Engels, Lehnsleute, sowie Albrecht von Lövenich, Statthalter. - Beglaubigungsvermerk des Auszuges von 1667 April 16 auf Haus Eschweiler durch Johann Heinrich von Erprath, jülichschen Mannschreiber, auf Grund des jülichschen Mannbuches, mit dessen Unterschrift.

v.num : 2005

Enthält : Begl. Abschr. (17. Jh.), Pap. - Nr. 1868.




1593 Juni 22, Köln
Permalink der Verzeichnungseinheit

Ernst Erzbischof zu Köln etc., Kurfürst, war der Ansicht, Heinrich Quad zu Isengarten habe Erbe und Güter im Amt Schönstein, die vom Erzstift Köln zu Lehen gingen, deshalb verwirkt, weil er diese ohne sein Einverständnis versetzte und belastete und nicht rechtzeitig zu Lehen nahm, auch den Burgsitz verfallen ließ, schließlich sogar Erbe und Güter ohne sein Einverständnis als Lehnsherr an mehrere Hausleute erblich verkaufte, wobei Johann Scheiffard von Merode zu Birlinghoven (-lenkhoffen) den Kauf zu seinen Gunsten zu hintertreiben suchte. Heinrich Quad wollte dies nicht eingestehen und gab an, er habe von der Beschaffenheit (gelegenheitt) weder der Güter noch des Burgsitzes etwas gewußt. Er habe daher nicht abgesehen, daß er die Güter verwirken könne. Erzbischof Ernst ließ die Güter desungeachtet als verfallene Lehen mit Beschlag belegen. Nachdem Heinrich Quad und Johann Scheiffard von Merode die Renten und Gefälle hiervon mehrere Jahre nicht bekommen konnten, boten sie Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, für den die Güter am günstigsten lagen, an, in den Verkauf an die Hausleute einzutreten. Dabei forderten sie ihn auf, die Einwilligung des Erzbischofs hierzu zu erwirken und dies, daß der Erzbischof seine Ungnade aufgebe. Hermann beantragte daher durch den kurfürstlichen Geheimen Rat Dr. jur. utr. Gottfried Gropper die kurfürstliche Einwilligung. Erzbischof Ernst beauftragte sodann Dr. Gropper, über die Gebrechen nach Verhör zu entscheiden. Dabei sollte eine beträchtliche Summe wegen der Verwirkung der Lehen gefordert und nur Hermann zu den Gütern zugelassen werden. Dr. Gropper, der den kurkölnischen Rat Philipp Rost von Wers, Herrn zu Niederdrees, hinzuzog, führte daraufhin im Einvernehmen mit den beteiligten Parteien folgenden Vergleich herbei: Heinrich Quad hat wegen der Lehnsverwirkung und für die Einwilligung des Erzbischofs einmal 150 Reichstlr. zu zahlen. Heinrich Quad und Johann Scheiffard von Merode lassen Hermann in den erwähnten Kauf für 5300 Tlr. Wildenburger W. eintreten und zwar in der Weise, daß er Johann 2024 Tlr. Wildenburger W. sowie 182 Sonnenkronen erstattet, die er für Heinrich auslegte, außerdem 300 Goldfl., die Heinrichs gestorbener Vater von Johann gegen jährliche Pension geliehen hatte, sowie schließlich 9 Kölner Tlr. für die Zehrung bei der ersten Lieferung. Es sollen daher zusammen 3391 Kölner Tlr. weniger 2 Alb. innerhalb von 8 Tagen vor und nach St. Martinstag (November 11) [15]93 in Gold- und Silbermünzen mit der bis zu diesem Termin hierfür üblichen Pension gegen Quittung in bar zu zahlen und Hermanns Schwager Franz von Hatzfeldt zu Merten hierfür Bürge sein. Johann, der für seine Zahlungen keine Zinsen erhalten und auch sonst Schaden erlitten hat, kann die Renten, die auf den mit Beschlag belegten Gütern ausstehen, soweit sie nicht zur Kontribution verwendet wurden, zu seinen Gunsten einziehen. Hermann hat ihm hierbei behilflich zu sein, sodaß die Pächter schleunig zahlen. - Obwohl die zu leistenden Zahlungen (parcellen) in Kölner W. jetzt etwas hoch angesetzt sind, anderseits aber zusammen mit den an den Erzbischof zu zahlenden 150 Reichstlrn. nicht mehr als 2835 Tlr. 5 Alb. Wildenburger W. ausmachen, die Heinrich von der Kaufsumme abzuziehen sind, übernimmt Hermann um des Friedens Willen die Münzdifferenz. Sein Vetter Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf zahlt die von der Kaufsumme in Höhe von 5300 Tlrn. Wildenburger W. verbleibenden 2464 1/2 Tlr. 11 Alb. ohne Abzug der Quadschen Pfandschaft. Darüber hinaus hat Heinrich von Hermann nichts zu fordern. Er hat seinerseits alle Quadschen Erb- und Lehngüter im Amt Schönstein, die er von seinen Eltern erbte und bisher besaß, und die viele Jahre mit Beschlag belegt waren, an Hermann rechtmäßig und in landesüblicher Weise erblich abzutreten, dieserhalb Währschaft zu leisten und ihm eine Erbkaufurkunde hierüber in rechtmäßiger und landesüblicher Form zuzustellen. Hierfür hat er sein bewegliches und unbewegliches Hab und Gut zu Unterpfand zu setzen. - Die Parteien sind damit untereinander erblich verglichen. - Siegler: Dr. jur. utr. Gottfried Gropper und Philipp Rost von Wers, Herr zu Niederdrees, als kurfürstliche Kommis.sare, Heinrich Quad sowie Adolf von Gymnich, Herr zu Gymnich, und Wilhelm von Nesselrode als Anwälte des Johann Scheiffard von Merode auf der einen Seite und Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, auf der anderen Seite, die insgesamt auch unterschreiben.

v.num : 2006

Enthält : Ausf., Pap. (geheftet), Sg. 1-6 unter Papierstreifen aufgedr. - Beiliegend: Auszug (17. Jh.), Pap. - Nr. 1869.




1593 [nach Juni 22]
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich Quad zu Isengarten (Quade zu Isengardten) verkauft im Einvernehmen mit Verwandten und Freunden an Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, und seine Frau Margarethe kraft Erbkauf alle von seinem Vater Wilhelm Quad ererbten Erb- und Lehngüter im Amt Schönstein und im Kirchspiel Wissen, die sein Vater an Friedrich von Reifenberg und seine Frau Katharina von Seelbach verpfändete, weshalb Ernst Erzbischof zu Köln etc., Kurfürst, sie mit Beschlag belegte. Er quittiert Hermann den Empfang der Kaufsumme gemäß Vergleich von [15]93 Juni 22, den auf Weisung und mit Willen des Erzbischofs der kurfürstliche Geheime Rat Dr. jur. utr. Gottfried Gropper vermittelte. Er tritt die Güter einschließlich Zubehör an Hermann und seine Frau erblich ab und leistet dieserhalb Währschaftsversprechen, wie es rechtmäßig und landesüblich ist. Erzbischof Ernst bestätigt als Landesfürst und Lehnsherr auf Heinrichs Antrag den Erbkauf. Johann Scheiffard von Merode, der dem erwähnten Vergleich zufolge sich unterstanden hatte, die Güter bei früherer Gelegenheit zu kaufen, gibt seine Zustimmung zu dem Erbkauf. - Siegler: Ernst Erzbischof zu Köln etc., Kurfürst, Heinrich Quad zu Isengarten, der auch unterschreibt (Petschaft, da er zur Zeit kein großes Siegel führt); Johann Scheiffard von Merode.

v.num : 2007

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1, 2 erh., 3 ab. - Nr. 1870.

Bemerkung :

Die genauere Datierung ergibt sich durch Vergleich mit Reg. Nr. 1977.




1593 Juli 12
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Johann im Offerhauß und Hermann zu Hülshaus (Hültzhauß), Schöffen des Hauptgerichts Kreuzberg, verkauft Leonhard Westhoven, der zugleich seine Frau Grete Luiken gemäß Vollmacht vertritt, die im verzigsbuch des Hauptgerichts zu finden ist, an Johann von Winkelhausen und seine Frau Anna Kettler für eine quittierte Geldsumme kraft Erbkauf: ein Stück Land uf dem Ohradt, das zwischen dem Haeßwinckell, der den Käufern gehört, und dem kempgen des Junkers Leonhard von Hanxleden (Hanßler) auf der einen Seite und Land des Wilhelm Westhoven auf der anderen sowie zwischen die Eekerst und das schmaal kempgen daneben an der einen Kopfseite und Johann Westhoven an der anderen gelegen ist; ihren Teil von 1 M. Land an der Viehgasse (vihegaß) neben Land der Stiefmutter Merge Westhoven, der zwischen der Viehgasse auf der einen Seite und den Quad zu Eller auf der anderen sowie neben Land der Stiefmutter an den beiden Kopfseiten gelegen ist. Sie verzichten hierauf erblich zugunsten der Käufer und leisten dieserhalb Währschaftsversprechen, wie es im Hauptgericht Kreuzberg üblich und rechtmäßig ist. Die Rechte des Landesherrn und Dritter bleiben hierdurch unberührt. - Siegler: Christian Clouth (Cluitt), Richter die Schöffen des Hauptgerichts Kreuzberg (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2008

Enthält : Ausf., Perg. Sg. 1 leicht besch., 2 besch. - Nr. 1871.




[15]93 Juli 12, Poppelsdorf
Permalink der Verzeichnungseinheit

Ernst [Erzbischof zu Köln etc., Kurfürst,] bekundet, Hermann von Hatzfeldt habe 1590 Januar 29 und 1593 April 1 von ihm das Recht erhalten, seiner Frau für den Fall, daß sie ihn überlebt, lebenslängliche Nutzung von Haus und Amt Schönstein, dem im Truchseßischen (Truchseischem) Krieg abgebrannten Haus Wocklum, dem Gericht Ödingen und dem Kirchspiel Wissen mit dem jeweiligen Zubehör, die Lehen des Erzstifts Köln sind, einzuräumen sowie einen Verwandten für die Nachfolge im Lehen Schönstein zu benennen. Auch habe er dessen testamentarische Verfügungen wegen der erwähnten Lehen sowie wegen dessen im Erzstift Köln gelegenen Erb- und Allodialgütern bestätigt. Zur weiteren Sicherung habe Hermann bei ihm als Lehnsherrn Erläuterung seiner Einwilligung beantragt. Er erteilt daher die im Folgenden genannten Befugnisse im Hinblick darauf, daß ihm die Beschaffenheit der Lehen wie folgt bekannt ist: Wocklum wurde von einer anderen Familie auf Hermann übertragen, nachdem er es durch Vertrag mit eigenem Geld an sich brachte; auf Haus und Amt Schönstein hat Hermann eine beträchtliche Pfandsumme; Hermann wandte beträchtliche eigene Mittel auf, um Haus Schönstein, das baufällig war, wieder aufzurichten und vor Feinden zu retten. Abgesehen davon, daß Hermann ihm und seinen Mitberechtigten (consortes) getreue Dienste leistete und zusagte, empfiehlt sich Lehnserneuerung im Hinblick auf den von Hermann im Truchseßischen Krieg erlittenen Schaden und seine persönliche Lebensgefahr, die den Wert der Lehen übersteigen, wobei es sich seit mehreren hundert Jahren um Lehen handelt, Hermann die erwähnten Lehen wesentlich besserte, auch seine darin befindlichen Allodialgüter, ohne sie zu Lehen zu machen, instand hielt und eigenen Erkundigungen und anderweitigen Unterlagen zufolge beträchtliche Forderungen hat. Er erteilt daher als Lehnsherr die Befugnis, über die Nachfolge seiner Erben und Miterben (agnaten und collateral erben) in den erwähnten Lehen innerhalb des mit seiner Frau gemeinsamen Testaments zu verfügen, seiner Frau die Leibzucht an den Lehen einzuräumen sowie auf die Einkünfte hieraus eine ablösbare Rente für das Armenhaus und für sonst mildtätige Zwecke (der armen hospital und milten sachen) anzuweisen. Angesichts des ihm bereits eingeräumten Rechts, einen seiner Erben als Lehnsnachfolger in Haus und Amt Schönstein zu bestimmen, bestätigt er die durch Hermann bereits getroffene Bestimmung, sofern sein Bruder Georg (Jörg) ihn überlebt und eine standesgemäße Ehe eingeht, solle dieser, andernfalls aber sein Taufpate Franz Wilhelm, ein Sohn seines Schwagers Franz von Hatzfeldt, Lehnsnachfolger sein. Wer sich dem widersetzt, verfällt seiner Ungnade und verliert sein Erbe. Er weist daher, zugleich für seine Nachfolger, jeden an, seine Einwilligung einzuhalten. - Unterschriftsvermerk des Ausstellers. - Sieglervermerk des Ausstellers sowie von Domdekan und -kapitel zu Köln. - Uf unserm churfürstlichen haus Poppelstorff.

v.num : 2009

Enthält : Verbesserte Abschr. (17. Jh.), Pap. - Nr. 1872.




[15]93 August 2
Permalink der Verzeichnungseinheit

Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herr zu Wildenburg, verzichtet, zugleich für seine Frau Lucia von Sickingen und beider Erben, auf das von seinem Vetter Bernhard von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, wegen ihrer Verwandtschaft eingeräumte Vorkaufsrecht auf dessen Güter zu Schönbach (Schonen-), dessen Anteil an den Gütern in der Grafschaft Nassau sowie dessen Weinzehnt zu Merten. - Siegler: der Aussteller, der auch unterschreibt.

v.num : 2010

Enthält : Ausf., Pap., das aufgedr. Sg. ab. - Nr. 1873.




1593 September 19, Köln
Permalink der Verzeichnungseinheit

Ernst Erzbischof zu Köln etc., Kurfürst, gestattet als Lehnsherr und Landesfürst dem Georg von Hanxleden (Hanxeler) zu Kombach (Couven-) auf dessen Antrag, den er bei seinen Hofräten einreichte, folgende Lehngüter dem Meistbietenden zu überlassen: eine Hälfte des Hofs zu den Hausen, das Feld auf dem Muilenhardt, das Feld auf dem Elverrenberg, eine Hausstelle (hausstatt) und einen Garten sowie ein kempgen zu Schönstein, ein Haus im Dorf Wissen, eine Forderung auf die andere Hälfte des Hofes Haußen und zu Loch. Die Rechte der Miterben bleiben hierdurch unberührt. Er gestattet dies unter folgenden Bedingungen: Georg kann mit dem Drosten zu Balve [Hermann von Hatzfeldt] und anderen Adeligen wegen der Veräußerung der Lehngüter in Verbindung treten, hat aber den Hofräten vor Verkaufsabschluß die Höhe der Kaufsumme mitzuteilen, die dann darüber befinden und dies bekannt geben. - Siegler: der Aussteller, der auch unterschreibt. - Schreibervermerk des Christian Petri.

v.num : 2011

Enthält : Ausf., Pap., das aufgedr. Sg. erh. - Rv.: Dys yst de ferwyilygunge, so myn genyedygester her anno '93 Yurgen von Hansler gegben, das er myr syne ym ampte Scheonsten gelegne geuter ferkoffen mugen (17. Jh.). - Nr. 1874.




1593 September 30
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich von Lülsdorf und seine Frau Anna von Hall (Halle) sowie sein Bruder Ludwig von Lülsdorf zu Haan (zum Hain) verkaufen an Ludwig und Anton Gebrüder von Lülsdorf zu Holzheim (Holtzum) für quittierte 1383 Tlr. 20 1/2 Alb., den Tlr. zu 52 Kölner Alb. gerechnet, die Heinrich ungeteilt empfangen und an seinen Bruder ausgeliefert hat, kraft Erbkauf eine Losrente von 41 1/2 Kölner Ml. Roggen, d. h. für je 100 gemeine Tlr. 3 Ml. Roggen, die von [15]94 an jeweils innerhalb von 14 Tagen nach St. Remigiustag (Oktober 1) von einem Drittel des im Folgenden genannten Lehnguts in deren Wohnung (behausung) zu Holzheim uneingeschränkt durch höhere Gewalt zu leisten ist. Zur Sicherung der Rente räumen sie die Nutzung ihres Drittels von Hof und Lehngut zu Glesch (Gelesch) ein, die die Pächter und Halbleute dort fortan den Rentenkäufern zu entrichten haben, alle ihre gegenteiligen Anweisungen ausgeschlossen. Soweit die dortige Pacht nicht hinreichend Korn erbringt, ist der Fehlbetrag aus der dortigen Weizen- und Gerstenpacht zu bestreiten, wobei für je 2 Ml. Roggen je 1 Ml. Weizen und Gerste zu liefern sind. Bei Leistungssäumnis können die Käufer die Rückstände von ihren gesamten übrigen Gütern beitreiben. Zur weiteren Sicherung der Rente überlassen sie deren Käufern eine 1590 März 26 auf Schloß Arnsberg ausgestellte Rentenverschreibung von Ernst Erzbischof zu Köln etc., Kurfürsten, über 14444 Rhein. Goldfl., so daß sie bei Leistungssäumnis die aus der Verschreibung fließende Rente unberechnet nutznießen können. Bei Beschädigung oder Verlust der Rentenverschreibung bleiben sie schadlos. Bei jeder Zahlungssäumnis im Falle der Rententilgung steht es ihnen frei, sich durch die Rentenverschreibung, die jährlichen Pensionen davon oder durch Hab und Gut der Verkäufer Ersatz zu verschaffen. Bei Leistungssäumnis steht es ihnen außerdem frei, die Rentenverschreibung bis zur Höhe der Rückstände anderweitig zu versetzen oder zu verpfänden. Bei Bedarf erhalten sie auf Antrag innerhalb eines Monats weitere Unterpfänder. Bei Beschädigung dieser Urkunde erhalten sie unbeschadet der Leistungspflicht der Rente Ersatz. Vidimus, Kopie und Transsumpt dieser Urkunde sind glaubwürdig, solange die Rententilgung nicht durch Quittung belegt ist. Die Verkäufer verzichten auf jeden Rechtsbehelf gegenüber ihren Zusagen. Die Rente ist jeweils 1/2 Jahr nach schriftlich eingereichter Kündigung zum Rententermin einlösbar und zwar in folgenden Stücken, wie sie die Verkäufer empfangen haben: 110 Königstlr., 96 kurfürstliche Reichstlr., 106 spanische doppelte Dukaten, weitere 195 kurfürstliche Reichstlr., 10 goldene Löwen, 41 alte Engellot, 18 1/2 goldene Königstlr., 57 französische Lilien Schlaeffer, 10 Franken, 6 holländische Tlr., 9 Rosenobeln, 4 alte und 1 neuer Heinrichsobeln, 4 spanische und 1 italienischer Pistolet und 12 ungarische Dukaten. Außerdem sind dann ein Rentenbetrag und alle Rückstände zu leisten und zwar insgesamt ungeteilt. - Vor Vogt und Schöffen des Gerichts Paffendorf verpflichtet sich Johann Moll als Halfe der Verkäufer zur Rentenleistung. - Unterschriften der Aussteller. - Siegler: Heinrich und Ludwig von Lülsdorf; Vogt und Schöffen zu Paffendorf (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2012

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1 erh., 2 besch., 3 ab. - Nr. 1875.




1593 Oktober 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Peter Wolff, Schultheißen und Vogt, sowie vor Johann Schmitt, Jakob Schenck von der Borgh, Johann Wolff, Assuerus Geisen und ..... Koch, Schöffen des Gerichts der Stadt Brühl (Bruell) und zu Vochem, vor Julius (Juliß) in der Vüschgassen, Schultheißen, sowie vor Heinrich Noltgen, Thieß Münchhalffen, Daem Vaßbender, Arndt Freihertz, Johann Weinrichs und Hermann Haeß .... , Schöffen des Gerichts zu St. Martin, sowie vor Wilhelm Wolters, Schultheißen, und den Geschworenen des Hofgerichts zu Hersel läßt Gerhard Wilhelm von Hersel zu Schönecken, der volljährig (volkhommen alterthumbs) und unverheiratet ist, für sich selbst und zugleich zusammen mit Heinrich Mülheim als Bevollmächtigte der Katharina von Daun, Witwe des Hermann von Hersel zu Schönecken, sowie des Christoph von Hersel und seiner Frau Liebmud (-mut), geb. Groschlag zu Dieburg (Graffschlegen zu Diepporigh), eine von ihnen vorgelegte Vollmacht von 1593 September 28 bestätigen. Der- inserierten - Vollmacht zufolge erklären Katharina von Daun und Christoph von Hersel, Sohn des gestorbenen Hermann von Hersel, zugleich für seine Frau Liebmud (-moeth), geb. Groschlag zu Dieburg, zu Lebzeiten ihres Gemahls und Vaters Hermann von Hersel hätten ihnen nach dem Tod ihres Vetters Kaspar von Hersel Forderungen auf Nachfolge und Erbschaft (successionis und agnati) wegen der durch Kaspar um Brühl, Vochem, Trevelsdorf (-torff), Hersel und andernwärts im Erzstift Köln hinterlassenen Erbgüter zugestanden, über die sie mit Werner von Widdendorf sowie Johann von Hersel vor Gericht verhandelten. Die Streitigkeiten seien nach dem Tod des Hermann von Hersel, einer darüber ausgestellten Urkunde zufolge, durch Übertragung (transaction) gütlich beigelegt worden. Ihre Forderung sollte Johann von Hersel 1593 September 1 zu Köln durch einmalige Zahlung von 2200 Tlrn. kölnisch abgelten. Da sie aus gegebenen Gründen an Ort und Stelle nicht erscheinen können, um die erforderliche gerichtliche Übertragung zu vollziehen, bevollmächtigen sie ihren Sohn und Bruder Gerhard Wilhelm von Hersel sowie den Heinrich Mülheim, gemeinsam oder einzeln, je nach dem, wie es ihnen gelegen ist, in ihrem Namen gemäß erwähntem Vergleich die durch Kaspar von Hersel hinterlassenen und von ihnen widerrechtlich in Anspruch genommenen Erbgüter dem Johann von Hersel dort, wo diese dingpflichtig sind, nach dem jeweiligen Gerichtsrecht abzutreten, alle sonst dieserhalb notwendigen Schritte zu tun und die hierfür zu leistende Summe gegen Quittung einzufordern. Sie verpflichten sich auf die von den Bevollmächtigten getroffenen Maßnahmen und räumen ihnen für den Bedarfsfall im voraus zusätzliche Vollmachten ein. - Unterschrift des Johann Kaub, kurtrierischen Kellners von Haus und Amt Schönecken, namens der schreibunkundigen Katharina von Daun. Unterschrift des Christoph von Hersel. - Siegler: Johann Kaub, kurtrierischer Kellner von Haus und Amt Schönecken. - Auf Grund dieser Vollmacht erklären die Bevollmächtigten, gemäß Vergleich von [15]92 Dezember 19, zwischen Johann von Hersel zu St. Margraten (Margraten) bei Aachen (Aech) und seiner Frau Elisabeth, geb. von Metternich zu Kriegshoven (Kriechshoeven), auf der einen Seite und ihm, Gerhard Wilhelm von Hersel, seiner Mutter und seinem Bruder auf der anderen Seite, der durch adelige und andere Verwandte und Freunde vermittelt war, hätten sie Johann und seiner Frau einer hierüber besiegelten weiteren Urkunde zufolge Erbe und Güter zu Vochem, Brühl, Trevelsdorf, Hersel und andernwärts erblich übertragen, soweit sie Kaspar von Hersel hinterlassen hatte und Werner von Widdendorf, Herr zu Boisdorf (Boestorft), und seine Frau Sibylle von Zours, die Mutter des Kaspar von Hersel, daran berechtigt waren. Johann und seine Frau hätten seitdem den Besitz daran zu Eigen gehabt. Nachdem er, Gerhard Wilhelm von Hersel, mit seiner Mutter und seinem Bruder und vorher bereits ihr Gemahl und Vater Hermann von Hersel sich Rechte und Ansprüche (zuspruch) hierauf angemaßt hatten, die Werner von Widdendorf und seine Frau und dann Johann von Hersel nicht zugestehen wollten, sei der Streit darüber durch den erwähnten Vergleich von [15]92 Dezember 19 dahingehend beigelegt worden, daß Christoph und Gerhard Wilhelm von Hersel sowie ihre Mutter ihre vermeintlichen Rechte an Johann von Hersel und seine Frau gegen einmalige Zahlung von 2200 Tlrn. zu je 8 Mk. 4 Alb. vor den jeweils zuständigen Gerichten abtreten und jene auf alle weiteren Forderungen (actiones so wohl des besehenen spolii alß tutelae) und Schadenersatzansprüche verzichten sollten, die sie zunächst gegenüber Hermann und dann gegenüber Christoph und Gerhard Wilhelm von Hersel sowie deren Mutter erhoben hatten. Zum Vollzug des Vergleichs verzichten Gerhard Wilhelm von Hersel, zugleich für seine Mutter und seinen Bruder mit seiner Frau, und der Mitbevollmächtigte Heinrich Mülheim vor den erwähnten Gerichten zugunsten von Johann von Hersel und seiner Frau Elisabeth, geb. von Metternich, auf das erwähnte Erbe und die erwähnten Güter gemäß Landesordnung im Erzstift Köln und gemäß Übung in den erwähnten Gerichten erblich und leisten dieserhalb Währschaftsversprechen. Für den Bedarfsfall sagen sie zu, die Übertragung zusätzlich vorzunehmen und auch dieserhalb Währschaft zu leisten. Hierfür setzen sie ihr gesamtes Hab und Gut zu Unterpfand. Johann von Hersel entrichtet seinerseits an Gerhard Wilhelm von Hersel die 2200 Tlr. in Gold- und Silbermünzen gemäß erwähntem Vergleich. Gerhard Wilhelm und sein Mitbevollmächtigter quittieren den Empfang des Betrages. Johann und seine Frau verzichten auf alle künftigen Forderungen. Gerhard Wilhelm verpflichtet sich, zugleich für seine Mutter und seinen Bruder, eidlich auf die Vereinbarungen. Die Gerichte zu Brühl, Vochem, St. Martin und Hersel bestätigen den Empfang der Gerichtsgebühren. - Siegler: Christoph von Hersel, Gerhard Wilhelm von Hersel, die Gerichte zu Brühl, Vochem, St. Martin und auf Bitten des Hofgerichts zu Hersel, das kein Siegel hat, zu Widdig (Schöffenamtssiegel). - Schreibervermerk des Heinrich Moll, vereidigten Gerichtsschreibers von Stadt und Amt Brühl.

v.num : 2013

Enthält : Ausf., Perg. (durch Mäusefraß besch.), Sg. 1, 3 stark besch., 2, 4-6 ab. - Beiliegend: 1) Begl. Abschr. mit Beglaubigungsvermerk des Hubert Bernhard Kreitz, öffentlichen und beim Reichskammergericht zu Wetzlar immatrikulierten Notavs, und dem zusätzlichen Vermerk, daß auf Seite 5 der Text zwischen den Worten "Mutter" und "iro vermeint" sowie auf Seite 8 der Text zwischen den Worten "bezahlt" und "Gerhard Wilhelm von Hersel" wegen fehlerhafter Abschrift nachträglich getilgt wurden. Siegler: der Notar, der auch unterschreibt. - Begl. Abschr. (17. Jh.), Pap. (geheftet), Sg. unter Papieroblate aufgedr.; 2) Begl. Abschr. mit Beglaubigungsvermerk des gleichen Notars Hubert Bernhard Kreitz. Siegler: der Notar. - Begl. Abschr. (17. Jh.), Pap. (geheftet), Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Nr. 1876.




1593 November 11, Holdinghausen
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hans Friedrich und Hans Georg Gebrüder von Holdinghausen, Domherren zu Speyer, die sich selbst vertreten, sowie Philipp und Eberhard Gehrüder von Holdinghausen zusammen mit Hans Georg von und zu der Hees als Vormünder von Kaspar Eberhard, Sohn des gestorbenen Heinrich von Holdinghausen, verkaufen an ihren Vetter Johann von und zu der Hees für quittierte 1200 fl. Frankfurter W. zu je 15 Batzen durch Erbkauf gemäß geistlichem und weltlichem Recht und wie üblich eine Losrente von 72 fl. Frankfurter W. zu je 15 Batzen oder 60 Kreuzern, die sie jeweils innerhalb von 8 oder 14 Tagen vor und nach St. Martinstag (November 11) durch ihren jeweiligen Diener zu Holdinghausen nach Siegen in die Herberge ,Zum Schwert' liefern lassen. Bei Leistungssäumnis gehen Kosten und Schaden des Käufers zu ihren Lasten. Hierfür setzen sie ihre vier Höfe zu Holdinghausen zu Unterpfand, die Hermann Lew, Hans Lihrer, Hans Allmecher und Adam Hoffmann von ihnen als Beständer bzw. zu Lehen haben. Der Käufer kann sich gegebenenfalls hiervon Ersatz verschaffen, jeder Rechtsbehelf dagegen ausgeschlossen. Bei Beschädigung oder Verlust dieser Urkunde leisten sie unbeschadet der Gültigkeit ihrer Verpflichtungen Ersatz. Des Unterpfands wegen leisten sie Währschaftsversprechen, für das sie bei Bedarf von ihren Gütern, soweit nötig, Ersatz schaffen. Die Rente bleibt bei Wahrung halbjähriger Kündigungsfrist zum Rententermin in Siegen mit der Verkaufssumme zuzüglich etwaigen Rückständen einlösbar. - Siegler: die Aussteller, die auch unterschreiben. - Uff Martini episcopi tag, Holdingkausen.

v.num : 2014

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1, 2-4 erh., 3, 5 ab. - Nr. 1877.




[15]93 November 30 a. St., Schönstein
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Schönstein (Scheinen-), der im Einvernehmen mit dem Erzbischof zu Köln von Georg von Hanxleden (Hanßlern) und seiner Frau Sibylle (Bele), geb. [Knybe] von [Ostendorp gen.] Bockemol (Bochmüll), deren Erb- und Lehngüter einschließlich Zubehör im Amt Schönstein gemäß Erbverschreibung erblich gekauft hat, ist verpflichtet, die darauf ruhenden Belastungen und Pfandverschreibungen zu tilgen, soweit die Güter im Amt Schönstein gelegen sind. Darüber hinaus hat er an Georg und Sibylle lediglich 200 Tlr. kurrent oder solche zu je 52 Kölner Alb zu zahlen. Er verpflichtet sich ihnen gegenüber, diesen Betrag innerhalb von 3 Monaten oder aber ein Vierteljahr nach der im Folgenden genannten Ablösung (außgangs und verzichs) im Dorf Wissen zu zahlen. Dabei sind ihm diese Verschreibung sowie die bei den Verkäufern hinterlegten besiegelten Urkunden herauszugeben, soweit sie sich auf die erwähnten Güter beziehen. Pfandverschreibungen auf die erwähnten Güter zugunsten von Untertanen, die im Amt Schönstein ansäßig sind, hat er ohne Zutun von Georg und Sibylle abzulösen. - Siegler: der Aussteller, der auch unterschreibt.

v.num : 2015

Enthält : Ausf., Pap., Sg. fehlt. - Rv.: Wahre copey der recognition, so der droste a[nn]o [15]93 den Jetsten Novemfbris Hanßlern zu Kamenbach uff die gutter, so er ime abgekofft, uf 200 daler sprechende gegeben (17. Jh.). - Nr. 1878.




1593 Dezember 6 n. St., Köln, in der Hacht
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Georg Brandt aus Zütphen (Zutphaniensis), öffentlichem und beim Reichskammergericht, dem Rat der Stadt Köln sowie der Kanzlei zu Jülich bestätigtem und immatrikuliertem Notar, sowie vor den im Folgenden genannten Zeugen gibt Georg von Hanxleden (-ler) Folgendes zu Protokoll: Er und seine Frau Sibylle, geb. [Knybe] von [Ostendorp gen.] Bockemol (Bochmull), verkauften mit Einverständnis des Kurfürsten [zu Köln] zu ihrer beider und ihrer Kinder Bestem an Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Schönstein, gemäß der von ihm vorgelegten unbesiegelten Pergamenturkunde von 1593 November 19 a. St. kraft Erbkauf alles, was sie an Erbe, Gütern und Gerechtigkeiten im und beim Dorf Wissen und im Tal Schönstein hatten, dazu je eine Hälfte der beiden Höfe zu Loch und zu (zu den) Hausen, die sie beim Tod von Sibylles Eltern Johann Knybe von Ostendorp gen. Bockemol (Kniff vonn Oestendorff gen. Bochmul) und seiner Frau Elisabeth, [geb. von] Dermbach (Dorren-), geerbt hatten. Er bevollmächtigt für den Fall, daß er selbst verhindert ist, seine Frau, an den erforderlichen Stellen und namentlich vor Schultheiß und Schöffen des Gerichts Wissen die verkauften Güter einschließlich Zubehör in ihrer beider Namen dem Käufer erblich zu übertragen, sodaß er hierüber wie im Amt Schönstein und im Dorf und Kirchspiel Wissen üblich und rechtmäßig verfügen kann. Seine Frau kann unter Verzicht auf ihre Vorrechte als Frau alle rechtmäßig notwendigen Schritte tun. Die von ihr getroffenen Maßnahmen sind für ihn und seine Erben verbindlich. - Zeugen: Servatius (-vais) Ringen, hachtmeister; Gerhard Breuwer von Meutrath. - Siegler: Georg von Hanxleden, der auch unterschreibt. - Beglaubigungsvermerk des Notars Georg Brandt aus Zütphen, mit dessen Unterschrift.

v.num : 2016

Enthält : Ausf., Pap., Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Nr. 1879.




1593 Dezember 8 a. St., Krottorf
Permalink der Verzeichnungseinheit

Georg von Hanxleden und seine Frau Sibylle [geb. Knybe] von [Ostendorp gen.] Bockemol (Bockemuel) waren nach dem Tod ihres Schwagers und Bruders Johann [Knybe] von [Ostendorp gen.] Bockemol mit Bernhard und Sebastian Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, wegen mehreren Lehngütern in der Hernschaft Wildenburg und im Kirchspiel Wissen und namentlich wegen des Hofs Wisserhof (zu Wissen) sowie wegen der Höfe zu [Ober]hövels (Hovels), Siegenthal und Neuroth (Neuwenradt) insofern in Streit geraten, als jene die Höfe und Güter als Mannlehen und gemäß Lehns- und Gewohnheitsrecht mangels Lehnserben als heimgefallen betrachteten, weshalb sie sie einzogen. Demgegenüber sahen sie selbst die Höfe und Güter als Frauen- und Erblehen an. Nach einem dieserhalb vor dem Reichskammergericht zu Speyer geführten Prozeß einigt sie Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Schönstein, dieserhalb wie folgt: Sobald Bernhard und Sebastian ihnen 1400 Tlr. zu je 52 Kölner Alb. als Abfindung freiwillig in Köln gezahlt haben, treten sie diesen ihren Anteil an den erwähnten Höfen, soweit sie diesen kauften oder von ihren Vorfahren erbten, einschließlich Zubehör erblich ab. Vor Schultheißen und Schöffen der Gerichte der Herrschaft Wildenburg zu Wissen und zu Friesenhagen verzichten sie dann hierauf wie landesüblich erblich zu deren Gunsten, nehmen von dem erwähnten Prozeß Abstand und liefern alle auf die Lehngüter bezüglichen Urkunden und Unterlagen aus. Soweit solche nachträglich aufgefunden werden, sind sie ungültig. Auch quittieren sie vor den erwähnten Schultheißen, und Schöffen den Erhalt der Abfindungssumme. Sie verpflichten sich unter Eid erblich auf den Vergleich bei Strafe von 1000 Goldfl. zugunsten der von Hatzfeldt im Zuwiderhandlungsfalle. - Georg, der die Abtretung der Anteile und Güter nicht selbst wahrnehmen kann, bevollmächtigt hierzu den Lizenziaten jur. utr. Johann Mockel gemäß inserierter Urkunde von 1593 Dezember 13. - Unterschriften der Aussteller. - Siegler: der Aussteller, zugleich für seine Frau, die kein Siegel hat; Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Schönstein, Lizenziat jur. utr. Johann Mockel; Schultheißen und Schöffen der Gerichte Wissen und Friesenhagen (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2017

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1-6 in Holzkapseln erh. - Rv.: 1) Presentatum Spirae, 26. Junii a.o. etc. '95 (16. Jh.); 2) Originalvertrag in suchen Hatzfeldt contra Hanxeler, secundae appellationis a definitiva [Zusatz:] betreffent die höfe Hoevels, Sigenthal, in der Wissen und Neuerat etc., D. Lenhardt Wolff (17. Jh.). - Nr. 1880.




[15]93 Dezember 9, Krottorf
Permalink der Verzeichnungseinheit

Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herr zu Wildenburg, bekundet, sein Vetter Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, und er hätten sich gemäß einer ihnen darüber zugestellten besiegelten Urkunde mit Georg von Hanxleden und seiner Frau Sibylle [Knybe] von [Ostendorp gen.] Bockemol wegen der Höfe Wisserhof, Oberhövels, Siegenthai und Neuroth (Neuroeradt) als heimgefallenen Wildenburgischen Mannlehen dahingehend verglichen, daß sie ihnen freiwillig einmal 1400 Tlr. zu je 52 Kölner Alb. als Abfindung zahlen. Da an Georg, der der erwähnten Urkunde zufolge 1400 Tlr. erhält, lediglich 1 000 Tlr. gezahlt wurden, verpflichtet er sich, an Georg oder seine Erben die restlichen 400 Tlr. innerhalb von 14 Tagen vor und nach kommenden St. Bartholomäustag (August 24) [15]94 in Köln zu zahlen, Sein Hab und Gut, soweit dies vonnöten ist, setzt er hierfür zu Unterpfand. - Siegler: der Aussteller (Ringpetschaft), der auch unterschreibt.

v.num : 2018

Enthält : Ausf., Pap. (durch Feuchtigkeit besch.), Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Rv.: Diese handtschriffe habe in a.o '94, den 27. Sept[ember] stylo veteri mit 400 thall[er] Colnisch abgeloest laut beigefugter quitung (16. Jh.). - Nr. 1881.




1593 Dezember 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wilhelm von Metternich zu Kriegshoven (Kriechs-) und seine Frau Veronika, [geb.] von [Berg gen.] Dürfenthal, gen. von Metternich, denen von ihrem Schwager und Bruder Werner von Berg gen. Dürfenthal (Bergh gen. Durffenthal 600 Goldfl. als Bei- und Sterbfall bzw. als ihr Anteil gemäß Vergleich und Eheberedung zugefallen sind, quittieren ihrem Schwager Gerhard von Berg gen. Dürfenthal den Empfang dieses Betrages mit folgender Maßgabe: sofern sie beide ohne leibliche Erben sterben, erben ihr Bruder und Schwager, ihre Schwester und Schwägerin oder ihr Vetter von [Berg gen.] Dürfenthal einschließlich Nachkommen der genannten Eheberedung gemäß diesen Betrag. Hierfür setzen sie Haus Kriegshoven einschließlich Zubehör sowie ihren gesamten jetzigen und künftigen Besitz zu Unterpfand. - Unterschriften der Aussteller. - Siegler: Schultheiß und Schöffen des Gerichts Heimerzheim (Gerichtssiegel), innerhalb deren Gerichtszwang der überwiegende Teil der zu Unterpfand gesetzten Güter gelegen ist.

v.num : 2019

Enthält : Ausf., Perg., Sg. flachgedr. - Nr. 1882.




1593 Dezember 13 n. St., Köln
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Georg Brandt aus Zütphen, öffentlichem und beim Reichskammergericht bestätigtem und immatrikuliertem Notar, sowie vor den im Folgenden genannten Zeugen erteilt Georg von Hanxleden, der anderweitig in Anspruch genommen ist, dem Lizenziaten jur. utr. Johann Mockel folgende Vollmacht: Er kann zugunsten von Bernhard und Sebastian Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, nach Unterhandlung seinen, seiner Frau und seiner Kinder Anteil am Wisserhof sowie an den Höfen zu Siegenthal, Oberhövels (-hovelß) und Neuroth (Newrath) wie landesüblich abtreten, die zugesagte Abfindungssumme oder Verschreibungen hierfür entgegennehmen und quittieren und alle sonst dieserhalb notwendigen Schritte tun. Der Anteil war in Speyer rechtsstreitig, nachdem zunächst sein gestorbener Schwager und Bruder Johann Knybe von Ostendorp gen. Bockemol (Kniff uon Oestendorff gen. Boeckmuell) und dessen Frau Sibylle (Knybe) von [Ostendorp gen.] Bockemol (Bochmuel) den Anteil erworben und dann sie ihn geerbt hatten. Von der Abtretung bleiben die Anteile der Miterben ebenso unberührt wie der vom Wisserhof jährlich an die Kirche zu Roßbach fällige 1 Ml. Hafer. Georg verpflichtet sich auf die von seiner Frau und dem Bevollmächtigten dieserhalb getroffenen Maßnahmen. - Zeugen: Servatius (-vas) Ringen, Georg Breuwer von Meutrath. - Siegler: Georg von Hanxleden, der auch unterschreibt. - Beglaubigungsvermerk des Notars Georg Brandt aus Zütphen mit dessen Unterschrift.

v.num : 2020

Enthält : Ausf., Pap., Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Nr. 1883.




1594 Januar 6
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, und seine Frau Barbara, geb. von [Broel gen.] Plater, verkaufen an Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, und seine Frau Lucia, geb. von Sickingen, ihren Vetter und Schwager sowie ihre Schwägerin, für quittierte 700 Frankfurter fl. kraft Erbkauf eine Losrente von 35 Frankfurter fl. zu je 15 Batzen oder 27 Alb. Mit dem quittierten Betrag gelten sie bei Georg von Hanxleden ihre Hälfte der Höfe Wisserhof, Oberhövels (Obernhovels), Siegenthal und Neuroth (Neuwenrodt) gemäß schriftlichem Vertrag ab. Sie verpflichten sich, die Rente jeweils innerhalb von 8 Tagen vor und nach Dreikönigstag (Januar 6) von ihrer Hälfte der erwähnten Hölfe innerhalb der Herrschaft Wildenburg im Kirchspiel Wissen zu leisten. Sie verpflichten sich unter Eid, daß ihre Hofbeständer die Rente vor allen anderen Leistungen entrichten. Ihre Hälfte an den erwähnten Höfen, die sie anderweitig nicht belasten, setzen sie hierfür zu Unterpfand. Die Rente bleibt zum Rententermin, sofern die Kündigung ein halbes Jahr zuvor in Krottorf schriftlich eingereicht ist, in Siegen mit der Verkaufssumme in gültiger Reichsmünze einlösbar. Für die Urkunde leisten sie bei Beschädigung auf Antrag unbeschadet der Leistungspflicht der Rente Ersatz. - Untenschriften des Bernhard von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, sowie des Hermann von Hatzfeldt für seine Schwägerin Barbara von Hatzfeldt, die schreibunkundig ist. - Siegler: Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg (Ringpetschaft, da er kein Siegel hat), Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg.

v.num : 2021

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1, 2 erh. - Nr. 1884.




1594 Januar 6
Permalink der Verzeichnungseinheit

Sebastian von Hatzfeldt zu (auf]*) Krottorf, Herr zu Wildenburg (und Schönstein)*] verkauft an seinen Vetter Konrad (Gerhard)*] von Seelbach gen. Quadfassel zu Zeppenfeld für quittierte 2000 Rader (Frankfurter)*] fl. zu je 24 (27)*] Alb. kraft Erbkauf eine Losrente von 120 Rader fl. zu je 24 Rader Alb. (120 Frankfurter fl. zu je 27 Alb.)*], die sein Diener zu Zeppenfeld von seinen Renten und Gefällen im Seelbacher Grund und im Kirchspiel Daaden in dessen Wohnung zu Zeppenfeld zu liefern hat. Hierfür setzt er seine Güter im Seelbacher Grund sowie in den Kirchspielen Neunkirchen und Burbach, die ihm zu Erbe und Eigen gehören und die künftig nur im Einvernehmen mit dem Rentenkäufer anderweitig belastet werden dürfen, zu Unterpfand. Für den Säumnisfall unterwirft er sie der Gerichtsbarkeit des Reichskammergerichts, sodaß gegen ihn nach Vorlage dieser Urkunde wie in einer geurteilten Sache vorgegangen werden kann. Er leistet Währschaftsversprechen und setzt hierfür seinen übrigen Besitz zu Unterpfand. Er behält sich Einlösungsrecht der Rente mit der Verkaufssumme bei Wahrung vierteljähriger Kündigungsfrist vor. Gegebenenfalls ist diese Urkunde zurückzugeben. Kündigt der Käufer die Rente, so hat er halbjährige Kündigungsfrist zu wahren. Für die Urkunde leistet er bei Beschädigung auf Antrag unbeschadet der Leistungspflicht der Rente Ersatz. - Siegler: der Aussteller, der auch unterschreibt. - Vff der hl. drei könig tagh. *] Nachträge von 1621 November 11 (uff des hl. bischoffs s. Martins tag)

v.num : 2022

Enthält : Ausf., Perg. (durch Kassationsschnitte ungültig gemacht), Sg. in Holzkapsel erh. - Nr. 1885.




[15]94 Januar 24
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Hunold (Hünoldt) von Lohe (-hen), Richter zu [Hohen]limburg (Lymbergh), erklären Gerhard Kettler zu Gerkendahl (Kerchenthal), Hermann Plater zu Westhemmerde (Welschemmerden) und Albert Haene, der den Albert von Seelbach gen. Loe zu Lohe und Ohle (Selbach gen. Loe zum Loe und Oehl) gemäß vorgelegter Vollmacht vertritt, sowie Heinrich Melman und Girrit Kremer, beide Bürger zu Dortmund (-mundt), Folgendes: Der von Seelbach und seine Frau Katharina nahmen, insbesondere zur Abgeltung des Kindteils von Jasper, Katharinas Schwester, bei Hermann 1000 Reichstlr. auf und sagten ihm hierfür durch Verschreibung von [15]84 Juni 15 (ahm tage Viti martyris), die ebenfalls vorgelegt wurde, jährlich 60 Reichstlr. zu. Gerhard stellte sich hierfür als Bürgen. Wegen der dieserhalb entstandenen Rentensäumnis beabsichtigte Hermann, die durch den von Seelbach gestellten Unterpfänder und ebenso die Güter Gerhards als Bürgen in Anspruch zu nehmen. Um dies zu vermeiden, vereinbarte der von Seelbach, dem die Tilgung der Rückstände nicht möglich ist, mit Heinrich und Gerrit, sie sollten für ihn an Hermann die 1000 Reichstlr. Hauptsumme sowie die 400 Reichstlr. Rentenrückstände zahlen. Gerhard und Hermann quittierten daraufhin Heinrich und Gerrit den Empfang der 1400 Reichstlr., lieferten ihnen die besiegelte Urkunde dieserhalb aus und traten an sie alle Ansprüche dieserhalb ab. Der Bevollmächtigte des von Seelbach verschreibt ihnen hierfür 84 Reichstlr. oder Gegenwert als Jahrrente, wie es rechtmäßig und landesüblich tst. Sie sollen diese von den 225 gemeinen Tlrn. sowie dem mageren Ochsen und dessen Weide abziehen, wofür sie die Ochsenweide des von Seelbach zu Ohle schon eine zeitlang innehaben. Den Rest haben sie dem von Seelbach oder den Seinen termingemäß zukommen zu lassen. Die Ochsenweide dient ihnen künftig als Unterpfand für die 1400 Reichstlr. Hauptsumme und die hierfür verschriebene Jahrrente, ebenso alle jetzigen und künftigen beweglichen und unbeweglichen Güter des von Seelbach. Die Ochsenweide können sie wegen der 84 Reichstlr. nutznießen. Der verbleibende Rest von 225 gemeinen Tlrn. und dem mageren Ochsen mit dessen Weide bleiben dem von Seelbach vorbehalten. Da die jetzige Vereinbarung auf früheren Vorgängen beruht, erhalten Heinrich und Gerrit außerdem die gleichen Unterpfänder, die der von Seelbach in seiner früheren Schadlosurkunde Hermann und Gerhard verschrieben hatte; Heinrich und Gerrit haben ggf. hierzu vollen Zugriff, jeder Rechtsbehelf dagegen nach geistlichem oder weltlichem, Lehns- oder Hofrecht oder Landesgewohnheit ausgeschlossen. Nach Ablauf von 2 Jahren ist die Jahrrente beidelrseits bei Wahrung vierteljähriger Kündigungsfrist zum Rententermin kündbar; sie hat der von Seelbach dann mit der Verkaufssumme abzulösen. - Zeugen: Georg Eickenbergh, Pastor zu Hennen, Johannes Niederfoff und Heinrich Holtenschmidt. - Siegler: Albert von Seelbach gen. Loe zu Lohe und Ohle, der auch unterschreibt; Hunold von Lohe, Richter zu [Hohen]limburg.

v.num : 2023

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1, 2 ab. - Nr. 1886.




ohne Datum
Permalink der Verzeichnungseinheit

(ohne Titel)

v.num : 2024

Enthält : nicht belegt




1594 Februar 8
Permalink der Verzeichnungseinheit

Albrecht Spricast, Gerichtsschreiber zu Beilstein (Beiel-), und seine Frau Judith, Hermann Kraft (Crafft), Bürger zu Siegen, und seine Frau Barbara, Johann Los (Löß) zu Driedorf (-torff) und seine Frau Dorothea sowie Peter [von] Böeklingen zu Friesenhagen und seine Frau Ursula verkaufen an Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, und seine Frau Lucia von Hatzfeldt, geb. von Sickingen, für quittierte 1300 Rader fl. in Landeswährung kraft Erbkauf ihre Hälfte des Hofs zu Niedersohlbach (Nieder Sol-) innerhalb der Herrschaft Wildenburg im Kirchspiel Friesenhagen einschließlich Zubehör, wie sie ihnen durch ihren Vater und Schwiegervater Johann Mühlenthal (Mullen-) zugewiesen war. Vor Schultheiß und Schöffen des Gerichts Friesenhagen verzichten sie hierauf erblich zu deren Gunsten, nachdem der Erbkauf dreimal 14 Tage in der Kirchspielkirche zu Friesenhagen feilgeboten war, und erfüllen auch sonst alle Förmlichkeiten dieserhalb, wie es in der Herrschaft Wildenburg rechtmäßig und üblich ist. Auch leisten sie dieserhalb Währschaftsversprechen. - Siegler: Schultheiß und Schöffen des Gerichts Friesenhagen (Schöffenamtssiegel). -Einem durch Transfix angehefteten Zusatz vom gleichen Tage zufolge bleiben die Gerechtigkeiten des Bernhard von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, an der Hälfte durch den Verkauf unberührt.

v.num : 2025

Enthält : Ausf., Perg., Sg. erh. - Rv.: Dieser hoff ist vorhin frey gewesen unnd haben die Mullendahls erben theill daran gehabt, vide den vergleich unnd kauff uber Muhllendahll (17. Jh.). - Nr. 1888.




[15]94 Februar 14 n. St., Woddum
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, und sein Vetter Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herr zu Wildenburg, werden in ihren Streitigkeiten durch ihren gemeinsamen Vetter Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, folgendermaßen erblich geeinigt: Bernhard bringt vor, bei denen von Hatzfeldt sei es üblich, sich gegenseitig nicht in ihren Diensten und Botmäßigkeiten zu beeinträchtigen, auch ihre Lehen nicht durch Kauf oder sonst zu beeinträchtigen, geschweige denn, daß einer innerhalb der Obrigkeit des anderen ohne dessen Einverständnis nach Belieben Holz schlage und Verwüstung anrichte. Desungeachtet habe Sebastians gestorbene Mutter den ihm zur Hälfte lehnbaren Hof Rödderstein (Rodern-) gekauft. Auch habe Sebastian den Hof Obersohlbach innerhalb von Bernhards Dienst und Gebot gekauft und sich unterstanden, den Verkäufer Heinemann von Böcklingen (Boucke-), Gerichtsschreiber zu Friesenhagen, der mehr als 30 Eichenstämme unerlaubt geschlagen hatte, zu verteidigen. Bernhard bittet daher, Sebastian aufzufordern, ihm den Hof Rödderstein entsprechend seiner Gerechtigkeit wieder einzuräumen, von dem Hof Obersohlbach gegen Erstattung der Kaufsumme zurückzutreten und Heinemann zu veranlassen, Entsprechendes zu erstatten. Sebastian wendet ein, die beiden Käufe seien teils im Einverständnis mit Bernhards gestorbenem Vater, teils gegen hinreichende Sicherungen dafür erfolgt, daß künftig in entsprechenden Fällen Gleiches gestattet werde. In beiden Fällen betrachte er sich nach Recht und Billigkeit nicht für verpflichtet, der Aufforderung nachzukommen. - Die Streitigkeiten wegen der Forderungen hinsichtlich des Hofes Rödderstein und des dort widerrechtlich an Anspruch genommenen Herrenzehnten, wegen des Hofes Obersohlbach und der geforderten Brüchte wegen des Holzeinschlags dort, wofür auf der gemeinsamen Hütte (sampthutten) zu Mühlenthal Eisen mit Beschlag belegt wurde, sowie wegen sonstigen Schulden, die des Hofs Obersohlbach wegen mit Beschlag belegt wurden, (bekümmerten und in verbott gelegten schülden) werden folgendermaßen verglichen: Bernhard nimmt von seinen Forderungen Abstand. Dienst, Schatzung und Gerechtigkeiten an dem Hof Obersohlbach behält er uneingeschränkt. Zum Ausgleich gewährt ihm Sebastian auf die Zinsen für 1300 Tlr. Schuld je 31 Alb. einen Nachlaß von 400 Tlrn. - Bei dieser Gelegenheit wird außerdem wegen des ihnen zum Kauf angebotenen Hofes Niedersohlbach, der innerhalb ihrer gemeinsamen Hoheit und Obrigkeit gelegen ist, Folgendes vereinbart: Da Bernhard seinen Anteil an der Kaufsumme nicht rechtzeitig aufbringen kann, streckt Sebastian die Kaufsumme vor, um zu vermeiden, daß der Hof in fremde Hände gelangt. Er kann den Hof dann mit folgender Maßgabe nutznießen: Erbringen die Renten und Einkünfte dort jährlich keine 6 von 100 der Kaufsumme, so hat Bernhard die Hälfte des Fehlbetrags zuzuschießen. Auch hat Sebastian sich durch Revers zu verpflichten, an Bernhard den halben Hof abzutreten, sobald er die halbe Kaufsumme zuzüglich etwa aufgelaufenen Zinsen leistet. - Bernhard bringt weiterhin vor, in einem Vertrag, der zwischen ihren gestorbenen beiden Vätern geschlossen wurde, sei u. a. gegenseitige Hilfe für den Fall vereinbart, daß einer von ihnen in den Stücken beeinträchtigt würde, die ihm bei der Bruderteilung durch Los zufielen. Doch habe Sebastian seinen gestorbenen Vater bei der Tilgung der Schirpschen Forderung auf den Hof Schönbach (Schöne-) ohne Hilfe gelassen. Er solle ihm daher die Hälfte von Kosten und Schaden dieserhalb erstatten. Sebastian lehnt dies unter Hinweis darauf ab, die entsprechende Klausel beziehe sich nur auf von ihm verursachte Kosten und Schäden. Außerdem sei die Währschaftspflicht nur bei Beeinträchtigung von Eigentum an Gütern durch Fremde gegeben. Bernhard nimmt von dieser Forderung Abstand, nachdem ihm erläutert war, daß sie unstatthaft sei. - Wegen des Hofs Gerndorf wird vereinbart, daß es bei dem Vertrag bleibt, der [15]61 zwischen ihren gestorbenen beiden Vätern geschlossen wurde. - Die Parteien verpflichten sich unter Eid auf den Vergleich, jeder Rechtsbehelf dagegen ausgeschlossen, und ziehen je eine Ausfertigung des doppelt ausgefertigten Vertrags an sich. - Unterschriften von Hermann und Sebastian von Hatzfeldt. - Siegler: die Aussteller, der Mittler.

v.num : 2026

Enthält : Ausf., Pap., Sg. 1-3 unter Papierstreifen aufgedr. - Nr. 1889.




[15]94 Februar 18, Wocklum
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, und seine Frau Margarethe von Hatzfeldt, Frau zu Wildenburg, legen zu Wocklum in der kleinen Stube neben den Saal, u. a. zur Erläuterung ihrer Eheberedung, gemeinsam testamentarisch Folgendes fest: Ihre früheren testamentari-schen Verfügungen sowie Bestimmungen durch Eheberedung, soweit sie ihren jetzigen tes-tamentarischen Verfügungen entgegenstehen, heben sie zugunsten ihres jetzigen Testaments auf. - Margarethe hat - bei Strafe des Verlusts des im Folgenden bezeichneten Vermächtnis-ses zu ihren Gunsten - gegebenenfalls Hermanns Leichnam in die Herrschaft Wildenburg zu überführen, in der Kirche zu Wissen vor dem Altar, den er mit einem Eisengitter umgeben ließ, beisetzen und seinen Grabstein (leich-) in die Mauer setzen zu lassen. - Unter Hermanns Erb- und unbeweglichen Gütern befindet sich eine Anzahl von Lehen, von denen den Lehns-urkunden zufolge Haus Wildenburg ein Sayner Lehen, das zugehörige Kirchspiel Friesenhagen ein Sayner und Wittgensteiner Lehen ist, Haus und Amt Schönstein aber mit dem Kirchspiel Wissen und dem jeweiligen Zubehör sowie das abgebrannte Haus zu Wocklum Lehen des Erzstifts Köln sind. Zu deren Erhaltung und Besserung wandte er viel von sich aus auf. Hierzu verwandte er auch Erblehen und zahlreiche Stücke in den Kirchspie-len Wissen und Friesenhagen sowie andernwärts im Erzstift Köln, in der Herrschaft Homburg, in der Grafschaft Nassau und darüber hinaus. Seine Erb- und Allodialgüter sind teils Erbe von seinen Vorfahren, teils von ihm selbst gekauft, so das kurkölnische Lehen Schönstein. Das Haus zu Schönstein, das baufällig und mit vielen 1000 fl. nicht zu reparieren war, richtete er aus eigenen Mitteln wieder auf. Auch wandte er viel auf, um es während des Krieges zu retten. Da eine beträchtliche Pfandsumme zu seinen Gunsten darauf steht, auch seine dafür geleisteten Dienste abzugelten sind, von seinen sonstigen Aufwendungen hierfür zu schweigen, handelt es sich insoweit um eigenes Gut, wofür ihm das Lehen als Sicherheit dient, sodaß dies gegebenenfalls zusammen mit den von ihm verwendeten allodialen Stücken von den Lehen zu sondern ist, damit es seinen Erben, denen er es vermacht, zufällt. Da ihm und sämtlichen von Hatzfeldt zu Wildenburg das Haus und Amt Schönstein einschließlich Zubehör erneut zu Lehen gegeben wurde, und er dies entsprechend besaß, ist er seines Erach-tens befugt, über das Lehen Schönstein und seine anderen Erblehen letztwillig zu verfügen, zumal dies zum Besten des Lehens, des Lehnsherrn und der künftigen Vasallen ist. Ungeach-tet seiner Hoffnung, daß sein Bruder und seine sonstigen Lehnsnachfolger dem nicht zuwider handeln, beantragte er hierzu die Einwilligung des Lehnsherrn. Namentlich wegen Schönstein erhielt er diese vom Kurfürsten [zu Köln] als Lehnsherrn so- wie vom Domkapitel zu Köln gemäß besiegelter Urkunde. Alle seine anderen Erb- und unbeweglichen Güter sind, abgese-hen von einem oder zwei unbedeutenden Stücken, eigene Allodialgüter, über die er als Eigen-tümer frei verfügen kann. - Hermann bestimmt nun testamentarisch Folgendes:

1. Margarethe hat als Witwe an den Häusern und Herrlichkeiten Wildenburg und Schönstein mit den zugehörigen Lehnsstücken und den Allodialgütern darin, die er von seinen Eltern erbte und vom Kurfürsten sowie Domkapitel [zu Köln] an sich brachte, die Leibzucht. Wäh-renddessen hat sie, sobald das von ihm gestiftete Spital gebaut ist und seine Vermächtnisse entrichtet sind, an seinen Bruder Georg (Jörge), solange er keine standesgemäße Ehe eingeht, jährlich 400 Reichstlr. zu zahlen. Margarethe hat als Witwe außerdem an seinen Häusern und Gütern zu Wocklum und Balve die Leibzucht, soweit Hermann diese von seiner gestorbenen Frau, Heinrich [von Bockenförde gen.] Schüngel, Melchior Wrede und anderen an sich brach-te, bis das von Hermann gestiftete Spital zu Wissen erbaut ist, alle seine Vermächtnisse aus-gerichtet sind und sie von Hermanns Bruder und seinen nächsten Verwandten, die sich als seine Erben betrachten, Sicherungen dafür erhalten hat, daß sie sich nach diesem Testament richten; hierzu verpflichtet er seinen Bruder und seine Verwandten. Sobald Margarethe das Spital erbaut und die im Folgenden genannten Vermächtnisse ausgerichtet hat, hat sie Her-manns Bruder und seinen nächsten Verwandten, die sich als seine Erben betrachten, den ihnen durch dieses Testament vermachten Anteil einzuräumen. Soweit seine Erben sich dem Testament widersetzen, hat Margarethe an deren Anteil die Leibzucht; er fällt mit ihrem Tod den übrigen Erben zu, die sich nach dem Testament richten. Da Hermann die erwähnten Le-hen zum Unterpfand dafür dienen, daß die von ihm geleisteten Dienste, seine Aufwendungen zur Besserung der Lehen, die ihm zustehende Pfandsumme sowie seine Unkosten erstattet werden, sodaß er hierauf ebenso ein Einbehaltungsrecht (halt recht, zu Latin jus retentionis genant) hat wie auf die darin befindlichen beweglichen Güter und die Fahrhabe seiner Frau, da er außerdem zusammen mit Margarethe dem Kurfürsten [zu Köln] als Lehnsherrn auf das Amt Schönstein 10000 Goldfl. vorgestreckt hat, da er für dieses Amt weitere Kosten auf-wandte, bevor er es erblich bekam, und ebenso danach dort solche aufbrachte und verbaute, die zusammen wenigstens 6000 Rhein. Goldfl. ausmachen, so daß seine Forderungen insge-samt 16000 Rhein. Goldfl. ausmachen, bestimmt er dies: Kann Margarethe die ihr vermachte Leibzucht nicht wahrnehmen, so hat sie die Lehen einschließlich Zubehör erst zu räumen, so-bald an sie die 16000 fl., die künftigen Bauaufwendungen dort an Kosten und Lohn, soweit sie durch Register und Verzeichnis belegt sind, die dieserhalb aufgelaufenen Zinsen und seine erwähnten sonstigen Ausgleichsforderungen ungeteilt in bar gezahlt sind. Zuvor sind außer-dem die Erb- und Lehngüter, die sie beide im Amt Schönstein während der Ehe erwarben, auch die - nicht näher bezeichneten - Freigüter, die er vor der Ehe erwarb und seinen Eltern erbte, wobei es sich keineswegs um Lehngüter handelt, abzuteilen und Margarethe auszuhän-digen. Ihr räumt er daher den Mitbesitz an den Lehn-, Erb- und Allodialgütern ein, sodaß sie diese und das erwähnte Einbehaltungsrecht neben ihm und nach seinem Tod wahrnehmen kann. Hermanns Vetter Adrian, dessen Erben oder andere Mitbelehnte der von Hatzfeldt, die sich diesem Testament [nicht] widersetzen, werden zu den Häusern und Herrschaften zu Wildenburg und Schönstein erst zugelassen, sobald sie Margarethe oder denjenigen, denen sie dies vermacht, die 10000 Goldfl. Pfandsumme und 6000 Goldfl. Baukosten, d. h. zusammen lösbare 16000 Rhein. Goldfl., sowie die erwähnten künftigen Baukosten ungeteilt in bar ge-zahlt haben. Zuvor haben sie ihr außerdem die während der Ehe im Amt Schönstein erworbe-nen und gewonnenen Erb- und Lehngüter sowie die erwähnten Freigüter zu überlassen. An-dernfalls hat Margarethe an den Erb- und Lehngütern die Leibzucht. Mit Margarethes Tod fallen die von Hermanns Vater ererbten und die sonst erworbenen und gewonnenen Erb- und Lehngüter mit den jährlichen Renten und den sonst zugehörigen Nutzungen Hermanns Bruder Georg und dessen standesgemäßen männlichen Erben zu, soweit sie Margarethe überleben und sich diesem Testament nicht widersetzen. Gegebenenfalls sind Franz Wilhelm, ein Sohn von Franz von Hatzfeldt, oder dessen Brüder Nacherben. Margarethe bleiben gegebenenfalls die 10000 und die 6000 fl. ebenso erblich vorbehalten wie das, was Hermann jetzt seinem Vetter Adrian an Pfandschaften und freien Gütern vermacht, sodaß Adrian gegebenenfalls hiervon enterbt ist. Leisten Adrian oder andere Mitbelehnte der von Hatzfeldt nicht Margare-the gegenüber Widerstand, lehnen sie sich vielmehr Georg und dessen männlichen Erben ge-genüber auf, so verfällt das, was ihnen jetzt testamentarisch vermacht ist, zugunsten von Georg oder dessen männlichen Erben, bei deren Fehlen zugunsten von Franz Wilhelm oder bei dessen vorzeitigem Tod zugunsten von dessen Brüdern. Leisten Adrian oder andere Mitbelehnte der von Hatzfeldt, nachdem Georg oder dessen männlichen Erben gestorben sind, Franz Wilhelm gegenüber Widerstand, so fällt diesem zu, was Georg vermacht war.- 2. Geht Margarethe zu Georgs Lebzeiten eine weitere Ehe ein, so behält sie lediglich an der Herr-schaft Schönstein die Leibzucht. Sie hat dann Georg, sobald das erwähnte Spital erbaut ist und die Vermächtnisse Hermanns ausgerichtet sind; Haus und Herrlichkeit Wildenburg mit den Kirchspielen Wissen und Friesenhagen einzuräumen. Solange sie die Häuser Wildenburg und Schönstein mit den zugehörigen Lehen innehat, hat sie diese bei Strafe des Verlusts des ihr jetzt zugewiesenen Vermächtnisses instand zu halten. Sie darf die Häuser weder versetzen noch verkaufen. Den zu den Häusern gehörigen Wald darf sie nicht zur Köhlerei verwenden und dort Brennholz schlagen. In den zugehörigen gehegten Büschen, Fronwaldungen (frohnen holtz) und Hainen darf sie kein Holz schlagen, diese durch Dritte nicht zur Köhlerei verwenden lassen und auch Dritten nicht gestatten, in den Hainen Holz zu schlagen. Sie hat diese vielmehr der durch Hermann errichteten - und diesem Testament beigefügten - Ordnung gemäß ohne Einschlag aufwachsen zu lassen, da dort wenig Holz vorhanden ist. - 3. Geht Georg eine standesgemäße Ehe ein, so hat ihm Margarethe, sobald das Spital erbaut 1st und die Vermächtnisse ausgerichtet sind, Haus Wildenburg mit den zugehörigen Renten ein-zuräumen. Sie behält dann nur die Herrlichkeit Schönstein mit den zugehörigen Renten zur Leibzucht. Georg hat ihr sodann ohne Rücksicht darauf, ob sie eine weitere Ehe eingeht oder nicht, jährlich je 25 Ml. hartes Korn und Hafer Wildenburger Maß aus dem Kirchspiel Wissen an einen Ort ihrer Wahl auf Lebenszeit zu liefern. - 4. Margarethe behält, sofern sie Georg überlebt, während sie die Herrschaften Wildenburg und Schönstein innehat, deren Nutzung auf Lebenszeit. Währenddessen hat sie Adrian oder dessen männlichen Erben, soweit sie sich diesem Testament nicht entgegenstellen, jährlich 400 Reichstlr. zu zahlen. - 5. Geht Margare-the eine weitere Ehe ein, nachdem Georg weder männliche noch weibliche standesgemäße Erben hinterlassen hat, so soll sie Haus und Herrlichkeit Wildenburg, die sie Georg überlassen hatte, zur Leibzucht einnehmen, da Adrian verschwenderisch ist und nur Verwirrung stiften würde (so verthunsamb und alles uberkochen wurde). Gegebenenfalls hat sie, sobald das Spital erbaut ist und die Vermächtnisse ausgerichtet sind, an Adrian oder dessen Söhne jährlich 400 Reichstlr. auf das Haus Schönstein zu leisten, ebenso wegen der Herrlichkeit der Herrschaft Wildenburg die fällige Reichssteuer sowie wegen der Reichsritterschaft die Fällig-keiten an die Burg Friedberg, schließlich einen Kostenanteil in den Prozessen gegen Sayn und Wittgenstein. Mit ihrem Tod fallen Adrian oder seinen männlichen Erben Schloß und Herr-lichkeit Wildenburg zu. - 6. Georg beerbt, sofern er Margarethe überlebt, alle Erb- und Lehn-güter, an denen sie die Leibzucht hatte, unbeeinträchtigt durch Adrian, seine Erben oder Drit-te. Georg und seinen männlichen Erben bleiben dann die Herrschaft Schönstein einschließlich Zubehör sowie mit den Gütern, die Hermann erblich oder als Pfand erwarb, dazu eine Hälfte von Haus und Herrlichkeit Wildenburg mit den zugehörigen Gütern, soweit Hermann sie hatte, erblich vorbehalten. An der anderen Hälfte dort, die Adrian von Hermann erbt, hat Georg dann die Leibzucht, da Adrian verschwenderisch ist, und ihm die Verwaltung der Güter nicht überlassen werden kann. Währenddessen hat Georg ihm jährlich 200 Reichstlr. zu zahlen. Georg oder seine männlichen Erben haben an Margarethes Erben wegen der Herr-schaft Schönstein und den zugehörigen Gütern, die Hermann und Margarethe während der Ehe dort hatten, 5000 Goldfl. zu zahlen und den nachweislich eingebrachten Brautschatz zu erstatten, bevor sie zu Haus und Herrschaft Schönstein zugelassen werden. - 7. Hinterläßt Georg standesgemäße männliche Erben, so wird Adrian oder seinen standesgemäßen männli-chen Erben die Hälfte von Haus und Herrlichkeit Wildenburg unentgeltlich eingeräumt, die Georg aus den erwähnten Gründen verwaltete, jedoch mit den durch Georg übernommenen Lasten. - 8. Dies erfolgt auch, sofern Georg nur Töchter hinterläßt. Bevor Adrian oder seine Erben dort zugelassen werden, haben sie Georgs Töchter mit 1000 Reichstlrn. abzufinden. Für diesen Fall vermacht Hermann seinem Taufpaten Franz Wilhelm von Hatzfeldt oder seinen männlichen Stammeserben Haus und Herrlichkeit Schönstein mit den zugehörigen Einkünften, soweit Hermann dies vom Kurfürst und Domkapitel [zu Köln], Adligen oder Dritten an sich brachte. Hierfür haben Franz Wilhelm oder seine Erben an Georgs Töchter 5000 Goldfl. zu erstatten, die Georg für Franz Wilhelm und seine Erben vorgestreckt hatte. Außerdem haben sie dann innerhalb von 1 1/2 Jahren nach Georgs Tod, sofern sie das ihnen zugedachte Vermächtnis nicht verwirken wollen, an Elbrecht und Katharina, die beiden Schwestern Margarethes, 2000 Goldfl. zu zahlen. Bis dies der Fall ist, behalten diese die Nutzung der Herrschaft Schönstein. Je 2000 Goldfl. sind an sie sowie an Adrian oder die beiderseitigen Erben zu leisten, sofern Georg weder Söhne noch Töchter aus standesgemäßer Ehe hinterläßt - 9. Hermann vermacht seine Häuser im Amt Balve mit den zugehörigen Erb- und Lehngütern, vorbehaltlich anderweitiger späterer Regelung, den vier Töchtern seines gestorbenen Bruders Johann sowie seiner Schwester Helene und ihren Kindern je zur Hälfte, soweit sie sich diesem Testament nicht entgegenstellen, und zwar, sobald das Spital erbaut ist und die Vermächtnisse ausgerichtet sind. Die Häuser und Güter dürfen auf die Dauer der Prozesse gegen die von Werminghausen und den Lizenziaten Mursaeus nicht geteilt werden. Sie sind währenddessen durch einen gemeinsamen Diener zu verwalten, der jährlich abrechnet und je- dem von ihnen einen Rentenanteil zu liefern hat, nachdem Gerichtskosten, Entlohnung des Dieners, Reparatur- und sonstige Kosten abgezogen sind. - Die gleichen Kinder sind auch Erben von Haus Wocklum einschließlich Zubehör. Hierfür haben sie die durch Hermann hinterlassenen Schulden und Lasten sowie die Rechtsforderungen wegen Haus Wocklum und den zugehörigen Gütern gegenüber denen von Werminghausen, Lizenziat Mursäus oder Dritten zu übernehmen. Was Hermann früher an Heinrich von Plettenberg, den Vater von Helenes Kindern, überwies, ist damit abgegolten. Die vier Töchter des gestorbenen Johann haben, be-vor sie zu ihrem Anteil an den Gütern zu Wocklum zugelassen werden, an Helenes Kinder 500 Reichstlr. zu zahlen. - 10. Haus Balve, das früher ein Zubehör von Haus Wocklum war, mit den zugehörigen Gütern innerhalb und außerhalb von Balve bleiben den Kindern des gestorbenen Johann sowie Helenes erblich vorbehalten. Margarethe hat den Bau des Spitals und die Ausrichtung der Vermächtnisse aus den Wocklumer Gütern und Wildenburger Renten zu bestreiten. - Georg kann nach Hermanns Tod, solange er bei seiner magdt bleibt und keine standesgemäße Ehe eingeht, das Haus zu Balve mit Schladoets Hof und den zugehörigen Gütern sowie allen sonstigen jährlichen Einkünften zu Balve aus Gründen, die Hermann bekannt sind, zur Leibzucht einnehmen. Solange er bei seiner magdt bleibt, haben ihm die Erben von Haus Wocklum außerdem jährlich je 10 Ml. hartes Korn und Hafer zu liefern und ihm zur Mastzeit die Mast für 20 Schweine dort, wo es am Günstigsten ist, einzuräumen. Auch kann er dann mit seinen Milchkühen den ganzen Balver Kamp nutzen. Sobald Georg eine standesgemäße Ehe eingeht oder stirbt, fällt die Leibzucht an die erwähnten Kinder zurück, soweit sie sich diesem Testament nicht widersetzen. Andernfalls nimmt Margarethe die Leibzucht wahr, die mit ihrem Tod denen zufällt, die sich diesem Testament nicht widersetzen. - 11. Abgesehen von der Pfandschaft auf das Amt Schönstein, über die oben bereits verfügt ist, haben Margarethe, Georg, Adrian sowie Helene mit ihren Kindern die übrigen Pfandschaften, die teilweise rechtsstreitig sind, auf ihre Kosten einzufordern. Hiervon erhält Margarethe eine Hälfte ihrer Wahl, die übrigen Erben erhalten die andere Hälfte. Diese andere Hälfte ist, sofern Georg lebt oder standesgemäße Erben hinterlassen hat, zu dritteln, sodaß Georg, die Kinder des gestorbenen Johann sowie Helene und ihre Kinder je ein Drittel hiervon erhalten. Georgs Drittel fällt mit seinem Tod, sofern er keine standesgemäßen Erben hinterläßt, den fünf (!) Kindern des gestorbenen Johann bis auf 1000 Goldfl. zu, die Georgs natürlichen Kindern erblich zufallen. Trägt jemand nicht zur Beitreibung der Pfandschaften bei, so verfällt sein Anteil zugunsten derjenigen, die dies tun. - 12. Kommt Hermann nicht mehr dazu, in Wissen ein Armenhaus und Spital für 12 Personen zu bauen und Renten hierfür anzuweisen, so bleibt Margarethe auf den erwähnten Häusern, Erb- und Lehngütern im Amt Balve und im Erzstift Köln ansäßig und hat die Nutzung der Einkünfte, bis die Kosten für Hermanns Begräbnis bezahlt sind, alle seine Schuldigkeiten an Diener und Gesinde entrichtet, die Fälligkeiten an das Spital mit 12 Armenkammern sowie an den patron, der sich auf Schloß Schönstein befindet, aus den Wocklumer Gütern und Wildenburger Einkünften entrichtet und folgende Vermächtnisse ausgerichtet sind, was insgesamt vor der ihr dort eingeräumten Leibzucht vorrangig ist: 1000 Goldfl. an Margarethes Schwester Elbrecht; 2000 gemeine Tlr. an die natürlichen Kinder Georgs, sofern er keine standesgemäße Ehe eingeht, 1000 gemeine Tlr. an das Spital zu Wissen, die Margarethe im Einvernehmen mit dem Gericht Wissen auf freie Güter innerhalb und außerhalb der Herrschaft Schönstein anzuweisen hat, die kein Lehen und nicht anderweitig belastet sind; je 200 gemeine Tlr. an die Armen des Spitals zu Balve sowie an die Schulen zu Friesenhagen und Wissen, die im Einvernehmen mit der jeweiligen örtlichen Obrigkeit anzuweisen sind; 200 Reichstlr. Hermanns natürlicher Tochter Johannetta oder deren leiblichen Erben. Bis dies der Fall ist, steht Margarethe lediglich die Herrschaft Schönstein mit den zugehörigen Renten frei zur Verfügung. Sobald die Vermächtnisse ausgerichtet sind, kann sie die Herrschaft Wildenburg unter den erwähnten Bedingungen zur Leibzucht einnehmen. An Georg hat sie sodann jährlich 400 Reichstlr. zu zahlen. Während ihr die Wocklumer Güter in erwähnter Weise vorbehalten bleiben, hat sie Georg, sobald Hermann gestorben ist, Haus und Güter zu Balve sowie das, was Hermann ihm sonst zur Leibzucht eingeräumt hat, unentgeltlich zu überlassen. Der Bau des Spitals, die Ausrichtung der Vermächtnisse, die Kosten für Hermanns Begräbnis, die an das Gesinde zu leistenden Zahlungen, die zu Wildenburg und Wocklum verschriebenen Pensionen sowie die Kosten in den Prozessen gegen Sayn, Wittgenstein, von Werminghausen sowie Lizenziat Mursaeus sind aus den Renten zu Wildenburg und Wocklum zu bestreiten, während Margarethe diejenigen zu Schönstein unbeschränkt vorbehalten bleiben. Sofern Hermann das Spital erbaut und den Armen die ihnen zugewiesenen Renten einräumt, nicht jedoch die ihnen vermachten 1000 schlechten Tlr., hat Margarethe die übrigen Vermächtnisse aus den Renten zu Wildenburg und Wocklum zu bestreiten. Die Häuser zu Wocklum und die zugehörigen Güter hat sie Helene und den vier Töchtern des gestorbenen Johann, soweit sie sich diesem Testament nicht widersetzen, unbeeinträchtigt durch den hierzu bestellten Rentmeister einzuräumen. - Margarethe sowie die erwähnten Erben von Haus und Herrschaft Schönstein haben den Armen zu Wissen, sofern Hermann ihnen dies nicht selbst anweist, jährlich 10 Ml. Korn, 5 Ml. Mahllohn und 15 Ml. Hafer, jeweils Kölner Maß, dazu 3 fette Schweine, sofern Mast vorhanden ist, sonst aber 3 magere Schweine und 8 Wagen Brennholz zu liefern, wobei das Brennholz durch die Schönsteiner Dienste zum Spital zu fahren ist. Mit den jährlichen Leistungen an das Spital belastet er Haus Schönstein ein-schließlich Zubehör im Hinblick darauf, daß er dort, wie erwähnt, wegen dem, was seinen eigenen Gütern abgegangen ist, beträchtliche Ansprüche und Forderungen hat. Die Erben von Haus Schönstein behalten das Recht, die erwähnten Fruchtrenten jeweils innerhalb von 8 Ta-gen vor und nach St. Martinstag (November 11), nachdem alle Renten geleistet sind, mit 1200 schlechten oder Kölner Tlrn. abzulösen. Der Erlös ist dann durch die Erben im Einvernehmen mit dem Gericht Wissen anderweitig anzulegen. - 13. Vieh, seine wenigen Goldketten, seine goldenen Haubenbesätze (boneth kneuffe), Barschaft und gereides Geld, sowie seine gewirk-ten langen und kurzen Türkischen, Reussischen und Livländischen (Lyfflendische) Tischtü-cher (-tapetten) bleiben Margaretha erblich vorbehalten. Georg kommen, sofern er Hermann überlebt, die Hälfte seiner besten Pferde zu. Für die Hälfte der von ihm hinterlassenen Klei-der, Degen (rappyr), Dolche und Gürtel, die Georg ohnehin nicht tragen würde, soll er 150 schlechte Tlr. geben. Margarethe behält dies, sofern Georg nicht mehr lebt. Sie hat dann Ad-rian lediglich eines der besten Pferde und 150 schlechte Tlr. zu geben. Dies entfällt, sofern Adrian nicht mehr lebt und keine männlichen Erben hinterlassen hat. Von dem, was Hermann an Wehrgerät auf Haus Wocklum hinterläßt, hat Margarethe den Erben, die Haus Wocklum behalten, lediglich 3 grobe Eisenstücke, auf denen sich kein Wappen Hermanns befindet, 10 Haken (haecken) mit Eisenstielen und 12 Hellebarden auf Haus Wocklum zu belassen. Das übrige ist als Hauswehr je zur Hälfte auf die Häuser zu Wildenburg und Schönstein zu über-führen. Grobes Geschütz verbleibt alleine auf Haus Schönstein. Was Hermann an Hausrat (hausgerecht und ingethumb) auf Haus Wocklum hinterläßt, ist in zwei Teile zu teilen. An einem Teil davon hat Margarethe die Vorwahl, der andere Teil bleibt den Erben zu Wocklum vorbehalten. Hiervon ausgenommen sind Braukessel und -bottiche (-budden), Bierfässer, Zinngefäße (stannen), Bottiche im Keller, Gerät in der Schmiede, Bottiche und Kessel im Kuhstall (-hause) sowie Brandroste (brandtreden) und Feuerhaken (fewrhaele) in der Küche und im Kuhstall; dies bleibt den Erben auf Haus Wocklum vorbehalten. - 14. über das Silber-geschirr verfügt Hermann gemäß Verzeichnis, das dem Testament beigegeben ist. - 15. Mar-garethe hat an Hausrat und Wehrgerät, soweit Hermann dies zu Wildenburg hinterläßt, nur die Leibzucht - 16. Dies gilt auch für bewegliche Güter, die er zu Schönstein hinterläßt. Dort bleiben die gestickten Bettumhänge aus Samt und Seide, die hierzu gehörigen Seidengardinen und -decken sowie die beiden Samtstühle, die auf Haus Schönstein bleiben sollen, Franz Wil-helm erblich vorbehalten. Wehrgerät, das sich bei Hermanns Tod dort befindet oder von Wocklum dorthin gebracht wurde, der dortige Hausrat sowie das, was dort eingemauert und nagelfest ist, bleibt Hermanns Mannesstamm erblich vorbehalten. 17. Margarethe hat Her-manns Bibliothek (literey und bucher), die einem handschriftlichen Verzeichnis zufolge ver-hältnismäßig umfangreich ist, unversehrt zu lassen und den männlichen Erben des Hauses Schönstein ebenso zu überlassen wie Bilder (contrafeitung), gemalte Tafeln und Tücher sowie Hirsch- und Rehgeweihe mit den geschnittenen koppen, die er teilweise mit Mühe zusam-menbrachte. - 18. Margarethe hat nach Hermanns Tod die Nutzung seines Anteils an dem Bergwerk der Romerth auf Lebenszeit; mit ihrem Tod fällt das Bergwerk Hermanns Erben zu Wildenburg zu. - 19. Hermann legt dem Testament ein handschriftliches Verzeichnis der in seiner Hand befindlichen besiegelten Urkunden bei. Von seinem Vetter Heinrich von Hatzfeldt sowie von seinem gestorbenen Vetter Adolf von Hatzfeldt hatte er zahlreiche Wildenburger Urkunden zur Verwendung in der Sayner und Wittgensteiner Angelegenheit erhalten, die ihnen zu gesamter Hand und in das gemeinsame Gewölbe beider Häuser gehören. Auch sein Vetter Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf hatte ihm eine Anzahl von Urkunden wegen der Sayner Angelegenheit überlassen, die dieser bei Hans Gebhard von Hatzfeldt, Abt zu Marienstatt, entliehen und bei sich selber hatte. Sein Vetter Hans Gebhard von Hatzfeldt hatte ihm außerdem selber zahlreiche Urkunden geliehen. Er legte daher zur Vermeidung von Mißverständnissen und, um die Rückgabe bei seinem Tod sicherzustellen, das Verzeichnis mit Benennung der Eigentümer an, wonach Margarethe diese auszuteilen hat. über die zu den Häusern Wocklum, Wildenburg und Schönstein gehörigen Urkunden darf Margarethe keine Auskunft geben, nachdem er die zu den Häusern gehörigen besiegelten Urkunden ungeachtet der gefährlichen Zeitläufte dort jeweils in einer Kiste verschlossen hat, sodaß man sie bei seinem Tod dort vorfindet. Margarethe übergab er außerdem ein eigenhändiges Verzeichnis aller besiegelten Urkunden mit Bezug auf Haus Schönstein und die zugehörigen Güter, um diese - bei Verlust ihrer Leibzucht im Übertretungsfalle - zur Leibzucht so zu nutzen, daß die Erben des Hauses Schönstein diese bei ihrem Tod einnehmen können. - 20. Obwohl Hermann seinen Unterlagen zufolge seinem Bruder Georg beträchtliche Gelder vorstreckte, dürfen seine Nachkommen und Erben dieserhalb dessen Kindern und Erben keine Forderungen stellen; mit Hermanns Tod sind alle seine Unterlagen dieserhalb ungültig. - 21. Margarethe hat ihre Schwester Elbrecht, solange sie unverheiratet ist und bei ihr bleibt, zusammen mit einer Dienstmagd für sie standesgemäß zu unterhalten. Stirbt Margarethe, bevor Elbrecht eine Ehe eingeht, so haben für deren Unterhalt die Erben des Hauses Schönstein aufzukommen. Bleibt das Einvernehmen zwischen ihnen nicht bestehen, so haben sie Elbrecht mit 2000 Reichstlrn. zur Nutzung auf Lebenszeit abzufinden, die mit deren Tod an sie zurückfallen. - Hermann bestimmt diejenigen, denen er durch dieses Testament etwas vermacht hat, zu seinen Erben dieserhalb. Seinen Bruder Georg bestimmt er zum Universalerben, seinen Taufpaten Franz Wilhelm zum Nacherben dessen, worüber durch dieses Testament nicht befunden ist. - Margarethe willigt in Hermanns Verfügungen ein und nimmt das, was ihr zugedacht ist, an. Hermann hat als Witwer ohne gemeinsame Kinder ihren Leichnam in der Kirche zu Wissen gemäß christlicher Ordnung beisetzen zu lassen. An ihrem Brautschatz hat er dann die Leibzucht. Er behält dann außerdem erblich: was sie gemeinsam während der Ehe an Bar-schaft, Pfandschaft, Lehngütern und Erbschaft gewonnen, erworben und geerbt haben; ihre zwei besten goldenen Halsketten (karkandten oder halsbenden) mit Edelsteinen und zugehöri-gen Kleinodien; ihre zwei besten Ketten, an deren einer ein Goldknauf mit Edelsteinen hängt; 3 par beste Armbänder mit Edelsteinen, antiquiteten und Saphyren; acht ihrer besten Goldrin-ge mit Edelsteinen; ihre besten Perlenketten; die Goldknäufe mit Perlen und Edelsteinen; 21 Rosen oder Knöpfe, die um eine Haube angeordnet sind; alle anderen langen Goldnadeln, die er ihr gegeben hat. Was sie sonst an Kleidern, Kleinodien und Schmuck hinterläßt, vermacht sie ihrer Taufpatin Margaretha, der Tochter ihres Bruders, erblich. Zu Nacherben bestimmt sie ihre beiden Schwestern oder deren Erben. Ihr Brautschatz fällt bei Rückfall ihren nächsten Verwandten ohne Testament erblich zu. Doch behält Hermann daran die Leibzucht. Für den Fall, daß sie als kinderlose Witwe ohne Testament stirbt, vermacht sie aus ihrem Nachlaß 200 Reichstlr. den Armen zu Schönstein und 200 schlechte Tlr. den Armen zu Balve, die durch ihre Erben, sonst aber durch die Testamentsvollstrecker zu entrichten sind. Hermann willigt hierin ein. - Sie bestimmen gemeinsam, daß alle, die durch dieses Testament bedacht sind, sich hiermit zu begnügen haben. Wer dagegen vorgeht, verliert das ihm zugedachte Vermächtnis sowie jede Anwartschaft auf den Nachlaß. Wer ein Lehnsstück anficht, kommt für Kosten und Besserung hierfür auf und verliert den Zugang zu den Allodialgütern, die zusammen mit dem Lehnsstück gebraucht werden; was er verliert, fällt dem erwähnten Nacherben zu, der auf die Wahrung des Testaments möglichst hinzuwirken hat. Dies ist ebenso Aufgabe der Testamentsvollstrecker. - Wird das Testament als solches nicht anerkannt, so soll es als Testamentsnachtrag (testamentum nuncupativum oder codicil), als Schenkung von Todes we-gen oder sonst als letztwillige Verfügung gemäß weltlichem oder geistlichem Recht oder ent-sprechender Rechtsgewohnheit gültig sein. Den derzeitigen Kurfürsten zu Köln, der westfäli-scher Landdroste ist, bitten sie, das Testament gnädig zu handhaben. Sie behalten sich Ände-rungsrecht vor. - Testamentsvollstrecker: Wilhelm Quad zu Beek (Beeck), Jost von der Recke, Herr zu Heessen und Wolfsberg, und Sebastian von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, die Vettern und Schwäger von ihnen sind. Scheiden einer oder mehrere durch Tod oder sonst als Testamentsvollstrecker aus, so nimmt ihre Funktionen wahr, wer übrig bleibt. Die Testa-mentsvollstrecker haben Zuwahlrecht. Hermann oder Margarethe können bei Bedarf als Tes-tamentsvollstrecker mitwirken. Die Testamentsvollstrecker erhalten als Entgelt je 1 Rosenobel. - Zeugen: 7 - nicht genannte - Personen. Unterschriftsvermerk von einem - nicht genannten- Notar und 2 weiteren- nicht genannten- Zeugen.- Sieglervermerk des Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg.


v.num : 2027

Enthält : Abschr. (17. Jh.), Pap. (geheftet). - Nr. 1890.




1594 März 5
Permalink der Verzeichnungseinheit

Walter von Gevertshain (Gebertßhagen) zu Attenbach bekundet als Vormund der unmündigen Kinder seines gestorbenen Bruders Arnold von Gevertshain zu Heimerzheim Folgendes: Der gestorbene Arnold verkaufte 1580 Januar 23 an die gestorbene Katharina [von Hatzfeldt], geb. von Seelbach, Frau zu Wildenburg und Krottorf (Cruttorff), für quittierte 1060 Tlr. zu je 31 Alb., die er zur Schuldentilgung verwendete, kraft Erbkauf gemäß geistlichem und weltlichem Recht sowie Landesgewohnheit den ihm eigenen Hof Rödderstein (zum Roder-) einschließlich Zubehör innerhalb der Herrschaft Wildenburg im Kirchspiel Wissen, der ihr rechtmäßig eingeräumt wurde. Nachdem durch vorzeitigen Tod von Arnold und Katharina keine Urkunde über den Verkauf ausgestellt wurde, bestätigt er auf Antrag von Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, Katharinas Sohn und deren einziger Erbe, sowie dessen Frau Lucia, geb. von Sickingen, Frau zu Krottorf und Wildenburg, den Erbkauf und überträgt ihnen den Hof, der anderweitig nicht belastet ist. Er leistet dieserhalb Währschaftsversprechen. - Unterschriften des Ausstellers sowie seines Pflegesohnes Bernhard (Berndt) von Gevertshain. - Siegler: der Aussteller, Bernhard von Gevertshain; Peter von Diezenkausen (Diezigkhaußen) gen. Ellingen zu Ellingen, Schultheiß, sowie die Schöffen des Gerichts Wissen (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2028

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1-3 erh. - Nr. 1891.




1594 März 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Peter [von] Böcklingen zu Friesenhagen quittiert, zugleich für seine Frau und seine Erben, dem Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, den Empfang von 325 Rader fl., wofür er diesem das ihm vertragsgemäß zuerkannte Achtel des Hofs zu Niedersohlbach (-solbach) verkauft hat. - Unterschriftsvermerk des Ausstellers.

v.num : 2029

Enthält : Abschr. (17. Jh.), Pap. - Nr. 1892.




1594 März 23
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Heinrich zu Broichhausen (Brockhauß) und Hermann zu Hülshaus (Hülßhauß), Schöffen des Hauptgerichts Kreuzberg, verkaufen Friedrich Stentenberg und Elias Unckel als Vormünder von Kaspar, einem unmündigen Sohn des gestorbenen Reinhard von Hanxleden (Hansler), da dies zu dessen Bestem (geschaffenheit) notwendig ist, an Junker Johann von und zu Winkelhausen, Herrn zu Mierlo (Merle), und dessen Frau Anna Kettler gen. von Winkelhausen für eine vereinbarte Geldsumme kraft Erbkauf 2 anderweitig nicht belastete M. Land hinder Jütten hauß zwischen Land der Kirche zu Kreuzberg (Cruz-) auf der einen Seite und Land der Kapitulare zu Kaiserswerth auf der anderen sowie zwischen 2 Straßen an den beiden Kopfseiten. Sie leisten dieserhalb Währschaftsversprechen. Die Gerechtigkeiten des Landesherrn und Dritter bleiben hierdurch unberührt. - Siegler: Christian Clouth, Richter, sowie die Schöffen des Hauptgerichts Kreuzberg (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2030

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1, 2 besch. - Nr. 1893.




1594 März 23
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Heinrich zu Broichhausen, Hermann zu Hülshaus (Hülshauß) und den übrigen Schöffen des Hauptgerichts Kreuzberg (Grütz-) nehmen Junker Johann von Winkelhausen, Herr zu Mierlo (Merlo), und seine Frau Anna Kettler gen. von Winkelhausen folgenden Erbtausch mit Anton (Anthonius) Nentwich und seiner Frau Elisabeth von Solingen vor: Junker Johann und seine Frau überlassen jenen 2 M. Land hinder Jutten hauß, die zwischen Land der Kirche zu Kreuzberg auf der einen Seite und solchem der Kapitulare zu Kaiserswerth auf der anderen sowie zwischen 2 Straßen an den beiden Kopfseiten gelegen sind, und die sie einer ungefähr zur gleichen Zeit ausgestellten und von ihnen übergebenen Kaufurkunde zufolge von dem Vormund des Kaspar [von] Hanxleden gekauft hatten. Hierfür überlassen ihnen Anton und seine Frau 7 zehntfreie Vt. uf dem Frönberg, die neben der Hylgengaß an der einen Seite sowie neben Land des Junkers Johann an der anderen und an einer Kopfseite, auch neben Land der Kirche zu Kalkum an der anderen Kopfseite gelegen sind. Sie verzichten gegenseitig auf die in Tausch gegebenen Stücke und leisten dieserhalb Währschaftsversprechen. - Die Schöffen zu Kreuzberg bestätigen den Empfang der Gerichtsgebühr. - Siegler: Christian Clouth, Richter, sowie die Schöffen des Hauptgerichts Kreuzberg (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2031

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1 erh., 2 ab. - Nr. 1894.




[15]94 April, Wildenburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, war mit seinen ebenbürtigen (vollburtigen) Schwestern Margarethe, Maria, Anna und Lucretia, die verheiratet sind, sowie Ursula und ebenfalls Ursula, die unverheiratet sind, in Streit geraten wegen der durch ihren gestorbenen Vater Georg (Jorge) den Alten von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, hinterlassenen erb- und eigentümlichen Güter, der mütterlichen Rechte daran sowie wegen anderweitiger Rechte. Die Schwestern machten Ansprüche als unverzichtete Töchter geltend, während Bernhard glaubte, sie mit dem durch den Vater zugesagten, aber nicht gelieferten Heiratsgut sowie mit Kleidung und Schmuck, die sie empfingen, abfinden zu können. Die Schwestern behaupteten daher, soweit sie unterrichtet seien, seien ihre Ansprüche durch geschriebenes Recht und Landesgewohnheit begründet. Da Bernhard dies nicht als unrechtmäßig zurückweisen konnte, erbot er sich zu dem im Folgenden genannten Vergleich, in den die Schwestern im Einvernehmen mit ihren Ehemännern einwilligten. - Bernhard brachte zunächst durch Vermittlung seines Vetters Sebastian von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, vor, er sei durch Schulden seines Vaters gemäß der von ihm übergebenen Aufstellung (specification) belastet. Er bat die Schwestern daher, ihre Forderungen so zu ermäßigen, daß er bei dem Nachlaß des Vatens bleiben könne und Stamm und Namen auch für sie erhalten blieben. Nachdem die Angaben über die Schulden überwiegend als richtig anerkannt waren, und im Hinblick darauf, daß die zugesagten Heiratsgüter sowie die rückständigen Pensionen umfangreichere Beträge ausmachen, verzichten die Schwestern in Anbetracht der gegebenen Umstände und in der Absicht, Stamm und Namen ihres Bruders sowie Hab und Gut des Vaters zu erhalten, auf ihre rechtmäßigen Forderungen wegen der eigentümlichen, beweglichen (gereiden) und mütterlichen Güter, soweit diese vormals an ihren gestorbenen Vater als Heiratsgut und sonstige Beifälle im Wert von 3500 fl. ausgeliefert wurden. Hierfür hat Bernhard seiner ältesten Schwester Margarethe von Ottenstein, die zuerst heiratete, wegen Heiratsgut, angemessener (anstendiger) Kleidung und ausstehenden Pensionen 1500 Frankfurter fl. zu geben und diese auf mehreren Höfen zu sichern, damit sie die Pension dieserhalb bei Bedarf von dort beitreiben kann. - Seiner anderen Schwester Maria, Witwe von und zu Hirschhorn, schuldete sein Vater wegen Heiratsgut, vorgestrecktem Geld und ausstehenden Pensionen etwa 5000 Frankfurter fl. gemäß unstreitigen Gülturkunden, deren Heiratsverschreibung und anderen unstritilgen Beweismitteln. Hierfür waren ihr mehrere Höfe teilweise verschrieben. Von den Schulden läßt Maria ihrem Bruder 1597 fl. nach. Wegen der restlichen 3500 fl. pro verto hat er ihr eine Gültverschreibung auf alle seine Lehns- und Erbgüter zuzustellen. Bernhard verspricht, ihr statt einer jährlichen Pension entsprechende Nutzungen der Höfe so zu verschreiben, daß sie diese selbst beitreiben kann. Maria hat dort eine zuverlässige (gewiße) Person zu bestellen, die die Zinsen und Renten jährlich einnimmt und berechnet. Überschüsse über die an sie fällige Pension hinaus hat sie Bernhard zukommen zu lassen, dem auch Obrigkeit und Dienste vorbehalten bleiben. Fehlbeträge der an sie fälligen Pension hat Bernhard zu leisten. Ihm bleibt erbliches Einlösungsrecht der Pension oder von Teilen davon vorbehalten, wobei viertel- oder halbjährige Kündigungsfrist zu wahren ist. Bei Einlösung ermäßigt sich die Pension jeweils entsprechend. - Bernhards dritte Schwester Anna, die Frau von Burkhard Hencke, läßt, sofern Burkhard hierin einwilligt, auf die an sie zu leistende Pension 200 fl. nach. Die restlichen 1200 fl. hat sie sich von den Aidendorffischen Gütern zu verschaffen, die sie deshalb früher mit Beschlag belegte. - Bernhard vereinbart mit seiner vierten Schwester Lucretia, Frau des Christoph Friedrich von Kanitz, angesichts von 1 675 fl. Schulden wegen zuge.sagtem Heiratsgut, ausstehenden Pensionen, sonstigen Leistungen sowie zugesagter Kleidung, er wolle ihr noch vor ihrer Abreise zu ihrem Gemahl die seit [15]88 aufgelaufenen Pensionen entrichten. Außerdem verpflichtet er sich, zur Fastenmesse de·s kommenden Jahrs 1595 (März 5) 1000 fl. Heiratsgeld und 50 fl. Pension in Reichsmünzen, den fl. zu 15 Batzen und den Batzen zu 4 Kreuzern gerechnet, in Frankfurt am Main (Frankfortt an Meyen) an Christoph Friedrich oder dessen Bevollmächtigten zu zahlen. Hierfür setzt er durch besiegelte Verschreibung den Erbhof Fähringen (Feh-) zu Unterpfand. - Seinen beiden unverheirateten Schwestern sagt Bernhard für den Fall einer Eheschließung je 1000 fl. Heiratsgut, standesgemäße Ausstattung und eine goldene Kette von 100 Goldfl. zu. Auch verpflichtet er sich, solange sie unverheiratet sind, ihnen statt Unterhalt jährlich 150 Goldfl. zu zahlen. Kann er einer von ihnen im Falle der Eheschließung das Heiratsgut nicht in bar zahlen, so hat er ihnen wegen der hierfür fälligen Pension mehrere Höfe zu Unterpfand zu setzen. - Hierfür verzichten die Schwestern auf allen Besitz von ihres Vaters und Bruders sowie von ihrer Mutter Seite, soweit ihr Vater dies zu Lebzeiten nutzte. Auf Bei- und Nebenfälle verzichten sie jedoch nicht, soweit sie ihnen gemäß gemeinem geschriebenem Recht und nach Landesgewohnheit zustehen, und zwar auch für den Fall, daß Bernhard keine männlichen Leibes- und Lehnserben hinterläßt. Der Verzicht gilt erst, sobald jede Schwester das, was ihr zugesagt ist, nachweislich empfangen hat. - Die Partner verpflichten sich auf ihre Vereinbarungen. - Sieglervermerk der Aussteller.

v.num : 2032

Enthält : Konzept (16. Jh.), Pap. - Nr. 1895.




[15]94 April 25, Wildenburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Georg von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, der gestorben ist, hatte durch Testament, das er vor Notar und Zeugen errichtet und unterschrieben hatte, bestimmt, seine Frau Ursula, geb. von Neuhof (vom Neuwenhoff), solle, solange sie Witwe bliebe, ihren Witwensitz und alle Güter zu ihrem und der Kinder Bestem nutzen. Da nach Georgs Tod festgestellt wurde, daß die Güter mit einer beträchtlichen Schuld belastet sind, die zu übernehmen Ursula Bedenken trug, einigt sie sich mit ihrem Sohn Bernhard [von Hatzfeldt], Herrn zu Wildenburg, wegen ihres Witwensitzes und ihrer Leibzucht folgendermaßen, um ihm die Schuldentilgung von den Lehn- und Erbgütern zu ermöglichen: Sie verzichtet auf ihrer Forderungen nach Georgs Testament, geschriebenem gemeinem Recht und Landesgewohnheit wegen Heiratsgut und anderen Beifällen im Wert von 3500 fl., die sie Georg überließ und die zur Besserung der Güter verwendet wurden. Den Hof Meiswinkel (zur Meußwinckel genant), den Georg ihr als Morgengabe geschenkt hatte, behält sie sich mit Ausnahme der Hoheit zur Leibzucht vor. Sie übernimmt die darauf ruhenden 132 fl. Schuld. Bei ihrem Tod fällt Bernhard der Hof einschließlich Nutzungen erblich zu. Bernhard verschafft ihr, wenn es ihr beliebt, auf seine Kosten ein Haus zu Siegen als Witwensitz. Hierzu liefert er ihr jährlich je 4 Ml. Korn und Hafer Friesenhagener (Frießenhainer) M., 4 Schweine, die je nach Eichelmast mager oder feist sind, 4 Hämm.el, 1 gutes Rind, 20 Hühner, 200 Eier, 6 Gänse und 100 fl. Leibzucht. Ursula behält sich vor, die 100 fl. nach freiem Ermessen ganz oder teilweise zu erlassen, sofern sie feststellt, daß Bernhard seiner Sache gut vollsteht und ihr Liebe, Ehre und Gehorsam erweist. - Zeugen: Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Christoph Friedrich von Karritz zu Urschkau (Urßke). - Unterschriften von Bernhard von Hatzfeldt sowie von Christoph Friedrich von Kanitz. - Siegler: die Aussteller, die Zeugen.

v.num : 2033

Enthält : Ausf., Pap., die unter Papierstreifen aufgedrückten Sg. ab. - Nr. 1896.




1594 Mai 4
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Christian Clouth, Richter, vor Heinrich zu Broichhausen, Johann zur Offenbauß und den übrigen Schöffen des Hauptgerichts Kreuzberg sowie vor Adolf Grozer und Jakob Schutz als Erben der Grinder Gemarkung verkaufen Gerhard im Glashaus zu Duisburg und seine Frau Beeltgen an Ludger Breuer und seine Frau Sophie (Fei) für eine quittierte Geld' summe kraft Erbkauf das sog. Johann Schorns Gut mit Haus und Hof zu Holtum, wo es an allen Seiten neben Erbe des Gogreven gelegen 1st, dazu 1/2 M. Busch sowie 1/2 M. Land uf dem Holtumer bruch, die ebenfalls an allen Seiten neben Erbe des Gogreven gelegen sind, sodann ein kempgen von 2 M. Land, das vor dem Hof neben (in) Erbe des Gogreven gelegen ist, und schließlich eine geroaldt ufm Grindt. Sie verzichten hierauf zugunsten der Käufer und leisten dieserhalb Währschaftsversprechen. Die Gerechtigkeiten des Landes- und Lehnsherrn sowie Dritter bleiben hierdurch unberührt. - Siegler: Christian Clouth (Cloudt), Richter, sowie die Schöffen des Hauptgerichts Kreuzberg (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2034

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1, 2 besch. - Nr. 1897.




1594 Juni 4, Horst
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann von Wittenhorst, Sohn des Heinrich von Wittenhorst und seiner Frau Ulandt Mascherel, vereinbart mit Anna von Lülsdorf (Lulstorff), Tochter zu Holzheim (Hultz-), für die zwischen ihnen gemäß christlicher Ordnung zu schließende Ehe folgende Eheberedung: Sie nehmen einander zum Gemahl. - Heinrich und seine Frau geben ihrem Sohn als Mitgift ihren die Wade genannten adeligen Sitz am Sand (ahngen sande) im Amt Huissen (Huessen) mit allem Zubehör und allen zugehörigen Gerechtigkeiten zum Gebrauch mit in die Ehe. Hierzu gehören auch etwa 150 holländische M. Land, die teils Weide-, teils Ackerland sind (so ahn weilandt als sunst saetlandt). Johann erhält außerdem beim Tod der Eltern ihren adeligen Sitz ahngen End im Fürstentum Kleve und Amt Dinslaken (-laecken) mit allem Zubehör, ebenso den von ihnen auf Schloß Huissen hinterlassenen Hausrat sowie das, was er sonst beim Tod der Eltern oder Dritter erbt. Die Eltern sagen schließlich 100 Brabanter fl. Brautschatz und Mitgift zu, die Anna nach dem ehelichen Beilager in bar erhält, sonst aber die zu den uterwerdischen Weiden gehörige Weide die Oblagh bis zur Auszahlung des Brautschatzes als Pfand. - Anna hat 5000 Goldfl. Mitgift in die Ehe einzubringen, die ihre Brüder Ludwig und Anton (Anthonis) von Lülsdorf zu le1sten haben, dazu 1000 Goldfl. für Annas Ausstattung (rustungh und libgesmuck), die von kommenden August 19 an gerechnet in 2 Jahren zusammen mit der üblichen Pension hierfür zu leisten sind. Bis zur Auszahlung der Mitgift stellen die Brüder eine Verschreibung über 5 von 100 Pension aus und setzen hierfür ihre Hälfte des adeligen Sitzes und Gutes zu Heiligendank (Hailgendunck) mit ihrem Hof zu Berm im Amt Angermund (-mundt) mit dem jeweiligen Zubehör zu Unterpfand. Bei Bedarf gewähren sie auf Antrag zusätzliche gerichtliche Sicherungen. - Anna bestätigt den [15]78 November 10 in der Stadt Jülich mit ihren Brüdern geschlossenen Vertrag, wonach sie auf alle väterlichen und mütterlichen Güter verzichtete, soweit sie ihr bis zu diesem Zeitpunkt zugefallen waren. Bei Bedarf leistet sie auf Antrag zusätzlichen Verzicht. Bei erbenlosem Tod eines der Brüder hat sie Nutzungsrechte gemäß erwähntem Jülicher Vertrag. - Der jeweils überlebende Ehegatte hat die Leibzucht an ihrer beider Gütern unter folgenden Bedingungen: Johann behält als Witwer mit einem oder mehreren gemeinsamen Kindern, auch wenn er eine weitere Ehe eingeht, die Leibzucht an Erbe und Gütern von ihnen beiden, wobei er die Kinder erster Ehe großzuziehen und bei entsprechendem Alter im Einvernehmen mit beiderseitigen Freunden für den geistlichen oder adeligen Stand auszustatten hat. Währenddessen hat er die Güter instand zu halten. Von allem an Erbe und Gütern, auch soweit dies nachträglich beim Tod von Vater und Mutter von ihm anfällt, kann er seinen Kindern zweiter Ehe bis zu 4000 Tlrn. oder Gegenwert vermachen. Innerhalb von Jahr und Tag nach seinem Tod haben seine Kinder erster Ehe das Vermächtnis auszuzahlen, sonst aber bis zur Auszahlung 5 von 100 Pension hierfür so auf Unterpfänder zu verschreiben, daß 2 Jahre nach seinem Tod die erste Pension fällig wird. Die Kinder zweiter Ehe haben Häuser, Erbe und Güter erst zu räumen, sobald sie solche Sicherungen erhalten haben. Bei erbenlosem Tod der Kinder zweiter Ehe oder ihrer Erben fallen die 4000 Tlr. an die Kinder erster Ehe zurück. Die Kinder zweiter Ehe behalten Kleider und Kleinodien des Vaters. Wehrgerät, alles, was nagelfest ist, sowie Hausrat und Holzwerk verbleibt auf den Häusern. Von beweglichen (gereidten) Gütern wie Silberschirr, Betten mit Zubehör, Leinenzeug (-gewandt), Zinn- und Kupferzeug (zinnen und kauffern werck) erhalten die Kinder erster und zweiter Ehe 2/3 bzw. 1/3. Persönlicher Besitz der Mutter (was zu der mutter lieb gehorich) bleibt den Kindern erster Ehe vorbehalten. - Für Anna als Witwe mit einem oder mehreren gemeinsamen Kindern gilt Entsprechendes. Den Kindern zweiter Ehe kann sie von Erbe und Gütern erster Ehe einmal höchstens 2000 Tlr. vermachen, für die bei ihrem Tod ihre Kinder erster Ehe entsprechend aufkommen. Sie fallen bei erbenlosem Tod der Kinder zweiter Ehe oder ihrer Erben an die Kinder erster Ehe zurück. Kinder zweiter Ehe behalten Kleider und Kleinodien der Mutter sowie eine Hälfte der beweglichen (gereidter) Güter. Die Kinder erster Ehe behalten dann Kleider und Kleinodien des Vaters und die andere Hälfte der beweglichen Güter. Wehrgerät, alles, was nagelfest ist, sowie Hausrat und Holzwerk bleiben bei den Häusern. - Wer von ihnen beiden zusammen mit gemeinsamen Kindern den anderen überlebt, hat, solange er verwitwet bleibt, die Leibzucht an dem gesamten gemeinsamen Besitz und ist verpflichtet, die Kinder großzuziehen und zu gegebener Zeit auszustatten. Trennt die Mutter sich als Witwe von unmündigen Kindern, so hat sie den gemeinsamen Besitz erst zu räumen, sobald sie, abgesehen von dem durch sie zugebrachten Heiratsgut und den ihr zugefallenen Gütern, Sicherungen für jährlich 200 Tlr. oder Gegenwert sowie ein standesgemäßes Haus in einer Stadt des Fürstentums Kleve hat. Solange die Kinder unverheiratet sind, dürfen sie nur im Einvernehmen mit Freunden der Mutter oder von Vater und Mutter etwas von Erbe und Gütern der Eltern veräußern oder belasten. - Stirbt Anna kinderlos oder sterben ihre Kinder vor ihr, so fallen, sobald auch ihr Gemahl gestorben ist, ihre 5000 Goldfl. Heiratsgut und das, was ihr während der Ehe sonst zufällt, der Herkunft nach den nächsten Erben zu, sofern die Eheleute nicht anders verfügten. Wer von ihnen beiden den anderen überlebt, hat zunächst die Leibzucht daran. Er hat gegebenenfalls alsbald ein Inventar hiervon anzulegen und den Erben Sicherungen für den Rückfall zu stellen. Die Errungenschaft während der Ehe ist beim Tod auch des zweiten Ehegatten zwischen beiden Seiten einvernehmlich zu teilen. Andernfalls ist ein Inventar hiervon anzulegen und es sind Sicherungen hierfür zu stellen. - Anna hat als kinderlose Witwe, vorbehaltlich anderweitiger gemeinsamer Verfügung der Eheleute, die Leibzucht an dem gesamten gemeinsamen Besitz, der dann bei ihrem Tod seiner Herkunft nach den nächsten Erben zufällt. Hiervon ist entsprechend ein Inventar anzulegen und es sind Sicherungen für dessen Rückfall sowie für die einvernehmliche Teilung der Errungenschaft zu stellen. - Die Errungenschaft ist, sobald sie beide kinderlos gestorben sind, zwischen beiden Seiten einvernehmlich zu teilen, nachdem zunächst der überlebende von ihnen beiden die Leibzucht hieran und ebenso an den beweglichen Gütern hatte. - Mit dem erbenlosen Tod gemeinsamer Kinder oder ihrer Erben fallen Erbgüter und Heiratsgut ihrer Herkunft nach den nächsten Erben zu. Kinder beerben einander und nicht Eltern oder Großeltern. Seitenfälle, die nach dem Tod eines der beiden Ehegatten anfallen, werden an dessen Stelle von den Kindern beerbt. Dieserhalb treten nach ihrer beider Tod die Kinder an ihre Stelle. - Heiratsgut sowie während der Ehe angelegte Pfandschaften und Losrenten sind Erbe. Der etwaige Erlös aus der Veräußerung von Erbgütern, die zugebracht oder zugefallen sind, sowie von Pfandschaften und Losrenten ist anderweitig gesichert anzulegen oder sonst anstatt der verkauften Güter, Pfandschaften oder Renten zu verwenden. Auch können Pfandschaften, Losrenten und andere Gelder zur Besserung der beiderseits zugebrachten Güter verwendet werden. Mit dem Tod des zunächst überlebenden Ehegatten fallen die angelegten Gelder ihrer Herkunft nach den nächsten Erben zu. Hierfür sind Sicherungen zu stellen. - Die Vereinbarungen sind uneingeschränkt durch jeden Rechtsbehelf gültig. Die Eheberedung bleibt gültig, auch wenn sie wegen Tod der Partner oder der im Folgenden genannten Mittler oder aus sonstigen Gründen nicht auf Pergament ausgefertigt und besiegelt wird. Es gelten dann die unterschriebenen Vereinbarungen. - Mittler: von Johanns Seite: sein Vater Heinrich von Wittenhorst, seine Mutter Ulandt Mascherel sowie Hermann von Wittenhorst zu Sonsfeld (-felt), Herr zu Walbeck (Waelweck) und Mewen, Dietrich von Wittenhorst, Walrave von Wittenhorst, Herr zu Horst, Johann von Wittenhorst zu Sonsfeld, Arnold Pieck zu Sleburgh und Stephan von Wylich zu Kervendonk (-dunck), Herr des enuischen landts; von Annas Seite: ihre Brüder Ludwig von Lülsdorf zu Holzheim (Hulthem) und Anton von Lülsdorf zu Holzheim (Hultz-) sowie Heinrich von Lülsdorf zu Haan, Albrecht von Lülsdorf zu Gödersheim (Guderschen), Johann von Harff zu Lorsbeck, Eberhard Ketzgen zu Geretzhoven (Gerhardts-) und Albrecht von Holtorp (-torff) zu Bohlendorf (Bolen-). Unterschriftsvermerk der Anna von Lülsdorf, die kein Siegel hat, sowie der Mittler. - Siegler: Johann von Wittenhorst, Heinrich von Wittenhorst, Hermann von Wittenhorst zu Sonsfeld, Herr zu Walbeck und Mewen, Dietrich von Wittenhorst, Walraoe von Wittenhorst, Herr zu Horst, Johann von Wittenhorst zu Sonsfeld, Arnold Pieck zu Sleburgh, Stephan von Wylich zu Kervendonk, Herr des enuischen landts, Ludwig und Arnold von Lülsdorf zu Holzheim, Heinrich von Lülsdorf zu Haan, Albrecht von Lülsdorf zu Gödersheim, Johann von Harff zu Lorsbeck, Eberhard Ketzgen zu Geretzhoven, Albrecht von Holtorp zu Bohlendorf.

v.num : 2035

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1 erh., 8, 9, 11, 13, 14 besch., 10 flachgedr., 2, 3, 5-7 ab, 4, 12 fehlen. - Nr. 1898.




1594 Juni 8
Permalink der Verzeichnungseinheit

Joachim von Flans (Pflantz) zu Glienick (Glinck) und Grossmachnow (Grossen Machenaw) und seine Frau Irmgard, geb. Wolff von Metternich, die der Kriegsläufte wegen ihre Renten und Gefälle nicht beziehen können, verkaufen an Reinhard Scheiffard von Merode, Landkomtur der Ballei Koblenz (Coblentz), Herr des Deutschen Ordens zu Elsen und Mülheim, zugunsten von Haus und Herrlichkeit Elsen für quittierte 300 Reichstlr. 10 Ml. Korn, d. h. die Hälfte von 20 Ml. Korn, die bisher jährlich von der Mühle zu Elsen an Joachim und seine Geschwister fällig waren. Der Käufer und seine Nachfolger können den Anteil künftig selbst beitreiben. Joachim und seine Frau liefern die auf die Rente bezügliche Urkunde aus und setzen für den Fall der Beeinträchtigung ihre Güter zu Aldenrath sowie sonst im Erzstift Köln und im Fürstentum Jülich zu Unterpfand. - Die erwähnte Urkunde wurde 1552 März 22 (dinstags post Oculi) im Zusammenhang mit Streitigkeiten wegen der Elsener Mühle in der Herrlichkeit Elsen ausgestellt und durch Wilhelm Halber von Hergen, Landkomtur (mit dem Landkomtursg.), die Brüder des Deutschordenshauses St. Katharinen in Köln (mit dem Haussg.) sowie Dahm Wolff von Metternich besiegelt. - Unterschriften der beiden Aussteller. - Siegler: Joachim von Flans zu Glienick und Grossmachnow.

v.num : 2036

Enthält : Ausf., Perg., Sg. erh. - Sg.: 1) Daß der woledell und gestrenger Johann Adam von Flanß [Zusatz: in ehe mit Irmgard von Wolff Metternich (18. Jh.)] zu Aldenrahtt, obirster etc., die hirihnnen vermelte unnd verhypothecirte zehen malder roggen jährliger erbrenten uff dato underschrieben mit erlagung drey hundert reichsthaler in specie, welche auß bevelch deß gn[edigen] herrn commendatoris Syburgh, Johanneßen Syberg, als zur zeit des Teutschen Ordenshauses zu st. Caterinen inner Colln angestellten trappern, in gegenwahrdt meiner zu banden uberzellt worden, wiederumb zu seinem nutzen und genießen redemiert und eingelöst, solches bekennen craft meiner band geschriften und zugesetzten nhamens, geschehen ahm zwey und zwantzigsten Mey anno 1632. Johannes Lauten, des gotteshauß zu St. Anthon secretarius (17. Jh.); 2) Anno 1632, 22. Junii ist dieße [original] verschreibungh mit anlegungh der capitall summenn, dere 300 Rixdaller, et debite eingelößent und quitirt, so ich undenbenennten auß bevelch ihrer gnaden [Heinricus L . . dt, churf.] etc. satisfaction bedancken. Johan Seiberich, Theutschen hauß trappen, in fidem subscripsi (17. Jh.). - Nr. 1899.




[15]94 Juni 14
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich und Hermann Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, geben, zugleich für Wilhelm von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Wetsweiler, einem Antrag des Johann Mühlenthal, Bürgers zu Siegen, statt, der die Güter zu Odendorf (Öendorff) im Amt Freudenberg sowie zu Salchendorf im Seelbacher Grund einschließlich Zubehör von ihnen und der Herrschaft Wildenburg zu Lehen trägt. Da er ohne männliche Erben ist, beantragte er, mit der Hälfte hiervon seine Schwiegersöhne Johann Los (Losen), Hermann Kraft (Craft) und Peter [von] Böcklingen, zugleich für [seinen Schwiegersohn] Albrecht Spricast, zu belehnen. Obwohl sie rechtlich nicht verpflichtet sind, eine ·Solche Teilung des Lehens zu gestatten und an fremde Geschlechter und Familien zu übertragen, geben sie dem Antrag im Hinblick darauf statt, daß ihre Vorfahren Johann, Henne und Goedert von Hatzfeldt bereits 1435 Hermann von Sohlbach gen. Ylquadt und Arnold von Sohlbach solche Gunst erwiesen. Sie belehnen daher Johann, Hermann und Peter, zugleich für Albrecht, mit einer Hälfte der erwähnten Güter einschließlich Zubehör im gleichen Umfang, wie Johann Mühlenthal und seine Vorfahren dies von ihnen, ihren Vorfahren und der Herrschaft Wildenburg zu Lehen trugen. Sie bestätigen den durch jene geleisteten Lehnseid. Ihre, ihrer Nachkommen, der Herrschaft Wildenburg und Dritter Rechte bleiben hierdurch unberührt. - Sieglervermerk der Aussteller.

v.num : 2037

Enthält : Inserat in Urk. vom gleichen Tage. - Vgl. Reg. Nr. 2009.- Nr. 1900.




[15]94 Juni 14
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Los, Hermann Kraft und Peter [von] Böeklingen stellen, zugleich für Albrecht Spricast, zugunsten von Heinrich und Hermann Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, sowie für Wilhelm von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Weisweiler, einen Revers aus über die gemäß - inserierter - Urkunde vom gleichen Tage vorgenommene Belehnung mit einer Hälfte der Güter zu Odendorf und Salchendorf, die ihr Schwiegervater Johann Mühlental und seine Vorfahren von ihnen, ihren Vorfahren und der Herrschaft Wildenburg zu Lehen trug. Sie verpflichten sich unter Eid auf die Belehnung. - Siegler: die Aussteller.

v.num : 2038

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1, 3 erh., 2 ab. - Vgl. Reg. Nr. 2008. - Nr. 1900.




[15]94 Juni 14, Schönstein
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, bestätigt dem Johann Mühlental, Bürger zu Siegen, die Herausgabe der von ihm benötigten beiden -inserierten - Lehnsurkunden von 1430 März 8 und 1435 Juli 15, die seine Vorfahren wegen mehreren Lehen zu Odendorf und Salchendorf (Salchindorff) ausgestellt hatten; sie ließ Johann durch seine Schwiegersöhne Albrecht Spricast, Johann Los und Peter [von] Böeklingen ausliefern. Er verpflichtet sich, die Urkunden nicht zu Johanns Nachteil zu verwenden und zurückzugeben, sobald er sie für sich verwendet hat. - Siegler: der Aussteller, der auch unterschreibt.

v.num : 2039

Enthält : Ausf., Pap., das Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Rv.: Revers etc. über die endlehnete brieffe von Mülenthals eythummben, deren doch nuhr einer de a[nno] 1435 in originali anhere geliffert. Und dieweil der brieff de a[nno] 1430 nit mitgeliffert, senden der her droste in deme von inen illudirt worden, so hat man inen auch deswegen diesen reverß nit mittheilen wöllen (glztg.). - Vgl. Reg. Nr. 252, 274. - Nr. 1901.




[15]94 Juli 2, Wildenburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wilhelm von Neuhof (vom Nienhofe) zu Ahausen (Ahusen) vereinbart mit Ursula von Hatzfeldt, Tochter zu Wildenburg, Tochter des gestorbenen Georg (Gorgen) von Hatzfeldt, folgende Eheberedung: Sie schließen miteinander gemäß christlicher Ordnung die Ehe. - Wilhelm bringt als Heiratsgut seine Wohnung zu Ahausen sowie seine Einkünfte nächst seinen liegenden und fahrenden Gütern, sie seien durchschlechtig oder Lehen, soweit er sie von Vater und Mutter geerbt oder sonst gewonnen oder erworben hat, in die Ehe ein. - Ursula hat 3000 Reichstlr. und 1000 Frankfurter fl. zu je 15 Batzen in die Ehe einzubringen. Ihre Mutter Ursula, geb. von Neuhof (vom Nyenhoffe), Witwe von Hatzfeldt zu Wildenburg, verpflichtet sich daher, die 3000 Tlr. an Wilhelm zu zahlen. Ursulas Bruder Bernhard von Hatzfeldt verpflichtet sich, die 1000 fl. sowie eine angemessene adelige Ausstattung innerhalb von 1 Jahr zu liefern. Hierfür setzt er seinen Hof zu Eueln (-len) im Kirchspiel Wissen zu Unterpfand, sodaß Wilhelm hierüber bei Leistungssäumnis gemäß Pfandrecht verfügen kann. Ursula hat auf alles sonst an Erbe und Gerechtigkeiten von seiten ihrer Eltern und ihres Bruders zu verzichten. - Wilhelm weist als Morgengabe seinen Hof auf dem Jaeckel einschließlich Zubehör im Kirchspiel Helden (Hellen) an, sodaß Ursula ihn auf Lebenszeit nutznießen kann; mit ihrem Tod fällt er Wilhelms nächsten Erben zu. - Wilhelm bleibt als kinderlosem Witwer eine Hälfte ihrer Mitgift erblich vorbehalten. Die andere Hälfte davon sowie Ursulas Kleider und Kleinodien fallen gegebenenfalls ihren nächsten Erben zu. - Ursula kann als Witwe ihre Mitgift sowie ihre Kleider und Kleinodien uneingeschränkt einbehalten. Von Wilhelms Gütern erhält sie dann einmal 2000 Reichstlr. erblich. Sie hat die Güter erst abzutreten, sobald sie wegen dieser Zuweisung und wegen ihrer Mitgift gesichert ist. - Wilhelm verpflichtet sich, seine Braut wie beim Adel üblich innerhalb von 1 Jahr mit einer Leibzucht auszustatten. - Wilhelm hat als Witwer gemeinsame Kinder, solange er bei ihnen bleibt, zu erziehen und die gesamten Güter zu verwalten, auf denen er unentgeltlich ansäßig bleiben kann. Sobald er als Witwer eine zweite Ehe eingeht, bleiben den Kindern erster Ehe Mitgift, Kleider und Kleinodien der Mutter nächst einer Hälfte der gewonnen und erworbenen Güter vorbehalten. Die andere Hälfte davon ist, sobald auch Wilhelm gestorben ist, zusammen mit den von ihm jetzt in die Ehe eingebrachten Gütern und Gerechtigkeiten zwischen den Kindern erster und zweiter Ehe nach Köpfen zu gleichen Teilen zu teilen. - Für Ursula als Witwe mit gemeinsamen Kindern gilt Entsprechendes, solange sie bei den Kindem bleibt. Den Kindern bleiben, sobald Ursula sich als Witwe von ihnen trennt, die von Wilhelm in die Ehe eingebrachten sowie eine Hälfte der erworbenen Güter vorbehalten. Ursula behält dann ihre Morgengabe und die ihr zugewiesene Leibzucht, dazu die andere Hälfte der erworbenen Güter. Mit ihrem Tod ist dies zwischen den Kindem erster und zweiter Ehe nach Köpfen zu gleichen Teilen zu teilen. - Durch die Vereinbarungen nicht vorgesehene Fälle sind gemäß gemeinem Recht zu regeln. - Mittler: von Wilhelms Seite: Gerhard von Neuhof, Friedrich von Neuhof gen. Ley (Leyhe) zu Gevershagen (Giritz-) und Melchior von Neuhof gen. Ley zu Lieberhausen (Libberhusen); von Ursulas Seite: Heinrich von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, Johann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Weisweiler und Heinrich von Hatzfeldt zu Odenthal (Ödendal). - Die Eheberedung wird doppelt ausgefertigt. - Bestätigungsvermerk des Bernhard von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, mit dem Vorbehalt, daß ihm sein Anteil an dem, was seiner Mutter von seinem Onkel Bernhard von Neuhof zufiel, vorbehalten bleibt. - Siegler- und Unterschriftsvermerk der Aussteller sowie der Mittler.

v.num : 2040

Enthält : Abschr. (17. Jh.), Pap. - Nr. 1912.




1594 Juli 31, Helmond
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Martin Fabri, öffentlichem und beim Rat von Brabant zugelassenen Notar, sowie vor den im Folgenden genannten Zeugen bestimmt Adolf von Cortenbach, Herr zu Helmond und Gecken Burggraf von Tervuren (vander Vueren) und zu Doesburg (Duysborch), zugleich für seine Frau Philippa von Reuschenberg (Ruyssenburch) gemäß deren Vollmacht, die sie letzten Juli 15 vor dem gleichen Notar ausstellte, in deren Beisein testamentarisch Folgendes: Werden die von ihm getroffenen Bestimmungen infolge von Formfehlern nicht als Testament anerkannt, so sollen diese gemäß Nachtragsrecht oder in sonstiger Weise gültig sein. Auch behält er sich Änderungsrecht vor. - Sein Leichnam ist in der Kirche seiner Stadt Helmond vor dem Hochaltar neben seinen Eltern und Vorfahren zu bestatten. An seinem Begräbnistag hat seine Frau an die Armen der Stadt Helmond 7 Mudde Korn, die er ihnen vermacht, verbacken auszuteilen. Wegen etwaigen Missetaten vermacht er der Kirche dort einmal 50 fl. Seine Frau hat für ihn im Kloster 's Hertogenbosch (S'Hertogenbossche) eine Seelenmesse halten zu lassen. - Erben sind seine Kinder, die bei seinem Tod leben oder danach geboren werden; ihnen weist er gemäß königlicher Urkunde von 1582 Juni 27 folgende Vermächtnisse zu: seinem ältesten Sohn Karl: die Herrlichkeit Helmond mit der Burg und allem Zubehör sowie mit den Grundzinsen und gruyten von Helmond und Seeland (Zeelant); Zölle, Wagen- und Wegegeld, andere solche Lehen und die 3 Mühlen dort; laen- und Weideland einschließlich Zubehör sowie den Parich genannten Busch; alle Lehns- und Zinsgüter, Renten und Zinsen innerhalb und außerhalb von Helmond und Seeland einschließlich Lasten. Seine Frau oder sein Erbe, der diesen Anteil gebraucht, hat den Lizenziaten theol. Meister Philipp Boest zu unterhalten. Für den Fall, daß er stirbt, bevor er die Erlaubnis erhält, über die Güter in Flandern und anderswo außerhalb von Brabant zu verfügen, beschränkt er seinen Sohn Karl auf seinen Pflichtteil, sofern dieser sich nicht mit dem ihm vermachten Anteil zufrieden gibt. Gegebenenfalls fällt der Anteil von Helmond seinem zweiten Sohn Alexander zu; der ihm jetzt vermachte Anteil fällt dann seinen anderen Brüdern zu. Söhne von ihm, die sich mit dem ihnen vermachten Anteil nicht zufrieden geben, werden auf ihren Pflichtteil beschränkt, wozu jeweils ein Anteil an den genannten Lehen gehört. Was ihnen vermacht ist, fällt gegenenfalls ihren Brüdern zu. - Seinem zweiten Sohn Alexander vermacht er: die Burggrafschaft Tervuren (der Vuren) und zu Doesburg einschließlich Zubehör sowie mit den Lehn- und Zinsgütern in der Umgebung; den Lehnhof vande Zinchaerts zu Lier; 5 Brabanter fl. Erbrente auf die Stadt Antwerpen; je einen Pachthof zu Zemst (Sempst) bei Mecheln und zu Sleidinge (Sleydingen) in Flandern (Vlanderen); 5 Brabanter Pfd. groeten beim Kapitel von St. Bavo (s. Baeffe) zu Gent (Gendt); den großen und kleinen Helm zu Mecheln mit den anderen Lehen, Zinsen und Renten sowie Lehns- und Zinsgütern in Mecheln und in der Umgebung; seine Lehen und Renten innerhalb von Everbeek (Ervybeke) in Flandern; mit dem Tod seiner Frau 50 Brabanter fl., d. h. die Hälfte von 100 Brabanter fl., die der Herr von Argenteau seiner Frau testamentarisch vermacht hat.- Seinem dritten Sohn Adrian vermacht er: die Herrlichkeit Oecken (Eukene) einschließlich Lehns- und Zinsgütern sowie mit den in der Nähe gelegenen Büschen und Wiesen (bembden); Gut und Herrlichkeit von Eysloo innerhalb von Runstede; alles Gut zu Deinze (Dynse); das Gut zu Assenede; den Zoll zu Axel (Axelo) einschließlich Renten, Zinsen und Zehnten in diesem Quartier und in der Umgebung; das Gut unterhalb von Brügge (onder Bruggen) und Reynkercken, wo früher Meister Franz (Franchoys) de Brunem die Einkünfte hatte; mit dem Tod seiner Frau ebenso 50 Brabanter fl. wie sein Sohn Alexander. - Er vermacht seiner Tochter Anna Maria: 300 Brabanter fl. Rente zu je 21 Pf. einschließlich Rückständen, die seiner Stieftochter (!) auf Benerwerdt verschrieben ist, nachdem er sie von den Vormündern der Kinder des Herrn von Maldegem erhalten hat. Ihre Brüder haben nach Maßgabe ihres jeweiligen Anteils an sie einmal 6000 fl. Mitgift zu leisten. Seine Frau oder der Vormund haben sie standesgemäß mit Kleidern, Kleinodien, Ketten und Armbändern (braseletten) auszustatten. Sie hat nichts abzutreten, sofern ihre Mutter als Witwe eine weitere Ehe eingeht, zumal die ersten 3 Kinder männlich sind. - Kindern, die nach Errichtung dieses Testaments oder nach seinem Tod geboren werden, vermacht er die durch seine Frau in die Ehe eingebrachten Güter, soweit nicht hierüber durch Ehebaredung verfügt ist, zumal diese einem Wert von noch nicht 400 Brabanter fl. entsprechen. Werden diese teilweise oder ganz entsetzt, so haben die Brüder den Fehlbetrag zuzuschießen. Die nachgeborenen Kinder teilen sich nicht mit ihren erwähnten Brüdern und ihrer erwähnten Schwester in das, worüber jetzt nicht verfügt wird, namentlich nicht in bewegliche Güter. Begräbniskosten, Vermächtnisse sind durch seine Frau von den beweglichen Gütern zu bestreiten. Der Rest fällt seiner Frau und seinen Kindern zu gleichen Teilen erblich zu. Seine Frau erhält außerdem Anteil an der Errungenschaft gemäß Eheberedung. Bei Unstimmigkeiten gelten die Regelungen der Ehebaredung vor denjenigen des Testaments. Rückstände, die aus seinen Funktionen in kaiserlichen Diensten nachträglich in nennenswertem Umfang eingehen, sind in 4 Teile zu teilen. 3 Teile hiervon haben seine Frau und seine Kinder miteinander je zur Hälfte zu teilen. Das restliche Viertel ist dem Jesuitenkolleg (collegie patrum Societatis Jesu) in der Stadt Brüssel (Brussele) zu vermachen, wofür die Patres dort Fürbitte für ihn und seine Vorfahren zu tun haben. Rückstände sind von allen Erben unbeschadet ihres Erbes gegen anteilmäßige Kostenerstattung beizutreiben. - Allodialgüter, die erbenlose Kinder oder deren Erben hinterlassen, werden von deren Brüdern und Schwestern oder deren Erben beerbt, sodaß die Neffen mit den Onkeln nach Stämmen (stirpes) und nicht nach Köpfen teilen. Lehen werden dabei nach Lehnsrecht und Landesgewohnheit je nach Lage der Güter beerbt.- Von den 600 Brabanter fl. Leibpension, die an seine Frau gemäß Eheberedung zu leisten ist, haben der Herr von Helmond 300 fl., der Burggraf von Tervuren und Doesburg sowie der Herr von Oecken (Ouckene) je 150 fl. aufzubringen. - Kinder von ihm, die in den geistlichen Stand treten, begeben sich des ihnen vermachten Anteils. Sie werden mit 400 Brabanter fl. Leibrente abgefunden, die von deren Brüdern und Schwestern aufzubringen ist; diese übernehmen deren Anteil und tragen zu der Leibrente nach Maßgabe ihres Anteils bei. Für Lehn- und Zinsgüter gelten bei erbenlosem Tod die erwähnten Bestimmungen. Kinder von ihm, die ihre Güter nicht zugunsten des Königs oder des Fiskus versteuern, verlieren ihr Erbe zugunsten von deren Erben oder, sofern solche fehlen, zugunsten ihrer Brüder und Schwestern, die gegenenfalls die so Enterbten standesgemäß zu unterhalten haben. Kinder von ihm, die sein Testament anfechten, haben an ihre Brüder und Schwestern zur Beilegung der Streitigkeiten je 1000 fl. zu entrichten. Sie werden von allen Allodial- und Lehngütern sowie von allem, was ihnen testamentarisch vermacht ist, ausgeschlossen, ebenso von allen früher vereinbarten Fideikommissen. Kinder von ihm, die ohne Einvernehmen mit Freunden und Verwandten heiraten, verlieren ihr Erbteil zugunsten ihrer Brüder und Schwestern und werden auf ihren Pflichtteil beschränkt. - Die im Folgenden genannten Testamentsvollstrecker sind befugt, zusammen mit 2 Rechtsgelehrten nachträglich festgestellte Unklarheiten des Testaments verbindlich zu erläutern. Beim Tod eines der Testamentsvollstrecker treten der Offizial und 2 Lizenziaten des Schöffenstuhls zu 's Hertogenbosch in dessen Befugnis ein. - Erbringt ein Anteil nur einen Teil des üblichen Ertrages, so haben die Miterben wenigstens teilweise Ersatz zu schaffen. Das Maß der Beeinträchtigung ist durch geeignete Leute und die Testamentsvollstrecker nach Billigkeit festzustellen. - Testamentsvollstrecker: zwei nächste männliche Freunde von ihm und seiner Frau; Dr. jur. utr. Nikolaus Endaert, Offizial zu Mecheln, gegen Entgelt von 60 Karolusfl. - Den Notar fordert er auf, hierüber ein Notariatsinstrument und bei Bedarf mehrere solche anzufertigen. - Zeugen: Dr. med. Hermann Rombout; Lizenziat jur. utr. Simon Wacgemans. -Notariatsinstrument des genannten Notars Martin Fabri mit Unterschriftsvermerk des Notars.

v.num : 2041

Enthält : Abschr. (17. Jh.), Pap. (geheftet). - Nr. 1903.




1594 August 2, Schönstein
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich (Hinde-) und Hermann Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, belehnen, zugleich für ihren Vetter Wilhelm von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Weisweiler, den Friedrich von [Neuhof gen.] (von der) Ley zu Gervershagen (Gewerß-), zugleich für seinen Bruder Engelbert von [Neuhof gen.] Ley, mit Hof und Gut zu Harckensteill und zwar im gleichen Umfang, wie deren gestorbener Vater Kaspar von [Neuhof gen.] Ley dies von ihnen erneut zu Lehen nahm und wie dies zuvor Johann Vogt zu Müllenbach (Vogel zu Mühlenbick), der Bruder seiner Großmutter (großvatter; [Nachtrag:] -mutter undt großmutter bruder), von ihren Eltern und der Herrschaft Wildenburg zu Lehen trug. Sie bestätigen den durch Friedrich geleisteten Lehnseid. Hierdurch bleiben ihre, ihrer Nachkommen, der Herrschaft [Wildenburg] und Dritter Rechte unberührt. - Zeugen: Jorge Bruger, Schultheiß zu Schönstein, und Peter Dermbach, Landschultheiß der Herrschaft Wildenburg, beide Lehnsleute der Herrschaft Wildenburg. - Sieglervermerk des Ausstellers.

v.num : 2042

Enthält : Begl. Abschr. mit Beglaubigungsvermerk des Notars Peter von [Neuhof gen.] Ley. - Begl. Abschr. (17. Jh.), Pap.; vorangestellt: Abschr. der Urk. von 1572 November 13 (s. Reg. Nr. 1612); nachgestellt: Abschr. der Urk. von 1621 Oktober 13. - Nr. 1530.




1594 August 13, Regensburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Rudolf II., Römischer Kaiser etc., bestätigt auf Antrag von Heinrich, Hermann, Wilhelm, Bernhard und Sebastian Vettern von Hatzfeldt erneut die - inserierte - Bestätigungsurkunde seines Vaters Kaiser Maximilian II. von 1575 Oktober 25 wegen deren Freiheiten und Rechten an der freiadeligen Herrschaft Wildenburg mit den zugehörigen Dörfern und Kirchspielen Wissen und Friesenhagen, sodaß sie und ihre Erben diese demgemäß uneingeschränkt, jedoch unbeschadet der Obrigkeit des Reiches sowie der Rechte und Gerechtigkeiten Dritter, gebrauchen können. Er weist alle Untertanen und Getreuen des Reiches, bei der Ungnade des Reiches und bei der gleichen Strafe wie in der Bestätigungsurkunde seines Vaters im Zuwiderhandlungsfalle, an, die von Hatzfeldt dabei nicht zu beeinträchtigen, sondern zu schützen und zu schirmen. -Unterschriften des Ausstellers sowie des Joh[ann] W. Freymondt. Kollationsvermerk des [N.] Fehlin. - Siegler: der Aussteller. - Auf dem Bug: Mandatsvermerk des An[ton] Hanniwalde.

v.num : 2043

Enthält : Ausf., Perg., Sg. - an schwarz-gelber Hanfschnur - ab. - Rv.: 1) Tax: funfzehen goltgulden et pro cantzleijura acht. Wernher Braitschwert. taxator; 2) Ita Feylin alia (glztg.). - Vgl. Reg. Nr. 1710. - Nr. 1904.




[15]94 Oktober 3
Permalink der Verzeichnungseinheit

Georg von Hanxleden (Hansseler) quittiert auf Grund des Vertrages, den er mit Sebastian von Hatzfeldt (Haetzvellth) zu Krottorf (Chrodorff), Herrn zu Wildenburg geschlossen hat, dem Wilhelm Dreisbach, Kellner zu Krottorf, den Empfang von 400 Tlrn., die dieser für Sebastian zahlte. - Siegler: der Aussteller, der auch unterschreibt.

v.num : 2044

Enthält : Ausf., Pap. (durch Feuchtigkeit besch.), das Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Rv.: Hamelers handtschrifft; Hanxlern laut dieser quitung zalt 400 thaller Colnisch, thun 335 thaller 15 Rader Albus, jeden per 31 Rader Albus gerechnet (glztg.). - Nr. 1905.




[15]94 November 14
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich Blittershagen (Blyttershagen), Gerichtsschreiber des Amtes Schönstein (Schoenen-), bekundet, nachdem Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Schönstein, von Georg von Hanxleden und dessen Frau Bele, geb. [Knybe von Ostendorp gen.] Bockemol (Bochmoll), die Besserung an deren Gütern im Amt Schönstein für 200 Tlr. gekauft habe, hätten die Eheleute ihn ermächtigt, die 200 Tlr. für sie in Empfang zu nehmen. Da er jedoch gleichzeitig Hermanns Diener und Rentmeister sei, habe er die 200 Tlr. teilweise, Hermann den Rest bezahlt, weshalb er die 200 Tlr. in seiner Rechnung für [15]93 entsprechend abgezogen habe. Nunmehr quittiert er im Namen der Eheleute den Empfang der 200 Tlr. - Unterschrift des Ausstellers.

v.num : 2045

Enthält : Ausf., Pap. - Nr. 1906.




1595 Januar 4
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Albert Spricast und seine Frau Judith, Johann Los (Loss) und seine Frau Dorothea sowie Hermann Kraft und seine Frau Barbara bekunden Folgendes: Ihr Schwiegervater und Vater Johann Mühlenthal (Mhulen-) verkaufte [15]88 während seiner zweiten Ehe an Heinman [von] Böcklingen und seinen Sohn Peter sowie dessen Frau Ursula, eine Tochter des Verkäufers, für einen in Empfang genommenen Geldbetrag den Hof Obersohlbach (Obersal-), einschließlich Zubehör erblich, obwohl ihnen zusammen mit Peter die Hälfte hiervon erblich zugefallen war und zwar gemäß Siegener Stadt- sowie Landrecht und der in der Herrschaft Wildenburg seit altens geltenden Rechtsgewohnheit, wonach Johann sie wegen seinen übrigen Gütern abfand und beteiligte. Desungeachtet verkauften jene den Hof an Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, erblich weiter. Als sich herausstellte, daß die Güter um die Hälfte mehr wert seien, betrieben sie die Aufhebung (rescintirung) des Verkaufs und eine Nachzahlung. Vor Gericht hatten Heineman und Peter viele Einwände, so den, der Auftragungsurkunde zufolge solle der Verkauf vor allem Peter und seiner Frau zugute kommen. Gegen eine etwaige, und von ihnen nicht eingestandene Rechtsverletzung (laesion) sowie gegen die vorgenommene Schätzung wandten sie ein, eine etwaige Verletzung könne außer acht bleiben, da sie zwischen Eltern und Kindern vorgefallen sei. Der etwaige Mehrwert (also viel mehr der ubrige wehrt) sei als Schenkung zu betrachten. Durch diese und andere Einwände geriet die Angelegenheit in Zweifel und es schien, sie könne nur unter großem Aufwand mit entsprechenden Kosten weiter betrieben werden. Da sie durch Johann außerdem in zahlreiche andere Prozesse gerieten, wandten sie sich an Sebastian als derzeitigen Besitzer des Hofes, wiesen darauf hin, sie seien von allen Nachteilen betroffen, während Johann für eine Hälfte mehr als genug in Empfang genommen habe, und erbaten eine zusätzliche Abschlagsumme. Nachdem Sebastian ihnen, obwohl er hierzu nicht verpflichtet ist, auf entsprechenden Bericht von wohlgesonnenen (gutter) Leuten innerhalb von 8 Tagen nach und vor dem kommenden St. Bartholomäustag (August 24) 150 Frankfurter fl. zusagte, verzichten sie auf alle Forderungen gegenüber Heinemann, Peter und Unsula sowie gegenüber Sebastian als zweitem Käufer wegen ihrer Benachteiligung. Sie treten an Sebastian alle ihre Gerechtigkeiten an dem Hof erblich ab, jeder Rechtsbehelf dagegen ausgeschlossen. - Unterschriften von Johann Albert Spricast, Johann Lols und Hermann Kraft. - Siegler: Schultheiß und Schöffen des Gerichts Friesenhagen (Gerichtssiegel).

v.num : 2046

Enthält : Ausf., Perg., Sg. erh. - Nr. 1907.




[15]95 Januar 24 n. St., Schönstein
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, verpflichtet sich, gegen Johann Mühlenthal und seine Erben die auf seine Bitten entliehenen besiegelten Urkunden nicht zu verwenden und alsbald gegen Herausgabe dieses Reverses zurückzugeben. - Unterschrift des Ausstellers. - Sieglervermerk des Ausstellers.

v.num : 2047

Enthält : Abschr. (glztg.), Pap. - Nr. 1908.




1595 März 1
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wilhelm Goltstein, Herr zu Müggenhausen (Mügen-), und seine Frau Ottilie (Odilia) von Breill quittieren Johann von Hersel zu Vochem und seiner Frau Elisabeth von Metternich zu Kriegshoven (Kreichshoven) den Empfang von 5000 gemeinen Tlrn. in Goldfl. und Reichstlrn., an die sie ihren Orthoff innerhalb von Brühl zwischen der Viehgasse und Gerhard zum Ochsen einschließlich Zubehör kraft Erbkauf verkauft haben, den Jost Pfingsthorn von Wilhelms Vater und Mutter als Pfand hatte; bei ihm lösten sie nun den Hof mit der Verkaufssumme ein, die sie außerdem anderweitig zu ihrem Besten verwendeten. Sie treten den Hof an die Käufer erblich ab, leisten dieserhalb Währschaftsversprechen und setzen hierfür ihr Hab und Gut zu Unterpfand. - Die Feststellung, daß Jost den Hof an Wilhelms Neffen Johann und seine Frau in dem Umfang überließ, wie er zwischen den beiderseitigen Großeltern (vor-) geteilt war, schränken Wilhelm und seine Frau dahingehend ein, daß sie sich die 28 M. Busch, die Jost mit dem Hof als Pfand hatte, erblich vorbehalten. - Unterschriften der Aussteller. - Siegler: Wilhelm Goltstein, Herr zu Müggenhausen.

v.num : 2048

Enthält : Ausf., Pap. (durch Mäusefraß leicht besch.), Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Nr. 1909.




[15]95 März 1 n. St.
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Mühlenthal bekundet, er sei gezwungen, seinen Anteil an Hof und Gut Salchendorf an Johann Bahle dort erblich zu verkaufen, der dieses Hofs wegen bereits Lehnsmann der Herren zu Wildenburg ist. Nachdem Heinrich, Hermann und Wilhelm Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, als Lehnsherren im Hinblick auf die von Johann und seinen Eltern geleisteten Dienste den Verkauf gestatteten, verpflichtet Johann sich, daß deren Lehnsgerechtsame und Eigentum hierdurch unberührt bleiben. Der Käufer hat das Lehen daher entsprechend erneut zu Lehen zu nehmen. - Siegler: der Aussteller, der auch unterschreibt.

v.num : 2049

Enthält : Ausf., Perg., Sg. ab. - Nr. 1910.




[15]95 März 8
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wilhelm zu Loch (zum Loche) im Amt Schönstein, der auf den halben Hof zu Loch, der früher Junker Georg von Hanxleden (Hanßeler) zustand, eine Pfandverschreibung von 367 1/2 Tlrn. 6 Alb. 2 Den. hatte, quittiert dem Heinrich Blittershagen als Diener des Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Schönstein, deren Ablösung bis auf 200 Tlr., nachdem Hermann durch Kauf das Recht hierzu erwarb. - Unterschrift des Georg Breuwer, Schultheißen zu Wissen, auf Bitten des Ausstellers, nachdem die Quittung durch Rörich Pell geschrieben wurde. - Vermerk des Heinrich Blittershagen, wonach er 153 1/2 Tlr. 10 1/2 Alb. 2 Den., entsprechend 134 fl. 3 Alb. 2 Den., leistete, während Hermann von Hatzfeldt den Rest bezahlte.

v.num : 2050

Enthält : Ausf., Pap. - Nr. 1865.




1595 März 12
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Mühlenthal und seine Frau Elisabeth Los (Losin) verkaufen, nachdem Heinrich, Hermann und Wilhelm Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, dies als Lehnsherren antragsgemäß gestatteten, an Johann Bahle zu Salchendorf und seine Frau Anna für quittierte 1105 1/2 Rader fl. zu je 24 Rader alb. kraft Erbkauf die Hälfte ihres Anteils, d. h. ein Viertel des sog. Ilquaden Hofs zu Salchendorf und leisten dieserhalb Währschaftsversprechen, wie es üblich und rechtmäßig ist. Der Kauf war zunächst wie üblich an 3 aufeinanderfolgenden Sonntagen aufgerufen. Die Lehnsgerechtigkeiten der Lehnsherren und die Natur des Lehens bleiben hierdurch unberührt. - Weinkauf- und Dedingsleute: Adam Altgeld (geldt) und Johann Diengen, beide Bürger zu Siegen. - Sieglervermerk von Heinrich und Hermann Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg.

v.num : 2051

Enthält : Konzept (verbessert) (16. Jh.), Pap. - Nr. 1911.




1595 März 12
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich und Hermann Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, belehnen, zugleich für ihren Vetter Wilhelm von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Weisweiler, auf Antrag des Johann Mühlenthal den Johann Bahle zu Salchendorf mit einem Viertel des Hofs Salchendorf im Seelbacher Grund einschließlich Zubehör im gleichen Umfang, wie Mühlenthal und seine Vorfahren dies von ihnen, ihren Vorfahren und der Herrschaft Wildenburg zu Lehen trugen, nachdem Mühlenthal gezwungen war, ihm das Viertel erblich zu verkaufen. Sie geben Mühlenthals Antrag im Hinblick auf die von ihm und seinen Vorfahren geleisteten Dienste für dieses Mal freiwillig statt. Art und Natur des Lehens bleiben hierdurch unberührt, das nach Ausweis der ersten Belehnung durch ihre Vorfahren seit alters adeliges Mannlehen war. Sie bestätigen den durch Bahle geleisteten Lehnseid. Hierdurch bleiben ihre, ihrer Nachkommen als Herren zu Wildenburg und Dritter Rechte unberührt. - Zeugen: Georg (Jörgen) Brewer, Schultheiß des Amts Schönstein; Johann Kesseler zu Siegenthal. - Sieglervermerk der Aussteller.

v.num : 2052

Enthält : Inserat in Urk. vom gleichen Tage. - Vgl. Reg. Nr. 2024. - Nr. 1912.




1595 März 12
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Bahle zu Salchendorf stellt Heinrich und Hermann Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, die zugleich ihren Vetter Wilhelm von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Weisweiler vertreten, und von denen gemeinsam er eine Hälfte des Hofs Salchendorf bereits zu Lehen trägt, einen Revers aus über die gemäß inserierter Urkunde vom gleichen Tag auf Antrag von Johann Mühlenthal vorgenommene Belehnung mit einem weiteren Viertel dies Hofs in dem Umfang, wie bereits Mühlenthal und seine Vorfahren dies von ihnen und der Herrschaft Wildenburg zu Lehen trugen. - Siegler: Thomas Nöcher zu Schönstein für den Aussteller, der kein Siegel hat.

v.num : 2053

Enthält : Ausf., Perg., Sg. erh. - Vgl. Reg. Nr. 2023. - Nr. 1912.




1595 März 25 a. St., Friesenhagen
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Jakob Schickhart von Siegen, öffentlichem Notar kraft kaiserlicher Gewalt, sowie vor den im Folgenden genannten Zeugen erscheinen Heinrich, Bernhard und Sebastian Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, nachmittags zwischen 1 und 2 Uhr zu Friesenhagen in der hinteren Stube des Hauses des dortigen Wirts Christian Solbach. In ihrem Namen und im Namen ihrer nicht anwesenden Vettern trägt Ernst Schmidt (Ernestus Schmiedt) folgenden Protest mündlich vor: Obwohl seine Herren (gepiethendte herrn) und deren Eltern die Herrschaft Wildenburg mit den zugehörigen Gerechtigkeiten länger als Menschengedenken und unbestritten in Besitz hatten, nur den Kaiser als Obrigkeit anerkannten und innerhalb der Herrschaft niemandem sonst ein Besteuerungsrecht (jus collectandi) zugestanden, habe Heinrich Graf zu Sayn, Herr zu Homburg, Montelair und Meinsberg, kürzlich ein Schreiben an die Herren zu Wildenburg abgehen und durch einen Wildenburger Untertanen aufhängen lassen, damit der Überbringer es nicht wieder zurücktragen müßte. Darin habe er sich als Obrigkeit und als Landesherrn der Herren zu Wildenburg sowie der im Kirchspiel Friesenhagen ansäßigen Untertanen der von Hatzfeldt bezeichnet. Auch habe er sich angemaßt, die Türkensteuer von ihnen zu fordern. Da dies unrechtmäßig geschah und um den Anschein zu vermeiden, seine Herren seien mit dem Schreiben einverstanden, billigten stillschweigend das darin enthaltene Ersuchen, gäben dieserhalb etwas nach oder räumten etwas ein, legt er im Namen seiner Herren Einspruch ein und erhebt dagegen öffentlichen Protest. Er erklärt förmlich, daß seine Herren mit dem Inhalt des Schreibens keineswegs einverstanden sind, hierin nicht einwilligen und nicht beabsichtigen, dieserhalb nachzugeben. Sie ließen das Schreiben auf seinem offensichtlichen Unwert beruhen. - Den Notar fordert er auf, hierüber ein Notariatsinstrument und bei Bedarf mehrere solche anzufertigen, damit seine Herren dies verwenden können. - Zeugen: Johann Hervers, Pastor zu Römershagen (Rummerss-), Johann Brüchers zu Wenden (-dten).

v.num : 2054

Enthält : Notariatsinstrument des Jakob Schickhart von Siegen mit dessen Signet, Perg. - Nr. 1913.




1595 Mai 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich Quad zu Isengarten (Quaidt zu Isengardten), Sohn des gestorbenen Wilhelm Quad zu Isengarten und seiner Frau Margarethe von Lützeroth, vereinbart mit Helmich von Hatzfeldt (-veldt), Tochter des gestorbenen Werner von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Weisweiler, und seiner Frau Margarethe Tork, folgende Eheberedung: Sie schließen miteinander die Ehe. - Helwich bringt als Mitgift 4500 Goldfl. oder Gegenwert in die Ehe ein, die ihr Bruder Wilhelm von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Weisweiler, und seine Frau Johanna, geb. von Brempt gen. Hatzfeldt, oder beider Erben nach dem Beilager der künftigen Eheleute zu letsten haben. Andernfalls haben sie von dann an bts zur Auszahlung für je 100 fl. der Mitgift 5 fl. Pension zu deren Gunsten zu sichern. Außerdem haben sie 500 Goldfl. oder Gegenwert für die Ausstattung zu zahlen, und zwar 150 Goldfl. hiervon sogleich, den Rest bis zum kommenden St. Martinstag (November 11). Helmich bestätigt nochmals das Testament ihres Vaters, das er im Einvernehmen mit ihr und ihrem Bruder errichtete. Sie erneuert im Einvernehmen mit Heinrich ihren Verzicht zugunsten ihres Bruders auf alle elterlichen Güter sowie auf alle gemäß Testament ihres Vaters von seiten ihres Bruders angefallenen oder künftig anfallenden Seiten- und Beifälle, ebenso auf alle beweglichen und unbeweglichen Güter, jeder Rechtsbehelf dagegen einschließlich dem Einwand der Minderjährigkeit bei Abschluß des Testaments und dieser Eheberedung ausgeschlossen. Bei Bedarf leistet sie zusätzlichen Verzicht gemäß örtlichem Recht und Landesgewohnheit. Die in dem Testament nicht vorgesehenen Seiten- und Beifälle bleiben Helwich vorbehalten. - Heinrich bringt als Heiratsgut in die Ehe ein: Haus Isengarten einschließlich Zubehör; alles sonst an Erbe, Gütern und Einkünften, soweit er dies jetzt hat, von Vater und Mutter erbt oder sonst künftig erlangt, es sei Lehen oder nicht. - Er stattet Helwich beim Beilager mit einer goldenen Kette als Morgengabe gemäß adeliger Übung aus. - Nach dem Beilager nutzen sie das beiderseits zugebrachte Heiratsgut gemeinsam und standesgemäß. Beim Tod eines von ihnen beiden oder von ihnen beiden gilt Folgendes: Beim Tod von ihnen beiden sind ihre gemeinsamen Leibeserben Nachfolger in ihrer beider Erbe und Nachlaß. Leben dann Söhne von ihnen, so werden Töchter wie beim Adel üblich mit Geld abgefunden. - Solange Helmich als Witwe bei gemeinsamen Kindern bleibt, kann sie auf dem gesamten gemeinsamen Besitz ansäßig bleiben, hat diesen instand zu halten und darf ihn nicht mindern. Die Kinder hat sie groß zu ziehen, innerhalb eines Jahres Vormünder für sie zu bestellen und sie bei entsprechendem Alter im Einvernehmen mit den Vormündern und beiderseitigen Freunden von den väterlichen Gütern auszustatten. Solange sie so bei den Kindern bleibt, hat sie alle wichtigen Angelegenheiten der Kinder im Einvernehmen mit den Vormündern und beiderseitigen Freunden zu regeln. Trennt sie sich dann im Einvernehmen mit den Vormündern und beiderseitigen Freunden von den Kindern, so erhält sie, solange sie Witwe bleibt, aus der von ihr zugebrachten Mitgift jährlich 225 Goldfl. und ebenso viel von Heinrichs Gütern. Als Unterpfand hierfür dienen ihr Pacht und Gefälle des Hofs zu Diezenkausen (Dietzenkhaußen), der Hof zu Thierseifen (Doirseiffen) einschließlich Zubehör, die jährlichen Einkünfte an Wein, Korn und Geld auf der Grafschaft Wied (Wydde), die Hälfte der Mühle zu Diezenkausen und der Hof zu Hermesdorf (Herrenstorpf). Sie erhält gegebenenfalls als Wittum außerdem ihren persönlichen Besitz an goldenen Ketten, Kleinodien und Schmuck, je die Hälfte der während der Ehe erworbenen und gewonnenen Güter, der Fahrhabe, der Barschaft und von allem Silbergeschirr, das ihnen während der Ehe zukam oder das sie mit ihrer Hilfe machen ließen. Hingegen soll dann alles, was zur Wehr dient, sowie aller Vorrat zum Bau wie Kalk, Steine und Holz bei den jeweiligen Gütern bleiben. Verbriefte Schulden, lösbare und nicht lösbare Schulden sowie durch besiegelte Urkunden gesicherte Pfandschaften gelten im Rahmen der Eheberedung nicht als Barschaft, sondern als unbewegliches liegendes Gut und sind demgemäß zu behandeln. - Helwich hat als kinderlose Witwe die Leibzucht an allen durch Heinrich in die Ehe eingebrachten Gütern und allen ihm während der Ehe zufallenen Seiten- und Beifällen. Auch auf den während der Ehe gewonnenen und erworbenen Gütern kann sie dann ansäßig bleiben; sie hat diese dann je zur Hälfte zu Eigen und zur Leibzucht. Nach Beginn der Leibzucht hat sie alsbald ein Inventar hiervon für die Erben anlegen zu lassen. Auf Antrag von Heinrichs nächsten Erben oder von ihr selbst haben hierzu gebetene beiderseitige Freunde ihr zur Abgeltung ihrer Leibzucht eine jährliche Rente gesichert zu verschreiben. Sofern dann noch Heinrichs Mutter lebt, gilt für sie der mit ihrem Sohn geschlossene Vertrag. Mit Helmichs Tod als kinderloser Witwe oder, nachdem gemeinsame Kinder von ihr gestorben sind, fallen die von ihr in die Ehe eingebrachten Güter ihren nächsten Erben gemäß Ordnung ihres Vaters zu. Was Heinrich zubrachte, fällt dann dessen nächsten Erben zu. Die während der Ehe erworbenen und gewonnenen Güter sind dann zwischen beiden Seiten einvernehmlich zu teilen. Heinrich verschreibt zur Sicherung des Rückfalls an Heinrichs Erben alle von ihm in die Ehe eingebrachten Güter. - Heinrich kann als Witwer mit gemeinsamen Kindern auf allen Gütern ansäßig bleiben und hat die Kinder wie üblich zu erziehen und mit Aussteuer zu vel'sehen. Auch als kinderloser Witwer kann er auf allen Gütern ansäßig bleiben. - Heinrich oder Helwich können Kindern aus einer zweiten Ehe, die sie eingingen, nachdem sie verwitwet waren, lediglich je 1/3 der in die erste Ehe eingebrachten und der ihnen während der Ehe sonst zugekommenen Güter erblich vermachen. Der adelige Sitz lsengarten bleibt jedoch alleine den Kindern erster Ehe vorbehalten, dazu die in der Nähe des Hauses gelegenen Güter; sie dürfen nicht in das erwähnte Drittel einbezogen werden und sind durch andere, weiter auswärts gelegene Güter auszugleichen. Helwich. hat während einer solchen zweiten Ehe die Leibzucht an dem von ihr in die erste Ehe eingebrachten Heiratsgut sowie an dem erwähnten Drittel der Güter. Von den durch Heinrich zugebrachten Gütern bezieht sie dann 150 Goldfl. Leibrente und jährlich 25 Goldfl. für ein Haus. - Geht einer von ihnen beiden eine zweite oder weitere Ehen ein, bleiben diese jedoch kinderlos, so fällt bei seinem Tod an die Kinder erster Ehe 1/3 des in die zweite Ehe eingebrachten Heiratsguts sowie die Hälfte der während der Ehe gewonnenen und erworbenen Güter zurück, nachdem der Ehegatte zunächst die Leibzucht daran hatte. Während einer zweiten und weiteren Ehen anfallende Seiten- und Beifälle werden durch Kinder erster Ehe und aus weiteren Ehen gemeinsam beerbt. - Schulden und Belastungen, die während der ersten Ehe aufgenommen wurden, sind durch Kinder erster Ehe zu 2/3, durch Kinder aus weiteren Ehen zu 1/3 zu tilgen. - Kinder, die ohne eigene Erben einem der Ehegatten im Tod folgen, werden durch die Geschwister bis zu dem letzten und nicht durch Vater und Mutter beerbt, die erst bei erbenlosem Tod des letzten Kindes dieses beerben. Vater oder Mutter, die dann überleben, behalten dann außerdem das erblich, was sie in die Ehe einbrachten, sowie je die Hälfte des während der Ehe übernommenen Erbes und der beweglichen Güter. Was der zunächst gestorbene Ehegatte in die Ehe einbrachte sowie die andere Hälfte von Erbe und Gütern, die während der Ehe übernommen und gewonnen wurden, fällt dann seinen nächsten Erben zu. In diesem Falle werden Eltern von den Kindern mitbeerbt. Doch behalten zunächst Vater oder Mutter, die überleben, die Leibzucht daran. Kinder treten nach dem Tod von Vater und Mutter bei anfallenden Seiten- und Beifällen an deren Stelle. - Beide Ehegatten können sich gegenseitig nachträglich zusätzlich ausstatten. - Durch die Eheberedung nicht vorgesehene Fälle sind durch beiderseitige Freunde gütlich zu regeln. - Die Partner verpflichten sich gegenseitig unter Eid auf die Vereinbarungen. -Die Eheberedung ist alsbald auf Pergament zu ingrossieren und durch beiderseitige Freunde und Verwandte zu besiegeln. Beiden Partnern ist je eine Ausfertigung hiervon zuzustellen. - Mittler: Wilhelm Quad zu Wickrath (Wynbredt), Hans Reinhard von Metternich, Gerhard Blanckart (-chart) zu Ensen (Entzen), Ritter Werner von Merode, Lubbert von Hatzfeldt, Philipp Rost von Wers und Wilhelm von Hatzfeldt, Herr zu Weisweiler. - Unterschriftsvermerk der Aussteller sowie der Mittler.

v.num : 2055

Enthält : Begl. Abschr. (17. Jh.) mit Beglaubigungsvermerk des Gerhard Driess, geschworenen Schreibers zu Zülpich (Tulpetensium), öffentlichem und bestätigtem Notar; Pap. - Nr. 1914.




[15]95 Juni 25, Krottorf
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Fuchssehen (Fuchßen) Erben von Morsbach verkaufen an Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, für 500 Rader fl. zu je 24 Rader alb. ihr Drittel der Bockemolschen (-muels) Höfe zu Siegenthal (Sigendail), Oberhövels und Neuroth (Neugerath). Von der Kaufsumme ist je die Hälfte innerhalb von 8 Tagen vor und nach dem kommenden Christtag (Dezember 25) und am St. Martinstag (November 11) [15]96 zu zahlen. Wegen eines Drittels ihrer Gerechtigkeit an Hof und Gütern zu Wisserhof hat Sebastian den Fuchssehen Erben in der Warnßbach am kommenden Christtag einmal 100 fl. zu zahlen; hiervon ist abzuziehen, was er von ihrer dortigen Pfandschaft getilgt hat. Sodann haben die Erben auf ihr Drittel an den vier Höfen zu verzichten. Sobald 250 fl. gezahlt sind, stellen sie Sebastian eine entsprechende Verzichturkunde unter dem Siegel des Gerichts Wissen zu. Die Pacht von ihrem Drittel der Höfe Siegenthal, Oberhövels und Neuroth können sie am kommenden St. Martinstag letztmals beitreiben. - Zeugen: Peter zu Dermbach, Landschultheiß; Johann Kremer zu Friesenhagen, Klein Johann, beide Schöffen; Wilhelm zu Dreisbach (Dreiß-), Diener zu Krottorf; Thiel zu Kirchseifen (im Kirssieffen). - Von den zwei gleichlautenden Urkunden hierüber wird den Partnern je eine zugestellt. - Nachtrag von [1595] Juni 26, wonach Johann Mentgen in der alder Warnßbach 10 Rader fl. und 8 Rader alb. zahlte, die von der Hauptsumme abzuziehen sind.

v.num : 2056

Enthält : Ausf., Pap. (durch Feuchtigkeit besch.). - Rv.: Warnßbachs erben belangend, gnant die Fuchßen erben (17. Jh.). - Nr. 1915.




1595 Juli 4
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich, Hermann, Wilhelm, Bernhard und Sebastian von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, gestatten Peter [von] Dermbach, ihrem Diener und Landschultheißen, und seinen Erben in Anbetracht der von ihm und seinem gestorbenen Vater, der ihr Bergmeister war, geleisteten Dienste, Hammer und Hütte zu Steeg im Kirchspiel Friesenhagen innerhalb der Herrschaft Wildenburg, die vor vielen Jahren in Verfall gerieten, wieder aufzubauen und in Gang zu bringen, nachdem Peter bisher laut Bergrechnung den Wassergang hierfür entrichtete. Hammer und Hütte, die auf dessen Erbe und Gut gelegen sind, bleiben Gebot und Obrigkeit von ihnen unterworfen. Sobald Hammer und Hütte errichtet sind, kann Peter diese zu seinem Besten und auch Wege und Straßen hierzu benutzen. Steine und Kohlen hat er innerhalb ihrer Herrschaft namentlich im Kirchspiel Friesenhagen von den Höfen ihrer Untertanen sowie den ihnen eigenen Gütern zu kaufen, soweit sie dort gebrannt werden und er den üblichen Preis zahlt. Die Rechte der Herren zu Wildenburg bleiben hierdurch unberührt. Wegen der Hütte ist jährlich 1 fl. für Wassergang, für den Hammer sind, sobald er wieder errichtet ist, jährlich 2 fl. zu je 24 alb. zu zahlen. Auch sind Zoll und Hüttenzins, wie für Hütten und Hämmer in der Herrschaft Wildenburg üblich, zu leisten. Soweit dies termingemäß erfolgt, hat er Schutz der Herren zu Wildenburg, die dieserhalb auch Wähnschaftsversprechen leisten. - Sieglervermerk der Aussteller.

v.num : 2057

Enthält : überarbeitetes Konzept (16. Jh.), Pap. - Nr. 1916.




[15]95 Juli 17
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich von Reuschenberg (Ruischenbergh), Domherr zu Lüttich und Münster, quittiert seinem Bruder Emund von Reuschenberg zu Siersdorf (Seerstorff), Komtur der Deutschordensballei Altenbiesen (Biessen), der zugleich seinen Bruder Johann von Reuschenberg, Herrn zu Roschet, gemäß Vollmacht vertritt, den Empfang von 400 Reichstlrn. bzw. den in der Stadt Jülich gültigen Gegenwert in Gold- und Silbermünzen, die er ihm gemäß schriftlicher Anweisung vorstreckte, da er sie dringend benötigt. Um deren Erstattung ebenso wie der dieserhalb fälligen Zinsen (interesse) sowie Kosten- und Schadenersatz nach Ablauf von 4 Monaten zu sichern, setzt er seine Propsteieinkünfte zu Born und St. Vith (Vihtt) zu Unterpfand; die Enstattung kann innerhalb von 14 Tagen danach erfolgen. Auch bestätigt er seinen Verzicht auf die elterlichen Güter zugunsten seines Bruders Johann. - Zeugen: Heinrich von Holtorp (-torff) zu St. Ägidien (st. Gilliss) in Aachen, Deutschordenskomtur der Ballei Altenbiesen (Biesenn), Peter Römer, Schultheiß des Amtes Aldenhoven, Johann Nopiß und Heinrich Kremer, beide Schöffen des Gerichts Siersdorf. - Unterschriften des Ausstellers sowie der Zeugen. - Siegler: der Aussteller.

v.num : 2058

Enthält : Ausf., Pap., Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Nr. 1917.




1595 August 14
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Schall von Bell zu Morenhoven und seine Frau Agnes Spies gen. Schall verkaufen insbesondere zur Tilgung ihrer Schulden, die vorallem durch die Kriegsläufte (in diesen lang werenden beharlichen nachbarlichen und einheimischen kriegsemporungen) sowie durch Ausstattung seiner Schwester entstanden waren, im Einvernehmen mit Magdalena, geb. Gräfin zu Nassau-Wiesbaden, Gräfin zu Manderscheid, Blankenheim und Virneburg, Frau und Witwe zu Kronenburg, als Lehnsherrin an Johann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, und seine Frau Anastasia, geb. von Dürn, für quittierte 7000 Kölner Tlr. zu je 8 Mk. 4 Alb. kraft Erbkauf ihr zum Dorne genanntes Gut (stappell gutt) zu Waldorf, wozu laut Schöffenwetstum eine Schäferei gehört, mit allem Zubehör innerhalb seiner Grenzen (in seinem ruffmahll) und zwar: den Platz, auf dem Haus und Hof standen, innerhalb seiner Grenzen (in seinen weyernn), wozu die erwähnte Schäferei gehört; 3 Vt. Garten im Schall innerhalb seiner Grenzen; 1 M. Krautgarten (muß-) daneben; 1 M. Kamp der Schelgen; 6 M. Grummetwiese (gromets benden) in der Nähe, die zehntfrei sind; 1 1/2 M. Baumgarten (bungart), der an die Straße neben (langs) dem Weiher reicht; 13 M. Bruch, Dörnner broich genannt, die halb Weide und halb Wiese und zehntfrei sind; an Land (lenderei): in der ersten Gewanne an der Dörnner Kaulen innerhalb ihrer Grenzen (laut des ruffmals) 31 M. im Schall; in der zweiten Gewanne 43 M. im Brückenfeldt mit dem Gebüsch (heisteren) daneben; in der dritten Gewanne 40 M. am Kneckardt; ferner 4 1/2 M. Weingarten; 80 M. Busch; die seit alters mit den Nachbarn gemeinsame Eckerngerechtigkeit; den sog. Rodzehnt in der Breniger (Brenicher) und Hemmerleher (Hembericher) Mark; jährlich 75 Hühner, 9 Kapaune und 4 Gänse; 1 Sester Korn an Erbpacht, 2 Ohm Wein sowie 16 Kölner fl. 9 Alb. an Geld. Das Haus ist freies Ritterlehen, das zum gräflichen Haus Kronenburg gehört. Daneben ist zahlreiches Land innerhalb der Hemmericher Hoheit gelegen, das nicht zu dem Lehen gehört, sondern den Kapitularherren der Kollegiatkirche St. Cassius in der Stadt Bonn mit einem Pferd kurmudpflichtig ist. Außerdem sind hiervon an die Kapitularherren jährlich 1 1/2 Ml. Weizen, 1 Ml. Hafer, 2 Alb. und 2 H. sowie 2 Kapaune zu liefern und ein Geschworener und ein Vorgänger zu halten. Von diesem Gut sind ferner an die Karthäuserherren in der Stadt Köln jährlich 7 Vt. Wein, an den Pastor etwa 4 Quart Wein und dem Beständer (offerman) und Schützen wie seit alters jährlich mehrere Glocken- und Schützengarben zu geben. Weitere Verpflichtungen sind damit aber nicht verbunden. - Johann bestätigt, zugleich für seine Frau, den zuvor der erwähnten Lehnsfrau zugunsten der Käufer gemäß Lehns- und Erbrecht geleisteten Verzicht auf das verkaufte Gut, sodaß die Käufer hierüber künftig im gleichen Umfang frei verfügen können, wie seine Großeltern (vor-), sein Vater und der Verkäufer selbst. Der Verzicht soll ebenso gültig sein, als sei er vor dem Reichshofgericht zu Rottweil oder an den für die Güter zuständigen Orten bestätigt. Alle auf das verkaufte Gut bezüglichen besiegelten Urkunden und sonstigen Unterlagen, soweit sie in ihren Händen waren, lieferten sie an die Käufer aus; sie sind ungültig, soweit sie nachträglich aufgefunden werden, und sind den Käufern ebenfalls auszuliefern. Sie leisten des Erbkaufs wegen Währschaftsversprechen gemäß gemeinem Recht und Landesgewohnheit. - Die erwähnte Lehnsfrau sagt die Belehnung des Käufers mit dem gekauften Gut zu. - Zeugen: Lubbert von Hatzfeldt, Philipp Rost von Wers zu Altendorf (Grossenaldendorff), Herr zu Niederdrees, Johann von Binsfeld zu Stammeln (Stambach), Herr zu Merzenich. - Unterschriften der Aussteller. - Siegler: Magdalena, geb. Gräfin zu Nassau-Wiesbaden, Gräfin zu Manderscheid, Blankenheim und Virneburg, Frau und Witwe zu Kronenburg, Johann Schall von Bell zu Morenhoven, die Zeugen, Heinrich Degenhard Schall von Bell, Herr zu Lüftelberg.

v.num : 2059

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1-4 ab, 5, 6 erh., 7. besch. - Nr. 1918.




[15]95 September 22, Wocklum.
Permalink der Verzeichnungseinheit

Franz Reinhardts, geschworener Notar beim erzbischöflichen Gericht in Arnsberg, nimmt in Gegenwart der im Folgenden genannten Zeugen zu Wocklum in der kleinen Stube beim Saal vormittags gegen 11 Uhr ein durch Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Schönstein, und seine Frau Margarethe von Hatzfeldt, Frau zu Wildenburg, unterschriebenes und von Hermann übergebenes Verzeichnis auf 7 Papierblättern zu Protokoll. Hermann erklärt hierzu, er ändere und erläutere hierdurch sein Testament von [15]94 Februar 18 in zahlreichen Punkten. Er verpflichtet die von ihm eingesetzten Erben, bei den in seinem Testament genannten Strafen im Zuwiderhandlungsfalle, sich danach zu richten und dem nicht entgegen zu handeln. Die unveränderten Punkte sollen unverändert gültig sein. - Margarethe willigt hierin ein. - Hermann ändert dem - inserierten - Verzeichnis zufolge sein Testament von [15]94 Februar 18 in folgenden Punkten: Margarethe hat - in Abänderung von Punkt 1 -, auch wenn sie eine zweite Ehe eingeht, unbeeinträchtigt durch den von Adrian von Hatzfeldt hinterlassenen Sohn sowie allen anderen von Hatzfeldt die Leibzucht an Hermanns Haus zu Wildenburg und seinem Anteil an der Herrschaft Wildenburg sowie an der Herrschaft Schönstein einschließlich Zubehör und Einkünften, soweit er dies innehatte. Sobald sie das Spital erbaut und die Vermächtnisse ausgerichtet hat, hat sie auf Lebenszeit an Adrians Sohn, soweit er und seine Vormünder sich dem Testament nicht widersetzen, die zunächst seinem Vater vermachten 400 Reichstlr. jährlich aus Hermanns Anteil an der Herrschaft Wildenburg und nicht aus den Einkünften der Herrschaft Schönstein zu entrichten. Ihr bleiben die 400 Reichstlr. vorbehalten, sofern Adrians Sohn ohne männliche Erben stirbt. Sie hat die Häuser Wildenburg und Schönstein mit den zugehörigen Lehen und den darin gebrauchten Allodialgütern instand zu halten. Den zu beiden Häusern gehörigen Hochwald darf sie nicht zur Köhlerei verwenden und darin kein Brennholz schlagen lassen. In gehegten Büschen, Fronholz und Hainen, die hierzu gehören, darf sie keinen Einschlag tun, auch anderen dort keine Köhlerei oder Einschlag in Hainen gestatten. Sie hat diese vielmehr der durch Hermann selbst geschriebenen - und dem Testament beigefügten - Ordnung gemäß uneingeschränkt wachsen zu lassen, zumal dort wenig vorhanden ist. Mit Margarethes Tod soll Hermanns Anteil an der Herrschaft Wildenburg dem Sohn seines jungen Vetters Adrian zu Werther (-ter) oder dessen männlichen Erben, sonst aber den nächsten Erben gemäß Lehnsrecht zufallen. - Nachdem sein Bruder Georg gestorben ist, ändert er Punkt 8 wie folgt: Sein Taufpate Franz Wilhelm [von Hatzfeldt] hat innerhalb von einem halben Jahr nach Margarethes Tod an deren Schwester Elbrecht 1000 Goldfl., an deren andere Schwester Katharina, da sie viele Kinder hat, 2000 Goldfl. zur freien Verfügung zu schenken. Während der gleichen Frist hat er an den Sohn seines jungen Vetters Adrian oder dessen Kinder 2000 Goldfl. auf Haus Schönstein zu zahlen. Als Unterpfand hierfür hat er ihnen die Schönsteiner Güter bis zur Auszahlung der Beträge zu belassen. - Punkt 9 ändert Hermann wie folgt, um Streitigkeiten wegen des abgebrannten Hauses Wocklum, wegen des Schüngelschen Hauses und wegen des Hauses zu Balve, die alle im Amt Balve gelegen sind, zu vermeiden: Sobald die Prozesse gegen von Werminghausen und gegen Mursäus im gütlichen oder im Rechtsverfahren entschieden sind, bleiben die drei Häuser mit den durch Hermann bisher genutzten Einkünften und den Gerechtigkeiten in der Volkringhauser (Volckringk-), Balver, Beckumer (Beckhemmer) und Mellener (Melner) Mark alleine Georg (Jörge) [von Bockenförde gen.] Schüngel sowie Johann und Wilhelm von Plettenberg erblich vorbehalten. Um Streitigkeiten zwischen ihnen und deren Erben zu vermeiden, bleibt Georg eine Hälfte der Häuser und zugehörigen Stücke erblich vorbehalten, die andere Hälfte denen von Plettenberg entsprechend und zwar unbeeinträchtigt durch ihren Bruder Hermann und ihre Schwester Anna, die ihrer Schwäche wegen (weil sie Gott almechtig mit schwacheit heimbgesucht) hiervon ausgeschlossen sind. Da Ansprüche der beiden letzteren sowie von drei Schwestern von Georgs Frau auf die Häuser kaum abzuweisen sind, sofern nichts wegen der zugehörigen Erbgüter bestimmt ist, verfügt Hermann, daß sie durch die von ihm eingesetzten Erben mit dem verbleibenden Geld abzufinden sind, sobald die übrigen Vermächtnisse ausgerichtet sind, das Spital erbaut ist, die Schulden getilgt und die Prozesse gegen von Werminghausen und gegen Mursäus im gütlichen oder im Rechtsverfahren entschieden sind. Da die erwähnten beiden Hälften Georg bzw. Johann und Wilhelm erblich vorbehalten bleiben sollen, hat Georg die Schwestern seiner Frau alleine abzufinden und zwar mit je 4 Tlrn. Rente und je einmal 100 Tlrn. Entsprechend haben Johann und Wilhelm, nachdem die übrigen Vermächtnisse ausgerichtet sind, das Spital erbaut ist und die Schulden getilgt sind, an ihren Bruder Hermann und ihre Schwester Anna im Andenken an Hermann jährlich 30 fl. Rente zu leisten. Die auf den Häusern infolge der Kriegsläufte lastenden Schulden sind, sobald die übrigen Vermächtnisse ausgerichtet sind, und das Spital erbaut ist, durch den gemeinsamen Rentmeister der Erben, der auf Wocklum ansäßig ist, aus den jährlichen Gefällen und Renten zu tilgen, bevor die Erben zur Teilung schreiten und die jährlichen Renten einnehmen. Wegen der Hälfte der Güter, die Hermann seiner Schwester und deren Kinder vermacht hat, bestimmt er nun, daß diese Hälfte seiner Schwester zur Leibzucht vorbehalten bleibt; bei ihrem Tod fällt die Hälfte ihren Söhnen Johann und Wilhelm zu gleichen Teilen erblich zu. Die übrigen Bestimmungen zu Punkt 9 bleiben unverändert gültig. - Für seine Erben sind die von ihm nun nachträglich getroffenen Bestimmungen in gleicher Weise verbindlich wie diejenigen in seinem Testament, sodaß sie bei deren Vollzug mitzuwirken haben. - Punkt 10 bleibt bis auf die auf seinen Bruder Georg bezüglichen Bestimmungen, die durch dessen Tod hinfällig geworden sind, gültig. - Punkt 11, der sich auf seine Pfandschaften bezieht, ergänzt er nach dem Tod seines Bruders Georg folgendermaßen: Sobald die Pfandschaften beigetrieben sind, erhalten sein Taufpate Wilhelm von Plettenberg sowie die Kinder seines Bruders Georg oder deren Erben je 1000 Goldfl., seine Bastardtochter Johannetta oder deren leibliche Erben 300 Goldfl. zusätzlich, ohne daß seine Frau Margarethe hierdurch benachteiligt wird. Der dann verbleibende Rest ist zwischen den Kindern seiner Schwester auf der einen Seite sowie den vier Töchtern seines gestorbenen Bruders Johann und dem Sohn Adrians auf der anderen Seite zu gleichen Teilen zu teilen. Den Kindern seines Bruders Georg sowie Johannetta und ihren Kindern sind zur Sicherung dieser zusätzlichen Zuweisungen innerhalb von 1 Monat, nachdem die übrigen Vermächtnisse ausgerichtet sind und das Spital erbaut ist, der Mittelhof (Middelhoff) zu Blintrop (-torff), den er von Hademig gekauft hat, der Beckumer (Beckemer) Zehnt, den er von Meischede gekauft hat, sowie die Güter, die er zum Hagen gekauft und erworben hat, als Unterpfand zum Gebrauch bis zur Auszahlung der zusätzlichen Vermächtnisse einzuräumen. - Punkt 12 wegen der Ausrichtung der Vermächtnisse wird wie folgt abgeändert, nachdem er seit Errichtung seines Testaments mehrere tausend Tlr. in Wildenburg verschrieben hat. Da abgesehen von den Prozeßkosten hierfür jährliche Pensionen zu entrichten sind, kommt Margarethe womöglich mit den jährlichen Renten zu Wildenburg nicht aus, wenn sie die Pensionen zu leisten, die Kammergerichtsprozesse zu führen, die Reichszulage an die Burg Friedberg zu entrichten und anderweitige Belastungen zu tragen hat, sodaß sie von sich aus zuschießen muß, während ihr Schönstein frei vorbehalten ist. Sie soll daher, bis die Vermächtnisse ausgerichtet sind und das Spital erbaut ist, von den Wildenburger Renten jährlich nicht mehr als 400 Reichstlr. zu den Wocklumer Renten zuschießen. Im übrigen bleiben die Bestimmungen zu Punkt 12 hinsichtlich der Ausrichtung der Vermächtnisse und der Erbauung des Spitals gültig. - Die Bestimmungen zu Punkt 13 wegen seiner Fahrhabe, Äcker und Pferde ändert Hermann, nachdem sein Bruder Georg und auch sein Vetter Adrian gestorben sind, folgendermaßen ab: Sobald er selbst gestorben ist, soll Margarethe dem Sohn seines Vetters Adrian das Pferd und die 100 Tlr. liefern, die zunächst dessen Vater vermacht waren. Die übrigen Bestimmungen zu diesem Punkt bleiben gültig bis auf dies: Was er an antiquiteten aus Gold, Silber, Kupfer oder rsonst aus Metall hinterläßt, bleibt dem Mannesstamm des Hauses Schönstein vorbehalten. - Die Bestimmungen zu Punkt 20, die besagen, daß seinem Bruder das, was er ihm vorgestreckt hat, erlassen hat, erläutert er folgendermaßen: Nachdem er Georg seinen Anteil von Schweckhaus (des Schwegkhauses) überlassen hatte, soweit er ihm mit dem Tod von Jost Droste und seinen eigenen Brüdern zugefallen war, gestattete er außerdem, dies dessen Kindern erblich zu vermachen. Zu deren Sicherheit stellte er auf Georgs Bitten eine besiegelte Urkunde hierüber aus. Für den Fall der Beeinträchtigung durch die Kinder seines gestorbenen Bruders Johann oder seiner Schwester setzt er ihnen die Wocklumer Güter und Renten zur Leibzucht, die er gemäß Punkt 10 seines Testaments seinem Bruder Georg zur Leibzucht vermacht hatte. - Seine Bestimmungen über die Einsetzung von Erben ergänzt er im Hinblick darauf, daß Erbe und Güter, die er zu Wildenburg hinterläßt, und die seinem Stamm und Namen vorbehalten bleiben sollen, unter großen Mühen und Kosten erworben hat. Seine Erben, denen er dies vermacht, dürfen dies nicht an andere Familien veräußern, sodaß dies Stamm und Namen der von Hatzfeldt vorbehalten bleibt. Sterben der Stamm seines Bruders Johann sowie der Sohn Adrians als das einzige Kind zu Werther im Mannesstamm aus, fallen alle seine Wildenburger Erbgüter, wie sie zu Punkt 19 seines Testaments näher bezeichnet sind, alleine seinem Taufpaten Franz Wilhelm, dessen Brüdern oder deren männlichen Erben, und zwar unbeeinträchtigt durch andere von Hatzfeldt aus näherer und weiterer Verwandtschaft, erblich zu. Stirbt das erwähnte Kind zu Werther ohne männliche Erben, so haben Franz Wilhelm, dessen Brüder oder deren männliche Erben den vier Töchtern seines Bruders Johann sowie Johann und Wilhelm von Plettenberg je 1000 Kölner Tlr. zu geben, behalten dafür aber die Erbgüter. - Unterschriften von Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Schönstein, sowie von Margarethe von Hatzfeldt, Frau zu Wildenburg. - Zeugen: Johann Koester, Pastor zu Balve, Stephan Schad, Richter zu Balve, Johann Habbelman, Bürgermeister zu Affeln, sowie Michael Goswin und Johann Scherer, beide Bürger zu Balve. - Unterschriften des Notars und der Zeugen.

v.num : 2060

Enthält : Notariatsinstrument des Franz Reinhardts mit dessen Unterschrift, Pap. (geheftet). - Aufschrift auf dem ersten Blatt: Dieß ist das rechte original deliniirt und unterschrieben codicil, so vom notario dem instrumento inserirt worden, a.o '95, den 22. Septemb[ris] auffgerichtet (glztg.). - Beiliegend: 1) erster Entwurf zu dem Kodizill, Pap. - Rv.: Ohngefehrliche gemüts meinung des h[errn] drosten, welcher gestalt ein jeder punct besonder seins für diesem aufgerichten testaments zu erleutern und zu ercleren sey (glztg.). - Vorangestellter Vermerk: Memorial, was Ernst mit D. Hardenradt reden soll (glztg.); - 2) Unvollst. Abschr. des Kodizills (16. Jh.), Pap. - 3) Entw. zu einem Notariatsinstrument zur Inserierung des Kodizills (16. Jh.), Pap. - Nr. 1919.




1596
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Wilhelm von Velbrück, Vogt zu Siegburg (-bergh) und Schultheiß des Amtes und Hofgerichts Lülsdorf (Lulstorf), sowie vor Wilhelm von Zweifel (-vel) zu Wissem und Johann ........ , Geschworenen des Hofgerichts Lülsdorf, verkaufen Heinrich von Hövelich und seine Frau Johanna von Neuhof gen. Ley (Newhoff gnant van der Ley) an Anna (Entgen), Witwe des Wilhelm aufm Graben, zu Siegburg (-berg) Bürger und Loher vor der Mühlenpforte (mullenpforten), für eine quittierte Geldsumme 70 Kölner Tlr. Rente zu je 52 Alb., die vom kommenden St. Martinstag (November 11) an jeweils innerhalb von 14 Tagen danach unbelastet und uneingeschränkt durch höhere Gewalt in deren Gewahrsam zu liefern ist. Hierfür setzen sie Hof und Gut Hergerhof zu Troisdorf (Trostorff) in der Vogtei Siegburg einschließlich Zubehör zu Unterpfand, die Engelbert ....... jetzt innehat und die jetzt anderweitig unbelastet sind, abgesehen davon, daß sie zum [bergischen] Hofgericht Lülsdorf gehören. Sie verpflichten sich, Hof und Gut nur im Einvernehmen mit der Rentenkäuferin anderweitig zu versetzen, sie vielmehr instand zu halten. Bei Rentensäumnis hat der Pächter seine Pacht an Korn, Hafer, Geld und Gefällen der Rentenkäuferin in deren Haus in Siegburg frei zu liefern, die dies dann mit den Verkäufern zu berechnen hat. Was an der Rente dann fehlt, haben die Verkäufer zuzuschießen. Bei Preishochstand für Früchte in einem Jahr (da auch die fruchten innigs jars so hoch unnd theuer wurden) kommt der etwaige überschuß den Verkäufern zugute. Doch können diese von ihrem Pächter die Pacht nicht fordern, bevor die Rente geleistet ist. Bei Bedarf leisten sie auf Antrag Ersatz für die Unterpfänder und diese Urkunde. In jedem Säumnisfall kann die Rentenkäuferin sich durch Schultheiß und Geschworene des Hofgerichts Lülsdorf bis zur Tilgung aller Rückstände in das Unterpfand immittieren lassen, jeder Rechtsbehelf dagegen ausgeschlossen. Die Rente ist zum Rententermin mit der Verkaufssumme zuzüglich etwaigen Rückständen bei Wahrung vierteljähriger Kündigungsfrist einlösbar. Die Gerechtigkeiten des Landesfürsten bleiben hierdurch unberührt. - Siegler: Heinrich von Hövelich; Wilhelm von Velbrück, Vogt zu Siegburg und Schultheiß des Amtes und Hofgerichts Lülsdorf, Wilhelm von Zweifel zu Wissen und Johann ........ , beide Geschworene des Hofgerichts Lülsdorf.

v.num : 2061

Enthält : Ausf., Perg. (besch., durch Kassationsschnitte ungültig gemacht), die Sg. ab. -Auf der Rückseite: Einlösungsvermerk des Johann auffm Graffen von [16]06 November 18, der einem - nicht genannten - Beauftragten des Heinrich von Hövelich den Empfang von 1000 gemeinen Tlrn. zu je 52 Alb. und der Pension für das laufende Jahr quittiert. - Rv.: Ambtman Heövelich zu Lommar sprechens daussent daller zu Verpensioniren jede Martini 70 daller (17. Jh.). - Nr. 1921.




1596 Januar 20
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, belehnt, zugleich für seinen Vetter Sebastian von Hatzfeldt, den Peter von Holtbach und Heinrich in der Krumbach, beide geschworene Kreuzbrüder zu Wissen, mit dem Gut zu Birken, das Ludwig von Gosenbach und Hentgen Quin von seinen Großeltern und der Herrschaft Wildenburg zu Lehen trugen. Die Belehnung erfolgt nun, nachdem im Einvernehmen mit seinem Vetter Sebastian das Gut an das Hl. Kreuz zu Wissen in der Weise gelangte, daß jeweils zwei Männer namens des Hl. Kreuzes das Lehen zu nehmen haben. Er bestätigt den durch Peter und Heinrich geleisteten Lehnseid. Seine, seiner Erben, seiner Leute und Dritter Rechte bleiben hierdurch unberührt. - Sieglervermerk des Ausstellers.

v.num : 2062

Enthält : Begl. Abschr. (17. Jh.) mit Beglaubigungsvermerk und Unterschrift des Johann Karl Otto; Pap. (besch.).- Auf der Rückseite: Vermerk von 1658 Juni 22 über die erneute Belehnung von Peter zu Niederhövels (-hobelß) und Rorich zum Rotgen als geschworenen Kreuzbrüdern zu Wissen mit dem Kreuz-Gut (Cretzgüetgen) zu Birken im Beisein von Hermann Zimmerman von Hönningen (Honin-) und Anton (Thoniß) Friesenhagen, Hauptschultheiß, als Zeugen. - Nr. 1922.




[15]96 Januar 28, Krottorf
Permalink der Verzeichnungseinheit

Sebastian von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, zahlte heute an sämtliche Fuchsschen Erben zu Morsbach 250 Rader fl., wofür er deren Gerechtigkeiten an einem Drittel der Bockemolschen (Bockenmulß) Höfe zu Wisserhof, Oberhövels, Siegenthal und Neuroth (-geradt) den beiden Rezessen von [15]95 Juni 5 gemäß abkaufte. Die Erben verpflichten sich, Sebastian eine besiegelte Urkunde wegen ihrer Gerechtigkeiten an den vier Höfen, die sie jetzt nicht ausstellen können, innerhalb von 2 Monaten zu liefern und setzen Hentgen zu Kirchseifen (im Kirsseiffen), Johann in der Wißen, Heiman im Eugelßbach und Klein Johann in der Warnßbach hierfür zu Bürgen. Diese verpflichten sich, die Urkunde auf ihre Kosten termingemäß zu liefern, vor dem Gericht Wissen wie landesüblich Verzicht und dieserhalb auch Wähnschaft zu leisten. - Zeugen: Peter zu Dermbach, Landschultheiß; Johann Kremer zu Friesenhagen. - Unterschriften des Wilhelm Dreisbach für die schreibunkundigen Bürgen sowie der Zeugen.

v.num : 2063

Enthält : Ausf., Pap. (durch Feuchtigkeit besch.). - Beiliegend: Abschr. (19. Jh.)., Pap. - Nr. 1923.




1596 Februar 5
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, belehnt, zugleich für seinen Vetter Sebastian von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Krottorf, und beider Erben, den Tillman Daub, Bürger zu Siegen, als männlichen Erben von Heinrich Staut (Stutten) mit dem Mannlehen zu Untertan einschließlich Zubehör, soweit dessen Vorfahren (-vättern) dies bereits von ihm, seinen Erben und der Herrschaft Wildenburg zu Lehen trugen. Er bestätigt den durch Tillman geleisteten Lehnseid, der ohne sein Wissen das Lehen nicht mindern darf und abhanden gekommene Lehnsstücke wieder zu beschaffen hat. Er sagt ihm seinen Schutz zu. Seine, seiner männlichen Erben, der Herrschaft Wildenburg und Dritter Rechte bleiben hierdurch unberührt. - Sieglervermerk des Ausstellers.

v.num : 2064

Enthält : Abschr. (17. Jh.), Pap. - Nr. 1924.




1596 Aprill
Permalink der Verzeichnungseinheit

Katharina von Hugenpoet (vom Hugenpoedt) und Reinhard von und zu Hugenpoet, beide Erben zu Hugenpoet, sowie Reinhards Vormund Heinrich von Kalkum gen. Losen bekunden Folgendes: Nach dem Tod der Elisabeth von Loe (Lhoe), Witwe von Katharinas Bruder Wilhelm von und zu Hugenpoet, der Reinhards Onkel war, nahmen Johann von Wylich, Herr ingen Veen (int Vehn), Johann von der Recke (Reeckh), Peter von Altenbochum sowie Gisbert von und zu Bodelschwingh (Bolßwinckel) als nächste Verwandte und Erben Haus und Schloß Hugenpoet mit den dabei gelegenen und auch anderweitigen Höfen und Erbgütern in Gebrauch und verlangten, das durch Elisabeth in die Ehe eingebrachte Heiratsgut und die durch sie eingelöste Pfandverschreibung sollten erstattet werden, bevor sie die Hugenpoetschen Güter räumten. Der Streit darüber wurde 1587 Oktober 30 durch beiderseits hierzu gebetenen adelige Schiedsleute dahingehend beigelegt, daß sie den Erben zu einem vereinbarten Termin 2000 Kölner Tlr. zahlen und ihnen die Hugenpoetschen Güter hierfür eingeräumt werden sollten. Vorliegenden Quittungen zufolge zahlte sodann der unterdessen gestorbene Mitvormund Johann von und zu Winkelhausen auf ihre Bitten für sie 1588 September 11200 Kölner Tlr., 1591 Oktober 6 weitere 1000 Reichstlr. und zusätzlich 53 Reichstlr. Außerdem zahlte er weiteren Belegen (partes zettull) und Quittungen zufolge in dem Prozeß, den die Gebrüder von Hugenpoet zu Gosewinkel (zum Goßwinckel), ihre Neffen, bei der fürstlich jülich-bergischen Kanzlei gegen sie führten, weitere 361 Tlr. 23 Alb., die er auf ihre Bitten ebenfalls für sie vorstreckte. Nachdem Johann jüngst starb, verlangte ihre Schwägerin Anna Kettler als seine Witwe von ihnen eine Abrechnung über die vorgestreckten Gelder und die dieserhalb aufgelaufenen Pensionen und entsandte zu diesem Zweck ihren Sohn Ludger von Winkelhausen sowie Peter Erckens, Prokurator am fürstlichen Hofgericht zu Düsseldorf, zu ihnen. Die Abrechnung, die im Beisein des erwähnten Vormunds Heinrich erfolgte, ergab dies: zu Ostern [15]97 (April 6) sind zu zahlen: 2000 Kölner Tlr. und 020 Kölner Tlr. Pension hierfür, zusammen also 3020 Kölner Tlr., weiter 340 Reichstlr. und 3 Reichsort Pension wegen 1053 Reichstlrn. und schließlich 15 Tlr. 26 Alb. Jahrespension wegen 361 Tlrn. 23 Alb., 6 von 100 gerechnet, sodaß die Schulden und die dieserhalb aufgelaufenen Pensionen 020 Kölner Tlr., 1393 Reichstlr., 3 Reichsort, sowie 376 Tlr. kurrent und 9 Alb. ausmachen. Sie verpflichten sich, diese termingemäß zu erstatten, und setzen hierfür Haus und Hof Hugenpoet, den Netelen Erbpachthof sowie ihre anderen Höfe und Erbgüter zu Unterpfand, die sie zuvor bei den Erben der verwitweten Elisabeth mit den erwähnten Geldern einlösten. - Heinrich Duden, Abt zu Werden und Helmstedt (-stadt), von dem das Gut zu Hugenpoet zu Lehen geht, gibt auf ihre Bitten seine Zustimmung zu der Verpfändung. - Die Schöffen zu Mintard (-tertt) bestätigen den Empfang der Gerichtsgebühr dieserhalb. - Sieglervermerk der Aussteller, des Heinrich Duden, Abtes zu Werden und Helmstedt, der auch unterschreibt, sowie der Schöffen zu Mintard (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2065

Enthält : Abschr. (17. Jh.), Pap. - Rv.: Copie vi[dimate] Huegenpodts wegen, wovan daz gelt restituiert (17. Jh.). - Nr. 1925.




1596 Mai 1 a. St.
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wilhelm von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Weisweiler, verkauft an Ägidius Aven[st]rudt, Bürger und Ratsgenossen zu Siegen, und seine Frau Margarethe für quittierte 500 Frankfurter fl. zu je 15 Batzen oder 60 Kreuzern kraft Erbkauf seine Fruchtgefälle und Pachten von Höfen und Zehnten im Amt Siegen innerhalb der Grafschaft Nassau und namentlich von seinem Sechstel der Hatzfeldtschen und Wildenburgischen Güter im Amt Siegen. Die Käufer können die Einkünfte künftig jeweils zu St. Martinstag (November 11) eintreiben und darüber als Eigen verfügen. Wilhelm weist seine jetzigen und künftigen Hofleute an, die FäHigkeiten jeweils innerhalb von 8 Tagen vor und nach St. Martinstag nach Siegen vor das Haus des Käufers zu liefern, wo diese die Fälligkeiten in Empfang nehmen. Die Hofleute sind den Käufern insoweit verpflichtet und entsprechend von den Verpflichtungen gegenüber Wilhelm befreit. Zur Sicherheit setzt er sein erwähntes Sechstel der Güter, wie es rechtmäßig und im Amt Siegen üblich ist, zu Unterpfand. Den Grafen von Nassau-Katzenelnbogen fordert er auf, den Käufern bei Bedarf gegen Vorlage dieser Urkunde Immission in die erwähnten Güter durch seinen jeweiligen örtlichen Beamten zu gewähren. Die Käufer räumen Einlösungsrecht der zu Unterpfand gesetzten Güter mit der Verkaufssumme zuzüglich etwaigen Rückständen sowie Kosten- und Schadenersatz jeweils zu St. Walpurgistag (Mai 1) ein. - Unterschrift des Ausstellers. - Siegler: der Aussteller. - Uff Walpurgis.

v.num : 2066

Enthält : Ausf., Perg. (durch Kassationsschnitte ungültig gemacht), Sg. ab. - Nr. 1926.




1596 Mai 3 n. St., Wildenburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich und -sein gestorbener Bruder Werner von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, waren in ihren Streitigkeiten wegen des Anteils an der Herrschaft Wildenburg, den ihr Bruder Johann von Hatzfeldt und ihr Vetter Johann der Jüngere von Hatzfeldt, Sohn des gestorbenen Dame von Hatzfeldt zu Linzenich, hinterlassen hatten, durch Vergleich von 1576 März 18 geeinigt worden. In weiteren Verträgen war u. a. vereinbart worden, sofern Heinrich keine männlichen Erben und nur Töchter hinterließe, solle sein Anteil an Wildenburg Werner erblich zufallen, die Töchter aber, wie bei denen von Hatzfeldt seit alters üblich, ausgesteuert und abgefunden werden. Da weder eine bestimmte Summe für deren Aussteuer noch festgelegt war, ob Heinrichs Frau Anna von Hanxleden nach seinem Tod eine Leibzucht an dem Haus und den zugehörigen Gütern zu Wildenburg haben solle, entstanden weitere Streitigkeiten zwischen Heinrich und seiner Frau auf der einen Seite und Wilhelm von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, des gestorbenen Werners Sohn, auf der anderen. - Zwischen ihnen führen nun Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Schönstein, und sein Vetter Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Mitherr zu Wildenburg, von denen sie hierzu nach Wildenburg geladen waren, mit Zutun weiterer - und im Folgenden genannter - Verwandter und Freunde folgende erbliche Einigung herbei: Heinrichs Anteil an Haus und Herrschaft Wildenburg mit allem Zubehör innerhalb und außerhalb der Herrschaft, soweit er ihn von seinem Bruder Johann und seinem Vetter Johann dem Jüngeren erbte und selbst besaß, fällt bei seinem Tod Wilhelm als unbelastetes Eigentum zu. Wilhelm findet dann Heinrichs Frau und Töchter innerhalb von einem Jahr mit 8000 Kölner Tlrn. zu je 52 Alb. in gültigen Reichsmünzen ab, die ungeteilt zu zahlen sind. Während des ersten Jahrs nach Heinrichs Tod behalten seine Frau und Töchter den Anteil inne und haben ihn danach erst zu räumen, sobald Wilhelm die Abfindungssumme gezahlt hat. Dabei hat er vierteljährige Kündigungsfrist zu wahren. Erfolgt die Einlösung nicht rechtzeitig vor Ablauf eines Jahres, so verlängert sich deren Nutzungsrecht um jeweils 1 Jahr. Hierfür dient der Anteil als Unterpfand. - Von der Abtretung bleiben gegebenenfalls folgende durch Heinrich erworbene Güter ausgenommen, die Heinrichs Witwe erblich und unbeeinträchtigt durch Wilhelm vorbehalten bleiben: die Höfe zu Völzen (Fultzen), Hövels (Hobels) und Hundscheid (Hanscheidt); die von ihm zu Wippe (Weipe) gekauften Güter; sein Anteil an der Pfandschaft an Haus Waldenburg im [Erz]Stift Köln. Bei der Abtretung von Gütern an Wilhelm dürfen ihm Bau und Besserung nicht berechnet werden, soweit die künftigen Aufwendungen hierfür nicht mit seinem Wissen und Willen erfolgten. - Heinrich kann die ganze Mühle im Tal [Wildenburg] mit dem dabei gelegenen Weiher auf Lebenszeit unentgeltlich nutzen. Doch ist Wilhelms Korn dort ganz, das Korn seines Dieners Rutger dort halb ungernaltert zu mahlen. Doch steht es Rutger frei, Korn und Früchte anderswo mahlen zu lassen. Wilhelm seinerseits kann den neuen großen Weiher oberhalb der Mühle in der Stralenbach sowie den Weiher (halpfuell) ahm Blumbergh alleine gebrauchen. Mit Heinrichs Tod fällt die Mühle, die 8000 Tlr. seien gezahlt oder nicht, zur Hälfte zurück. - Heinrich bzw. nach seinem Tod seine Frau haben, bis die 8000 Tlr. gezahlt sind, den Anteil an Haus Wildenburg mit den zugehörigen Bauten (gebauwe) instand zu halten und die darauf ruhenden Lasten zu tragen. In den Büschen und dem zugehörigen Hoch- und Niederwald (in hohem als in niderem geholtze) dürfen sie, abgesehen von dem notwendigen Brennholz, nur im gegenseitigen Einvernehmen Einschlag tun. Wer dem zuwider handelt, hat der Gegenseite den festgestellten Schaden in doppelter Höhe und die Kosten für die hierzu notwendige Besichtigung zu eDstatten. - Beide Parteien verpflichten sich auf den Vergleich, der wie ein Urteil des Reichskammergerichts zu behandeln ist. Bei übertretungen bleiben die hiervon nicht betroffenen Bestimmungen des Vergleichs gültig. - Der zweifach ausgefertigte Vertrag ist alsbald auf Pergament zu ingrossieren, zu unterschreiben und zu besiegeln; er bleibt gültig, auch wenn dies nicht erfolgt. - Mittler und Beistände: Lubbert von Hatzfeldt, Philipp Rost von Wers, Sebastian von Hatzfeldt und Gerlach von Aalst (Elst).

v.num : 2067

Enthält : Abschr. (17. Jh.) mit Schreibervermerk des Jakob Schickartt, Pap. - Rv.: 1) Presentatumvermerk von [1]606 Juni 20 zu Speyer; 2) Copia des Wildbergschen verdrags [Zusatz:] I) NB. Diß ist der letzte verdragh, anno '96 aufgericht deß monats May; II) in sachen des edlen Wilhelms von Hatzfeldt, clegers, contra fraw Annen, geborne uan Hanxlede, wittib von Hatzfeldt, et consortes, beclagte; III) secundi mandati (17. Jh.) (17. Jh.). - Nr. 1927.




[15]96 Juni 4, Wildenburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, gibt einem Antrag von Simon, Sohn des gestorbenen Thomas zu Gösingen und seiner Frau Trinne, statt, entläßt ihn aus seiner Leibeigenschaft und gestattet ihm, künftig zu den Wittgensteiner Leuten zu gehören, um mit Feigen zu Geiningen die Ehe schließen zu können, die zu den Wittgensteiner Leuten gehört. Er gestattet dies unter der Bedingung, daß er bei nächster Gelegenheit auf seinen Antrag mit einer gleichwertigen Person wieder belegt wird. - Siegler: der Aussteller (Ringpetschaft), der auch unterschreibt.

v.num : 2068

Enthält : Ausf., Pap. (an den Rändern besch.). - Nr. 1928.




1596 Juni 10, Wildenburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Elisabeth von Hatzfeldt erläßt ihrem Bruder Bernhard von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, mit dem sie sich dahingehend verglichen hatte, er solle ihr für Heiratsgut, Ketten, Kleidung und Schmuck, die sie forderte, 1350 fl. zahlen, durch Vermittlung ihres Vetters Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, 150 fl. hiervon und zwar unter der Bedingung, daß er ihr 1200 Frankfurter fl. zu je 27 Alb. folgendermaßen zahlt: je 200 fl. jeweils zu Ostern [15]97, [15]98 und [15]99, d. h. 600 fl. der erwähnten Summe, wobei unberücksichtigt bleibt, was sie vorher voneinander bekommen hatten. Für die restlichen 600 fl., die Bernhard 3 Jahre lang unverzinst vorbehalten bleiben, sind sodann für je 100 fl. dieses Betrages 5 fl. Pension zu zahlen. Zur Sicherung der 1200 fl. Heiratsgut und der hierfür zu leistenden Pensionen setzt Bernhard den ihm eigenen Hof zum Busch im Kirchspiel Wissen einschließlich Zubehör zu Unterpfand, der anderweitig nicht belastet ist. Bei Leistungssäumnis Bernhards kann Elisabeth beim Reichskammergericht mandata sine clausula oder anderweitige Vollstreckung erwirken. Das Reichskammergericht hat dem bei Vorlage dieser Urkunde nachzukommen und Elisabeth alsbald in das Unterpfand zu immittieren. Bernhard verpflichtet sich entsprechend unter Eid, jeder Rechtsbehelf dagegen ausgeschlossen. Elisabeth willigt ihrerseits darin ein, daß die 1200 fl. Heiratsgut bei ihrem Tod an Bernhard zurückfallen; sie überträgt diese für den gegebenen Fall Bernhard erblich. In Anbetracht der für Bernhard beschwerlichen Umstände sowie zum besten von Stamm und Namen der von Hatzfeldt verzichtet sie freiwillig auf alles an Erbe und Erbgerechtigkeiten von seiten ihres Vaters und Bruders und ficht Bernhard oder seine Erben dieserhalb künftig nicht an, jeder Rechtsbehelf dagegen ausgeschlossen. Sie verpflichtet sich, zugleich für ihre Erben, unter Eid auf die Vereinbarungen. - Der Vertrag wird zweifach ausgefertigt. - Unterschriften von Bernhard und Elisabeth von Hatzfeldt sowie ihrer Vettern Heinrich und Sebastian von Hatzfeldt. - Siegler: Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg (Petschaft); Elisabeth von Hatzfeldt (Petschaft); Heinrich von Hatzfeldt (Petschaft); Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herr zu Wildenburg (Petschaft).

v.num : 2069

Enthält : Ausf., Pap. (geheftet), die - unter Papierstreifen aufgedr. - Sg. ab. - Nr. 1929.




1596 Juni 18
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich und Wilhelm Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, nehmen mit Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, folgenden Erbtausch vor: Heinrich und Wilhelm überlassen Sebastian 1 Vt. 9 Ruten in dem Seiften, die bisher zu ihrem Hof im Weidenbruech gehörten, und die unterhalb von Sebastians Höfen in der Langenbach gelegen sind. Hierfür erhalten sie von Sebastian 1 Vt. 9 Ruten Wiese unten in dem erwähnten Seiffen, wo sie oberhalb des Stegs gelegen sind, der vom Weidenbruech an den Hellers bergk führt; dieses Stück ist von anderen Gütern Sebastians durch Pfähle abgeteilt. Die ausgetauschten Stücke sind gleichwertig, sodaß gegenseitige Zugaben entfallen. Da Sebastian beabsichtigt, auf dem von ihm ertauschten Stück einen Weiher anzulegen, verzichten Heinrich und Wilhelm für den Fall auf einen Ausgleich, daß der Weiher etwas auf das daneben gelegene wüste Stück (wusteney) ausspeit, das zu ihrem Hof im Weidenbruch gehört. Sebastian verspricht aber, sobald der Weiher fertiggestellt ist, die Flut (flutarch) seitlich auf das Feld, das zu ihrem Hof im Weidenbruch gehört, so zu leiten, daß dieses in Wiese umgewandelt werden kann. - Bei Verlust einer der beiden Ausfertigungen des Vergleichs, von denen die Partner je eine an sich nehmen, bleibt die andere gültig. - Siegler: die Aussteller, die auch unterschreiben.

v.num : 2070

Enthält : Ausf., Pap., Sg. 1-3 unter Papieroblaten aufgedr. - Nr. 1930.




1596 Juni 25, Höxter im Stift Corvey
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wilhelm von Hatzfeldt, bestellter Rittmeister des Niederrheinisch-Westfälischen (niderlendischenn westfälischenn) Kreises ins Land Ungarn (zu Ungernn), hatte auf die Nachricht von der in Kürze beabsichtigten Zusammenkunft sämtlicher Erben seines gestorbenen Vaters Johann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, an diese schriftlich die Bitte gerichtet, ihn mit zu bedenken (mit einer gunstigenn stewer bedenken), da er zu Beginn des Jahres beabsichtigte, sich mit dem Obristen von Schwarzenberg (-burgk) auf einen Zug nach Ungarn zu begeben. Doch erhielt er von Heinrich von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, abschlägigen Bescheid. Da er wegen des von ihm beabsichtigten Zuges einen günstigen Bescheid nicht abwarten kann, bittet er Wilhelm von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Weisweiler, den Erben bei der Zusammenkunft sein Bittschreiben zu präsentieren und sein Begehren möglichst zu unterstützen. Hierzu erteilt er ihm auch die notwendige Vollmacht. - Unterschriften des Ausstellers, von Vinzenz von Schellard (Schelrode, Schellarth), jungem Herrn zu Gürzenich (Gorze-), sowie von Bernhard von Gevertshain (Gebertzhain, Gevertzhan). - Geben zue Hoxer im stifft Corpheyenn am 25. Junii a[nno] [15]96.

v.num : 2071

Enthält : Ausf., Pap. - Nr. 1931.




1596 August 22, Schönstein
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Schönstein, gibt einem Antrag von Lentz, Sohn des gestorbenen Johann Hofmeister zu Wissen, Leibeigenem (leibeigener underthan) von Amt und Herrschaft Schönstein, statt, wonach dieser seit längerer Zeit die Mühle bei Gemünden bedient, die Albrecht Philipp und Johann Ludwig Gebrüdern und Grafen zu Leiningen, Herren zu Westerburg (-burgh) und Schaumburg (-bergh), des Reiches Semperfreien, zu Eigen ist, dem [Kurfürsten zu Köln] aber keine Handarbeit leistete. Da Lentz nun beabsichtigt, Katharina, die Tochter von Pauluß Johansen, zu heiraten und auf dem westerburgischen Hof (hof und gebauwen) ihres Vaters zu bleiben, entläßt er ihn, wie es hierzu notwendig ist, aus der Leibeigenschaft (leibverwantniß) des Kurfürsten und Erzbischofs zu Köln, sodaß er unbeeinträchtigt von seiner Seite sich in der Herrschaft Westerburg oder einem anderen Gebiet der Grafen zu Leiningen, Herren zu Westerburg, niederlassen kann. Die Erlaubnis wird hinfällig, sobald bei nächster Gelegenheit verweigert wird, daß jemand anders aus der Herrschaft Westerburg oder von andernwärts in das Amt und die Herrschaft Schönstein überwechseln kann. - Unterschrifts- und Sieglervermerk des Ausstellers.

v.num : 2072

Enthält : Konzept (16. Jh.), Pap. - Nr. 1932.




[15]96 August 28
Permalink der Verzeichnungseinheit

Reinhard der Alte Beissel von Gymnich, Herr zu Schmidtheim (Schmedem), stellt seinem Vetter Wilhelm von Winkelhausen auf dessen Bitten folgende Bescheinigung zu dessen Verwendung über das aus, was ihm wegen des Verzichts seiner gestorbenen Schwägerin (schwester) Anna von Winkelhausen, Witwe des Sybert von Troisdorf (Trostorf), bekannt ist, den sie auf Verlangen von Johann von Winkelhausen zu Winkelhausen leistete: Etwa im Jahr [15]55 hielt er selbst bei dem unterdessen gestorbenen Ludger von Winkelhausen und bei anderen Freunden um die Hand seiner unterdessen gestorbenen Frau Guda von Winkelhausen an. Sie brachte 4000 Goldfl. Brautschatz in die Ehe ein. Sybert führte daraufhin bei Ludger und anderen Freunden Beschwerde darüber, daß er durch seine Frau Anna lediglich 1500 Goldfl. Heiratsgeld erhielt, wofür Anna auf alle väterlichen und mütterlichen Güter verzichtete. Nachdem sich herausstellte, daß Anna weniger als die Hälfte ihres Pflichtteils bekommen hatte, widerrief Sybert deren Verzicht und die zwischen ihnen vereinbarten Eheberedung. Auch weigerte Sybert sich, die von ihm - Reinhard dem Alten - mit Guda vereinbarte Eheberedung zu bestätigen und zu besiegeln, bevor seiner Klage Genüge getan sei. Es wurde daher mit Sybert vereinbart, daß alle früheren Vereinbarungen und Verzichtleistungen außer Kraft seien. Nachdem dann Johann an Sybert und Anna weitere 2000 Goldfl. zugesagt und gezahlt hatte, verzichtete Anna zur Erhaltung von Stamm und Namen auf alle Hinterlassenschaft von seiten ihrer Eltern und Geschwister, wie beim Adel üblich. - Reinhard der Alte bestätigt dies, da er bei allen diesen Vorgängen zugegen war. Auch bestätigt er den durch seine gestorbene Frau geleisteten Verzicht. - Siegler: der Aussteller, der auch unterschreibt.

v.num : 2073

Enthält : Ausf., Pap., unter Papieroblate aufgedr. - Beiliegend: Ausf., Pap., Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Nr. 1933.




1596 Oktober 9, Düsseldorf
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Wilhelm Herzog zu Jülich, Kleve und Berg etc. bekundet, sein gestorbener Vater Wilhelm Herzog zu Jülich, Kleve und Berg habe 1568 Johann Bacheim als Bevollmächtigten von Marsilius und Werner Gebrüdern von Paland zu Wachendorf mit deren Anteil an Haus und Herrlichkeit Bachem (Bacheim) einschließlich Hochgerichtsbarkeit und sonstigem Zubehör in gleichem Umfang zu Mannlehen belehnt, wie er 1547 deren Vater Marsilius von Paland hiermit belehnt hatte. Er belehnt nun den erwähnten Marsilius von Paland zu Wachendorf erneut hiermit als Lehen des Herzogtums Jülich gemäß Antrag, den dessen Diener Johann Teutenberg gestellt hatte. Hierdurch bleiben seine, seiner Erben und Dritter Rechte unberührt. Er bestätigt den durch den Bevollmächtigten geleisteten Lehnseid. - Zeugen: Eberhard von Meyrath zu Reifferscheidt, Friedrich von Catterbach (Cater-), beide Lehnsleute des Herzogtums Jülich. - Sieglervermerk des Ausstellers. - Beglaubigungsvermerk der Abschrift durch B[ernhard] Steingen, Sekretär der jülichschen Kanzlei zu Düsseldorf, von 1669 März 29 auf Grund des Lehnbuchs von Johann Wilhelm Herzog zu Jülich, das sich bei der dortigen Lehnsregistratur befindet. - Unterschriftsvermerk des Sekretärs B[ernhard] Steingen. - Sieglervermerk der jülichschen Kanzlei zu Düsseldorf (Sekretsiegel).

v.num : 2074

Enthält : Abschr. (18. Jh.) von begl. Abschr. (17. Jh.), Pap. - Nr. 1935.




1596 Oktober 9
Permalink der Verzeichnungseinheit

Marsilius von Paland, Herr zu Wachendorf, stellt dem [Johann] Wilhelm Herzog zu Jülich, Kleve und Berg etc. einen Revers aus über die durch Urkunde vom gleichen Tag vorgenommene Belehnung mit seinem Anteil an Haus und Herrlichkeit Bachern einschließlich Zubehör. - Sieglervermerk des Ausstellers. - Beglaubigungsvermerk der Abschrift von 1669 März 29 zu Düsseldorf auf Grund des Lehnsbuchs des Johann Wilhelm Herzogs zu Jülich, Kleve und Berg etc. auf der dortigen fürstl. jülichschen Lehnsregistratur mit Unterschrifts- und Sieglervermerk des secretarius B[ernhard] Steingen.

v.num : 2075

Enthält : Abschr. (18. Jh.) von begl. Abschr., Pap. - Vgl. Reg. Nr. 2045. - Nr. 1936.




1596 Oktober 9, Düsseldorf
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Wilhelm Herzog zu Jülich, Kleve und Berg etc. bekundet, sein gestorbener Vater Wilhelm Herzog zu Jülich, Kleve und Berg etc. habe 1568 Johann Bacheim als Bevollmächtigten von Marsilius und Werner Gebrüdern von Paland zu Wachendorf mit deren Anteil an Dorf und Herrlichkeit Frechen einschließlich Gerichtsbarkeit und sonstigem Zubehör in gleichem Umfang zu Mannlehen belehnt, wie er bereits 1547 deren gestorbenen Vater Marsilius von Paland hiermit belehnt hatte. Er belehnt nun den erwähnten Marsilius von Paland zu Wachendorf erneut hiermit als Lehen des Herzogtums Jülich gemäß Antrag, den dessen Diener Johann Teutenberg gestellt hatte. Hierdurch bleiben seine, seiner Erben und Dritter Rechte unberührt. Er bestätigt den durch den Bevollmächtigten geleisteten Lehnseid. - Zeugen: Eberhard von Meyrath zu Reifferscheidt, Friedrich von Catterbach, beide Lehnsleute des Herzogtums Jülich. - Sieglervermerk des Ausstellers. Viditvermerk des N. van den Broil. Schreibervermerk des [N.] Conßen. - Beglaubigungsvermerk der Abschrift auf Grund des Originals mit Unterschriftsvermerk des B[ernhard] Steingen.

v.num : 2076

Enthält : Abschr. (18. Jh.) von begl. Abschr., Pap. - Nr. 1934.




1596 Oktober 15, Walmeringhausen
Permalink der Verzeichnungseinheit

Ernst Erzbischof zu Köln etc., Kurfürst, bekundet, er habe Hermann von Hatzfeldt zu Wildenburg, seinen Rat und Drosten zu Balve, in Ansehung seiner Dienste durch Urkunde von [15]90 November 29, zugleich für alle von Hatzfeldt, mit Schloß und Herrschaft Schönstein zu Erblehen belehnt. Auch habe er ihm gestattet, die Burgsitze und Lehngüter der Quad und Hanxleden (-leben) im Amt Schönstein erblich an sich zu bringen. Daraufhin habe Hermann die Lehngüter von Heinrich Quad zu Isengarten (Eisen-) und von Georg von Hanxleden gemäß von ihm vorgelegten Kaufurkunden erblich gekauft. Hiermit belehnt er Hermann, zugleich für dessen testamentarisch bestimmten Erben sowie alle von Hatzfeldt, die in der erwähnten Belehnung:surkunde von [15]90 November 29 genannt sind, als Erblehen auch in den Seitenlinien. Dabei handelt er sich um die sog. Isengartenschen (Eysengartten) Güter und zwar um den Burgsitz der Quad zu Isengarten im Amt Schönstein, den Hof Katzenthal (-dall) sowie die Güter zu (uff der) Eiben und uff dem Bungart einschließlich Zubehör, die die Quad zu Isengarten von seinen Vorgängern zu Lehen trugen. Außerdem handelt er sich um den Burgsitz zu Schönstein einschließlich Zubehör sowie um je die Hälfte der Höfe zu Loch (zum Laiche) und Denhausen, die der erwähnte von Hanxleden und dessen Vorfahr (anherr) Johann Knybe von Ostendorp gen. Bockemol (Knive van Oistendorff gen. Bochemull) von ihm und seinen Vorgängern zu Lehen trugen. - Er bestätigt den durch Hermann geleisteten Lehnseid. Seine, seiner Nachfolger, des Erzstifts [Köln] und Dritter Rechte bleiben hierdurch unberührt. - Zeugen: Rembert Wrede zu Schellenstein (Schallen-), Jobst Dietrich Gaugrebe (Gogreffe), beide kurkölnische Lehnsleute, Lizenziat jur. utr. Nikolaus Rham, kurkölnischer Rat. - Unterschrift des Ausstellers. - Siegler: der Aussteller. - Gegeben auf dem Bergwerk zu Walmeringhausen (Wullmerinckhausen). - Auf dem Bug: 1) Schreibervermerk de·s Dietrich Mohr; 2) Paraphierungsvermerk des Notars Schlippert von 1868 Juni 9 zu Kaiserswerth.

v.num : 2077

Enthält : Ausf., Perg., Sg. erh. - Nr. 1937.




1596 Oktober 20
Permalink der Verzeichnungseinheit

Arnold Blankart (Blanckardt) zu Odenhausen, kurkölnischer Vogt und Amtmann zu Vilich und Rheindorf, und seine Frau Isabella Schenk von Nideggen bekunden, sie hätten ihre Tochter Maria Blankart (Blanckartz) 1582 Februar 26 mit Kaspar von Reuen zu Lohmar (Lomar) verheiratet. Aus der Ehe seien mehrere Kinder hervorgegangen, von denen Wilhelm und Wilhelm Dietrich von Reven noch am Leben seien. Der Eheberedung zufolge hätten sie ihrer Tochter u. a. 2000 Tlr. Brautschatz zugesagt, die alsbald nach dem Beilager fällig sein sollten; andernfalls sollten hierfür jährlich 100 Tlr. Pension fällig sein. Da aber noch im gleichen Jahr infolge der Kriegsläufte im Erzstift Köln ihre beiden Häuser (säß unnd hauser) zu Vilich und Odenhausen abbrannten, sei die hierfür zu leistende Pension zu einem ansehnlichen Betrag aufgelaufen. Da Kaspar außerdem gestorben sei, sei Maria, die er mit den beiden Söhnen hinterließ, viele Jahre Witwe gewesen, habe dann aber im Einvernehmen mit ihnen sowie mit demjenigen ihrer Verwandten und Freunde eine weitere Ehe mit Georg von Tomberg gen. Worms (Thombergh gnandt Wormbs) geschlossen. Ihrer dabei vereinbarten zweiten Heiratsverschreibung zufolge habe sie u. a. jährlich 100 Tlr. Pension wegen der genannten 2000 Tlr. zugesagt. Arnold und Isabella, die es in Anbetracht ihres fortgeschrittenen Alters bevorzugen, wegen der aufzubringenden Leistungen ein Gut von ihnen abzutreten, sind damit einverstanden, daß ihr Hof zu Meckenheim einschließlich Zubehör an Georg und Maria, ihren Schwiegersohn und ihre Tochter, zur Nutzung abgetreten wird, sofern sie hiervon die jährlich an das Kapitel in Bonn fällige Pension leisten. Erbringen danach die Früchte und sonstigen Einkünfte des Hofs die an Georg und Maria fälligen Leistungen nicht ganz, so leisten Arnold und Isabella den Rest mittels ihrer übrigen Güter. Auch in einem fruchtbaren Jahr, in dem die Eichen Eichelmast erbringen, dürfen Georg und Maria die Büsche nur hierzu nutzen. Holz dürfen sie darin nur mit ihrem Wissen oder dem ihrer übrigen Söhne und Kinder fällen. Erbringen der Hof und die Güter in einem Jahr mehr als die fällige Pension, so haben Georg und Maria den überschuß an sie auszuliefern. Auf Verlangen sind Georg und Maria jährlich rechenschaftspflichtig. Für Korn und Hafer ist dabei der zwischen Ostern und Pfingsten gültige Preis zugrundezulegen. Im übrigen gelten die beiden Heiratsverschreibungen uneingeschränkt und unbeschadet der Rechte der dadurch Betroffenen. - Unterschriften der beiden Aussteller. - Siegler: der Aussteller.

v.num : 2078

Enthält : Ausf., Perg. (stockfleckig; durch Mäusefraß besch.), das Sg. flachgedr. - Nr. 1993.




1596 November 9
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hermann von Winkelhausen, Ludger von Winkelhausen und seine künftige Frau Margarethe von Hüls (Hulss) sowie Wilhelm, Christoph und Johann von Winkelhausen vereinbaren zur Erhaltung von Stamm und Namen folgenden Familienvertrag: Die Teilung der Güter, auf denen sie seit dem Tod ihres Vaters Johann von Winkelhausen gemeinsam mit ihrer Mutter ansäßig sind, hat, was gegenwärtig nicht möglich ist, alsbald im Einvernehmen mit der Mutter zu erfolgen. Wegen der Aussteuer ihrer Schwestern ist wie billig und nach adeliger Übung zu verfahren. Um gegenseitige Mißhelligkeiten zu vermeiden, vereinbaren sie für folgende Fälle dies: Beim erbenlosen Tod eines von ihnen fällt der von ihm hinterlassene Erbteil seinen Brüdern zu gleichen Teilen zu. Eine kinderlose Witwe eines von ihnen erhält von seinen Brüdern jährlich 100 Tlr. zur Leibzucht, während die Winkelhauser Güter den Brüdern zu gleichen Teilen zufallen. Eine Witwe hat die Güter ihres Gemahls erst zu räumen, sobald sie von den Brüdern ein Unterpfand erhalten hat. Hinterläßt einer von ihnen Töchter, aber keine Söhne, so erhalten die Töchter von den Winkelhauser Gütern einen Teil, seine Brüder zwei Teile. Die Güter von seiten der Mutter bleiben den Töchtern vorbehalten. Männliche Winkelhauser Erben können den Anteil, der den Töchtern zufiel, zur Erhaltung von Stamm und Namen mit Geld nach Maßgabe geeigneter (guter) Leute abgelten. Witwen und Töchter haben die Güter des Gemahls bzw. Vaters erst zu räumen, sobald sie hinreichende Sicherung erhalten haben. über gewonnene oder erworbene Güter können Eheleute oder die erwähnten Brüder frei verfügen. - Der Vertrag ist alsbald unter Siegel auszufertigen. - Unterschriften der Aussteller.

v.num : 2079

Enthält : Ausf., Pap. - Beiliegend: 1) Abscb.r. (17. Jh.), Pap.; 2) 2 Abschr. (18. Jh.), Pap. - Nr. 1938.




1596 November 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, und seine Frau Barbara von Broel (vom Bruell) gen. Plater verkaufen an Johann Dausch (Dauschen) zu Reifenrath (Reifferoidt) und seine Frau Lißgen für quittierte 800 Rader fl. zu je 24 Rader alb. Sieger W. kraft Erbkauf ihre Wiese unterhalb der Reifenrather (Reifferoder) Wiese vor Nöchers seippen mit folgenden jährlichen Nutzungen: 3 Ml. 1 Meste 1 Kop Korn und 3 Ml. Malterfrucht, jeweils Wildenburger M., 112 Tlr. Schweinegeld, eine halbe Gans oder 3 alb. sowie 9 Tlr. zu je 3 alb. Die Fälligkeiten sind jeweils zu St. Martinstag (November 11) von ihrem Sechstel der beiden Mahlmühlen zu Mühlenthal (Mollenthall) und vor der Brücke zu Wissen sowie von ihrem Höfchen und Gut zu Hassenthal (Hasenthaell) in der Herrschaft Wildenburg, die Bernhard von seinen Eltern erbte, zu leisten. Bernhard weist die Inhaber bzw. Pächter (gewinner, einhaberen oder pfechter) der beiden Mühlen bzw. der Güter an, den Käufern die Nutzungen zukommen zu lassen. Sie leisten der verkauften Güter und Nutzungen wegen Währschaftsversprechen und setzen hierfür ihren übrigen Besitz zu Unterpfand. Den Käufern ist es künftig auf Verlangen möglichst zu gestatten, die erwähnten beiden Mühlen selbst zu gebrauchen; sie erhalten dann auch Bernhards Anteil an dem notwendigen Bauholz. Der Verkauf ist jeweils innerhalb von 8 Tagen vor und nach dem Rententermin mit der Verkaufssumme zuzüglich etwaigen Rückständen bei Wahrung vierteljähriger Kündigungsfrist einlösbar. - Unterschriften des Bernhard von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, und seines Vetters Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Schönstein. - Siegler: Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Schönstein. - Am thage Martini des hi. bisschoffs.

v.num : 2080

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1, 2 erh. - Nr. 1939.




1596 November 30, Sonsbe«k
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich von Wittenhorst, der seinem Schwager Daem Schellard von Obbendorf (Schellart uan Obbendorff), Herrn zu Gürzenich, Schijn und Doorenwerth (Dörroerdt), an vorgestreckten Geldern und dieserhalb aufgelaufenen Pensionen 2000 Brabanter fl. gemäß Abrechnung schuldet, die er [15]96 Februar 16 mit dessen Rentmeister zu Geisteren, Heinrich von Randerath (-denradt), gehalten und die Daem auch bestätigt hatte, bestätigt seine Zusage, bis zu deren Tilgung jährlich 100 Brabanter fl. jeweils im Mai zu zahlen. Er verpflichtet sich zu deren Leistung vom Mai [15]97 an und sagt Daem und seinen Erben bei nächster Gelegenheit Sicherungen hierfür auf seinen Gütern in den Fürstentümern Kleve und Geldern (Geller) zu. - Unterschriften des Ausstellers sowie seiner Frau Ulant von Mascherel (Marscharell) gen. Wittenhorst. - Siegler: der Aussteller. (Petschaft), - Soensbeck.

v.num : 2081

Enthält : Ausf., Pap., Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Nr. 1940.




[15]97 Februar 18 a. St.
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bernhard und Sebastian Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, werden in ihren Streitigkeiten wegen Schulden und hierfür zu leistende Pensionen durch ihren gemeinsamen Vetter Hermann von. Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Schönstein, folgendermaßen gütlich geeinigt: Sebastian zufolge schuldet Bernhard ihm 1300 Tlr. Wildenburger W. gemäß Hauptverschreibung von Weihnachten [15]76 (Dezember 25), 295 solcher Tlr. Zinsen hierfür, die am Christtag [15]96 (Dezember 25) fällig waren, 700 Frankfurter fl. wegen der von Hanxledenschen (-lerischen) Güter gemäß jetzt vorgelegtem Vertrag sowie 280 Tlr. zu je 31 Alb. an Hauptgeld und Pension wegen der Güter der Erben Knüttel in der Grafschaft Nassau. Er wünscht daher, daß Bernhard die Schuldsumme von 2852 fl. 21 alb. in bar zahlt oder Unterpfänder hierfür erblich verschreibt. Bernhard bietet daraufhin an, ihm seinen Anteil an den erblichen Gütern Wisserhof, Siegenthal, Oberhövels (Obernhöbels) und Neuroth (Newerath) im Kirchspiel Wissen innerhalb der Hernschaft Wildenburg, die sie von Georg (Jörge) von Hanxleden (-ler) und dessen Frau an sich brachten, ebenso zu verkaufen wie seine Gerechtigkeit an diesen Gütern, die Sebastian von den Erben Voß erwarb. Er überreicht sogleich hierzu einen Taxzettel, wonach die Erbteile der Renten zu veranschlagen sind, und bittet, Sebastian gemäß Billigkeit zu bescheiden. Hermann befindet nach eingehender Unterhandlung, Bernhard habe an Sebastian seinen Anteil an den vier Höfen und Gütern als Abschlag auf die erwähnte Schuldsumme abzutreten. Für restliche 550 Frankfurter fl. Schuld hat er durch Rezeß, der bei einer besonderen Zusammenkunft zu errichten ist, bis zu deren Tilgung mehrere Erbgüter zu verpfänden. Bei dieser Gelegenheit hat er Sebastian Erburkunden wegen der Hanxledenschen Güter und Pfandurkunden wegen restlichen 550 fl. Schulden zuzustellen. Bei der gleichen Gelegenheit hat Sebastian die durch Bernhard und seinen gestorbenen Vater ausgestellten besiegelten Urkunden und sonstigen Unterlagen zusammen mit einer Quittung herauszugeben. Findet Bernhard nachträglich Unterlagen und Quittungen auf, die seine Zinsrückstände ermäßigen, so kommt ihm dies zugute. - Die Parteien verpflichten sich durch gegenseitigen Handschlag auf die Vereinbarungen, durch die die erwähnten Streitigkeiten beigelegt sind. - Der Vertrag wird doppelt ausgefertigt. - Unterschriften von Hermann von Hatzfeldt als Obmann, von Bernhard und Sebastian von Hatzfeldt sowie von Johann Quad von Landskron zu Schönbach als Unterhändler. - Siegler: Hermann von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Schönstein, Bernhard und Sebastian von Hatzfeldt, beide Herrem zu Wildenburg, Johann Quad von Landskron zu Schönbach.

v.num : 2082

Enthält : Ausf., Pap., Sg. 1-4 unter Papierleiste aufgedr. - Nr. 1941.




1597 März 11, Blankenheim
Permalink der Verzeichnungseinheit

Eberhard Schlecht, Schultheiß, sowie Johann Zimmermann, Balthasar Bree und die übrigen Schöffen des Gerichts Blankenheim (Blanckheim) geben einem vor ihnen gestellten Antrag des Wilhelm von Winkelhausen statt, seinen Onkel Reinhard den Alten Beissel von Gymnich, Herrn zu Schmidtheim (Schmid-), in den im Folgenden genannten Punkten zu verhören, da er und seine Brüder dies aus Gründen benötigen, die auch seinem Onkel bekannt sind, der andererseits mit über 80 Jahren altersschwach und Gefahren durch Krieg und Pest ausgesetzt ist. Reinhard der Alte bekundet daraufhin auf Befragen gemäß örtlicher Gewohnheit nach dem, was ihm wegen des Verzichts seiner gestorbenen Schwägerin (schwester) Anna von Winkelhausen, Frau des Sybert von Troisdorf, gegenüber ihrem Bruder Johann von Winkelhausen bekannt sei [Gleiches wie (15]96 August 28]. - Siegler: Schultheiß und Schöffen des Gerichts Blankenheim (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2083

Enthält : Ausf., Pap., Sg. aufgedr.- Vgl. Reg. Nr. 2044.- Nr. 1942.




1597 März 15
Permalink der Verzeichnungseinheit

Sämtliche Kinder, die der gestorbene Clein Johann Kaitaugers zu Katzwinkel hinterlassen hat, verkaufen an Peter zu Dermbach und seine Frau Judith für eine quittierte Kaufsumme kraft Erbkauf ihr Erbe und Gut mit den zugehörigen Gerechtigkeiten in der Arnßbach in der Herrschaft Wildenburg, die sie von ihren Eltern erbten, die sie kauften oder sonst erwarben. Vor dem Gericht Wissen verzichten sie hierauf erblich zu deren Gunsten, nachdem der Erbkauf in der Kirchspielskirche zu Wissen dreimal feilgeboten und auch sonst dieserhalb wie in der Herrschaft Wildenburg und im Kirchspiel Wissen üblich verfahren war. Sie leisten Währschaftsversprechen des Erbkaufs wegen. - Siegler: Peter zu Dermbach und Georg Breuger, beide kölnische und Wildenburgische Schultheissen, sowie Wilhelm zu Loch, Johannes Schmitz, Hermann Lippen, Rarich Baumgart, Johann Duist zu Reifenrath, Johann Fluch zu Bruchen (zum Broich), Tiel zu Honigsessen (Hoingses), Schöffen des Gerichts Wissen (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2084

Enthält : Ausf., Pap. (durch Madenfraß besch.), Sg. unter Papieroblate aufgedr. - Nr. 1943.




1597 August 30
Permalink der Verzeichnungseinheit

Schweikard von und zu Sickingen (-hingen) sowie Sebastian von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Krottorf (Chruttorff), als rechtmäßiger Verwalter seiner Frau Lucia von Hatzfeldt gen. von Sickingen bevollmächtigen nach dem Tod ihres Vaters und Schwiegervaters Franz von und zu Siekingen zur Vollstreckung ihrer kaiserlichen Kommission wegen des Frundsbergischen (Fronspergische) Nachlasses gegenüber Christoph Fugger, Freiherrn zu Kirchberg und Weissenhorn, sowie gegenüber Wolf Veit von Maxelrain (Meuhselrein), Freiherrn zu Waldeck, den Dr. jur. utr. David Crafft, Advokat beim Reichskammergericht in Speyer und Syndicus zu Wimpfen, sowie den Wilhelm. Pröpstlin, Stadtschreiber zu Neuburg an der Donau (Thonaw). Sie ratifizieren im voraus die von den Bevollmächtigten in ihrem Namen in dieser Allgelegenheit getroffenen Maßnahmen. Sie können gemeinsam oder einzeln vor Philipp Ludwig Pfalzgrafen bei Rhein etc. als kaiserlichem Kommissar erscheinen, den Prozess führen und alle dabei notwendigen Schritte tun. Zusätzlich notwendige Vollmachten erteilen sie jetzt bereits vorsorglich. Sie versprechen, die Bevollmächtigten schadlos zu halten und setzen ihr Hab und Gut hierfür zu Unterpfand. - Unterschrifts- und Sieglervermerk der Aussteller.

v.num : 2085

Enthält : Konzept (16. Jh.), Pap. - Nr. 1944.




[15]97 Oktober 6
Permalink der Verzeichnungseinheit

Klein Johann sowie Johann, Hofleute des Hofs zu Stöcken bzw. des Hofs Wisserhof, werden in ihren Streitigkeiten wegen des langen Oelgin und der in der Nähe davon hinziehenden Hart, wegen sonstiger Weiden (drifften) und anderweitigen Nachbarschaftsstreitigkeiten, die bereits zwischen ihren Vorfahren bestanden und die des Ölgin wegen bereits vor vielen Jahren einmal beigelegt wurden, nun durch Hermann und Sebastian Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, die als Erbherren (erb- und landthern) auf beiden Höfen erschienen, wie folgt verglichen: 1) Das lange Oelgin, das links durch den Lauf der Wisse, rechts durch den alten, an der Hart hinziehenden Hüttengraben sowie unten durch vier mit Kreuzen versehene Eichen begrenzt wird, gehört künftig erblich zum Hof Stöcken, sodaß der Hofmann es ungehindert durch denjenigen des Hofs Wisserhof nutzen kann; 2) Die Hart rechts oberhalb des langen Oelgin bleibt künftig vom Oelchesseiffen an, der beide Höfe voneinander trennt, bis zum Ende dem Hofmann des Wisserhofs erblich vorbehalten, sodaß er sie unbeeinträchtigt durch denjenigen des Hofs Stöcken nutzen kann; 3) Die bisher strittige Weide, die vom Hof Stöcken quer (zwerg) durch das Oelchesseiffen über das Verniss genannte Feld reicht, überläßt der Hofmann des Hofs Wisserhof demjenigen des Hofs Stöcken von der Nähe des Seiffen an aufwärts (uff der fuhr hinauffen). Bestellt der Hofmann des Hofs Wisserhof das Feld neben dem Seiffen, so hat er 1 Rt. breit oberhalb davon unbestellt zu lassen, damit das Vieh vom Hof Stöcken zur Weide (hude) getrieben werden kann. Die Früchte und deren Nutzung (fruchte und drescher) bleiben dadurch unbeeinträchtigt, ebenso die Nutzungs- und Eigentumsrechte, da das Oelchesseiffen die Grenze zwischen beiden Höfen bleibt. 4) Der Hofmann des Stöcker Hofs darf seinen Viehtrieb von seinem Hof am Lauf der Wisse hinab durch den Wald, um den Wisser bruch herum und den Fuhrweg die Hart hinauf bis zur Wolffskaullen zu seinen Gütern nicht zum Nachteil des Hofmanns des Hofs Wisserhof nutzen. Schlägt dieser dort den Hain und bestellt er dort Feld, so hat der Hofmann des Hofs Stöcken entsprechend zurückzutreten; er darf die Frucht des Hofes Wisserhof nicht beeinträchtigen; 5) Der Hofmann des Hofs Stöcken darf die Quelle, die oberhalb des im Wisser bruche genannten Wäldchens entspringt, auf kürzestem Wege von dem Wald hinab soweit in sein Feld leiten, daß sie zwischen dem Wäldchen und dem Weg bis in die Wiese verläuft, ohne das Wäldchen zu beeinträchtigen; 6) Die Streitigkeiten im Feld bey der Wulffskaullen, wo ein Grenzstein verloren ging, der auf den Amissenhauff gerichtet war, und wo der Hofmann des Hofs Stöcken die Grenze annahm, wird dahingehend beigelegt, daß mitten zwischen Wolffskauhlen und Amissenhauffe ein großer Grenzstein gesetzt wird, von wo die Grenze auf die große Eiche in der Hart und von dort durch den Wiesengrund auf die Hainbuche jenseits der Lawerbach zieht. - Die Streitigkeiten wegen des Viehtriebs, den der Hofmann des Hofs Stöcken in diesem Wiesengrund und auf (gleich uff) der Scheide alleine nutzt, wo er angeblich zu weit auf Feld trieb, das zum Hof Wisserhof gehört, wird durch Tausch beigelegt, indem die Wiese bachabwärts rechts, die bisher vom Hof Wisserhof genutzt wurde, künftig zum Hof Stöcken erblich gehört. Das bisher von dort genutzte Wieschen am Hornbergs seiffen bleibt künftig dem Hof Wisserhof erblich vorbehalten. - In diesem Zusammenhang wird noch vereinbart, daß der Hofmann des Hofs Stöcken den Wassergang in dem ertauschten Wieschen beim Lawerbach unbeeinträchtigt läßt. Hierfür läßt ihm der Hofmann des Hofs Wisserhof den zuvor zwischen beiden Wiesen hindurchgehenden Viehtrieb unbeeinträchtigt, der entlang der Hart oberhalb der von ihm ertauschten Wiese und somit zwischen beiderseitigen Wiesen hindurchgeht. - Unterschriften der Mittler. - Siegler: Hermann und Sebastian von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg.

v.num : 2086

Enthält : Ausf., Pap., Sg. 1, 2 unter Papierstreifen ab. - Nr. 1945.




1597 Oktober 24
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, und seine Frau Barbara von Hatzfeldt, geb. von [Broel gen.] Plater verkaufen an ihren Vetter und Schwager Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, und seine Frau Lucie von Hatzfeldt, geb. von Sickingen, ihre Schwägerin, kraft Erbkauf ihren Anteil an den Höfen Wisserhof, Oberhövels, Siegenthal und Neuroth (Newenrodt) im Kirchspiel Wissen innerhalb der Herrschaft Wildenburg einschließlich Zubehör in dem Umfang, wie der Anteil zunächst ihrem gestorbenen Vetter und Schwager Georg von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, beim söhnelosen Tod des Johann [Knybe von Ostendorp gen.] Bockemol heimgefallen war, den dieser von der Herrschaft Wildenburg zu Mannlehen getragen hatte, und den sie selbst dann erbten und bisher innehatten. Der Verkauf erfolgt für quittierte 2300 Frankfurter fl. zu je 15 Batzen oder 27 Albus gemäß Vertrag, den sie [15]97 Februar 18 zu Wissen mit Sebastian schlossen. Der darin enthaltenen Abrechnung und 2 Gültverschreibungen zufolge, deren Rückgabe sie nun bestätigen, schuldeten sie Sebastian diesen Betrag, den dessen gestorbene Mutter ihrem gestorbenen Vater und ihnen vorgestreckt hatte. Sie treten nun den verkauften Anteil erblich ab. - Siegler: Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, sein Vetter Wilhelm von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg und Weisweiler; Schultheiß und Schöffen des Gerichts Wissen (Gerichtssiegel).

v.num : 2087

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1-3 in Holzkapseln erh. - Beiliegend: Abschr. (17. Jh.), Pap. - Nr. 1946.




1597 Oktober 28
Permalink der Verzeichnungseinheit

Judith von Klingelbach, geb. von Hoenberg (Hoenebeck), die zusammen mit ihrer unterdessen gestorbenen Tochter Katharina von Klingelbach vor Notar und Zeugen sowie vor Schultheiß und Schöffen ein Testament errichtet hatte, wonach sie sich gegenseitig ungeachtet ihrer ohnehin (ab intestato) gegebenen Erbrechte zum Universalerben einsetzten, beabsichtigt, gemäß der darin enthaltenen Bestimmung, wonach im Falle ihres Oberlebens ihr Vetter Sebastian von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, ihr gevatter Burkhard (Burghardt) von Calenberg (-bergh) und seine Frau, auch Philipp und Otto von Langenbach, die Kinder ihrer gestorbenen Schwester Juliane, sowie deren Schwester Katharina, Frau des Jost von Mengersen (-gersheim), Nacherben sein sollten, diese vor den jeweils zuständigen Gerichten in den Besitz ihrer Güter einsetzen zu lassen. Zur Vermeidung von Streitigkeiten wegen deren jeweiligen Erbteilen bestimmt sie dies: 1) Sebastian erhält: Haus Hadamar einschließlich Zubehör; die Ruder wies mit dem zugehörigen Erlenhang; eine Hälfte der Wiese zu Hundsangen, deren andere Hälfte die Kinder ihrer gestorbenen Schwester Juliane innehaben; den Hof Faulbach einschließlich Zubehör, den sie teils erbte, teils kaufte; eine Hälfte des Hofs zu Ahlbach, wobei Sebastian den mit den unverheirateten Kindern des gestorbenen Cuno von Reifenberg dieserhalb schwebenden Rechtsstreit auf seine Kosten zu führen hat. 2) Ihr gevatter Burkhard von Calenberg und seine Frau [N.], geb. von Eltz, erhalten: ihr Wohnhaus zu Katzenelnbogen zwischen dem Haus (behausung) des Moritz Landgrafen von Hessen, das dieser von Hans Enders von der Leyen kaufte, und dem Rathaus (gemeinen rathaus), dazu allen Zubehör, soweit sie diesen nicht im Folgenden ihren übrigen Erben vermacht; den Rödelsberg (Rulofs-) genannten Hof einschließlich Zubehör, soweit sie diesen kaufte, erwerben half oder von ihrer Tochter erbte. 3) Philipp und Otto Gebrüder von Langenbach sowie deren Schwester Katharina, Frau des Jost von Mengersen, die Kinder ihrer gestorbenen Schwester Juliane sind, erhalten: die Hundenmühle oberhalb von Katzenelnbogen uf der Fischbach; ihren Anteil an Hecken und gewalt zu Bleidenbach; die Vogtei zu Klingelbach, die sie zusammen mit ihrem gestorbenen Gemahl Hans Enders von Klingelbach von dessen Brüdern kaufte; den Hof zu Dörsdorf (Dors-); die Wiese zu Fischbach mit der Nutzung der Brüder under der Fischbacher bruell, die sie von Johann Danens Erben kaufte; die Bruderwiese; die Eichwiese, die sie von dem gestorbenen Johann von Klingelbach kaufte; den Hof zu Niedertiefenbach (-dieffenbach); den Hof zu Offheim; 1000 fl., die bei Johann Grafen zu Nassau-Dillenburg von der Kellerei Hadamar geliehen sind. - Sie erhalten dies unter der Bedingung, daß sie sich bei erbenlosem Tod gegenseitig beerben und Sebastian von Hatzfeldt ihr Nacherbe ist, sofern sie alle erbenlos sterben. - Außerdem erhalten die drei Erben zu gleichen Teilen: ihre Weingärten zu Lorcherhausen (Lucherhaußen) und Rheindiebach (Diebach); ausgeliehene Gelder und Schulden; ihre erbliche Anwartschaft (ererbte ahnfall) bei der Witwe des Johann von Klingelbach, jetzt Frau des Jakob von Mecheln; was ihr anstelle ihres gestorbenen Sohnes Johann Wolf durch Testament des Wolf Thomas von Rheinberg zusteht; was sie jetzt und künftig sonst an Rechten und Ansprüchen hat; die noch ausstehende französische Kriegsbestallung ihres Gemahls. Beim Tod eines der drei Erben gelten ihre erwähnten Bestimmungen wegen der zwischen ihnen geteilten Güter entsprechend. - Wegen beweglichen Gütern, Barschaft und Fahrnis an Hausrat, Silbergerät, Kleidern, Kleinodien und anderem Schmuck bestimmt sie dies: der verhältnismäßig wenige Hausrat, der sich im Haus zu Hadamar befindet, soll dort bleiben; im Haus zu Katzeneinbogen sollen Tische, Bänke, Stühle, Bettladen, Schränke (tresore) und sonstiges Holzwerk bleiben; lediglich der in der großen Stube stehende große Schrank ist für Sebastian nach Hadamar zu schaffen. - Der älteste Sohn Sebastians oder, sofern er einen solchen nicht hat, dessen älteste Tochter erhalten an geschmeiden eine Pfandverschreibung über 300 fl. oder, sofern diese abgelöst ist, aus anderen Rentenurkunden oder geschmeiden den gleichen Betrag. Was sie sonst an Barschaft, Silbergeschirr, Kleinodien und Schmuck sowie Gültkorn und sonstigen Vorräten hinterläßt, haben ihre Erben untereinander in drei gleichen Teilen wie die unbewegliehen Güter zu teilen. - Da ihr Bruder und gevatter Adam von Stein ihr viel Zuneigung erwiesen hat, haben ihre Erben dessen ältester Tochter Marie Elisabeth an ihrem Hochzeitstag (ehren-) zu geben: ihren besten Samt, vier goldene Hauben und 100 fl. für eine Kette; sie haben ihr zu einer möglichst guten Heirat zu verhelfen. - Dieses Testament ist ebenso gültig wie das mit ihrer Tochter vereinbarte. Ihre Erben sowie die Vormünder der Kinder ihrer gestorbenen Schwester Juliane verpflichten sich hierauf. - Vormünder der unmündigen Geschwister von Langenbach: Sebastian von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, Wilhelm von Seelbach gen. Quadfassel (Quadenfaßel). - Unterschrifts- und Sieglervermerk der Ausstellerin, der Erben und der Vormünder.

v.num : 2088

Enthält : Abschr. (17. Jh.), Pap. (geheftet). - Nr. 1947.




1597 November 11, Wildenburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, und seine Frau Barbara, geb. von [Broel gen.] Plater, verkaufen an ihren Vetter Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Schönstein, und seine Frau Margarethe von Hatzfeldt, ihre Base (wasen) und Schwägerin, für quittierte 750 Rader fl. zu je 24 alb., den alb. zu 8 Pf. Wildenburger W. gerechnet, kraft Erbkauf folgende Diensthöfe im Kirchspiel Wissen innerhalb der Herrschaft Wildenburg: den Höferhof (hoff zum Hofe), den Tiell bewohnt, sowie die beiden Höfe zu Schönborn (zum Schönnenbornn), die Clein Johann und Wilhelm als Pächter innehaben, mit dem jeweiligen Zubehör. Die Käufer gestatten ihnen, im Einvernehmen mit ihnen dort anfallendes Besthaupt (haubt rechter) und den zu Schönborn jährlich anfallenden Sichelzehnt (hepen zehenden) unbeschadet ihres dominium einzunehmen. Auch verpflichten die Käufer sich, von den Höfen ggf. Türkensteuer anteilmäßig beizutreiben und an die Verkäufer auszuliefern. Die auf den Höfen ansässigen Leute haben künftig die ihnen verkauften Nutzungen, Renten und Gefälle an die Käufer zu liefern, denen sie künftig zu Geund Verbot sowie Diensten verpflichtet sind. Demgemäß verzichten sie zugunsten der Käufer auf ilire Nutzungen sowie Hoheit und Herrlichkeit dort. Den dort ansässigen Leuten gestatten sie, den Käufern Eid und Huldigung zu leisten und sich ihnen gegenüber entsprechend zu verpflichten, wie es wildenburgischen Untertanen gegenüber ihrem Landesherrn (lanthernn) obliegt. Sie leisten des Verkaufs wegen Währschaftsversprechen. Die Höfe sind jeweils zu St. Martinstag (November 11) mit der Verkaufssumme bei Wahrung halbjähriger Kündigungsfrist einlösbar. - Unterschrift des Bernhard von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, zugleich für seine schreibunkundige Frau. - Siegler: Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, sein Vetter Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herr zu Wildenburg.

v.num : 2089

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1 erh., 2 stark besch. - Nr. 1948.




1597 November 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herr zu Wildenburg, erfüllt als einziger Sohn und Erbe seiner gestorbenen Mutter Katharina [von Hatzfeldt], geb. von Seelbach, Frau zu Wildenburg und Krottorf, die in ihrem Testament von 1588 enthaltene, bisher aber nicht erfüllte Bestimmung, wonach die Vormünder, die bis zu seiner Volljährigkeit für ihn bestimmt waren, 1200 Tlr. zu je 26 Alb. zugunsten der Armen anlegen und ihnen jährlich 5 von 100 hiervon handreichen sollten. Nachdem er volljährig ist, zieht er die geringfügige Ausstattung des Pastors (dieners des wortts Gottes) der Pfarrkirche zu Friesenhagen und des dortigen Schulmeisters in Erwägung. Damit diese ihr Amt recht versehen, der Gottesdienst (ministerium) in der Herrschaft von geeigneten Personen wahrgenommen, das Seelenheil der Untertanen nicht in Gefahr gebracht und die Jugend (raw ruchlose jugendt) zur christlichen Lehre angehalten wird, vollstreckt er das Vermächtnis in der Weise, daß er dieses zugunsten des erwähnten Pastors und Schulmeisters zum allgemeinen Besten der Herrschaft verwendet. Er setzt das Vermächtnis in der Weise ein, daß künftig die Hofleute seiner Höfe zu Siegenthal und Oberhövels im Kirchspiel Wissen innerhalb der Herrschaft Wildenburg von den dortigen Pachten und Gefällen jeweils innerhalb von 8 Tagen vor und nach St. Martinstag (November 11) an den Pastor zu Friesenhagen je 5 Ml. Korn und Hafer, an den Schulmeister dort 2 Ml. Korn und 2 1/2 Ml. Hafer, jeweils Wildenburger großes M., in deren Wohnung (behausung) liefern. Hierfür hat der Pastor an Sonn- und Feiertagen auf Haus Krottorf, sofern er hierzu aufgefordert wird oder die Obrigkeit nicht in die Kirche nach Friesenhagen kommt, sonst aber wöchentlich wie üblich (ordinarie) und mittwochs je einmal zu predigen und Andacht zu halten. Auf Verlangen hat der Schulmeister hierzu mit zahlreichen Schülern zu erscheinen. Beide haben den Katechismus zu lehren, die Jugend (junge volck) hierzu anzuhalten, in der Kirche über die Verwaltung der Sakramente und ebenso über die Einhaltung der ihnen jetzt zugestellten Kirchenordnung zu wachen. Sebastian verzichtet entsprechend erblich auf den Anteil an den Einkünften, solange das Evangelium der Konfession entsprechend gelehrt wird, die 1530 auf dem Reichstag zu Augsburg von den Ständen an Kaiser Karl V. übergeben und dann zu Passau dem Religionsfrieden einverleibt wurde, auch solange die jetzige Kirchenordnung eingehalten wird. Das Vermächtnis ist aufgehoben, sobald die Religion geändert wird, und ist dann für den Unterhalt des Kaplans auf Haus Krottorf zu verwenden. Entzieht einer seiner Nachkommen dem Pastor und Schulmeister das Vermächtnis, so fallen die beiden Höfe einschließlich Zubehör mit Ausnahme der erwähnten Jahrrenten den nächsten Erben (agnaten) zu. Ggf. kann gegen Vorlage dieser Urkunde ohne Gerichtsprozeß beim Reichskammergericht Vollstreckung (mandata executiva) erwirkt werden und können die Erben in die Güter eingesetzt werden. Der Obertreter hat außerdem an dem kaiserlichen Fiskus 2000 Goldfl. zu leisten. - Die Urkunde wird dreifach ausgefertigt. - Unterschrift des Ausstellers. - Siegler: der Aussteller, Schultheiß und Schöffen des Gerichts Friesenhagen (Schöffenamtssiegel). - Uff Martini des hl. bischoffs tag.

v.num : 2090

Enthält : 2 Ausf. (1, II), Perg., Sg. I) II) 1, 2 in Holzkapseln erh. - Nr. 1949.




1597 Dezember 12
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor den Schöffen des Gerichts Friesenhagen (Frießenhain) bekunden die Mitschöffen Rüttger Weg zu Wildenburg und Thomas Peter zu Friesenhagen als Kirchmeister der dortigen Kirche, Peter zu Dermbach habe der dortigen Kirche wegen Schulden in Höhe von 272 fl. 6 alb., den fl. zu 24 alb. Wildenburger W. gerechnet, sowie wegen aufgelaufenen Pensionen und Kosten dieserhalb folgende Erbgüter zu Unterpfand gesetzt: 5 Vt. 12 Ruten Wiese in der Wüiinbach; 6 Vt. 3 Ruten Wiese in der Staußbergk zwischen der Kirchen- und Wülenbachswiese; 1 M. 7 Vt. 4 Ruten Wiese unden in der Staußberg, oben neben der Spechtswiese, die Junker Sebastian [von Hatzfeldt] gehört, sowie innerhalb des Gebots des Junkers Heinrich [von Hatzfeldt] gelegen; ein wüstes Stück (wüstenei) von 25 M. 4 Vt. Größe auß der Dürrenbach oberhalb des wüsten Stücks des Junkers Bernhard [von Hatzfeldt] biß in den Wuillenbachsseyffen gelegen; ein wüstes Stück von 16 M. 5 Vt. 7 Ruten ahn der Bücken neben dem erwähnten wüsten Stück des Junkers Bernhard [von Hatzfeldt] sowie neben der Wiese in der Staußberg; 7 Vt. 4 Ruten Grund in der Durrenbach, der zu einer Wiese umgewandelt werden kann, oben neben der Wiese des Junkers Bernhard [von Hatzfeldt] gelegen; ein wüstes Stück von 3 M. hinder dem Kremer zwischen dem wüsten Stück des Junkers Sebastian [von Hatzfeldt], das von Stausberg und Bockenbaum aus gebraucht wird. - Nachdem die zu Unterpfand gesetzten Güter dreimal 14 Tage in der Kirchspielskirche zu Friesenhagen öffentlich feilgeboten waren, und auch sonst dieserhalb so verfahren war, wie es rechtmäßig und landesüblich ist, ohne daß jemand diese durch Vorstrecken der erwähnten Summe erwarb, beantragen die Kirchmeister, daß ihnen Erbrecht über die zu Unterpfand gesetzten Erbgüter zuerkannt wird. Das Gericht gibt dem im Einvernehmen mit Junker Bernhard von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg statt, dem das Gebot über die Erbgüter zusteht. Das Gericht kennt der erwähnten Kirche Erbrechte über die Erbgüter zu, die Peter verliert. Hoheit und Gerechtigkeit des Junkers Bernhard bleiben hierdurch unberührt, der in die Übertragung einwilligt. - Siegler: Bernhard von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg, die Gerichtsschöffen zu Friesenhagen (Schöffenamtssiegel).

v.num : 2091

Enthält : Abschr. (18. Jh.), Pap. - Rv.: Hiervon muß der Jacob Quast zu Dernbach jährlich 3 rtlr. 33 alb. zahlen (18. Jh.). - Nr. 1950.




1597 Dezember 21
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann von Ohl (Ole) und seine Frau Margarethe verkaufen an Hans Velbende zu Hofalpe und seine Frau Alcken für eine quittierte Geldsumme kraft Erbkauf ihren zu Hofalpe gelegenen Hof einschließlich Zubehör, den Henneken Heyneman innehat und bebaut. Sie verzichten hierauf erblich zu deren Gunsten und leisten dieserhalb erbliches Währschaftsversprechen. - Dedings- und Weinkaufleute: Heyneman Herder zu Wordinchusen, Hanes Smed zu Hundem, Hanes Granemalt und andere. - Siegler: der Aussteller. - Ipso die Thomae apostoli.

v.num : 2092

Enthält : Ausf., Perg., Sg. besch. - Nr. 1951.




1598 Januar 3
Permalink der Verzeichnungseinheit

Philipp aus Münster (Philippus Monasteriensis), Abt, und der Konvent des Klosters Mariehstatt (-stadt) verkaufen an Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, für quittierte 75 fL Hachenburger W., die sie zur Schuldentilgung verwendeten, kraft Erbkauf ihr zur Hellen genanntes freieigenes Erbgut, das zu (zu der) Linden in der Herrschaft Wildenburg gelegen ist, mit 5/4 M. 12 Ruten Garten und Hoflage sowie 5 M. 18 Ruten Feld. Sie verzichten hierauf erblich zu deren Gunsten und leisten dieserhalb erbliches Währschaftsversprechen. Dem entgegenstehende Unterlagen (documenta) oder besiegelte Urkunden, die in ihren Archiven oder in ihrem Gewahrsam nachträglich aufgefunden werden, sind ungültig. - Siegler: die Aussteller (Abts- sowie Konventssiegel).

v.num : 2093

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1, 2 besch. - Nr. 1952.




[15]98 Januar 23
Permalink der Verzeichnungseinheit

Goswin (Joßvein) Scheiffard von Merode zu Allner und seine Frau Anna von Vervoz (Varva) quittieren dem Hermann Flach, Bürger und Ratsverwandten der Stadt Siegburg, und seiner Frau Anna (Engen) den Empfang von 300 Tlrn. zu je 52 Kölner alb. in gültigen Reichsmünzen, die jene ihnen geliehen haben, alle künftigen Forderungen dieserhalb ausgeschlossen. Sie verpflichten sich, im kommenden Jahr [15]99 innerhalb von 14 Tagen nach dem Tage Pauli Bekehrung (Januar 25) die geliehene Summe zuzüglich 6 von 100 an Zinsen (indresse) in Reichsmünzen, die dann in der Stadt Köln gültig sind, in deren Wohnung in Siegburg zu erstatten. Im Verzugsfall sind sie auf Verlangen der Gläubiger zu einer entsprechenden Verschreibung verpflichtet. Für diesen Fall setzen sie ihren Hof auf der Rottenbach einschließlich Zubehör zu Unterpfand. - Unterschriftsvermerk der Aussteller. - Sieglervermerk des Goswin Scheiffard von Merode zu Allner.

v.num : 2094

Enthält : Abschr. (17. Jh.), Pap. - Rv.: Recognition von 300 dahler, welche Herman Flach, burger in Siegberg, vorgeschoßen ahn hern Goswin Scheiffardt de Merode und fraw Annam von Vervo, eheleuth, gegen interesse ad 6 von 100 de anno 1598, mit beyligendem quitschein, daß die pension vom jahr 1606 und allen vorigen richtig zahlt seye (glztg.). - Nr. 1953.




1598 Januar 24
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Gebhard von und zu Hatzfeldt, Mitherr zu Wildenburg, und seine Frau Maria von Hatzfeldt, geb. von Heddesdorf (Hedeßdortf), verkaufen an Sebastian von Hatzfeldt zu Krottorf, Herrn zu Wildenburg, und seine Frau Lucie von Hatzfeldt, geb. von Sickingen, die Vetter, Schwager bzw. Schwägerin von ihnen sind, für quittierte 122 fl. zu je 27 alb. Frankfurter W. kraft Erbkauf die ihnen von ihren Eltern zugefallene Wiese zu Wildenburg in der bach zwischen den 2 großen Weihern ihres Vetters und Schwagers Heinrich von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg. Sie verzichten hierauf zu deren Gunsten und leisten dieserhalb Währschaftsversprechen, jeder Rechtsbehelf dagegen ausgeschlossen. - Unterschriften der Aussteller. - Siegler: Johann Gebhard von und zu Hatzfeldt, Mitherr zu Wildenburg; Heinrich von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg.

v.num : 2095

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1, 2 in Holzkapseln erh. - Nr. 1954.




1598 März 10, Wildenburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hermann, Franz, Wilhelm, Johann Gebhard, Bernhard und Sebastian Vettern von Stamm, Namen, Schild und Helm der von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg und Schönstein, die zu-gleich die unmündigen Söhne ihrer gestorbenen Vettern Adrian von Hatzfeldt zu Werther und Löwenstein von Hatzfeldt zu Fleckenbühl (-büel) vertreten, schließen zum besten ihres Stammes, Namens und Geschlechts, auch ihrer Untertanen und Hintersassen sowie in der Ab-sicht, Lehns- und Eigenbesitz ungeteilt zu erhalten, folgende förmliche Erbordnung: Ihnen und ihren männlichen Erben bleiben vorbehalten: die Schlösser Hatzfeld, Wildenburg, Schön-stein und Krottorf sowie das Haus zu Merten (Mär-) mit allen zugehörigen Gütern (haußgütern) innerhalb des jeweils zugehörigen Bezirks; die Herrschaften Hatzfeld, Wildenburg, Schönstein und Merten einschließlich hoher und niederer Obrigkeit, Regalien und allem sonstigem Zubehör; die seit alters zu Wildenburg gehörigen Samthöfe, Zehnten, Güter und Gerechtigkeiten im Erzstift Köln und in der Grafschaft Nassau; der Hof Untertan einschließlich Zubehör; die zu Haus Krottorf gehörigen Erbgüter im Amt Freusburg. Sie be-erben einander darin gemäß gemeinem Recht. Solange jemand aus ihrem Mannesstamm lebt, sind Töchter und andere weibliche Personen (weibsbilder) hiervon ausgeschlossen. Töchter erhalten uneingeschränkt, soweit sie nicht bestimmen, daß dies dem Stamm verbleibt: Fahrhabe und bewegliche (gereide) Güter und damit Vieh; auf Speichern gesammelte sowie ausgeliehene Frucht; Rechte an Pacht-, Zins-, Renten- und Gefällerückständen; Wein, Bier, Speck, Fleisch und allen sonstigen Vorrat; Bargeld, Ketten, Kleinodien, Silbergeschirr, Wandbehänge (tappezerey), Kleider, Bettzeug, (-werck), Stuhl- und Bankkissen, Decken, Vorhänge, Tischdecken (-teppig), Leinenzeug (-getüch), Zinngerät (zinnenwerck) und derlei Habe. - Hiervon bleiben ausgenommen; dies verbleibt auf den Häusern, wo man es vorfindet, und den Töchtern vorenthalten: was zur Rüstkammer gehört; die Bücherbestände (liberyen und bucherstuben); Tafel- und sonstige Gemälde sowie Bilder (ansehnliche taffeln, gemählen, conterfeitungen); altertümliche (altfränkische) Sachen und Rüstungen; Hirsch- und Rehge-weihe sowie das, was sonst in den Gemächern und Häusern zum Zierrat dient und die Nach-kommen an die Vorfahren und ihre ritterlichen Taten erinnert; was nagel- und handfest ist; Öfen und Küchenschränke (kuchen tresor) aus Eisen, schencke, Bettladen, Tische, Bänke, Stühle, Sessel, Feuerböcke (brandtreiden), große hängende Kupferleuchter, Braupfannen und -geschirr (-gezeugk), Eisen- und Kupfertöpfe sowie sonstiges grobes Küchengeschirr; das Stammbuch, in dem alle Hatzfeldtschen Linien aufgeführt (deducirt) und alle Gerechtigkeiten aufgeführt (angezogen) sind, dazu alle Reposituren, Lagerbücher und besiegelten Urkunden. Ausgeliehene Gelder und ausgetane Barschaften bleiben den Töchtern vorbehalten, soweit sie hierüber nicht zugunsten des Mannesstammes verfügen. - Die Höfe und Güter in den Herr-schaften Hatzfeld, Wildenburg, Schönstein und Merten und ebenso die Fruchtrenten und Pachten in den Fürstentümern Hessen und Berg sind in großem Wildenburger Maß zu veran- schlagen, wobei für je 1 Ml. Korn und Gerste 3 Rader fl., 1 Ml. Buchweizen (heidtlofs) 2 Ra-der fl. und für 1 Ml. Hafer 1 Rader fl. zu veranschlagen sind. Die Töchter sind dann mit 100 fl. für je 5 fl. Rente abzufinden. Dabei bleibt unberechnet und zusammen mit dem Eigentum dem Mannesstamm vorbehalten, was die Güter jährlich außer Kälbern, Rindern, Federvieh, Hanf, Flachs, Wachs, Eiern, Butter und dergleichen erbringen. Bei dem Anschlag kommen den Töchtern nur die Fruchtpachten zugute. Das Geld hierfür ist an die Töchter nicht auf ein-mal in bar zu zahlen, sondern bleibt zunächst für 2 Jahre mit der üblichen Pension von 5 von 100 stehen. In den 4 darauffolgenden Jahren ist es zu 4 Terminen zu leisten, wobei der jeweils verbleibende Rest bis zur Tilgung zu verzinsen ist. Zuvor sind von den Gütern alle Schulden abzuziehen, für die die Güter verpfändet sind. Für den Rest sind den Töchtern freie, losledige Renten anzuweisen. Sind die Schulden so hoch, daß den Töchtern nichts verbleibt, und rei-chen die Güter der Mutter nicht für ihre standesgemäße Aussteuer aus, so kommen ihre Vet-tern (!), die die Häuser und die dem Mannesstamm vorbehaltenen Güter erben, für ihre stan-desgemäße Aussteuer auf; sie haben die Töchter gegebenenfalls mit Heiratsgut und Ausstat-tung (ehrlicher rüstung) standesgemäß nach Maßgabe der übrigen Erben (agnaten) zu verse-hen. - Güter und Renten, die dem Stamm der von Hatzfeldt vorbehalten sind, darf keiner von ihnen seiner Frau erblich vermachen. Fehlen abgesehen von Brüdern auch Töchter oder Kinder überhaupt oder deshalb, weil sie vor einer Eheschließung starben, die dieser Erbordnung zufolge hätten ausgestattet werden müssen, so ist der Mutter ein Drittel der Summe, die den Töchtern als Abfindung für die Fruchtrenten hätten geleistet werden müssen, mit 5 von 100 zu verzinsen und ihr dies entsprechend zu sichern, bevor sie die Güter zu räumen hat. Keiner von ihnen darf Güter, die jetzt oder künftig der Erbordnung unterworfen sind, indem sie oder ihre Erben diese in den Herrschaften Hatzfeld, Wildenburg und Schönstein sowie zu Merten kaufen oder sonst erwerben, höher versetzen oder verpfänden, als die Fruchtpachten hiervon dem erwähnten Anschlag zufolge erbringen. Muß einer von ihnen etwas von dem, was dieser Erbordnung unterworfen ist, erblich veräußern oder verkaufen, so hat er dies den Miterben zum Vorkaufsrecht anzubieten. Für einen Verkauf dürfen Häuser einschließlich Obrigkeit und zugehörigen Gerechtigkeiten, Erbgüter oder sonst etwas, worauf die Töchter kein Recht ha-ben, nicht veranschlagt werden, sondern lediglich die erwähnten Fruchtgefälle und auch das nur durch solche, die keine Kinder oder nur Töchter haben. In jedem Falle ist das Vorkaufs-recht der Miterben zu wahren. Miterben, die Söhne und männlichen Erben haben, und die zur Veräußerung gezwungen sind, dürfen Häuser, Gärten, Baumhöfe, zugehörige wüste Stücke und Felder, Hochwald, Weiher, Mastung, Obrigkeit (landobrigkeit), Strafen, Wetten, Brüchten, Gerichtsrecht, Zoll, Geleit, Bergwerk, Akzise, leibeigene Leute, Besthaupt (haupt-recht), das, was ein Bergmeister jetzt üblicherweise verrechnet, Laudemium (vorheuren) oder Erbgrund von Höfen und Gütern nicht in Anschlag bringen. Hiervon abgesehen sind zu ver-anschlagen: je 1 Ml. Korn und Gerste mit 5 Rader fl., 1 Ml. Hafer mit 2 1/2 fl., 1 Ml. Buch-weizen mit 3 fl., ein Pferdedienst mit 4 fl., ein Handdienst mit 1 fl., ein Schwein mit 2 1/2 fl., ein Hammel mit 1 1/2 fl., ein Kalb mit 18 alb., ein Huhn mit 2 alb., ein Wagen Heu von den zu den Häusern gehörigen Wiesen mit 2 fl., wobei für je 3 fl. Rente höchstens 5 fl. bei Verlust der Kaufsumme gegeben werden dürfen. Auch darf keiner von ihnen mit dem, was der Erb-ordnung unterworfen ist, für mehr als 500 Frankfurter fl. bürgen. Sind zwei oder mehrere Brüder vorhanden, so haben er oder sie gemäß väterlicher Verfügung oder dieser Erbordnung zufolge zugunsten eines von ihnen zu weichen, dem die beweglichen und unbeweglichen Gü-ter aus der väterlichen Erbschaft alleine vorbehalten bleiben, ebenso Bei- und Nebenfälle, soweit sie der Erbordnung unterworfen sind. Die übrigen Brüder sind gegebenenfalls im Ein-vernehmen mit Freunden und Verwandten in Domstiftern, im Johanniter- oder im Deutsch-herrenorden unterzubringen. Hierzu sind ihnen entsprechende Pfründen zu verschaffen. Zuvor ist für ihr Studium und ihre adelige Erziehung Sorge zu tragen, wobei sie fremde Sprachen und Länder kennen lernen sollen. Die Kosten hierfür werden nach Maßgabe des Erbguts (patrimonii) von dem Bruder getragen, dem die Erbschaft vorbehalten ist. Er hat ihnen außer-dem, bis sie in den Genuß ihrer Pfründen bzw. zu ihren Häusern, Ämtern und Dignitäten ge-langen, einen bestimmten Unterhalt zu gewähren, und zwar einem Johanniterherrn jährlich 100 Kronen, einem Dom- oder Deutschordensherrn jährlich 100 Frankfurter fl. Wer als unge-horsam gegenüber dem Rat von Eltern und Verwandten befunden wird, erhält von dem Bru-der, der alle Güter besitzt, auf Lebenszeit einen Unterhalt nach Maßgabe der nächsten Freun-de des Vaters sowie der Vormünder, auch je nach Vermögen des Bruders und seinem eigenen Verhalten, erhält jedoch kein Erbteil. - Brüder im geistlichen oder weltlichen Stand können einen verheirateten Bruder bei erbenlosem Tod beerben. Solange ein Bruder weltlichen Stan-des lebt, bleibt ein Bruder geistlichen Standes in seinem Stand. Schwestern werden mit Braut-schatz und Ausstattung nach Maßgabe der nächsten Freunde von seiten des Vaters sowie sämtlicher Miterben standesgemäß, aber nicht im Übermaß abgefunden. Darüber hinaus haben sie dieser Erbordnung gemäß Verzicht zu leisten. In den Herrschaften Hatzfeld, Wildenburg und Schönstein dürfen künftig keine weiteren Teilungen vorgenommen werden. Es dürfen dort keine weiteren Häuser gebaut und die vorhandenen nicht weiter aufgeteilt werden. Künftig hat einer ihres Stammes und Namens, zugleich in ihrer aller Namen und nicht je einen Teil für jeden von ihnen, folgende Lehen zu nehmen: Haus und Herrschaft Schönstein, das Kirchspiel Wissen innerhalb der Herrschaft Wildenburg, Wein- und Kornzehnt sowie Gerechtigkeiten zu Merten (Märthen) und Blankenberg (Blanckenbergk) vom Erzstift Köln; Haus Wildenburg mit dem Tal dort sowie einer Hälfte des Kirchspiels Friesenhagen von der Grafschaft Sayn: die andere Hälfte des Kirchspiels Friesenhagen von (der Grafschaft Sayn-) Wittgenstein; Haus Hatzfeld mit der Öffnung am Haus Wildenburg von den Landgrafen zu Hessen; ihre im Amt Siegen gelegenen Samthöfe sowie die Freiheiten des Hofes Untertan von den Grafen von Nassau; sonstige Lehnsstücke. In den Lehnsurkunden und -reversen ist zu vermerken, daß er die Lehen zugleich im Namen seiner Vettern (!) von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, empfangen hat. Was sie gemeinsam oder einzeln in den Prozessen gegen Sayn und Wittgenstein wegen mandati ad poenam dupli beim Reichskammergericht an besiegelten Urkunden vorgelegt und was sie an Akten und Protokollen in dieser Angelegenheit haben, ist zu einem Buch zusammenzubinden. Außerdem sind zwei Gerichtsbücher anzulegen, in deren einem alle Strafsachen (criminal sachen) und peinlichen Vollstreckungen (executiones) ver-zeichnet sind, während in dem anderen alle vor ihrem Landgericht geführten Prozesse aufge-führt sind. Das Generalweistum über Grenzen und Gerechtigkeiten ihrer Herrschaft, alle kai-serlichen Privilegien und dergleichen sind auf Schloß Wildenburg in einem hierzu besonders hergerichteten Gewölbe unterzubringen, zu dem jedes Haus einen Schlüssel hat. Hierüber ist ein Verzeichnis (ordentliche registratur) anzulegen und dort gemeinsam zu verwahren. Es ist ein gemeinsamer Diener und Registrator zu halten, der alle Rechtsangelegenheiten und allen Schriftverkehr verwaltet, auch allen Verhören und Bescheiden beiwohnt, der ihnen gemein-sam eidlich verpflichtet ist, der von ihnen aus einem gemeinsamen Bestand (säckel) besoldet wird und der auf einem der Häuser auf gemeinsame Kosten unterhalten wird. Gemeinsame Gefälle wie Zoll und andere, die der Bergmeister üblicherweise verrechnet, sowie alle Wetten und Brüchte, die ihnen ihrer Polizei- und Landordnung zufolge gemeinsam gehören, haben die hierzu bestimmten Diener einzunehmen, gemeinsame Auflagen und Angelegenheiten (samtsachen) ordnungsgemäß zu verrechnen und sich selbst ihrer Bestallung gemäß zu bezah-len. Ist für gemeinsame Angelegenheiten mehr aufzuwenden, als die erwähnten Gefälle er-bringen, so hat jeder von ihnen hierzu anteilmäßig beizusteuern und dies dem Registrator zu-zustellen, der dies entsprechend zu verrechnen hat. - Künftig ist je ein Brüchtenverhör zu Be-ginn der Fastenzeit und am St. Michaelistag (September 29) zu halten, an dem jeder von ihnen selbst oder ein Diener für ihn zusammen mit dem gemeinsamen Registrator teilzunehmen hat. Auch haben sie alle oder die Mehrzahl von ihnen jährlich die Rechnung der Waisenvormünder in der Herrschaft (aller minderjärigen kinder und armen weisen vormunder rechnung) sowie die Kirchenrechnung abzuhören. Wegen Regalien, Geleit (frey gleidt), Zoll, Landpolizei, Kirchenordnung, Angriffen, Strafen, bürgerlicher und Strafgerichtsbarkeit (burgerlichen und peinlichen gericht und recht), gemeinsamen Dienern, Gefangenhaltung und dergleichen bleibt es in der Herrschaft Wildenburg wie bisher, sodaß keiner von ihnen von sich aus und ohne gegenseitiges Einvernehmen Änderungen vornehmen kann. Auch wird in ihren Herrschaften und Gebieten nur die im hl. Reich zugelassene und im Augsburger Religionsfrieden von 1555 enthaltene Religion erlaubt (verstattet). Die Samt- und gemeinsamen Mahlmühlen zu Mühlenthal und vor der Brücke sind bei ihren Hofgütern und unter dem jetzigen Dienst und Gebot von Hermann und Bernhard von Hatzfeldt zu belassen. Doch können sie gemeinsam diese vergrößern (ersteigern) oder verkleinern (verringern) und die Müller bei Rückständen an Pachten oder Mahllohn (multers) pfänden. Auf allen Mühlen, die ihnen gemeinsam oder einem von ihnen zustehen, ist gleicher Mahllohn zu nehmen. In die Mahllohngefäße (multerfesser) ist ihr Wappen einzubrennen. Sie und ihre Nachkommen sind nur gemeinsam befugt, in der Herrschaft Wildenburg eine weitere Mühle zu bauen. Doch kann jeder von ihnen seine Privatmühle nach Belieben andernwärts verlegen. Auch kamen sie überein, daß auf ihren Häusern und in der ganzen Herrschaft ihre Flüssigkeits- und Trockenmaße einheitlich sind. Künftige Streitigkeiten zwischen ihnen werden nicht vor Gericht (zu weitleufftigen rechten), vor den Kaiser, [das Reichshofgericht in] Rottweil, vor das Reichskammergericht in Speyer, vor Kurfürsten, Fürsten, Grafen oder Herren gezogen, sondern durch 2 oder 4 nächste Verwandte und Freunde von beiden Seiten, die innerhalb von einem Vierteljahr nach Aus-bruch der Streitigkeiten zu wählen sind, gütlich beigelegt. Ihnen ist ein unparteiischer Rechts-gelehrter beizugeben. Der von den Mittlern gefällte Spruch ist verbindlich. Ist der Spruch nachweislich parteitsch, so ist die Berufung beim Reichskammergericht erlaubt. Dort ist die Angelegenheit in ordentlichem Verfahren zu behandeln. Währenddessen darf keine Partei tätlich vorgehen oder benachbarte Kurfürsten, Fürsten, Grafen oder Herren, die Lehns- oder sonstige Gerechtigkeiten haben, anrufen. Alle von Hatzfeldt, die dieser Erbordnung unterwor-fen sind, haben künftig den Titel "Herr zu Wildenburg und Schönstein" zu führen. Jedem von ihnen steht es frei, durch besondere Verträge (pacta) Häuser, Pfandschaften, Güter, Gerechtigkeiten und Leute, die sie künftig bekommen, zum Besten von Stamm und Namen in die Erbordnung einzubeziehen (verfangen). Verfügungen dieserhalb sind ebenso gültig wie diese Urkunde. Die Erbordnung ist vierfach auf Pergament ausgefertigt und je eine hiervon jedem Teil von Haus Wildenburg zur verbindlichen Einhaltung zugestellt, solange Stamm und Geschlecht von Hatzfeldt bestehen. Die erwähnten von Hatzfeldt verpflichten sich gegenseitig unter Eid hierauf. Wer dagegen verstößt, verliert, was ihm durch die Erbordnung zugute kommt, solange er dem Stamm der von Hatzfeldt und denen, die an der Erbordnung beteiligt sind, keine Genugtuung geleistet hat. - Unterschriften von Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, Franz von Hatzfeldt zu Merten, Herrn zu Wildenburg, Johann Adrian von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg, Johann Gebhard von Hatzfeldt, Mitherrn zu Wildenburg, und Sebastian von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg. - Siegler: Hermann von Hatzfeldt, Franz von Hatzfeldt zu Merten und Johann Adrian von Hatzfeldt, alle Herren zu Wildenburg, Johann Gebhard von Hatzfeldt, Mitherr zu Wildenburg, Sebastian von Hatzfeldt, Herr zu Wildenburg.

v.num : 2096

Enthält : Ausf., Perg. (2 Doppelbll., mit schwarz-gelber Hanfschnur geheftet), Sg. - in Holzkapseln - 1, 3, 4 besch., 2 ab, 5 fehlt. - Beiliegend: 1) Abschr. mit Beglaubigungsvermerk des Gerichts in der Weyerstraße zu Köln von 1689 Juni 28. - Siegler: Johann Ningelgen, der auch unterschreibt. - Begl. Abschr. (17. Jh.), Pap. (geheftet; leicht besch.), Sg. aufgedr.; 2) Abschr. mit Beglaubigungsvermerk und Unterschrift des Wenzesiaus Hausen, kaiserlichen und beim Magistrat der Stadt Köln immatrikulierten Notars sowie mit Beglaubigungsvermerk der Unterschrift des Notars von 1689 Dezember 15 durch Bürgermeister und Rat der Stadt Köln und Unterschrift des Sekretärs H. Becker. - Siegler: Notar Wenzesiaus Hausen; Bürgermeister und Rat der Stadt Köln (Sekretsiegel). - 2 begl. Abschr. (I, II), Pap. (geheftet), Sg. I) II) 1, 2 - unter Papieroblate - aufgedr.; 3) Abschr. von begl. Abschr. des Notars Wenzesiaus Hausen. - Abschr. (17. Jh.) Pap. (geheftet); 4) Abschr. mit Beglaubigungsvermerk des Wilhelm Cloet, öffentlichen Notars kraft kaiserlicher Gewalt, der beim Rat der reichsfreien Stadt Köln immatrikuliert ist, mit dessen Unterschrift. - Begl. Abschr. (17. Jh.), Pap. (geheftet, leicht besch.); 5) Abschr. mit Beglaubigungsvermerk des Peter (Petrus) Plum, öffentlichen und zu Düsseldorf immatrikulierten Notars. - Begl. Abschr. (17. Jh.), Pap. (leicht besch.); 6) Abschr. von - zu 5) genannter - begl. Abschr. mit Presentatumvermerk von 1665 Mai 26 zu Speyer. - Abschr. (18. Jh.), Pap. (geheftet). - Auf der Rückseite: Vermerk über 4 Reichstlr. 13 Kreuzer Kanzleitaxe (18. Jh.); 7) Abschr. mit Beglaubigungsvermerk des Johann Peter Bey, öffentlichen Notars kraft päpstlicher und kaiserlicher Gewalt, der beim Reichskammergericht immatrikuliert ist. Siegler: der Notar. - 4 Abschr. (18. Jh.) (I-IV) von begl. Abschr., Pap. (geheftet).Rv.: (I) Presentatum in termino clementissime commissionis, Düsseldorf, den 28. April 1777 (18. Jh.); 8) Abschr. mit Beglaubigungsvermerk des Johann Christian Westhoven, öffentlichen Notars kraft kaiserlicher Gewalt, sowie mit Beglaubigungsvermerk des Notars Heinrich Volmerhausen in Gegenwart von Schultheiß, Bürgermeister und Zeugen zu Kaiserswerth, ferner mit Bestätigungsvermerk von 1645 Dezember 29 durch Schultheiß und Schöffen des kurkölnischen Stadtgerichts zu Kaiserswerth in Abwesenheit des Notars Volmerhausen, mit Unterschriftsvermerk des Schultheißen Johann Paul Schöler sowie Sieglervermerk durch Schultheiß und Schöffen dort (mit dem Schöffenamtssiegel). - Beglaubigungsvermerk der Abschr. von 1831 April 15 von begl. Abschr. durch Karl Peter Heinrich Coninx, preußischen Notar zu Düsseldorf, mit dessen Unterschrift und Siegel auf Grund begl. Abschr., die ihm durch Edmund Grafen von Hatzfeldt-Weisweiler oder -Kinzweiler zu Trachenberg, wohnhaft zu Düsseldorf, vorgelegt wurde. Beglaubigungsvermerk der Unterschrift des Notars von 1831 April 20 durch den Landgerichtspräsidenten zu Düsseldorf, Voss, mit dessen Unterschrift. Siegler: Landgericht Düsseldorf. - 2 begl. Abschr. (19. Jh.) (I, II) von begl. Abschr., Pap., Sg. unter Papieroblate aufgedr.; 9) Abschr. von begl. Abschr. von 1645 Dezember 29 mit Beglaubigungsvermerk von 1832 März 31 des Notars J. H. Herschbach und dessen Unterschrift. Siegler: der Notar. Beglaubigungsvermerk der Unterschrift des Notars von 1832 April 3 durch den Landgerichtspräsidenten zu Düsseldorf, Voss, mit dessen Unterschrift. Siegler: Landgericht Düsseldorf. - Begl. Abschr. (19. Jh.) von begl. Abschr., Pap., Sg. 1, 2 unter Papieroblaten aufgedr.; 10) Abschr. (17. Jh.), Pap. - Rv.: Copia erbverbrüderung zwischen den von Haetzfeldt. Nachricht von acquirirung des Waller hofs binnen Köln (18. Jh.); 11) Druck (18. Jh.), Pap.; 12) Druck mit Beglaubigungsvermerk von 1868 Mai 20 des Notars Friedrich Oskar Rudolph Milleski zu Trachenberg. Siegler: der Notar, der auch unterschreibt. - Begl. Druck (19. Jh.), Pap. - Nr. 1955.




[15]98 April 8, Köln
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bürgermeister und Rat der freien Reichsstadt Köln erteilen auf Antrag ihres Mitbürgers Leonhard Arnheim als Bevollmächtigtem des Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Schönstein, ein Vidimus der ihnen vorgelegten - inserierten - Urkunde des Ernst Erzbischofs zu Köln etc., Kurfürsten, von 1590 Januar 29 auf Schloß Arnsberg über die erbliche Belehnung mit Haus und Amt Schönstein. - Siegler: die Aussteller. - Auf dem Bug: Schreibervermerk des [N.] Linck.

v.num : 2097

Enthält : 4 Ausf., (I-IV), Perg., Sg. I) flach gedr., II, III) in Resten erhalten, IV) ab. Vgl. Reg. Nr. 1928. - Beiliegend: 1) Abschr. mit Beglaubigungsvermerk von 1716 Juni 4 durch Mat[thias] Ger[hard] Kesselstein, Drosten, sowie Lorenz Steyl, Leonhard Affedenauß, Hubert Sommer und Eberhard Dobbelstein, Schöffen der Herrlichkeit Weisweiler. - Siegler: die Schöffen der Herrlichkeit Weisweiler (Schöffenamtssiegel). - Begl. Abschr. (18. Jh.), Pap. (bescb..), Sg. unter Papieroblate aufgedr.; 2) 2 Abschr. (18. Jh.), Pap.- Nr. 1956.




[15]98 April 20 n. St., Denklingen
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bertram von Nesselrode zu Ehreshoven (Erischoven), Amtmann zu Windeck, schließt im Auftrag und im Namen von Johann Wilhelm Herzog zu Jülich, Kleve und Berg etc. mit Hermann und Sebastian Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg, Schönstein und Krottorf, die zugleich ihre übrigen Vettern (sambt heren und gevatter) zu Wildenburg vertreten, auf deren Antrag folgenden Vergleich wegen des beiderseitigen freien Oberzugs zwischen bergischen Leuten, die zum Amt Windeck und zur Herrschaft Hornburg gehören und dort wohnen, auf der einen Seite und Wildenburgischen Untertanen auf der anderen, vorbehaltlich der Bestätigung durch den Fürsten, um so den Ehestand zu fördern, auch um künftig bisherige Streitigkeiten wegen außerehelichen Verkehrs und derlei Mißhelligkeiten zu vermeiden, sowie um gutnachbarliche Beziehungen (guitliche nachpawirliche correspondentz) zu schaffen: Personen, die bis jetzt zwischen beiden Seiten ausgetauscht und ausgeliehen wurden, sowie solche, die zum Austausch bereit sind, werden derjenigen Hoheit und Obrigkeit zugerechnet, bei der sie sich jetzt befinden. Wildenburgische Angehörige, die jetzt im Amt Windeck innerhalb der Herrschaft Hornburg auf bergischen Gütern ansäßig sind, rechnen mit ihren Erben künftig zu den bergischen Leuten. Entsprechend rechnen bergische Leute, die in der Herrschaft Wildenburg ansäßig sind, zu den wildenburgischen Leuten. Künftig gilt Folgendes: den beiderseitigen männlichen und weiblichen Untertanen steht es frei, von einer Obrigkeit in die andere zu verziehen, sodaß bergische Leute aus dem Amt Windeck und der Herrschaft Romburg in der Herrschaft Wildenburg die Ehe schließen und sich dort niederlassen können; sie und ihre Erben rechnen dann zu den wildenburgischen Leuten. Entsprechendes gilt für Wildenburgische Leute, die bergische Leute heiraten und sich auf bergischen Gütern niederlassen. Lehnswechsel und -nachfolge bleibt künftig ausgeschlossen. Erb- und Schatz[ungs]güter gehören ihrer Lage nach zu der jeweiligen Obrigkeit und dem jeweiligen Territorium. Personen sind der Gerichtsbarkeit (juristiction), in der sie ansäßig sind, zu Schatzung, Dienst, Steuern, Brüchten und Besthaupt (haubt rechten) verpflichtet. - Der Vergleich ist in gültige Form zu bringen, sobald er durch den Fürsten bzw. die Samtherren zu Wildenburg bestätigt ist. - Unterschriften der Aussteller. - Deneklingkh.

v.num : 2098

Enthält : Ausf., Pap. (besch.). - Nr. 1957.




1598 April 27, Heidelberg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann Reiprecht von Büdingen und seine Frau Anna Reiprecht (-prechtin) von Büdingen, geb. von Seelbach gen. Bulgenauel (Bülgenaw), quittieren Heinrich, Hermann und Wilhelm Vettern von Hatzfeldt, Herren zu Wildenburg und Schönstein, den Empfang von 450 Frankfurter fl., die nach dem Tod ihres Schwagers und Vetters Claus von Seelbach gen. Bulgenauel (Bulckenaw) dessen Anteil am sog. Höferhof in der Herrschaft Wildenburg als heimgefallenes Lehen zur Wahrnehmung ihrer Mitrechte einnehmen ließen, mit denen sie sich dann aber durch Vermittlung von Jakob Schickartt dahingehend verglichen, daß diese ihnen vergangene Ostern (April 16) zur Abgeltung ihrer Forderungen und Ansprüche einmal den nun geleisteten Betrag zahlen sollten, wofür Schikkart als ihr Bevollmächtigter vor deren Lehnsleuten und Gericht zu Wissen entsprechenden Verzicht leisten sollte. Sie verzichten demgemäß erblich auf die Güter und ihre Forderungen dieserhalb. - Siegler: die Aussteller (Petschaft), die auch unterschreiben.

v.num : 2099

Enthält : Ausf., Perg., Sg. 1 erh., 2 stark besch. - Beiliegend: Begl. Abschr. (glztg.) mit Beglaubigungsvermerk des Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg; Pap. - Nr. 1958.




[15]98 Juli 3, Wildenburg
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jakob Schickhardt quittiert Ernst Schmidt (Ernestus Schmiedt) den Empfang von 225 fl. zu je 27 alb., die er im Namen von Hermann von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg und Schönstein, entrichtete, d. h. die Hälfte von 450 Frankfurter fl., die Johann Reiprecht von Büdingen und seiner Frau Anna, geb. von Seelbach zu Bulgenauel (Beulhenaw), gegen Abtretung ihrer Hälfte an dem Höferhof zugesagt waren. Bei Bedarf stellt er zusätzliche Quittungen aus. Auch verspricht er, Ernst alsbald die besiegelte Abtretung zuzustellen. - Unterschrift des Ausstellers.

v.num : 2100

Enthält : Ausf., Pap. - Nr. 1959.



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken